Frage von LupoLucario, 122

Dauerhaft weniger Lohn als im Ausbildungsvertrag?

Hi,
ich bin in Ausbildung und bekomme eine feste, monatliche und im Ausbildungsvertrag festgehaltene Ausbildungsvergütung. Nun hat meine Krankenkasse die Beiträge erhöht und ich habe dauerhaft weniger Lohn. Bin zum Chef und der meinte es läge an den Beiträgen der Krankenkasse die ich von meinem Lohn jetzt mehr zahlen müsse. Ist das richtig so? Hab die Krankenkasse inzwischen gewechselt aber würde trotzdem gerne mal wissen, ob das korrekt ist. Dachte bislang immer, dass der Betrieb die Krankenkasse für den Azubi zahlt. Irre ich da? Klärt mich bitte auf ;)

Danke sehr und lg
Lupo

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, Community-Experte für Recht, 50

Dachte bislang immer, dass der Betrieb die Krankenkasse für den Azubi zahlt. Irre ich da?

Das kommt darauf an: Wenn du ausbildungsvertraglich mehr als 325 EUR/Monat vergütet bekommst, werden Beiträge zur Sozialversicherung und ggf. Lohnsteuer abgezogen :-O

Die Sozialversicherungsbeiträge setzen sich aus den Beiträgen zur
Krankenversicherung und Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung und
zur Arbeitslosenversicherung zusammen und die zahlen dein Ausbildungsbetrieb und du jeweils hälftig.

Und ab ca. 850 Euro Bruttoverdienst im Monat wirst du lohnsteuerpflichtig; unverheiratet und kinderlos in der höchsten Klasse, auch das wird monatlich von deinem "Lohn" abgezogen.

G imager761

Antwort
von conelke, 59

In der Regel teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge zur Krankenkasse. Ich meine das wäre auch bei Azubis so. Wenn die Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen, heißt das nicht, dass der Arbeitgeber die Löhne anpassen muss, damit Du Deinen gewohnten Lohn bekommst.

Ich denke auch nicht, dass Du jetzt ohne Weiteres die Kasse wechseln kannst. Normalerweise bekommt man im Vorfeld von der Krankenkasse Post in dem einen mitgeteilt wird, dass die Beiträge erhöht werden, dann kann man außerordentlich kündigen, aber zu diesem Zeitpunkt sind die Beträge ja schon abgebucht. Es ist aber auch die Frage, ob es Sinn macht zu wechseln, da jede Krankenkasse irgendwann die Beiträge erhöht. Nicht immer, aber meistens.

Kommentar von LupoLucario ,

Danke^^
Na man kann fristgemäß kündigen und das jeden Monat. Also kann man sich jeden Monat seine Kasse neu aussuchen. Ist halt nur ne frage ob man den Stress die ganze Zeit haben will. Die Buchen dann zwar den hohen Beitrag ab, aber das ist ja nur für die Kündigungszeit. Danach sollte man dringendst eine neue haben, die anschlussmäßig greift, da man ja sonst einen oder mehrere Tage nicht krankenversichert ist.

Kommentar von conelke ,

OK, dann war ich fehlinformiert. Danke für die Richtigstellung.

Antwort
von Y0DA1, 52

In deinem Arbeitsvertrag seht drin, was du Brutto bekommst. Wie hoch die Abzüge sind, ist teils deine Sache. D.h. manche Abzüge kannst du beeinflussen, andere nicht ;)

Die Krankenkasse ist deine Sache und nicht die von deinem Arbeitgeber. Das ist alles schon richtig so

Antwort
von MissesVicey, 53

Nein, du zahlst doch deine eigenen Versicherungsbeiträge. Und wenn diese erhöht werden, zahlst du eben mehr.

Antwort
von Kingblolero, 36

Das ist vollkommen ok- dein Gehalt/ Lohn ändert sich nicht...genauergesagt dein Bruttolohn ändert sich nicht. Lediglich die Abzüge durch erhöhte Krankenkassenbeiträger werden höher => weniger Nettolohn. Du kannst dem entgegen wirken in dem du die Krankenkasse wechselst. Es gibt auch Kassen die mit gleicher Leistung weniger Beitrag verlangen. Erkundige dich mal im Internet.

Antwort
von Lemo1991, 23

1. dein Bruttolohn hat sich nicht geändert
2. Die Kosten für die Sozialbeiträge teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr oder weniger gleich auf, festgelegt.
3. du kannst bei einer Beitragserhöhung die Kasse wechseln, das steht dir rechtlich zu.

4. ich hoffe du hast bald Sozialkunde und passt auf.

5. warte mal, wir haben Februar, du müsstet doch schon lange Sozialkunde mit diesem Thema gehabt haben?

Kommentar von LupoLucario ,

Du magst es nicht glauben aber genau das kam bisher nicht in Sozialkunde dran. Ist vielleicht von Berufsschule zu Berufschule anders. Bisher hatte ich nur 4 Wochen Schule. Da hatten wir die Kündigung und den Kündigungsschutz usw. Hab Sozialkunde auch nur 2 Stunden in der Woche. Also hatte ich insgesamt grad mal 8 Stunden.

Kommentar von imager761 ,

dein Bruttolohn hat sich nicht geändert

Nein, den hat sie nie bekommen: Azubis bekommen gar keinen Lohn, weil sie keiner Beschäftigung nachgehen, sondern eine Vergütrung, weil sie ausgebildet werden.

Die Kosten für die Sozialbeiträge teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Aber erst bei 326 EUR oder mehr Bruttoausbildungsvergütung/Monat.

du kannst bei einer Beitragserhöhung die Kasse wechseln, das steht dir rechtlich zu.

Das bringt bei Beitragsunterschieden von 1-1,5% der GKK garnichts. Sie sollte sich lieber mit dem Betrieb auf ein Monatsbrutto gleich Netto von 325 EUR verständigen, wenn sie derzeit durch Abzüge weniger bekäme.

Kommentar von Lemo1991 ,

Richtig, kann nur zu 100% zustimmen. ;)

Antwort
von tapri, 8

Jede Krankenkasse hat unterschiedliche Beiträge. Wenn du nun gewechselt hast, dann sind deine Beiträge wohl kleiner, aber bedenke, dass auch die Leistungen die die Krankenkasse bezahlt, wenn du zum Arzt musst, weniger sind. Da du bestimmt mehr als € 400.- Ausbildungsvergütung bekommst, bezahlt der Ausbildungsbetrieb 50% deiner Beiträge und du auch. Wenn deie KK erhöht hat, dann hat deine Chef recht mit seiner Abrechnung., Willst du es genau wissen, dann google doch einfach einen Lohnrechner. Da gibst du all deine Daten ein und er rechnet dir genau aus, was netto raus kommen muss

Antwort
von Mignon2, 30

Dein Chef hat Recht. Die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge wird von deinem Lohn abgezogen. Ein Wechsel der Krankenkasse lohnt sich in den wenigsten Fällen. Bei billigeren Krankenkassenbeiträgen sind die Leistungen meistens auch anders. Also: Nicht nur das Geld sehen, sondern auch die Leistungen vergleichen.

Antwort
von ellaluise, 28

Seit Anfang des Jahres haben verschiedene Krankenkassen einen erhöhten Zusatzbeitrag gefordert. Das ist gesetzlich möglich und der Arbeitnehmer (auch der Azubi) zahlt diesen Beitrag. Er ist nicht für alle KK gleich.
Man hat die Möglichkeit die KK zu wechseln.

Antwort
von skyberlin, 24

die beiträge sind gesplittet, zwischen azubi und arbeitgeber

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