Frage von pogoo, 92

Verstößt der Vermieter gegen den Datenschutz?

Hallo zusammen :)
Folgendes Problem. Mein ehemaliger Vermieter hat mittlerweile die Nebenkosten Abrechnung für 2014 fertig. Er hat mich zuhause nicht angetroffen und ist kurzerhand bei mir auf der Arbeit aufgetaucht und hat sie an der Pforte abgegeben. Er hat sie aber nicht in einen Umschlag verpackt sondern die offene Rechnung, so das jeder sieht wie viel ich ihm schulde, sehen kann und hat den Empfang durch eine Unterschrift der Pförtnerin, auf der erste Seite, bestätigen lassen.

Verstößt das nicht gegen das Gesetz? Das sind doch persönliche Daten.

Falls ja, wie kann ich dagegen vorgehen?

Danke :)

Antwort
von Genesis82, 38

Das war vom Vermieter nicht ok und hätte so nicht gemacht werden sollen. Aber du solltest daraus jetzt auch keinen riesen Aufriss machen. Du könntest ihn bitten, das in Zukunft zu unterlassen, jeder weitere Schritt wie Anzeige oder Schadenersatzklage wird zum Boomerang. Was hast du davon? Dir ist kein wirklicher Schaden entstanden. Und da es sich um keine streng schützenswerte Daten handelte, würde ich es auf sich beruhen lassen. Dein Arbeitgeber weiß, dass du irgendwo wohnen musst, dort Nebenkosten entstehen und man diese zu bezahlen hat. Du hast ja keine Zahlungsrückstände oder eine Mahnung oder ähnliches bekommen.

Glaub mir: Wenn du dem Vermieter jetzt z.B. per Anwalt in seine Schranken verweisen willst, dann wird er sich viel mehr als du jetzt auf den Schlips getreten fühlen und das zukünftige Mietverhältnis wäre für dich eine Qual. Er hat das bestimmt nicht mit böser Absicht getan und sich überhaupt nichts dabei gedacht.

Antwort
von konstanze85, 56

Naja datenschutz ist das streng genommen nicht, denn da geht es nur um personenbezogene daten und die hat dein arbeitgeber ja auch. Frage mich nur warum er sie nicht in deinen briefkasten geworfen hat? Sowas muss er doch nicht persönlich übergeben. Einschreiben hätte ss auch getan

Kommentar von pogoo ,

Aber mein Arbeitgeber geht es doch nichts an was ich ihm schulde. Da stand drauf "Die höher der Nebenkosten betragen xxx,xx€"

Einschreiben hat er auch geschickt. Er wollt sich eben doppelt Absichern da es ja am 1.1.2016 verfallen wär.

Kommentar von konstanze85 ,

Ok das ist dann schon eine verletzung des datenschutzes, darauf musst du ihn hinweisen. Geht nicht sowas! Dachte es geht hier nur um name, adresse usw. Also das deckblatt.

Kommentar von bwhoch2 ,

Nein es geht nicht um den Datenschutz. Dabei geht es nur um elektronisch gespeicherte und auf elektronischem Weg weiter gegebene personenbezogene Daten.

Aber es ist eine Verletzung des Vertrauensverhältnis zwischen zwei Vertragspartnern.

Andererseits: Der AG wundert sich vielleicht, aber mehr kann er auch nicht beitragen.

Kommentar von konstanze85 ,

Aber wenn personenbezogene daten an jemanden übermittelt werden ( in diesem fall erfolgte es nicht elektronisch sondern die abrechnung wurde persönlich in der arbeitsstelle der fragestellerin abgegeben) ist das keine verletzung des datenschutzes bzw. Der datensicherheit? Handelt es sich bei der nebenkostenabrechnung nicht um stamm- und bewegungsdaten? Zuerst war ich auch unsicher, aber ist es nicht doch so? Ok, die infos in der abrechnung sind nun nicht so wichtig, aber darum gehts ja nicht. Würde mich auch beruflich interessieren, weil ich diesbezüglich gerade eine fortbildung mache.

Kommentar von konstanze85 ,

Und was die te in punkto verjährung schreibt haut doch auch nicht hin oder? Die verjährungsfrist ist doch zwei jahre und beginnt mit dem ende des jahres an dem die forderung entstand, also erst ende 2016?

Kommentar von pogoo ,

Danke für deine Antworten.

Ich könnte ihn also anzeigen? Was für eine Strafe würde ihm denn Drohnen?

Kommentar von konstanze85 ,

Anzeigen? Ist das in dem Fall nicht ein bisschen übertrieben? Ich weiß nicht, ob Du ihn deswegen bei der Polizei anzeigen kannst. Und schon gar nicht, welche Strafe über ihn verhängt werden würde. Das geht echt zu weit.

Frag doch nach den Feiertagen einfach mal bei der nächsten Dienststelle nach oder einem Anwalt.

Kommentar von bwhoch2 ,

Du kannst ihn nicht anzeigen, wiel keine Straftat vorliegt. Schon gar keine, die im öffentlichen Interesse verfolgt wird. Es ist eine reine zivilrechtliche Angelegenheit. Du kannst den Vermieter verklagen auf Schadensersatz. Nur auf welchen Schaden? Du hast keinen Schaden, den Du irgendwie beziffern kannst.

Beispiel: Du hast Mietrückstand und der Vermieter erwirkt einen Mahnbescheid. Es folgt irgenwann der Vollstreckungsbescheid und diesen gibt er einem Gerichtsvollzieher. Der erste Weg des Gerichtsvollziehers geht zum Arbeitgeber, um den Lohn zu pfänden. Häufig ein sehr sicherer Weg, um über kurz oder lang doch noch an sein Geld zu kommen.

Der Arbeitgeber erfährt so von den Schulden, hat außerdem in der Lohnbuchhaltung Umstände und Ärger und in bestimmten Stellungen wird der Arbeitnehmer zu einer Gefahr. Der Arbeitgeber wird sich das merken und das Anstellungsverhältnis bei der ersten sich bietenden Gelegenheit beenden. Der Schaden wäre immens.

Dennoch es wurde weit schlimmer, als in Deinem Fall, das Vertrauensverhältnis zwischen Schuldner und seinem Vermieter verletzt. Es entstand sogar ein immenser Schaden.

Allerdings ist auch das erlaubt und der Schaden läßt sich nicht in Beziehung zur Entlassung oder Aufhebung des Arbeitsvertrags setzen.

Du musst das so hinnehmen, darfst aber den Vermieter deutlich dazu auffordern, solche Aktionen künftig zu unterlassen. Das gilt dann mindestens wie eine Abmahnung und im Wiederholungsfall könntest Du das Vertragsverhältnis fristlos kündigen, brauchst in dem Fall aber auch sofort eine Ersatzwohnung. Der Vermieter könnte aber wiederum zum Schadensersatz für die Kosten des Umzugs heran gezogen werden.

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