Frage von BingBing13579, 222

DDR - Wie begrüßte man sich vor Beginn des Schulunterrichts (Pioniere/FDJ)?

Hallo! Ich habe das ganze Internet durchstöbert und kann dennoch nichts finden.. :/ Meine Frage ist, wie man sich vor Beginn des Schulunterrichts begrüßt hat. Also die FDJ'ler bestimmt mit "Freundschaft" oder die Pioniere mit "Seid bereit! Immer bereit!", jedoch gabe es nicht noch so etwas wie: "Frau Lehrerin, die Klasse 4b ist für den Unterricht bereit"?

Oder sagte man das auch bei Vorträgen oder bei der Anweseheitspflicht, bspw.: "Die Schüler Heinz K., Olaf W.,.... der Klasse 5a sind zum Vortrag angetreten und bereit."?

Bitte um Hilfe!

Vielen Dank!

Antwort
von beangato, 158

Also die FDJ'ler bestimmt mit "Freundschaft" oder die Pioniere mit "Seid bereit! Immer bereit!",

Ähm - nö. Es wurde einfach "Guten Morgen" gesagt.

Das

"Frau Lehrerin, die Klasse 4b ist für den Unterricht bereit"?

gabs allerdings.

Das

"Die Schüler Heinz K., Olaf W.,.... der Klasse 5a sind zum Vortrag angetreten und bereit."?

gabs nicht.

Kommentar von BingBing13579 ,

Vielen Dank für deine hilfreiche Antwort :)  Jedoch hieß es wortwörtlich so oder ging der Spruch anders? 

 "Frau Lehrerin, die Klasse 4b ist für den Unterricht bereit"

Kommentar von beangato ,

Könnte sein.

Das ist über 45 Jahre her, ich weiß es nicht mehr genau.

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte, 156

Zu Unterrichtsbeginn wurde dem Lehrer oder der Lehrerin gemeldet:

"Herr/Frau ...., Klasse 8b zum Unterricht bereit. Es fehlen ...."

Daraufhin wurde die Klasse begrüßt mit: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit." Die Klasse erwiderte: "Immer bereit!"

Bei den FDJlern hieß es "Freundschaft" ----> "Freundschaft"

Das war dann bei jedem Lehrer so, der an dem Tag neu in die Klasse kam. Dazu standen die Schüler neben ihren Plätzen und die Bereitschaft wurde erst gemeldet, wenn Ruhe eingekehrt war. Das konnte bei einigen Lehrern schon mal einige Zeit dauern, bei anderen ging das ruck zuck. :-))

Die Meldung wurde, soweit ich mich erinnere, immer von wechselnden Schülerinnen und Schülern  gemacht. Das hieß, glaube ich, Klassendienst.

Meine Erinnerungen sind 35 Jahre alt und es kann durchaus sein, dass das von Schule zu Schule leicht unterschiedlich gehandhabt wurde.

Kommentar von Lazarius ,

So kenne ich es auch. Aber ab der 5. Klasse gab es bei uns keine Meldung mehr. Der Lehrer begrüßte uns mit einem freundlichen guten Morgen und die Schüler grüßten auch so zurück.

Kommentar von BingBing13579 ,

So war das also. :-)    Vielen Dank für deinen Beitrag.

Kommentar von beangato ,

Ich kenne das nicht so. Bei uns hieß es nur: Guten Morgen (als FDJler).

Kommentar von PeVau ,

Du wirst lachen, nachdem ich so viele andere Erinnerungen gelesen habe, bin ich mir in der Tat nicht mehr sicher, wie lange und zu welchen Gelegenheiten die von mir beschriebene Form der Begrüßung durchgeführt wurde. Fakt ist, sie gab es.

Ein schönes Beispiel, wie Erinnerungen funktionieren, teils real, teils konstruiert und am Ende nicht mehr sicher verifizierbar.

Kommentar von beangato ,

Stimmt :)

Kommentar von Claud18 ,

Diese Begrüßung "Für Frieden...usw." kenne ich als Pioniergruß, und der wurde immer bei Fahnenappellen verwendet.

Im Unterricht hieß es bei uns dagegen "Glück auf!" (ich komme aus einer vom Bergbau geprägten Gegend). In den höheren Klassen sagten wir dann auch "Freundschaft!" - das hatten wir dann aber selbst mit der betreffenden Lehrerin vereinbart.

Antwort
von Kamihe, 117

Es wurde ein Klassensprecher gewählt und der hat dann diesen Spruch an den Lehrer oder Lehrerin losgelassen, das ging, soweit ich mich noch erinnern kann, bis Anfang der 70er und meist nur in den unteren Klassen. Im Sportuntericht wurde das auch in höheren Klassen zelebriert.

Kommentar von Claud18 ,

Da hieß es "Sport frei!" Und an eine Meldung kann ich mich da nicht erinnern. Nur daran, dass wir alle in einer Reihe strammstehen mussten.

Antwort
von Nomex64, 63

Das gab es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch. Nur man muss auch überlegen das dies über 40 Jahre auch geändert hat. Zu anfangs Zeiten war es sinnvoll. Das machte da schon Sinn.

Später hat es eine anderen Grund gehabt. Nun ob es heute noch Sinn macht ist eine andere Frage.

Antwort
von Claud18, 41

Die Meldung: "Frau/Herr ......., ich melde, die Klasse ........ist zum Unterricht bereit. Es fehlt......." wurde jeden Morgen bzw. bei jedem neuen Lehrer als Meldung durch den Tafeldienst (immer abwechselnd 2 Schüler, die sich dafür neben dem Lehrerpult aufstellten) durchgeführt. Allerdings erst, als alle ruhig neben ihrer Bank standen. Danach sagte der Lehrer: "Glück auf!" Wir antworteten mit "Glück auf!" und durften uns dann setzen.

In anderen Gegenden, die nicht wie meine Heimatstadt vom Bergbau geprägt waren, sagte man dann "Guten Morgen!", wie ich erfahren habe.

"Für Frieden und Sozialismus, seid bereit!" "Immer bereit!" war der Pioniergruß. Den sagte man vor Fahnenappellen bzw. Feierlichkeiten, z. B. zum Tag der Republik, aber nicht vor Beginn des Unterrichts. Bei uns zumindest nicht.


Antwort
von Ifosil, 85

Ich wurde knapp nach dem Fall der DDR eingeschult, habe aber noch die letzten Auswüchse des Sozialismus mitkommen.

Hier siehst es gleich in der ersten Minute:

Kommentar von BingBing13579 ,

Sehr interessant! Vielen Dank!

Antwort
von Woropa, 48

Ja,  das

mit diesem Melden kenne ich auch noch, aber nicht aus der Schule, sondern aus der Lehre. Da sagte man dann, Frau /Herr Soundso, die Klasse ist zum Unterricht bereit. Die Schüler A, B und C fehlen wegen Krankheit. Das mit dem Vortrag weiss ich nicht, ich glaube nicht, aber bei mir ist auch die Lehre schon über 30 Jahre her.

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