Frage von orojuba, 63

Demokratie vebessern?

Hier mal ein Gedankenexperiment. Bei einer Demokratie soll ja das Volk über die politischen Entscheidungen abstimmen. Da es aber viel zu aufwändig wäre alle Staatsbürger zu jeder politischen Entscheidung abstimmen zu lassen hat man sich dazu entschieden Vetreter zu wählen. In 30 jahren wird aber auch die ältere generation gut mit techologie umgehn können. Da könnte man sich doch für eine "Technokratie" umentscheiden wo mit hilfe einer staatlichen app jeder zu jedem thema eine anonyme stimme abgeben kann und die mehrheit würde die entscheidung treffen. Da hätte doch das Volk wieder die Kontrolle und politiker dürften dann nich mehr Entscheidungen treffen sondern nur das Entschiedene umsetzen. Was würdet ihr davon halten? Vor und nachteile? Würde das überhaupt noch gehen oder haben politiker schon zu viel macht? Viel spass beim beantworten. Ich freue mich auf eure meinung.

Antwort
von Interesierter, 33

Demokratie ist so eine Sache, wenn sie nicht aus einem Guss ist. Stell dir einfach mal vor, folgende Dinge stünden jeweils für sich zur Abstimmung. Wie würden die Entscheidungen ausgehen?

1. Steuern erhöhen, lassen oder senken?

2. Renteneintrittsalter erhöhen, lassen oder senken?

3. Sozialversicherungsbeiträge erhöhen, lassen oder senken?

4. Investitionen in Bildungs erhöhen, lassen oder senken?

5. Renten erhöhen, lassen oder senken?

6. Investitionen in Straßenbau erhöhen, lassen oder senken?

7. Arbeitslosengeld I und II erhöhen, lassen oder senken?

Für Steuer- und Abgabensenkungen würden sich genauso Mehrheiten finden lassen, wie für frühen Renteneintritt oder höhere Renten- bzw. ALG-Bezüge. 

Nur, wenn der Staat weniger einnimmt und mehr ausgibt, geht die Rechnung nicht mehr auf. Wer meint, man müsse nur alle Punkte vom Volk entscheiden lassen, dann sei alles gut, der springt sicherlich zu kurz. Die Maßnahmen müssen miteinander abgestimmt werden. Hier würde ein Sammelsurium von Volksentscheiden sicherlich an seine Grenzen stoßen. 

Kommentar von orojuba ,

Ich denke auch nicht das due menschheit reif genug für sowas wäre. Aber wäre ein gutes experiment an der uni. Mit einem erfundenen staat halt.

Antwort
von Saragoza, 12

Deine Ansätze sind generell gut, aber  uralt und bis heute kaum umgesetzt,
(so was Ähnliches hat man auch  schon in den 70er Jahren gefordert, .)  eventuell wurde mal etwas davon bei den "Piraten" fair-sucht,

Aber: daneben gilt immer noch, das "wir" in einer:


"Autoritären Formaldemokratie mit plebiszitärer Billigung" k-leben,


und es eigentlich keine "echte "Mitsprach gibt, solltest vllt,.< mal daran denken und dafür arbeiten, anstatt zu glauben , was manche Staatsmedien und andere Politik-Darsteller (also: Polit Tikker)  erzählen, wenn sie von "Demokratie" schwafeln, Oder?


Antwort
von Monsternuke, 28

Wir haben eine repräsentative Demokratie und keine Volksdemokratie, das ist ein Unterschied und auch gut so. Ich möchte nicht, dass irgendwelche Idioten in Deutschland über so wichtige Entscheidungen wie "Flüchtlingskrise", "Euro", "Griechenland" oder "Syrien" entscheiden dürfen. Man sollte solche Entscheidungen denen überlassen die es auch können, schließlich ist eine Putzfrau auch keine Mathematiklehrerin an einer Uni und das ist auch gut so.

Kommentar von orojuba ,

Genau meine meinung. Ich frage mich nur ob eine merheit nicht villeicht doch dafür wäre.

Kommentar von Welling ,

Eine Volksdemokratie geht auch nicht. Deinem Beitrag entnehme ich, dass die "Nichtidioten" es schon richten werden bzw. gerichtet haben. Die "vielen Idioten" sind einfach da. Oder könnte das an auch an unserem Bildungssystem liegen,  das die Nichtidioten seit -zig Jahren verantworten. Und in einen Freudentaumel wird der alte Handwerker ausbrechen, der mit Ansparen und Lebensversicherung für sein Alter "vorgesorgt" hat und jetzt 0 Zinsen bekommt und dessen Lebensversicherung längst nicht das erbringt, was ihm bei Abschluss zugesagt war. Die Augen reiben wird sich mancher gesetzlich Krankenversicherte, der verdammt lange auf einen Termin warten muss, der aber schon weiß, dass es bei Privatversicherten nur eine Frage von Tagen ist. Und wenn sie dann im Sprechzimmer sind, gehen die Damen und Herren mit Schlips und Kragen vor. (nicht bei allen Ärzten, das ist wohl wahr). Gnade uns der Allmächtige, wenn sich eines Tages "alle Schuld auf Erden rächen" sollte.

Antwort
von Grammatikus, 9

Zum Entscheiden gehört auch, die Verantwortung für einen Entscheid zu tragen. Die traue ich nicht den Stimmbürgern zu, sondern nur den Parlamentariern und nur bei diesen ist sie nur kontrollierbar und sanktionierbar (durch Nichtwiederwahl).

Antwort
von FrageSchlumpf, 23

Technisch wie Du sagst, kein Problem zukünftig. Die Frage ist aber, ob es zu mehr Zufriedenheit führt. In dem Moment, wo ich eine "schwarz/weiß" Frage stelle, die sehr stark spaltet aber dennoch fast gleichmäßig verteilt ist, habe ich auch in dieser Demokratieform viele Unzufriedene, da ja dort dann immer wieder 49 % genau das Gegenteil von dem bekommen, was sie wollen. ( Außer man definiert "Mehrheit" anders, aber dann wird nichts mehr entschieden ).

Zweites Problem ist die Entscheidung selbst. Wer soll die Vorauswahl treffen, was zugelassen wird ? Wenn alles möglich ist, dauert es in Deutschland genau 24h bis die 1. Abstimmung zur Steuersenkung da ist, die immer!!! angenommen würde. Aber um die Gegenfinanzierung kümmert sich niemand. Also braucht es Kontrolleure, die dadurch natürlich viel Macht haben. Dann bräuchte man wohl noch Kontrolleuere für die Kontrolleure und ggf. noch zur Sicherheit Kontrolleure für die Kontrolleurskontrolleure ..... :-)

Drittes Problem könnte m.M nach sein, dass die Verantwortung abnimmt. Wenn heute eine Partei für einen Mist stimmt, wird sie zumindest kurzfristig u.U. mit Stimmeneinbusen belegt. Dem Einzelnen dürfte das egal sein, er stimmt ja anonym ab und kann theoretisch völlig widersinnig abstimmen, ihm kann niemand "an den Karren fahren". ( Man könnte also heute für 100 % Atomkraft stimmen , und morgen dafür, dass genau die, die dagegen gestimmt haben, sämtliche Kosten der Entsorgung des Atommülls tragen ).

Antwort
von Antifascist, 18

Besser wär es, die Demokratie komplett abzuschaffen. ;) Auch wenn wir in Deutschland sowieso keine haben momentan.

Kommentar von Welling ,

Nein, das wäre nicht die Lösung. Aber der eiserne Besen müsste kehren, damit sie reformiert würde.

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