Frage von Garfield0001, 49

das "Nichts" - die Singularität?

Hallo

ich verstehe das mit der Singularität nicht.

1) wenn am Anfang alles in einem winzigen Punkt komprimiert/gezipt ( :-)) war ... was war dann rund herum? wenn "nichts" dann kann man ja damit "nichts" doch beweisen. den es kann ja eigentlich auch "nichts" dort gewesen sein, da ja die (alle) Materie komprimiert war in diesem "punkt" und Materie sich nicht ausdehnen kann wenn dort schon etwas ist.

2) wenn alle Materie in diesem Punkt komprimiert War, ist es ja dennoch "Raum" - auch wenn er so einzig ist, das man ihn nicht begreifen kann. wenn aber "Raum" da ist, muss auch "zeit" da sein. Wenn "Zeit" da ist ... wie lange bestand die Singularität bevor sie explodierte?

3) was kann die Ursache sein, dass diese Explosion statt fand? irgendwie muss doch Energie hinzu geführt worden sein - sonst wäre es ja einfach so geblieben

4a) auch wenn alle Materie in diesem winzigen Punkt zusammen War bleibt die frage: wie ist diese Materie entstanden? manche sagen: da War vorher schon ein Universum, welches dann Implodierte. gut. dann bleibt dennoch die frage. egal wie weit ich das Spiel rückwärts spiele, irgendwann muss doch die Materie entstanden sein.

4b) manche sagen: das War schon immer so. wenn aber etwas "immer so" gewesen sein kann - wieso ist es dann immer so ein Streitpunkt, wenn Christen sagen: Gott War schon immer. Das ist doch dann kein Unterschied. Aber DAS wird nicht als möglich anerkannt.

5) unsere Messinstrumente sind doch nur in der Lage, Materie zu analysieren. selbst "Zeit" und Uhren ... das ist ja nur ein versuch, etwas in Maße zu bringen. aber "Zeit" hat - glaub ich - noch niemand gesehen ist so (soviel zum Thema auch "ich glaube nur, was ich sehe". wer hat "Zeit" schon mal gesehen?). - wie kann man dann sagen: "mehr gibt es nicht" da man ja gar nicht "Keine Materie" messen kann irgendwelcher Art?

Antwort
von Hamburger02, 11

Singularität ist keine Bezeichnung für ein physikalisches Phänomen sondern ist die Bezeichnung für das Versagen der Theorie bzw. der Mathematik.

Beim Urknall liegt das Versagen darin, dass die bisher bekannten physikalischen Theorien erst kurz nach dem Urknall funktionieren. Wendet man diese bekannten Theorien auf die Zeit 0 an, gehen diverse Werte in den Gleichungen gegen Null  oder unendlich, was physikalisch keinerlei Sinn macht.

Das selbe Problem tritt auch im Zentrum eines schwarzen Loches auf. Auch da haben wir eine Singularität, sprich einen mathematischen Artefakt. Die gegenwärtige Physik weiß nicht, was da wirklich passiert und welche Gesetze gelten.

Diese Singularitäten lassen sich nur dadurch beheben, dass die Physik weiter nach den Gesetzen forscht, die bei extrem hoher Materie- oder Energiedichte gelten. Die Physiker sind dabei, haben aber noch nicht die Lösung. Ich vermute, dass wir da auf ein Genie im Kaliber Newtons, Einsteins, Plancks oder Prigogines warten müssen, bis diese Gesetze gefunden werden.

Jetzt einfach herzugehen und zu sagen, wenn die Physik das noch nicht weiß, dann muss es Gott gewesen sein, läuft auf einen Lückenfüllergott für fehlendes Wissen hinaus. Zur Zeit des AT wusste man z.B, noch nicht, wie Blitz und Donner entstehen, also musste es Gott gewesen sein. Heute wissen wir es besser. Dieser Lückenfüllergott, den du hier vorstellst, wird daher immer kleiner, je größer unser Wissen wird und wirkt daher kaum überzeugend.

Fazit: Singularität bedeutet, wir wissen noch nicht, was beim Urknall die ersten Bruchteile von Sekunden physikalisch passiert ist und was der eigentliche Ausgangspunkt des Urknalles war. 

Wie die Materie entstanden ist, weiß man, die ist erst lange nach dem Urknall aus einer unvorstellbar großen Energiemenge emergiert und hat dabei die Hintergrundstrahlung hinterlassen. Zuvor in den Anfängen gab es nur enorm hoch konzentrierte Energie. Ob die zum Zeitpunkt 0 schon alle Energie vorhanden war oder erst durch eine Fluktuation entstanden ist, oder ob sie gar von einem Vorläuferuniversum stammt, dass implodiert ist, sind Vermutungen, die bislang noch nicht geklärt werden konnten.

Kommentar von Garfield0001 ,

Danke erst einmal für die gute Erklärung. eine frage aber noch: wenn du Materie erschaffen könntest (aus dem nichts und sie soll auch die Eigenschaften haben wie sie jetzt ist) - würde sich deine erschaffene Materie von zufällig entstandener Materie (bzw. aus Energie entstandene) unterscheiden?

Kommentar von Hamburger02 ,

Auf die Idee, selber Materie zu schaffen, bin ich bislang nicht gekommen. Insofern kann ich auch nicht sagen, wie die aussehen würde.

Noch eine Bemerkung. "Singularität" könnte man am besten mit "Einzelfall" übersetzen und genau das bedeutet sie.

Antwort
von NosUnumSumus, 18

Ich sage, das Universum war schon immer da. Es gibt weder Zeit noch Raum. Das ist für unseren Verstand nicht begreifbar, da er in Anfang unf Ende (Zeit und Zeit=Raum) denkt.

Materie entsteht dadurch, dass sich Energie verfestigt. Materie besteht hauptsächlich aus nichts.
Ein Atom in millionenfachem Maßstab ist nichts weiter als ein Fußball der in einem Radius von mehreren Kilometern um einen Heißluftballon kreist.

Das gesamte Universum ist nicht außerhalb von Dir und Du bist nicht in ihm. Da ist kein Raum.
Alles ist Eins.

Du kannst es Dir so vorstellen:
Du bist allumfassendes Bewusstsein.
So als wäre da eine Wolke aus Wasserdampf und ab und zu bilden sich größere Wassertropfen. Das sind wir Menschen. Diese Tropfen vergehen dann aber wieder im Wasserdampf. Der Wasserdampf jedoch bleibt ewig bestehen.
Und Du bist der Wasserdampf, der sich für den Tropfen hält.

Es hat gute Gründe, warum die Wissenschaft so nach außen in die Irre führend gerichtet ist.
Damit die Menschen kleingehalten werden und das derzeitige System, von dem einige Wenige an der Spitze profitieren, bestehen bleibt.

Bei weiteren Fragen, einfach melden.

Liebe Grüße! :-)

Kommentar von Garfield0001 ,

wenn du behauptest, dass es "schon immer" War, dann besteht aber auch die Möglichkeit, das Gott "schon immer" war. Da kommt aber immer wieder die sache: wer hat Gott erschaffen, wer War der Vater - oder sowas.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Wenn Du von Gott sprichst, ist erst einmal zu klären, wer oder was das sein soll, deshalb lass uns lieber vom Bewusstsein sprechen, da ist klar, was gemeint ist.

Das Bewusstsein war schon immer und wird auch immer sein.
Es wurde nicht erschaffen, es ist das Erschaffende.

Da kommen wir an die Grenzen unseres Verstandes, der immer einen Anfang und ein Ende braucht, um es begreifen zu können.
Die Unendlichkeit ist unbegreiflich.

"Man kann nur sagen, was Gott nicht ist."

Alles ist Jetzt.

Unser Verstand ist zu begrenzt, um das verstehen zu können.
Ich denke, nur ein Erleuchteter kennt die Antwort und doch lässt sie sich mit Worten nicht vermitteln, da die absolute Wahrheit über alle Worte, Gedanken und Sinneswahrnehmungen hinausgeht.

Aber eines kann ich Dir versichern, alles ist in seiner Ordnung und wir alle sind auf dem Weg zurück in unser wahres Bewusstsein.
Momentan begreifen wir uns als Person, die nicht weiß woher sie kommt und wohin sie geht, die nach dem Sinn des Lebens sucht, weil sie das Leben verloren hat.
Weil sich das Leben in ihr verloren hat.

Wir sind das Leben immer jetzt, hier.

Kommentar von Garfield0001 ,

Nein. ich rede von Gott als person mit allmacht und Allwissenheit. und ohne Materie

Kommentar von NosUnumSumus ,

Der Gott der Bibel ist eine Person, ja ein riesen Ego.
Aber nicht der Gott von dem Jesus sprach.

Und Personen haben mit der Unendlichkeit nichts am Hut.

Antwort
von aprilseventh, 23

Wenn dir das jemand zufriedenstellend beantworten könnte, wäre er nicht bei GF sonder würde mit Nobelpreisen beworfen werden.

Nichts und Unendlichkeit. Zwei Begriffe die nicht beschrieben werden können, weil wir es uns nicht vorstellen können.

Kommentar von Garfield0001 ,

nichts - das Gegenteil von "etwas". Unendlichkeit - das Gegenteil von "zeit" :-) ich kann mir die Unendlichkeit vorstellen. nur vielleicht nicht zufriedenstellend beschreiben.

Kommentar von aprilseventh ,

Das ist keine Beschreibung der Sache. Du sagst was es alles nicht ist, nicht, was es ist.

Kommentar von Garfield0001 ,

das ist richtig. aber das Gegenteil davon ist ja das, was es ist :-) erst vor kurzem (relativ) wurde ein Wort für "ich bin nicht durstig" erfunden. Und wenn man davor da diesem Zustand beschreiben wollte, sagte man eben "ich habe KEINEN Durst" (was ja auch ein Gegenteil enthält); jetzt kann man sagen "ich bin sitt". und ... zumindest haben wir begriffen, das es "nichts" gibt. sonst hätten wir kein Wort dafür

Kommentar von NosUnumSumus ,

Es gibt ein Wort dafür, nämlich "Unendlichkeit".

Und was ist das?

Kein gedankliches Konzept kann die Unendlichkeit einschließen, da es Teil der Unendlichkeit ist.
Und wie könnte jemals das Begrenzte auf das Unbegrenzte schließen?

Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. :-)

Kommentar von NosUnumSumus ,

Ich möchte noch anmerken, der Verstand ist ein Werkzeug, der die Dinge trennt und analysiert. Er ist also ein denkbar schlechtes Werkzeug bzw. völlig ungeeignet für Dein Vorhaben.

Probier's doch mal mit Deinem Herzen, in ihm wohnt die Unendlichkeit...

Kommentar von NosUnumSumus ,

das*

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