Frage von LetsPedro, 120

day trader: was muss ich beachten bei den finanzen?

Guten abend, mit dieser frage meine ich was muss ich bei den finanzen achten. zb stellt euch vor max mustermann hat kein job sondern macht von zuhause aus day traden mit aktien. was muss er machen damit wenn er das geld auf sein konto überweist am ende des monats alle rechnungen ganz normal bezahlt wie wenn er arbeiten gehen würde und wie er steuern bezahlt. also dem staat. denn normal geht das ja direkt vom lohn weg. was muss er machen damit er keine steuerhinterziehung oder sowas macht also keine probleme bekommt wenn er ZUM BEISPIEL 10.000 euro im monat verdient.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mrnobody7, 73

Die Frage ist nicht eindeutig.

Willst du wissen

a)wieviel Geld man dafür braucht? (Kapitalstock)

b) was man handwerklich tun muss? (fachliches Wissen)

c) welche Rendite brutto er ertraden muss?

d) was nötig ist, um 10k pro Monat zu verdienen? (laienhafte Frage)

e) welche Nebenkosten entstehen? Also was noch so auf einen zukommt, sofern man mal einen Gewinn erwirtschaftet hat.

Ich frage das, weil ich selbst mal ge-daytraded hab, und heute zufällig (aber ganz anders) meinen Lebensunterhalt mit selbstverantwortlicher Vermögensverwaltung erwirtschafte.

Also grundsätzlich gibts bei Gewinnen über ca. 8000€ im Jahr 25% Abgeltungssteuer.
Auf die Erträge müssen als "selbsttverantwortlicher" Daytrader außerdem noch ca. 15% Krankenkasse&Pflegevers. entrichtet werden bis zu einem Jahrseinkommen von ca 50.000 - sofern nicht privat versichert.

Altersvorsorge ist dann deine eigene Sache. Keine Zwangsenteignung via gesetzl. Rentenversicherung.

>>>> DAYTRADING hat überhaupt nichts mit Steuerhinterziehung zu tun!!! Der Zusammenhang ist schwachsinnig. Dein deutscher Broker zieht dir automatisch die Abgeltungssteuer ab!!! Dein ausländischer Broker meldet es wahrscheinlich an das deutsche FA.<<<<<

Du musst mehr Butter bei die Fische geben. Ich versteh deine Frage nicht.

Kommentar von LetsPedro ,

also das hat mir schon weiter geholfen danke.
aber ich meine damit wenn ich zum beispiel trade und 8000 verdiene in einem monat es auf mein konto uberweise wie die rechnungen für krankenversicherung usw abgezogen werden.

ob ich was anmelden muss das ich mich selbstständig mache 

und wenn ich das geld uberweise ob ich das ganz einfach uberweisen kann ohne auch nur was zu machen rechnungen machen oder sonst was ich weiss ich drücke mich schwierig aus aber ich weiss nicht wie ich das schreiben soll :D

Kommentar von Mrnobody7 ,

Na dann tun wir mal einfach so, als würdest pro Monat 8000 EUR verdienen.

1.) Grundsätzlich werden DIr in Deutschland 25% Abgeltungssteuer abgezogen. Bevor du also überhaupt zugriff darauf hast, landen eben nur 5890€ (Abgeltungsst. + Soli) auf deinem Konto.

2.) Es wird spätestens nach einem Jahr deine gesetzliche Krankenversicherung Interesse an deinen Einkünften zeigen. Bei 8k brutto pro Monat erreichst du die Bemessungsgrenze bei ca. 50k. pro Jahr. Diese werden zu ca. 15% versteuert = 7500€ pro Jahr. Diesen Betrag wirst du ggf. nachzahlen müssen, und darfst dir sicher sein, ihn auch im Vorhinein in Zukunft monatlich (625€) bezahlen zu dürfen.

Bleiben also gut 5000k pro Monat.

3.) Wenn du ernsthaft daytraden möchtest, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Kosten für Realtime-Daten-Feeds sowie Software auf dich hinzukommen. Brauchst du Bloomberg? Das wären etwa €1,5k pro Monat. Reichen andere Datenlieferanten (z.B. pro Realtime) kann man dass schon mit 150€ pro Monat sehr gut machen. Ich weiß ja nicht, was du handelst, was du brauchst?!? Dazu kommen Seminare, Geschäftsreisen ins deutschsprachige Frankfurt oder London.

4.) Traditionell ist die Einkommenssteuererklärung eher ein Payday... Allerdings nicht, wenn du 100k pro Jahr Erträge avisierst. Du könntest hier z.B. die Kosten für Software, Refinanzierung, Altersvorsorge, Transaktionskosten berücksichtigen. Aber bei 100k ist dein Grenzssteuersatz eh so hoch, dass eine ESt-Erklärung fast nicht lohnt.

5.) Wenn du deinen Broker im Ausland hast, wird nicht automatisch die Abgeltungssteuer abgezogen. Finanztheoretisch ein großer Vorteil, da du zwar die Steuer schuldig bist, sie aber erst mit der Erklärung der ESt entrichten musst. Quasi kannst du die Steuer legal um ca. 13 Monate stunden. Entsprechend kannst du Zinses-Zinsen auf die fällige Steuer erwirtschaften. Zu denken, du könntest dem deutschen Fiskus verarschen (also hinterziehen), könnte dir allerdings auch eine Vorstrafe einbrocken - meines Erachtens eine ganz dumme Idee.

Die essentielle Frage stellt sich: Welche Strategie hast du, um zu denken, du könntest 8k pro Monat erwirtschaften? Ich meine... wenn du 10 Mio. Kapital hast, dann ist das locker möglich (Es reicht ja ein zu 1% p.a. verzinstes Konto). Wenn du gut bist reichen vielleicht auch €1 Mio. (bei 10% p.a. Rendite können wir aber nicht mehr selbstverständlich über risikofrei & nachhaltig reden).

Es hört sich für mich bisher danach an, als würdest du (wodurch, und durch wen auch immer) angefixt worden zu sein. Das das mit der Realität nichts zu tun hat, kann ich dir auch aus guter Erfahrung an mehreren Schicksalen erzählen. Was weißt du denn bisher übers Daytrading? Wieviele Jahre Erfahrung bringst du mit? Wodurch? Wieviel Geld bringst du mit? Was ist deine Strategie? (selbst entwickelt, nicht abkopiert oder leichtfertig geglaubt?)

Ich habe grade übelst die Angst, irgendwelche Volldeppen haben dir das Paradies versprochen mit den 40 Jungfrauen. Tut mir leid wenn ich dir sagen muss, das Paradies kann ich dir ganz sicher nicht versprechen. Es ist selbst für die Profis Arbeit. Von nichts kommt auch nichts.

Kommentar von LetsPedro ,

ouh man ich seh schon das wird nichts.. ich möchte damit anfangen sprich ich habe weder erfahrung noch weiss ich ob das wirklich so geht. haben sie schonmal von Banc De Binary gehört? damit hatte ich vor anzufangen..

Kommentar von Mrnobody7 ,

Ich habs geahnt...Binäre Optionen total intransparent verpackt also. Wüsstest du was über Optionsbewertung/Modellierung von Simulationen, würdest du dir schon längst an den Kopf fassen.

Also ich meine das ganz ehrlich: Das ist nicht Daytrading. Das ist Glücksspiel. Und glaub mir, die Fairness ist in einem Casino bei Roulette deutlich höher.

Ich verstehe bis heute nicht, warum die Broker derart "verführerisch und irreführend" werben dürfen.

Na ja... für den Schwachsinn hast du zumindest keine Nebenkosten. Da ich nicht glaube, dich davon abbringen zu können, dennoch ein gut gemeinter Rat: Spiele erstmal nur mit einem kleinen Betrag, den du wirklich problemlos verbrennen kannst. Geh nicht gleich all-in.

Kommentar von LetsPedro ,

ich hatte vor kleine beträge zu machen.. aber im moment haben sie micht davon abehalten haha. ich danke ihnen wirklich dafür das sie sich die zeit nehmen und mir antworten und auch gute antworten bringen

Kommentar von Mrnobody7 ,

Nur ein kleines Beispiel zum Abschluss:

Ich kann mich da erinnern, dass sie dir versprechen, dass du 80% Gewinn machst, wenn der DAX bis in den nächsten 15min nicht unter den Wert von 10250 Punkten fällt. (Zahlen mal ausgedacht... denk dir, der DAX würde gerade bei 10300 stehen) Ansonsten bei Unterschreitung verlierst du 100%.

Stell dir einfach mal vor, sie bieten genau das gleiche jemanden an, aber der DAX soll in 15min unter 10250 Punkte fallen. Die haben dann einen perfekte Hedge (Arbitrage-Szenario, wo sie keinerlei Risiko haben), und machen garantiert 20% Gewinn ohne irgendwas zu riskieren.

Schon allein der Umstand, dass du häufig nur 80% (oder wieviel auch immer) gewinnen kannst, du aber gleichzeitig 100% verlieren kannst, lässt intuitiv die Frage aufkommen, ob das ein faires Spiel ist.

Wünsch Dir viel Glück. Aber dauerhaft damit Erfolg zu haben dürfte dich zu einer Ausnahmeerscheinung machen. (Alles nur Statistik - u know?)

Kommentar von LetsPedro ,

die nebenkosten würde ich allerdings auch gerne wissen haha

Kommentar von Mrnobody7 ,

Tu halt nicht so grenzdebil... wenn Du ThomsonReuters und Bloomberg brauchst, sind die Hälfte der Gewinne pro Monat schon mal weg.

Antwort
von Sonnenstern811, 49

Falls die Frage dich selbst betrifft, mach dir keine Gedanken. Wer absolut keine Ahnung von der Sache hat, wird niemals dauerhaft Gewinne auf diese Art machen.

Fachlich hat Mrnobody7 schon alles beschrieben. Um auf diesem Gebiet dauerhafte Erfolge zu erzielen, bedarf es enorm viel Zeitaufwand, Selbstbeherrschung ( Verluste rechtzeitig begrenzen) und Wissen. Ach ja, etwas Glück ist auch nicht verkehrt. Denn längst nicht jede Kursbewegung ist logisch nachvollziehbar.

Wenn du Pech hast, landest du anfangs mal einen Glückstreffer, der dich aber nur noch mehr auf den falschen Weg führt.

Rund 90% aller daytrader sollen übrigens nach spätestens einem Jahr pleite sein. Viel Glück.

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