Frage von Trashskate 06.01.2013

Das Magische Sechseck der Wirtschaftspolitik

  • Antwort von berkersheim 07.01.2013

    Das magische Sechseck ist eine nachträgliche Ergänzung des magischen Vierecks:

    1. angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum,
    2. Preisniveaustabilität,
    3. hoher Beschäftigungsstand und
    4. außenwirtschaftliches Gleichgewicht.
    5. Umweltschutz
    6. Sozialverträgliche Einkommens- und Vermögensverteilung

    Die Punkte 1-4 des magischen Vierecks sind dadurch gekennzeichnet, dass es sich um statistische, quantifizierbare Kenngrößen handelt. Die hinzugefügten Punkt 5 und 6 sind qualitativ bestimmt und eher schwammig formuliert, ein Einfallstor für politischen Schlagabtausch.

    Einen Zielkonflikt zwischen einer klaren statistischen Größe (Preisniveau) und einer verschwommenen Wunschvorstellung (Sozialverträgliche Einkommens- und Vermögensverteilung) zu diskutieren ist schon darum schwer, weil man darauf angewiesen ist, eine quantifizierbare Definition zu finden, was eine sozialverträgliche Einkommens- und Vermögensverteilung sein soll und eine Theorie, wie beides miteinander verknüpft ist.

    Die Einkommens- und Vermögensverteilung ändert sich mittelfristig je nach Struktur der Einkommensquellen, der Besteuerung und Bezuschussung. War Deutschland in den 50er und 60er Jahren industriell geprägt, kamen die meisten Einkommen aus dem industriellen Sektor. Heute dominiert der tertiäre Sektor und die Einkommen daraus sind z.B. weniger sicher. Dafür hat sich als sichere Einkommensquelle die Tätigkeit in der zunehmenden Verwaltung etabliert. Welche Auswirkungen haben solche Strukturänderungen der Einkommensquellen? Relativ wenig. Da ist die Entwicklung des Gesamteinkommens im Verhältnis zum Gesamtgüterangebot wichtig als Grundlage der Gesamtnachfrage.

    Es wird argumentiert, dass Sozialtransfers die Nachfrage stabilisieren und das Preisniveau mit. Das ist so falsch. Es kommt darauf an, wie die Sozialtransfers finanziert werden, ob sie z.B. bei einer exportlastigen Wirtschaft die Kostenseite belasten und daher die internationale Wettbewerbsfähigkeit mindern. Es kommt auch darauf an, ob sie wie ein Zwangs-Entsparen wirken und damit die "frei finanzierte" (Sparen =Investition) Investition herunterdrücken. Es kommt auch darauf an, ob Einkommen staatlich geregelt sind und wie in Frankreich z.B. die Autoindustrie an unflexiblen Arbeitskosten scheitert und mit hohen Sozialkosten gestützt wird, bis ein Crash nicht mehr vermeidbar ist. Dann haben alle verloren. Was ist das "sozialverträglich" - um diesen politisch explosiven Begriff streiten sich alle Gruppen. Zudem wird der Begriff in der Auseinandersetzung mit Erwartungshaltungen aufgeladen, die realwirtschaftlich nicht einzulösen sind.

    Man merkt, ich halte nichts vom Sechseck und der Ausweitung auf höchst umstittene politische Kampfbegriffe.

  • Antwort von Nasdaq14 07.01.2013

    Circa 10 Sekunden:

    http://vwl-nachhaltig.de/magischesviereck.html

    im unteren Teil.

    Mit freundlichen Grüßen

    Nasdaq

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