Debatte: Gleichstellung homosexueller Paare, ja oder nein?

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8 Antworten

Ich denke man sollte gleichgeschlechtliche Paare absolut gleichstellen. Dies ist in der Praxis vielleicht etwas kompliziert, sollte aber mittelfristig möglich sein. Ich bin auch für ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Ob die Gesellschaft wirklich schon dafür bereit ist weiss ich nicht, in 10 Jahren wird sie es aber wahrscheinlich sein. Was juristische Dinge wie Erbschaften usw angeht denke ich sollte eine Gleichstellung auch stattfinden, selbstverständlich.

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Du beantwortest dir deine Frage ja zu einem Großteil bereits selbst :D

Dein Fragetitel deutet eigentlich auf eine Umfrage hin...

In deiner Fragestellung, stellst du genau zwei Fragen. Eine davon kann ich dir gleich mal beantworten:

Oder geht es hierbei nicht auch um Toleranz?

Es geht eher um Akzeptanz. Toleranz bedeutet übertrieben gesagt "Du bist so, aber das nehme ich nur wiederstrebend hin". Das ist ja nicht das Ziel. Klar, man muss nicht von allen gemocht werden, aber nur mit Toleranz wird man solche Änderungen nicht erwirken können.

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Kommentar von dialecticus
04.02.2016, 13:19

Stimmt, meine eigene Stellungnahme habe ich bereits in einem Buch ausformuliert. Wollte mal schauen, was andere so darüber denken...

Glaubst Du, dass Akzeptanz ohne vorläufige Toleranz realistisch ist?

Wenn Du gleich auf Akzeptanz verweist, gehst Du doch automatisch davon aus, dass Homosexualität bereits toleriert wird. Bist Du da sicher?

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Heute gibt es leider immer noch welche die dem mit "nein" anworten würden. Dies liegt wohl auch daran welchem Glauben sie angehören. Streng Gläubige die ihr Leben nach der Bibel, Koran usw. widtmen sind der Meinung dass es ja von Gott nicht so vorher gesehen ist.

So viel ich noch weis kam mal auf Punkt 12 eine Aussage der FDP die gegen die Gleichstellung ist und sagte dass wenn homosexuelle Paare beispielsweise ein Kind adoptieren, dass Kind dann auch homosexuell wird.   

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Kommentar von dialecticus
04.02.2016, 13:32

...ist, so oberflächlich ich derzeit noch darüber bescheid weiß, bereits von einschlägigen Studien widerlegt worden. Zumindest existiert - meiner Auffassung nach - noch kein Gesellschaftsmodell, das aus solchen Polemiken ehrbare Aussagen machen könnte.

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Kommentar von Iceblue
04.02.2016, 14:03

Ich denke die FDP kennt sich da bestens aus und hat hier Erfahrung - Westerwelle... -

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Ja und Nein, gleiche Rechte sicherlich, Eheschließung Nein, da die Ehe dem Zweck der Fortpflanzung geschuldet ist. Auch das Recht Kinder zu adoptieren, halte ich für verkehrt, da es nicht normal ist, wenn ein Kind 2 Mamas oder 2 Papas hat. So was zu huldigen ist spätbürgerliche Dekadenz, eine Wucherblüte der Beliebigkeit angesiedelt im Neoliberalismus, ausgetragen in den entwickelsten kapitalistischen Staaten. Daraus dann ableitend, kann das Erbrecht auch nicht 1:1 auf homosexuelle Gemeinschaften ausgedehnt werden, denn Kinder sind ihnen vorzuenthalten. Das heißt nun aber nicht, dass der Partner oder die Partnerin im Sterbefall des Einen, Diese/r nichts erben sollte, keinen Anspruch hätte. Es bezieht sich nur auf jene Gesetzespassagen, wo es um leibliche Angehörige geht.

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Kommentar von whabifan
04.02.2016, 20:10

Woraus schliesst du dass die Ehe dem Zweck der Fortpflanzung geschuldet ist? Der Mensch hat sich Jahrtausende erfolgreich ohne Ehe fortgepflanzt. Ausserdem ist man in der Ehe in keinster Weise verpflichtet sich fortzupflanzen. In der Praxis können besonders bei gleichgeschlechtlichen weiblichen Paaren eine Fortpflanzung anhand von Samenspenden relativ einfach durchgeführt werden. Bei 2 Männern wäre dies schon schwieriger, da man eine Leihmutter benötigt. Bzgl. deiner Aussage mit der Adoption klingt dein Satz zwar durchaus eloquent, jedoch ist dies keine Argumentation. Es ist weiterhin nicht normal wenn ein Kind lediglich eine Mame oder alternativ einen Papa hat. Sollte hier, deiner Meinung nach, vielleicht der Gesetzgeber eintreten und alleinerziehenden Mütter oder Väter die Kinder wegnehmen. Ich respektiere deine Meinung, die ja auch durchaus von vielen Leuten vertreten wird, jedoch was ich mich immer frage, weshalb ist ein Mann oder eine Frau allein (sprich alleinerziehend) kompetenter zur Kindererziehung als 2 Männer oder 2 Frauen. Das leuchte mir persönlich einfach nicht ein, bin aber auch kein Experte auf dem Gebiet der Kindererziehung.

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Kommentar von dialecticus
05.02.2016, 13:05

Man merkt, dass Du Dir Gedanken gemacht hast. Nun hat ja schon whabifan einiges dazu gesagt. Gerne würde ich auch noch etwas kommentieren. Zuerst sprichst Du Dich für gleiche Rechte aus, machst dann aber gleich Ausnahmen. Eine Art "differenzierte Gleichberechtigung". "Die Ehe ist dem Zweck der Fortpflanzung geschuldet" ? Nun wissen wir ja, dass das so nicht im GG steht. D.h. eine allgemeingültige gar rechtsverbindliche Formulierung vom Zweck der Ehe gibt es nicht. Damit steht wohl überwiegend fest, dass wir Bürger unsere Motivationen, den Bund der Ehe einzugehen, selbst wählen (müssen :)); sie sind unabhängig. Die Zweckbindung ans Kinderkriegen also eine freie Entscheidung der Handelnden.

Zur Adoption: "Normal" ist erstmal ein rein statistischer Begriff, doch so, schätze ich, meinst Du es ja nicht. Da wir uns hier aber in einer Diskussion befinden (wollen), die eben das, was als "normal" gilt in Frage stellt, macht das Deine Äußerung zur Stellungnahme.  Sollte tatsächlich rauskommen, dass homosexuelle Erwachsene nicht Eltern sein sollten, weil sich das doch nicht als Fortschritt, sondern als "spätbürgerliche Dekadenz" entpuppt hat, dann wirst Du wohl recht bekommen, voayager.

Mit der Gleichstellung verbindest Du also "Verfall, Niedergang bzw. Verkommenheit"? (wikipedia) gestehst aber doch auch gleiche Rechte zu? Das finde ich ehrlich.

"Huldigen" tun wir hier gar nichts, sowas tun -normal- nur Okultisten.

Kultur soll hierbei heißen, dass wir keine Antworten von einem
übergeordnetem Wesen erwarten können oder dass wir alternativlos gezwungen sind, einem System aus der Vergangenheit hinterher rennen müssen. Sondern wir versuchen die Möglichkeiten aufzunehmen, unser Zusammenleben in die eigenen Hände zu nehmen und uns darüber friedlich zu verständigen. Wenn Du von "Beliebigkeit" sprichst, übersiehst Du entweder, dass die Debatte auf transparenter Grundlage mit dem deutschen Grundgesetz und den internationalen Menschenrechten geführt wird bzw. werden soll, oder Du hast eben (nur) Deine Meinung geäußert.

Es sollte eine freie Befassung sein. Wer einen einflussnehmenden Aspekt entdeckt hat, der keine bzw. nicht ausreichend Beachtung findet, ist eingeladen, mit dieser Meldung der Beliebigkeit, die Du ausgemacht hast und die ich für latent halte, entgegen zu treten.

Das ist ein Ideal, klar. Aber auch damit kann man umgehen. "Dein Vorwurf" des Neoliberalismus verstehe ich so, dass eben die Idee der respektvollen Sacharbeit auf offener Bühne in den letzten Jahren zu oft missbraucht wurde. Doch der dadurch u.a. verliehene Stellenwert der gnadenlosen Falknerei im Gewand einer unumsichtigen Naivität zum Wohle von Wirtschaft und Macht, ...ist alt, ist nicht übermächtig, kann überwunden werden. Dabei kann man entweder - wie bisher - die Protagonisten austauschen, oder Argumente wirken lassen, oder beides, oder hat sonst noch wer ne Idee ...?

Vielen Dank für Deine Stellungnahme.

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Hallo,

ich bin für die Gleichstellung sämtlicher zwischenmenschlicher Beziehungen mit 2 Personen.

Die Gründe:

1. Art. 2 des GG (Recht auf Persönlichkeitsentfaltung),

2. Sexualität ist Privatsache

3. In vielen Ländern wurde die Gleichstellung schon vollzogen und es gibt keinerlei Nachteile für die Gesellschaft.

4. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Homosexualität ganz normal ist und sogar bei Tieren vorkommt.

MfG

Steven Armstong

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Kommentar von dialecticus
05.02.2016, 14:19

Hallo Steven,

die Gleichstellung juristisch anzugehen, ist eine spannende Befassung. Aber ohne Juristen geht das wohl nicht gut. Kurz: Es gibt keinen Paragraphen, der zur Gleichstellung führt. Lies doch den Art.2 GG mal weiter. Denn faktisch stören homosexuelle Partnerschaften mit ihren Ambitionen die verfassungsmäßige Ordnung. An dieser Stelle, wo sich das - für manche - ungeheurlich und faschistoid anhört, die Ruhe zu bewahren, fällt nich immer leicht. Aber ein Paragraph bleibt ein Paragraph und streichelt uns (leider) nicht über unsere Seelen.

Art.3 GG Abs.3 erscheint mir diesbezüglich aufschlussreicher:

Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, religiöse oder politische Anschauungen ...sind geschützt. NICHT aber die Sexualität!

Sexualität magst Du vielleicht als Privatsache begreifen und das reicht Dir, um Stellung zu beziehen. Problem aber: Beim Stichwort "Familie" hört der Spaß offiziell auf. Die Gegner der Gleichstellung befürchten dahingehend eine Verschlechterung womöglich "der staatlichen Ordnung" (Art.6 GG Abs.1). Die unweigerliche Konsequenz: Wenn wir Erwachsene unser aller Zusammenleben mal nicht harmonisch meistern können, dann tragen wir unsere Scheindebatten wenigstens auf dem Rücken imaginärer Kinder aus.

Die (seriöse) Wissenschaft wertet nicht, sie beschreibt. Die Interpretation von Zahlen geht i.d.R. bereits mit Ideologie einher. Kurz: Auch die Wissenschaft wird uns keine Antwort auf die Frage liefern, kann uns aber bestmöglich dienen, um Transparenz herzustellen und Argumente zu formen. Wenn Du entsprechend Studien zur Bildung Deiner Meinung heranziehst, so bist Du angehalten, das mit Deinem Bisherigen kritisch abzugleichen. Manchmal integriert man dann neue Informationen, manchmal nicht. Die Gründe sind dann vermutlich wieder subjektiv.

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Naturgegeben und auch sinnvoll sind gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht, wenn das alle machen stirbt die Menschheit aus. Ich denke da sind sich alle einig. Akzeptieren kann man Menschen mit der Neigung zum eigenen Geschlecht sicher, warum nicht? Es gibt beste Freundschaften zwischen Männern oder Frauen, die jahrelang halten. Reduziert man aber auf geschlechtliches Verhalten, erscheinen solche Beziehungen sinnlos, da ja nichts dabei herauskommen kann, außer Lustbefriedigung. Gleichstellung deshalb klar nein, im steuerlichen Sinne. Ein Staat funktioniert nur wenn Nachkommen geschaffen werden, die zum Beispiel die Rentenkasse füllen für die nächsten Generationen. Gleichstellung beim Erbrecht ...es gibt keine Erben. Gleichstellung bei der Versorgung des Partners, klar ja. Also dieser Punkt muss differenziert betrachtet werden.

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Kommentar von dialecticus
04.02.2016, 14:04

"sinnvoll" ergibt sich zunächst aus der subjektiven Betrachtung.

"Ein Staat funktioniert nur wenn Nachkommen geschaffen werden"?  Und das unter Berücksichtigung der Grenzenlosigkeit? Steht das irgendwo verbrieft im Staatsrecht? Ich denke, ich verstehe, auf was Du hinaus willst, aber das scheint mir die Errungenschaft der Adoption völlig außer Acht zu lassen. Heteropaare hätten dann auch nur noch existenzielle Berechtigung, wenn sie ein Kind in die Welt setzen würden. Kinderzwang? Mh, ein Staat begründet sich auf Fortpflanzung, aber nicht ausschlaggebend auf Kultur? Das ist Deine Meinung, ok, aber die Biologie scheint mir nicht mehr die Macht über unsere Gesellschaft zu haben, wie früher das Erbrecht, die Renten oder Abkömmlinge ein entsprechendes Denken hervorgebracht hat.

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Kommentar von dialecticus
04.02.2016, 14:08

ich habs zu langsam bearbeitet, sorry

"sinnvoll" ergibt sich zunächst aus der subjektiven Betrachtung.

"Ein
Staat funktioniert nur wenn Nachkommen geschaffen werden"?  Und das
unter Berücksichtigung der Grenzenlosigkeit? Steht das irgendwo
verbrieft im Staatsrecht? Ich denke, ich verstehe, auf was Du hinaus
willst, aber das scheint mir die Errungenschaft der Adoption völlig
außer Acht zu lassen. Oder glaubst Du, dass bei Gleichstellung der
Homosexuellen die Heterosexuellen ihr Bettgeflüster sein lassen?
Heteropaare hätten danach nämlich auch nur noch existenzielle
Berechtigung, wenn sie ein Kind in die Welt setzen würden. Kinderzwang?
Mh, ein Staat begründet sich auf Fortpflanzung, aber nicht
ausschlaggebend auf Kultur? Das ist vielleicht Deine Meinung, ok, aber
die Biologie scheint mir nicht mehr die Macht über unsere Gesellschaft
zu haben, wie es früher womöglich das Erbrecht, die Renten oder
Abkömmlinge ein entsprechendes Denken hervorgebracht hat.

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Kommentar von Minilexikon
04.02.2016, 14:17

Naturgegeben und auch sinnvoll sind gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht

Ich hoffe, dir ist bewusst, dass Homosexualität im Tierreich weit verbreitet ist. Sinnvoll ist es zum Beispiel dann, wenn ein homosexuelles Anführerpaar die Herde besser beschützen kann (aber das ist zum Teil wieder genauso antiquiertes Rollendenken).

wenn das alle machen stirbt die Menschheit aus

Wie sollten denn bitte alle das machen? Homosexualität ist keine Entscheidung; man kann nicht schwul werden, man wird so geboren. Und das sind nicht alle und werden nie alle sein. Manche Wissenschaftler sprechen davon, dass etwa 4% der Bevölkerung schwul sind.

Also sind doch die anderen 96% deiner Definition nach für die Nachkommen verantwortlich. Der Trend geht aber generell dahin, kein Kind zu bekommen.

Ein Staat funktioniert nur wenn Nachkommen geschaffen werden

Ob man Schwule toleriert oder nicht: Dadurch führen sie nicht gleich alle heterosexuelle Beziehungen, aus denen Kinder hervorgehen. Ein Verbot ändert nichts an der sexuellen Orientierung.

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Hallo,

weshalb muss man begründen, ob Personen mit homosexuellen Neigungen gleichgestellt werden sollen? Würde es genau anders herum angehen: Weshalb sollten sie nicht gleichgestellt werden?
Zur zweiten Frage fällt mir kein entscheidendes, objektiv relevantes Argument ein.

Grüße

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Kommentar von dialecticus
04.02.2016, 13:15

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Man muss das nicht. Aber wenn man nicht begründen kann (oder will), für was man eben Stellung bezogen hat, so handelt Willkür, so sucht man den Streit und nicht die Diskussion. Milder ausgedrückt: Man sucht Gleichgesinnte, Mehrheiten bei einer Abstimmung ...dann aber ohne dass verwertbare Aussagen oder Antworten auf dem Tisch liegen.  Pros wie Kontras können (und sollten!) das leisten. Die Frage ja oder nein bleibt neutral, und soll Gegner wie Befürworter zum Einstieg bewegen.

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Natürlich sollten homosexuelle Paare heterosexuellen gleichgestellt sein.

Wenn es aber um eine kirchliche Heirat geht, hat die Kirche das letzte Wort. Wenn du einen Verein gründen würdest, könntest du auch sagen, dass jemand nicht rein kommt, weil er Linkshänder ist, bzw. dich kann niemand zwingen, einen Linkshänder aufzunehmen. Wenn du einen Motorradclub gründest, wirst du Cityrollerfahrer ablehnen.

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Kommentar von dialecticus
04.02.2016, 13:25

Stimmt, eine Institution bestimmt ihre eigenen Regeln. Also unterscheiden wir hier kirchliche Heirat von standesamtlicher Trauung? Was hat das mit dem Adoptionsrecht zu tun? Und heisst das jetzt, dass die Kirche das Menschsein vernachlässigt, wenn sie Heterosexuelle bevorteilt?

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