Frage von yuppieyuppie, 85

Denkt ihr ein kontaktscheuer Mensch kann ein guter Arzt werden?

Wenn jemand Kontakt zu fremden Menschen scheut, kann er trotzdem ein guter Arzt werden?

Antwort
von SunKing33, 26

Hallo,

vermutlich gibt es einen Grund dafür, dass Du Dich als kontaktscheu erlebst.

  • Als Arzt musst Du nicht auf andere Menschen zugehen, sondern die kommen zu Dir.
  • Du wirst als Experte angesprochen. Du musst nicht überzeugen/überreden
  • Du musst Dich als vertrauenswürdig und als kompetent in der Sache erweisen. Das ich wichtiger als dass Dich Deine Patienten lieb haben.

Die professionelle Distanz zu Deinen Patienten sichert Dir ein langes Berufsleben.

Viel Erfolg!

Kommentar von TailorDurden ,

Finde ich eine super Antwort. Eine Ausnahme bilden selbstredend Psychologen und Kinderärzte, aber ansonsten zählt Deine Kompetenz und Höflichkeit weit über Deine sonstigen sozialen Kompetenzen.

Antwort
von Rollerfreake, 16

Am Anfang wird es jedem schwer fallen, ich würde sagen sehr viel ist auch eine Sache der Gewöhnung und das man die anfängliche Scheu mit der Zeit mehr und mehr verliert. Am Anfang ist es mit Sicherheit für jeden nicht einfach den Patienten, der dennoch immerhin ein Fremder ist, im Rahmen der Untersuchung und Therapie auch körperlich anzufassen, was aber in jedem medizinischen Beruf dazu gehört. Das erste Mal ist immer das Schwerste und kostet jeden Überwindug, nach einigen Wochen hat man sich jedoch daran gewöhnt und das ist genauso Normalität wie morgens den Kaffee zu trinken. 

Antwort
von Anni478, 15

Ein guter Arzt zeichnet sich in ernster Linie durch seine fachliche Kompetenz aus.

Auch wenn man privat eher ein zurückhaltender Mensch ist, der ein Leben als Einzelgänger fristet, heißt das nicht, dass man im Beruf dieses Verhalten bestätigt.

Kommunikationsfänigkeit und Empathie (die Sie für "dummen Schwachsinn" halten) halte ich persönlich für wichtige Eigenschaften, wenn man im direkten Patientenkontakt steht. Ohne dies ist z.B. weder vernünftige Aufklärung möglich noch eine einfühlsame Diagnoseüberbringung, die in manchen Fällen notwendig ist, um einen psychischen Absturz der Patienten bei erhöhter Sensibilität zu verhindern.

Wenn man der Meinung ist, dass man selbst diese Eigenschaften nicht besitzt besteht ja noch immer die Möglichkeit ohne direkten täglichen Patientenkontakt zu arbeiten und auch dadurch der Menschheit einen wichtigen Dienst zu leisten.....z.B. in der Pharmabranche, Medizintechnik/-informatik, medizinische Forschung, Ärztekammer, Gutachterkommissionen, im Klinikmanagement usw.

Antwort
von Romaschka42, 8

Mein Hausarzt ist auch eher kontaktscheu und distanziert, aber fachlich dafür top!! Wenn man schwätzchen halten möchte, dann geht man in die Kneipe und nicht zum Arzt.

Expertenantwort
von aida99, Community-Experte für Gesundheit, 13

Es gibt sogar eine Menge Facharzt-Richtungen, bei denen Du gar keinen Patientenkontakt hast! Zum Beispiel als Chirurgischer Pathologe untersuchst Du Gewebeproben von Tumoren, oft noch während der OP, damit entschieden werden kann, wie viel Gewebe raus muss etc.

Oder als Epidemiologe arbeitet man im Gesundheitsamt etc, aber nicht mit Patienten. Oder in der Pharmakologie arbeitet man wahrscheinlich mehr mit Mäusen als mit Menschen...

Ich denke aber, Du könntest Dir auch als Haus- oder Facharzt ein 'professionelles Verhalten' angewöhnen, bei dem kein Mensch merkt, dass Du eigentlich kontaktscheu bist/warst. Ich zum Beispiel bin nicht gerade das Herz jeder Party, aber durch einen Job, bei dem ich immer jeden grüßen musste, bin ich zu einem 'Gruß-August' geworden: Ich grüße in unserem Ort wirklich fast jeden, den/die ich irgendwo mal gesehen habe (also fast alle).

Ich wollte nur sagen: Auch aus einem kontaktscheuen Menschen kann jemand werden, der alle kennt, alle grüßt und mit allen reden kann. Ich glaube, wir unterschätzen oft, wie stark wir uns verändern können, wenn wir nur wollen - und üben!

Antwort
von don2016, 15

lieber yuppieyuppie...wenn ein junger Arzt...sagen wir mal dein Hausarzt schon von Anfang an nicht kontaktfreudig ist, hat er Probleme eine gut gehende Praxis aufzubauen...das ist Tatsache; die Patienten der Arzt-Praxen werden ja auch immer älter...was meinst du, wieviele Ältere ihren doc nach der Freundlichkeit, auch die der Sprechstundenhilfen beurteilen ???;

..in anderen Praxen - außer Hausarzt is das ähnlich, ja sogar im Krankenhaus - eine Portion Freundlichkeit gehlört enfach dazu; der junge Medizin-Student muß sich das (noch) nicht so zu Herzen nehmen, aber glaube mir, wer ernst als Medizin-Mann durchs Leben geht, wirds schwieriger haben; klaro die Fähigkeit des Artztes sollte an 1. Stelle stehen, aber das kann ja sowieso nicht jeder Patient klar feststellen;

...dennoch, die Empfehlung eine Artzes von verschiedenen Leuten/Patienten über die fachliche Kompetenz, ist für mich aber immer noch wichtiger als die Freundlichkeit (die auch für meine Begriffe dazu gehört)...ich meine nicht die Beurteilungen im Netz damit...da gehen die Meinungen zu sehr auseinander...; also : wenn du Arzt werden willst, du must kein Komiker sein, aber wenn du zum Lachen in den Keller mußt, wirds schwieriger..liebe Grüße aus Köln

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 13

Ein guter Arzt ehrlich gesagt nicht, da der Kontakt zu Patienten ein wesentlicher Teil der ärztlichen Tätigkeit ist.

Ein guter Mediziner sehr wohl, in den Bereichen, wo man keinen oder nicht viel Kontakt zu Patienten hat. Als Labormediziner oder Pathologe zum Beispiel.

Auch in vielen eher "technischen" Zweigen wie Radiologie oder Chirurgie ist der Kontakt zu Patienten eher begrenzt. Aber ganz ausweichen kann man ihm nicht.

Kommentar von Referendarwin ,

Doch, kann man.

Antwort
von SpaceDuck, 26

Ja, weil eine gewisse Distanz zwischen Arzt und Patient existiert.

Antwort
von Referendarwin, 37

Ja!

Sofskills sind völlig überschätzt bei Ärzten. Die wichtigsten 10 Dinge bei Ärzten sind Fachkenntnisse, danach kommt lange nix.

Ein Arzt muss was können, er muss nicht in 1. Linie freundlich sein, das ist nur Gelaber.

Zudem gibt es Fachärzte (spätere Spezialisierungen nach dem Studium), da hast du kaum Patientenkontakt.

Rechtsmedizin, Mikrobiologie...

Kein Studium bietet dir soviele Chancen und Möglichkeiten wie das Humanmedizinstudium in der heutigen Zeit. Lass dich nicht davon abbringen, einen Ersatz gibt es nicht.


Kommentar von yuppieyuppie ,

Ja, so sehe ich das auch! Immer dieses dumme Gelaber, von wegen ein Arzt müsse vor allem empathisch und super sozial und Menschenfreund sein ist so ein dummer Schwachsinn, um die zu beschwichtigen, die eigentlich zu dumm für das Medizinstudium sind. Ein Arzt soll fachlich kompetent sein und mit Patienten quatschen kann jeder mit einem Mund und zwei Ohren.

Kommentar von Referendarwin ,

Warum fragst du wenn du das schon selber weißt?

Kommentar von yuppieyuppie ,

Weil ich wissen will, wie das andere Menschen sehen.

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