Frage von LittleKellie, 79

Das schwarze Schaf der Familie?

Hallöchen.

Die Sache ist die Folgende. Meine Stiefmutter und mein Vater glauben, dass ich aus reiner Bosheit Fehler mache und Dinge vergesse. Ich hab leider auch das Problem, dass ich aus Reflex lüge, um nicht immer wie diejenige dazustehen, die alles nur immer falsch macht, doch daran versuche ich zu arbeiten. Es ist schwer, dagegen anzukommen.

Die beiden haben absolut kein Vertrauen zu mir, verständlicher Weise, und wollen für alles einen Beweis. Wenn ich keinen habe, glauben sie mir nicht. Die ganzen Bewerbungsschreiben, die ich geschrieben habe um endlich eine Arbeit zu bekommen, gelten alle als Lüge, weil ich so dumm war sie zu löschen, weil ich keinen Platz mehr in meinem Speicher hatte. Vor allem meine Stiefmutter hat mir schon oft gesagt, dass sie mich hasst, ihr bei meinem Anblick förmlich das Messer in der Tasche aufgeht und dass die beiden noch nie zuvor so viel gestritten haben. Vor 5 Jahren haben sie mich bei sich aufgenommen, und seither habe sich an mir absolut nichts verbessert, eher verschlechtert. Ich würde genauso nur auf Mitleid aus sein wie meine psychisch kranke Mutter und würde auch alle nur nach meiner Pfeife tanzen lassen wollen. Ich sei undankbar und ein boshafter, charakterloser Mensch.

Dabei will ich das alles doch gar nicht. Ich gebe mir große Mühe, um ihren Anforderungen gerecht zu werden, doch schaffe es einfach nicht, meine Fehler zu vermeiden. Es sind oft Sachen wie: Katzenkisten nicht sauber gemacht als ich nachts auf die Toilette gegangen bin, Wäsche so aufgehängt dass sie ganz zerdrückt ist, einen Anruf nicht gemacht, etwas im Kühlschrank vergessen das weg hätte sollen, dreckige Böden trotz saugen und wischen. Laut meiner Stiefmutter bin ich so furchtbar nervenaufreibend, dass sie den ganzen Tag am liebsten nicht mehr aus dem Zimmer kommen möchte. Mein Vater ist laut ihr viel gereizter geworden seit ich bei ihnen lebe. Mir selbst sagt er nie, was ihn an mir stört, immer nur ihr. Und das macht sie mir gegenüber noch wütender.

Egal was ich mache oder sage: Es ist nie richtig. Sie sind mir gegenüber schon so hasserfüllt, dass alles was ich sage, nur noch lächerlich, armselig, traurig oder irre ist. Oft lachen sie mich aus, wenn ich etwas zu meiner Verteidigung sage. Auf der anderen Seite wollen sie beide, dass ich bei einer Diskussion eine Antwort gebe, und fordern mich dazu auf, zu reden, wenn ich nachdenke, wie ich etwas erklären sollte, ohne wieder nur Hohn dafür zu ernten. Wenn ich weine, werde ich dafür angeschrien, ich solle nicht wieder versuchen, Mitleid zu erregen.

Familientherapie hat absolut nichts gebracht, da meine Eltern meinen, sie wollen nicht alles nur für mich zurechtrücken und die Schnauze halten, so wie es ihnen die Therapeutin praktisch empfohlen hat. Und eine Familientherapie wird auch nie wieder in Frage kommen.

Ich bin jetzt 17. Für mich kommen entweder schnell eine Arbeit finden und ausziehen in Frage, oder irgendein Wunder. Ich bin total verzweifelt.

Antwort
von MatthiasHerz, 27

Der Versuch, es "allen" recht machen zu wollen, ist der falsche Weg. So war ich auch als Jugendlicher. Gebracht hat es mir nichts, nur mangelndes Selbstvertrauen.

Mit inzwischen 46 Jahren hat sich in den vergangenen über 25 viel geändert und verbessert.

Ich musste lernen, ich selbst zu sein und akzeptieren, dass es nun einmal Menschen gibt, die mich nicht mögen. Auf der anderen Seite musste mein Umfeld lernen, dass ich auch mal nein sage oder einfach keine Lust habe.

Inzwischen ist es mir egal, was die Leute über mich reden, weil sie es sowieso tun. Es ist mir nur wichtig, was sie mit mir reden oder in meinem Beisein. Da kann ich mögliche Probleme direkt ansprechen und Lösungsvorschläge einfordern.

Dabei zeigt sich oft, dass die Vorstellungen der Anderen absurd übertrieben waren oder sind und sie selbst so etwas in dieser Form bei sich niemals zuließen, oder es sich einfach nur um Missverständnisse handelte.

Deine Situation mag etwas anders liegen, aber da Dein jetziges Vorgehen auch zu nichts führt, ein Wunder auch nicht ernsthaft erwarten kannst, ändere etwas.

Verbiege Dich nicht, sondern sei Du selbst. In absurden Situationen, z. B. laut denken zu sollen, sag auch mal nein oder schweige dazu. Das soll nicht dazu führen, dass permanent trotzig reagierst, aber auch nicht ständig nachgibst.

Dass an eigenen Fehlern arbeitest, verdient Respekt. Meinen hast Du, denn ich weiß, wie schwer es ist, ausgetretene und lieb gewonnene Pfade zu verlassen, aber es wird funktionieren, wenn die Neugier erst einmal geweckt ist und sich erste Erfolge einstellen.

Du solltest unbedingt das Gespräch mit Deinem Vater suchen. Frage ihn, warum er Deine „Verfehlungen” nicht an Dich zurückmeldet, sondern an Deine Stiefmutter. Respekt und Vertrauen funktionieren gegenseitig und wer beides einfordert, muss auch geben können und nicht nur abblocken.

Akzeptiere, dass Dein Vater sich in einer Zwickmühle befindet. Er liebt Dich, weil seine fast erwachsenes Kind bist, will und sollte aber auch zu seiner Frau stehen, mit der er noch länger aushalten muss, wenn Du ausziehst, die Welt zu entdecken.

Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem eingeschlagenen Weg. Es wird gewiss nicht einfach, aber Erfahrungen, besonders negative, machen uns stärker.

Lass Dich nicht unterkriegen!

„Gehe nicht, wohin der Weg dich führt, sondern suche einen neuen Weg und hinterlasse eine Spur." (Jean Paul, dt. Schriftsteller)

Antwort
von Dxmklvw, 20

Vieles klärt sich sich zu späteren Zeiten, manchmal erst viele Jahre später. Manches andere bekommt man nie auf die Reihe.

Aber auch für schwarze Schafe gibt es einen Trost:

Gute Menschen vergißt man meistens schon kurze Zeit nachdem man sie aus den Augen verloren hat.

Von schwarzen Schafen spricht man häufig noch nach vielen Generationen.

Antwort
von Snaaz, 14

Diese Frage macht mich so unfassbar aggressiv...ich wünschte ich wäre du dann wären die schon mal geschichte..

Kommentar von LittleKellie ,

Wie meinst du das?

Antwort
von Goodnight, 29

Ih braucht Distanz! Weisst doch selber, dass deine Lügerei nicht auszuhalten ist. Mit 17 darf man schon erwarten, dass du gewisse Dinge auf die Reihe bekommst. Hast du mal daran gedacht selber eine Therapie zu machen?

Kommentar von LittleKellie ,

Hat scheinbar nichts geholfen. Ich gebe mir große Mühe, ein guter, fleißiger Mensch zu sein. Aber es bringt alles nichts.

Kommentar von Goodnight ,

Fleissig ist nicht so das Problem, Lügen geht einem auf den Geist bis es unerträglich wird. Da findet man zusammen keine Basis.

Kommentar von LittleKellie ,

Ich gebe mein Bestes um es zu vermeiden, es ist nur schwer Sachen loszuwerden die du jahrelang an dir hattest, um irgendwie zu überleben...

Kommentar von Menuett ,

Sie muß doch in dieser Familie lügen.

Ihr wird unterstellt aus Bosheit Fehler zu machen.

Das ist kein Ort für die Wahrheit.

Antwort
von Menuett, 9

Um mal deutlich zu werden:

Deine Stiefmutter ist ein ziemliches Miststück und Dein Vater ist ein Waschlappen.

Wenn jemand ständig solche Sachen an den Kopf geworfen bekommt, dann ist es kein Wunder, dass dieser jemand lügt.

Das ist anerzogen - von Deinem Vater und Deiner Stiefmutter.

Warst Du schon beim Jugendamt? Du solltest dringend mit denen reden. Das ist schon Mißhandlung, was die Stiefhexe da von sich gibt.

Du solltest diesen Ort verlassen.

Antwort
von Dichterseele, 18

Also wie ich das sehe, braucht ihr unbedingt Abstand.

Du musst lernen, ordentlich zu haushalten - wenn Du so vergesslich bist, dann mach Dir Notizen. Aber wenn man dauernd seelisch unter Druck steht, hat man keinen klaren Kopf.

Und Deine Stiefmutter braucht ein Mittelchen zur Beruhigung - die ist offenbar hysterisch. Vermutlich ist sie so unduldsam, weil sie Dich nie haben wollte...

Vor allem aber musst Du Dir angewöhnen, ehrlich zu sein.
Was sollen all die Lügen? Das bringt doch nichts.
Offenbar hast Du das notorische Ausreden erfinden von Deiner alkoholsüchtigen Mutter übernommen. In einer konstruktiven Umgebung  lässt sich das auch wieder ausbügeln. Guten Willen hast Du ja.

Klar dass das bei einer Stiefmutter, die Dich verhöhnt und pausenlos auf Dir rumhackt nicht klappt - denn das verführt wieder zu Lügen, um aus der Nummer rauszukommen.

Wieso Du Bewerbungen löschen musst, weil der Speicher voll ist, verstehe ich nicht - Textdateien nehmen doch nicht viel Speicherplatz weg...?
Wenn es um den Speicher im Email-Account geht - nun, da hättest Du die Bewerbungen auf einen Stick oder auf die Festplatte kopieren können. Wichtige Dokumente löscht man nie!

Was ich Dir raten kann:

Geh zum Jugendamt, schildere die Situation und bitte darum, in einer therapeutischen Wohngruppe aufgenommen zu werden, weil die zwischenmenschliche Situation untragbar geworden ist.

In dem Seelen-Zustand, in dem Du jetzt bist, wirst Du kaum einen Job bekommen, denn da wirst Du gefordert und musst Dich konzentrieren.

Du brauchst Ruhe und jemanden, mit dem Du reden kannst, um Dein Leben auf die Reihe zu bringen. Autogenes Training und Yoga können Dir dabei zusätzlich helfen.

Antwort
von BrandnerKaspar, 30

Was du schreibst ist ja schrecklich. 

Jeder Mensch braucht doch eine Umgebung, eine Familie, wo er gemocht wird. Deine Eltern haben offenbar einen Stil, wo nur auf Fehler anderer geschaut wird. Das kann niemand so gut wegstecken.

Fehler macht jeder mal. Man vergisst auch mal was. Ich glaube, gerade zuhause sollte einem da nicht alles nachgetragen werden.

Aber ich weiss auch nicht genau, was man da tun könnte.

Aber nur schnell eine Arbeit finden, ist auch nicht unbedingt richtig. Wichtig wäre zunächst eine gute berufliche Ausbildung. Deshalb würde ich - egal was die Eltern machen - erst schauen, dass deine Ausbildung / Berufsausbildung voran kommt.

Kommentar von LittleKellie ,

Ich bin im Moment auf Lehrstellensuche, aber das dauert mir alles einfach zu lang. Ich möchte einfach nur so schnell wie möglich raus aus dem Allen und mit meinen Selbstmordgedanken wieder auf Gleich kommen.

Kommentar von BrandnerKaspar ,

Hast du vielleicht die Möglichkeit, mal für ein paar Wochen woanders zu wohnen, bei Verwandten oder Freunden? Ich denke etwas Abstand würde dir sicher helfen.

Kommentar von LittleKellie ,

Das würden meine Eltern nicht erlauben, da sie es als Fluchtweg meinerseits empfinden. Wir waren schon einmal im Gespräch darüber, dass ich zu meiner besten Freundin ziehen möchte, doch meine Mutter meint, dort würde ich zu sehr verwöhnt werden, und wennschon würde sie mich wohin bringen, wo mir der "Ernst des Lebens" gezeigt wird.

Kommentar von Menuett ,

Meint das Deine Mutter oder Deine Stiefmutter?

Du liest Dich als würdest Du mal ganz dringend lernen müssen, wie die Freude am Leben gezeigt wird.

Kommentar von Menuett ,

Geh zum Jugendamt. Sprich über Deine Selbstmordgedanken.

Du bist in Gefahr unterzugehen und Selbstmordgedanken sollten weit weg von Deiner Familie therapiert werden.

Wenn Deine richtige Mutter psychisch krank ist, dann besteht die Gefahr, dass sie sich einen Mann ausgesucht hat, der ihre Krankheit verstärkt. Oder sie hat sich einen Mann ausgesucht, der diese Krankheit überhaupt erst ausgelöst hat...

Und mit dem sollte ihr Kind nicht alleine gelassen werden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community