Frage von wgabauer, 133

Das richtige Kaliber?

Ich schreibe grade an einem Roman/Krimi. Dabei wird natürlich einer umgebracht und zwar mit einer Walther PPK cal. .22 lfb. Ist folgende Aussage richtig: „Das Projektil stammt tatsächlich aus einer zweiundzwanziger Pistole. Vermutlich, nein sogar sicher, mit Schalldämpfer. Bei der Entfernung von einem Meter hat der Schalldämpfer allerdings keine Schmauchspuren hinterlassen.“ „Das heißt für uns?“ „Das heißt, dass man anhand von Schmauchspuren auch den Hersteller des Pulvers feststellen kann und damit auch den Hersteller der Munition. „Das heißt weiter?“ „Das heißt, wenn man zum Beispiel die Waffe findet, kann man nicht nur anhand des Projektilprofiles und der Markierung am Zündhütchen, also den Abdruck des Schlagbolzens, die Identität feststellen, sondern auch noch, falls noch Patronen vorhanden sind, anhand des Pulvers, ob es das selbe ist.“ „Das sind aber eine Menge Möglichkeiten!“ „Vorausgesetzt man hat die nötigen Informationen.“ „Und die fehlen hier?“ „Ja, bis auf das Projektil, das haben wir.“

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tuehpi, 95

Die PPK gibt es tatsächlich in .22 lfb, und es gibt auch einen Schalldämpfer für das Gerät. Vielleicht könntest du später noch einbauen das Sub Sonic Munition verwendet wurden, das sind Unterschallpatronen die gerade in Verbindung mit Schalldämpfern sinnvoll sind. 

Aber eines noch, ich weiß ja nicht wo dein Krimi spielt, aber zB die US Bundespolizei verwendet keine Schmauchspuren Analyse mehr, da es sich als recht fehleranfällig herausgestellt hat (Oftmals finden sich auch an Personen Schmauchspuren die keine Waffe abgefeuert haben). 

Kommentar von PatSich ,

Auch das Zuordnen eines Projektiles einer Waffe ist sehr fehlerhaft, weshalb es häufig nicht mehr verwendet wird.

Ist nicht so eindeutig wie es immer in Fernsehserien gezeigt wird.

Antwort
von Eraser13, 66

Servus,

also mein Vorposter hat schon fast alles gesagt was es gibt, da einzige was mir noch auffällt ist das du irgendetwas von einem "abdruck" am Zündhütchen geschrieben hast.

Das Problem daran ist das die .22lfb kein Zündhütchen hat, da es sich um eine Patrone mit Randzündung handelt. Bei solch einer Patrone schlägt der Schlagbolzen auf den Rand wo sich eine eingearbeitete Zündladung befindet.

Im Bild im Anhang kannst du denn unterschied zwischen einer Randzündung (.22lfb) und einer Zentralfeuerzündung (.223 Rem) erkennen.
Bei der Randzündung sieht man eine kleine Einkerbung am rechten Rand, das ist der Abdruck vom Schlagbolzen, bei der Zentralfeuerzündung sieht man einen Kleinen Punkt am Zündhütchen das ist hier wiederum der Abdruck vom Schlagbolzen.

MfG



Kommentar von WDHWDH ,

Auch der  .22er Schlagbolzen zeichnet eine Signatur, sogar eine bessere als ein Zentralfweuerschlagbolzen.

Kommentar von Eraser13 ,

Ja schon klar, aber es ging mir darum das es bei einer .22er kein Zündhütchen gibt. :-)

Kommentar von Ninombre ,

Die Aussage passt doch für eine fiktive Geschichte, dann kann man es vielleicht noch "Markierung auf der Hülse" oder "Hülsenrand" nennen und gut ist.

Antwort
von Jo3591, 35

Ob man .22 Munition anhand ihrer Schmauchspuren identifizieren kann, weiß ich nicht, bei Polizeimunition geht das, da sind seltene Erd-Elemente, z.B. Holmium, in Spuren drin, die findet man z.B. mit Neutronenaktivierungsanalyse.

Antwort
von Ninombre, 26

Für einen Roman finde ich die Darstellung ausreichend nah an der Realität - die Einwände in den anderen Antworten sind natürlich berechtigt, aber wenn sich die Story ausschließlich an Tatsachen und das echte Leben hält, wäre es kein Mord, sondern vielleicht Parkrempler mit Fahrerflucht gewesen und das wäre ja auch langweilig.

Kommentar von wgabauer ,

@Ninombre Danke für die Blumen :-) Vielleicht mach ich ja aus der Walter PPK .22 lfb noch eine CZ 75 9 mm (siehe NSU Prozess), wie ich eigentlich geplant hatte. Allerdings haut die den Schädel in Fetzen, sodass das Gehirn samt Knochen an der dahinter liegenden Wand hängt? 


Kommentar von ES1956 ,

Die Mörder der NSU verwendeten eine Česká 83, Kaliber 7,65 mm

Antwort
von ES1956, 38

„Das Projektil stammt tatsächlich aus einer zweiundzwanziger Pistole. 

Woher weiß er daß es kein Revolver oder Gewehr war?

Vermutlich, nein sogar sicher, mit Schalldämpfer. 

Woher will er das wissen?

Bei der Entfernung von einem Meter hat der Schalldämpfer allerdings keine Schmauchspuren hinterlassen

Das ist missverständlich, ein Schalldämpfer hinterlässt keine Schmauchspuren, er kann sie aber vermindern.

Falls der Dialog am Tatort stattfindet sind mit diese Punkte noch aufgefallen.

Kommentar von wgabauer ,

@ES1956 Zu Antwort 1 und 2: Bei einem Revolver nützt ein Schalldämpfer nichts, also muss es eine Pistole gewesen sein

Zu 3: Ein Schalldämpfer bei .22 lfb lässt keine Partikel durch. Anders bei einer Großkaliberwaffe, da kann es pssieren, wenn man keine Sub Sonic Munition verwendet. 

Trotzdem Danke für die Antwort!

Antwort
von Fragentierchen, 26

Man wird ohne Labortest nicht wissen, ob das .22lfb aus einer Pistole oder einem Gewehr stammt.

Das mit dem Schalldämpfer geht ok, die Dinger hinterlassen ja nach Art spezifische Kratzer, ein Kenner bekommt das mit einer guten Lupe sicher raus.

.22lfb hat keinen Schlagbolzen an sich, sondern so eine Art kleinen Hammer. Da 22.lfb nicht zentral, via Zündhütchen, gezündet wird, sondern über den Rand als Randfeuerpatrone.

Normalerweise, kann man schon am Projektil den Hersteller erkennen und braucht kein Pulver mehr.

Kann sein, dass ich mich da irre aber verbrennt .22lfb nicht so unsauber, dass auch immer Pulverreste am Projektiv haften?

Antwort
von hu573n54f7, 12

Finde die Wahl der Waffe ausgezeichnet. .22 in Verbindung mit nem Schalldämpfer ist wirklich extrem leise. Kann ich mir gut vorstellen dass ein Attentäter so etwas verwenden würde.

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