Frage von mamiya, 9

Das "Social Network" gerät immer mehr in die Kritik.Habt ihr Meinungen dazu?

Erläuterungen dazu wären zu umfangreich.

Antwort
von Enzylexikon, 9

Ich bin der Meinung, das die "sozialen Netzwerke" und insbesondere die ständige Erreichbarkeit durch Mobilgeräte,  die Menschen zunehmend voneinander entfremden, statt sie zusammenzuführen (wie der Begriff "sozial" vermuten lassen würde).

Diese Netzwerke werden für Mobbing, Propaganda und Hetze missbraucht. "Sozial" im Sinne von "für die Gemeinschaft förderlich" sehe ich da fast gar nichts.

Kommentar von mamiya ,

Ein Widerspruch,den du mal hier und jetzt mal erklären könntest.Ich würde mich auf deine Argumente und Einschätzungen freuen.

Kommentar von Enzylexikon ,

Ich dachte, Erläuterungen wären zu umfangreich?

Den Widerspruch zwischen der Bezeichnung und dem Anspruch als "soziales Netzwerk" zu dienen und der tatsächlichen Sozialisierung bzw. dem Einfluss auf die Gesellschaft meinst du?

Kommentar von Enzylexikon ,

Beispiele hierfür

Pseudo-Protest: Statt auf die Straße zu gehen und öffentlich für seine Meinung einzustehen, werden die Profilbilder für eine gewisse Zeit zu "Protest-Avataren" umgestaltet.

Wirkliches soziales Engagement wird ausgebremst, die anonyme "Online-Demonstration" vermittelt das gute Gefühl sich engagiert zu haben - dabei wurde lediglich heiße Luft produziert.

Zwang zur Selbstdarstellung: Wenn Kontakte nun Bilder von Statussymbolen, oder Veranstaltungen posten, fühlen sich einige Nutzer unter Zugzwang auch etwas "vorweisen" zu müssen.

Das kann mit dazu führen, dass junge Menschen Kredite aufnehmen und sich verschulden - nicht einmal mehr um auf der Straße zu gefallen, sonder um auf YouTube, Facebook etc die neusten "Gadgets" präsentieren zu können

Unzufriedenheit durch Like-Geilheit: Getreu dem Motto "Masse statt Klasse" wird nicht das "Like" des Freundes geschätzt, sondern man macht seine Zufriedenheit von der Anzahl der "Gefällt mir" abhängig.

Erleichtertes Mobbing: Nicht allein die viel kritisierte "Anonymität", sondern bereits die Distanz zum Gegenüber erleichtert das Mobbing. Dinge die man der Person am nächsten Tag niemals ins Gesicht sagen könnte, werden in die Tasten gekloppt.

Kommunikationsarmut: Chats mit vielen Abkürzungen und Emoticons ersetzen zwischenmenschliche Kontakte.

Ich habe gehört, dass heutige Jugendliche bereits Probleme damit haben, die Körpersprache von Menschen zu deuten, was auf den geringen sozialen Kontakt zurückgeführt wurde.

Sozialer Stress: Die Angst, den neusten Tweet, die aktuelle Statusmeldung, oder das frisch veröffentlichte Posting zu "verpassen" führt zu Stress.

Manche Personen reagieren beleidigt, wenn ihre Beiträge nicht geliked und geteilt werden, da sie dies als Zeichen von Desinteresse gewertet wird.

Ständige Erreichbarkeit: Ebenfalls ein starker Stressfaktor. Fragen nach dem Schema "ich habe gesehen, dass du die Nachricht gelesen hast - wieso hast du nicht geantwortet?" belasten Freundschaften und Beziehungen.

Die ständige Erreichbarkeit verringert die Möglichkeit, sich zeit für sich selbst und sein direktes Umfeld zu nehmen, mal "herunterzufahren" und sich zu entspannen.

Wer erschöpft von der Arbeit in Bus oder Bahn einen Anruf erhält "Schaatz, kannst du bitte noch Würste mitbringen?" erhält zusätzliche Belastung aufgebürdet, der "Ruhemodus" stellt sich nicht ein.

Körperliche Folgen: Zusätzlich zu den sozialen Defiziten durch diese Netzwerke kommen ganz konkrete körperliche Beschwerden.

Die Kopfhaltung beim ständigen Mobilgerätegebrauch belastet den Bewegungsapparat führt zu Haltungsschäden und anderen orthopädischen Problemen.

Sinnvolle Nutzung: Gegen eine maß- und sinnvolle Nutzung sozialer Netzwerke habe ich h nichts.

Wer sich etwa ein Facebook-Profil mit seinem Realnamen anlegt, erschwert den so genannten "Identitätsdiebstahl" durch Kriminelle, die andernfalls unbemerkt ein Fake-Profil aufsetzen könnten.

Allerdings muss dabei die Menge und Art veröffentlichter Informationen gut bedacht werden, denn man übergibt sie den Servern von Unternehmen, die Profile erstellen können und die auch von Behörden genutzt werden.

Vielfach werden soziale Netzwerke als alternative Kommunikationsmöglichkeit für Personen aus Ländern mit starken staatlichen Informationsrepressionen gelobt.

Aus meiner Sicht überwiegen jedoch die Nachteile.

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