Frage von mexelrinoh, 74

Bleibt der Dax langfristig im Minus?

Hallo, meint ihr der Dax bleibt langfristig so heftig im Minus aufgrund des China crashs?
Oder wird er sich in relativ kurzer Zeit wieder erholen ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BogazCorp, 42

Guten Morgen,

der Dax ist langfristig gesehen momentan im Plus, und wird wohl historisch auch immer auf einem "Plus" sitzen. 

Die Verluste in der ersten Dax-Woche im Jahre 2016 sind verbunden mit der Krise in China - die fängt erst gerade so richtig an. 

Wir gehen davon aus, dass der Dax weiterhin seine Verluste ausbauen wird - langfristig dürfte er steigen. Langfristig heißt für uns nicht ein Jahr, sondern Jahre bzw. Jahrzehnte. 

Viele Grüße aus Istanbul

BogazCorp. A.S // CFO

Antwort
von stolpe1, 48

Der DAX ist durch die niedrigen Zinsen noch immer Überbewertet. Ich denke, eine Bewertung von 8500-9000 ist derzeit OK. Wenns richtig böse wird kanns aber auch auf 5000 runter gehen.

Antwort
von Andreas Starke, 11

Der DAX ist ein Aktienindex, der sich berechnet aus dem gewichteten Mittel von Aktienkursen. Ein Aktienkurs wird ausgedrückt in einem positiven Geldbetrag, auch wenn die Gesellschaft überschuldet ist, d.h. es gibt bei Aktien keine Nachschusspflicht. Das ist ja das Schöne an Aktien, man kann alle Welt gewinnen, aber höchstens 100 Prozent verlieren.

Im Ernst: Der DAX selbst kann nicht "ins Minus fallen" und schon gar nicht da bleiben. "Plus" und "Minus" beziehen sich immer auf Kursdifferenzen. Deine Frage könnte also lauten (und so ist sie ja wahrscheinlich auch gemeint): "... der DAX bleibt gegenüber dem Stand am Jahresanfang langfristig so heftig im Minus aufgrund des China-Crashs?"

Das ist schon eine Annahme, nämlich die, ob die Kursverluste tatsächlich etwas mit der Wirtschaftslage in China zu tun haben. Was ja auch oft, m.E. völlig unsinnigerweise herangezogen wird, sind die niedrigen Energiepreise. Aber die sollten sich positiv auswirken. Sie drücken die Preise und machen den eigenen Energieverbrauch billiger. Was einem Sorge machen kann, ist die Lage der Brennstoff-produzierenden Länder (Saudi-Arabien, Golfstaaten, Venezuela, Kanada, auch USA, Iran, Russland usw.) Man sehe sich nur den Kurs des CND (Kanada-Dollars) gegen den USD an. Alle diese Länder müssen immer mehr Brennstoffe fördern, um ihre Einnahmen zu sichern und befördern damit den Preisverfall.

Kurz und gut: Es gibt viele Probleme, darunter sehr heftige, so dass die Unsicherheiten bleiben bzw. noch zunehmen werden. Irgendetwas wird in absehbarer Zeit passieren. Zur Zeit sind die Bewegungen ja noch milde, aber die Gleichgewichte sind prekär. Wenn die Lawine erst einmal ins Rutschen kommt, finden wir uns nach kurzer Zeit vielleicht in einer ganz anderen Welt wieder.

Aber alle Aktien verkaufen ist wahrscheinlich auch nicht klug, weil man (1) damit die schon eingetretenen Verluste "absichert" (jetzt sind sie nur auf dem Papier, dann aber sind sie sicher) und (2) weil ja auch nach der Lawine irgendetwas einen Wert haben wird. Es wird auch danach noch gewirtschaftet, und es werden Gewinne erzielt. Wohl dem, der dann auf der richtigen Seite steht. Ich jedenfalls halte an US-Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftskonzept ("Wide Moat" heißt das Konzept) fest und habe eine größere Position in einem Goldminenfonds.

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