Frage von ndrei, 130

Debatte - Soll der Schwangerschaftsabbruch (bis zur 12. Woche) verboten werden?

Ich muss morgen in der Schule eine Debatte halten, ich bin auf der Kontra-Seite der Frage: Soll Schwangerschaftsabbruch verboten werden? Ich habe mir eine Eröffnungsrede vorbereitet und nun gehen mir so ein bisschen die Argumente aus. Habt ihr stichhaltige Argumente (wenn möglich mit Links, Belegen, Tatsachen) Danke schonmal!

Antwort
von Kajjo, 80

GESELLSCHAFTLICHE KONTROVERSE

  • Meines Erachtens ist ein Kernpunkt der gesellschaftlichen und gesetzlichen Kontroverse zum Schwangerschaftsabbruch die Frage, inwiefern für alle dieselbe Moral zu gelten hat und inwiefern man Bürgern eine bestimmte Moral vorschreiben darf. Als Vertreter der pro-choice-Fraktion setze ich dabei auf Toleranz und Pluralität.
  • Wenn jemand sagt, er könne aus moralischen Gründen nicht abtreiben und er hielte Abbrüche für verwerflich und falsch, so ist das seine freie Wahl und gewiss muss er das Recht haben, nicht an Schwangerschaftsabbrüchen beteiligt zu sein. Ich würde niemals versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, sondern seine Entscheidung und seine Moral tolerieren. Wenn jemand umgekehrt sagt, er könne Schwangerschaftsabbrüche mit seinem Gewissen vereinbaren, so ist auch das seine freie Wahl und gewiss sollte er das Recht haben, Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu lassen. Ich würde auch hier niemals versuchen, seine moralische Einschätzung bezüglich Abtreibung zu verurteilen, sondern seine Moral tolerieren.
  • Die Kontroverse hier bei GuteFrage.net, aber auch generell in der Gesellschaft, entsteht vorallem dadurch, dass Abtreibungsgegner partout wollen, dass ihre Ablehnung der Maßstab für alle wird. Umgekehrt fordert aber kein pro-choice-Befürworter, dass jemand abtreibt, der dies nicht will, ja nicht einmal, dass der andere Abtreibung für legitim hält. Die pro-choice-Fraktion möchte nur für sich selbst das Recht haben, nach der eigenen Moral zu entscheiden, andere sollen davon gar nicht betroffen sein. Gerade wenn moralische Ansichten, wie die kategorische Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen, vorrangig auf religiösen Überzeugungen basieren, ist es für mich persönlich nicht akzeptabel, dass Bürger, die eben nicht jene religiöse Überzeugung teilen, ihr Handeln ebenfalls nach den moralischen Maßstäben der religiös motivierten Gegener der Abtreibung richten müssen. Soll doch bitte jeder nach seiner Facon selig werden, aber nicht nach verordneter Moral und Religion.
  • Ich bin fest überzeugt, dass diese Frage des moralischen Maßstabs im Zentrum der Kontroverse liegt. Persönlich bin ich daher der Meinung, dass man bei Fragen nach Schwangerschaftsabbrüchen einerseits stets mit nüchternen Fakten antworten sollte und andererseits betonen sollte, dass die moralische Komponente eine rein persönliche Meinung ist.

FAKTEN

  • Bis zur 12. Woche hat ein Embryo mit Sicherheit KEIN Bewusstsein, keinerlei Gefühle wie Angst und kein Schmerzempfinden. Anhaltspunkte nach Entwicklung: erste Motorik (16. SSW), Schmerzreizweiterleitung (ab 24-28, SSW), Bewusstsein (nicht vor 30. SSW) und Schmerzempfinden (35.-37. SSW): http://www.svss-uspda.ch/de/facts/embryo.htm
  • Ob eine Frau einen Abbruch bereut oder nicht, hängt ganz entscheidend davon ab, wie sie selbst zum Thema steht und welche Moralvorstellungen sie selbst hat. In Ländern mit einer libertären Einstellung haben so gut wie keine Frauen nachträglich Probleme, sondern Erleichterung und Normalität kehren schnell wieder ein. In Ländern, in denen die Moralapostel ach-so-viel Schuld einreden, haben die Frauen entsprechend öfter psychische Probleme. Interessanterweise stellt kaum jemand die Frage, ob viele Mütter, die eine ungewollte Schwangerschaft ausgetragen haben, dies bereuen oder dadurch Probleme haben. Dies dürfte sehr oft der Fall sein, weil viele sich ihr ganzes Leben verpfuscht haben und viele Lebensziele nun nie mehr erreichen werden. Darüber wird selten berichtet und dieser Aspekt viel zu wenig diskutiert.
Antwort
von annemarie37, 89

Sicher NICHT!!! Es gibt dafür keine Argumente ausser Totalfundamentalismus.

Zurück ins Mittelalter? Zurück zu den Küchentischen und Seifenlaugen oder Stricknadeln???? So ein Blödsinn.

Frauen haben ein Recht auf Selbstbestimmung, auf ihren Körper, auf ihr Leben!

Kommentar von loewenherz2 ,

"Frauen haben ein Recht auf Selbstbestimmung, auf ihren Körper, auf ihr Leben"

sicherlich !

das Ungeborene nicht ?

denke es ist doch etwas schwieriger Rechtsgüter gegeneinander aufzurechnen, als mit so platten Äußerungen

Kommentar von annemarie37 ,

Meine obige Antwort war zugegebenermassen etwas kurz. Ich versuch's etwas ausführlicher:

Befruchtete Eizellen, Embryonen, Föten sind zwar menschliches Leben, dem mit zunehmender Entwicklung zunehmender Respekt zukommt. Aber sie sind keine Menschen/Personen/Subjekte und haben daher keine Rechte. Sie sind nicht unabhängige Wesen, sondern mit dem Körper der Frau in einer parasitären Verbindung verwoben.

Frauen sind kein "Rechtsgut", sie sind Menschen mit Persönlichkeitsrechten. Das Recht auf selbstbestimmte Fortpflanzung gehört zum sogenannten Kerngehalt der Grundrechte.

Abtreibung verbieten heisst Gebärzwang, heisst Leibeigenschaft und Zwangsarbeit (englisch: forced labour; labour heisst auch Geburtswehen), heisst Versklavung von Frauen. Jede Frau hat das grundlegende Menschenrecht, frei zu entscheiden, ob und wann und unter welchen Bedingungen sie bereit ist, die grosse Verantwortung der Mutterschaft zu übernehmen. Jedes Kind hat das Recht als erwünschtes Kind zur Welt zu kommen.

Kommentar von Annabeth12 ,

http://donumdomini.de/  hier sind fakten über die abtreibung, zeugnisse darüber.   Annemari37 stell dir vor deine mutter hätte dich nicht gewollt/ abgetrieben du hättest ein todeskampf erlebt

"Frauen haben ein Recht auf Selbstbestimmung, auf ihren Körper, auf ihr Leben, babys auch!"

Kommentar von annemarie37 ,

Hallo Annabeth

Sicher haben Babys ein Recht auf Leben - bloss sind eben Embryonen noch keine Babys. Menschenrechte beginnen ab Geburt.

Ich weiss zum Glück, dass ich ein absolut erwünschtes Kind war. Falls das nicht der Fall gewesen wäre und meine Mutter damals die Schwangerschaft abgebrochen hätte... na und? Dann hätte es mich eben nie gegeben. Der Embryo, der ich damals gewesen bin, hätte davon nicht das geringste mitbekommen.

Dein Link ist ja nun ... na ja, ich enthalte mich des Kommentars. Also "Fakten" sind in dem, was ich da gelesen habe, kaum enthalten.

Antwort
von HapsHaps, 88

Hier hat jemand Vor- und Nachteile aufgezählt, da kannst du ja die Vorteile herausfiltern : http://www.ciao.de/Alles_mit_A__Test_2834386 ;)

Kommentar von annemarie37 ,

Dieser "Bericht" zählt nicht wirklich "Vor- und Nachteile" auf, sondern ist bloss eine persönliche Meinungsäusserung der (offensichtlich sehr jungen) Autorin. Ausserdem enthält er krasse Fehlinformationen. Ein fachgerecht durchgeführter Schwangerschaftsabbruch ist eben gerade NICHT gefährlich, sondern äusserst risikoarm, insbesondere im Vergleich mit illegalen Abtreibungen, wie sie bei einem Verbot wieder vorkämen, aber auch verglichen mit einer Geburt.

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