Frage von AnonymNF, 49

Demenz Kranker - Überforderte angehörige?

Hallo :-) Ich bin 17 Jahre, und ich habe ein riesen problem, und zwar mein Opa leidet an Demenz. Schwere sache, aber es wird immer schlimmer.. Er kann kaum noch sprechen (Kriegt ein bisschen etwas raus, aber mehr nicht) gehen ist sehr sehr schwierig, weil er wirklich lange braucht. Er guckt die ganze zeit auf den Boden, also anwesend ist er nicht mehr. Er trägt jetzt eine Windel, weil anders geht es nicht mehr :( Er hat auch ein Bett vom Krankenhaus bekommen. Nur es hilft einfach nichts! Jetzt ist Asthma & etwas bei der Schilddrüse diagnostiziert geworden.

Aber zum problem: Meine Oma, und meine Mama pflegen ihn und sie sind so überfordert .. Er ist schwerhörig und deswegen muss man lauter reden, aber sie schreien ihn wirklich nur noch an, wenn er etwas falsch macht. Zb: Frühstücken, er beißt in sein Finger und nicht in das Brot, und sie schreien ihn an, dass er sich nicht so Blöd stellen soll.. Sie verlieren die nerven und ich bin am verzweifeln .. Ich versuche ihnen zu erklären, dass er es nicht mit absicht macht sondern einfach es an der Krankheit liegt.. Nur der Arzt hat zu ihnen gesagt, dass er sehr faul ist & es eigentlich können sollte. Jetzt frage ich mich: Stellt er sich wirklich nur so an? oder liegt es an der Krankheit.. Ich will ihn helfen können, und deswegen frag ich hier nach hilfe :( Ich weiß nicht was ich tun soll.. ich kann ja nicht bei der Pflege widersprechen? Nur denke ich mir was wenn er stirbt? Dann bereue ich es, nichts gesagt zu haben. Er isst auch nicht & sobald meine Familie mit Doktor droht, kann er essen.. Sie sagen er macht vieles mit absicht.

Bitte denkt jetzt nicht schlecht von ihnen, aber sie sind einfach überfordert. Meine Mutter ist psychisch am ende, weil sie zusehen muss wie ihr Vater sich verändert. Aber gehen sie nicht zu weit? Bitte sagt mir ob ich es richtig mache, oder sie doch vielleicht recht haben, immerhin gibt ihnen der Arzt recht?? Altersheim kommt für sie nicht in frage, weil sie angst haben, dass er dort einsam stirbt..

Ich freue mich für eure antworten & ich hoffe echt das ich tipps bekomme :/

Antwort
von Kameamea, 19

Es wird letztendlich keine andere Alternative geben als ein Pflegeheim... Wir haben das letztes Jahr mit meinem Vati durch. Er hat zum Glück nicht gemerkt, dass er im Heim war. Nach einer Darmkrebs-OP haben wir ihm erzählt, dass er in der Reha ist. Die andere Möglichkeit wäre eine Ganztagsbetreuung, aber das ist glaube ich schwer zu organisieren. Es ist deinen Angehörigen hoch anzurechnen, dass sie ihn daheim pflegen wollen, aber sie werden dran kaputt gehen. Das wird nämlich nicht besser, sondern schlimmer. Meine Mutter wollte den Vater auch nicht ins Heim geben, hat aber eingesehen, dass es keine andere Möglichkeit mehr gab. Sie wäre sonst eher als der Vater in einem Heim gelandet. Wir haben geholfen, so gut es ging, aber da wir Kinder alle nicht im Hause wohnen, war sie oft mit ihm allein. Besonders die Nächte waren schlimm.

Antwort
von violatedsoul, 20

Keiner muss einsam im Heim sterben, wenn die Angehörigen regelmäßig vor Ort sind. Und das Pflegepersonal ist geschult genug, um zu merken, wann es dem Ende zugeht. Dann werden die Angehörigen auch entsprechend informiert.

Ihr solltet euch um eine gute Heimunterbringung bemühen. Viele Heime haben auch eine spezielle Demenzstation. Das ist keine Flucht vor der Verantwortung, sondern Hilfe für den Betroffenen und auch Selbsthilfe. Oder was nützt es deiner Mutter und Oma, wenn sie selbst auf dem Zahnfleisch kriechen? Es ist nicht jeder für häusliche Pflege gemacht.

Antwort
von Biberchen, 22

es gibt Schulungen für Angehörige von Demenzkranken! Ihr solltet euch unbedingt mit einem Pflegedienst in Verbindung setzten und eine Pflegestufe bei der Krankenkasse beantragen dann kann euch auch der Pflegedienst unterstützen! Demenzkranke brauchen eine individuelle Pflege.

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