das hohe lied bedeutung?

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4 Antworten

Es hat mehrere Bedeutungen, die sich gegenseitig ergänzen:

Es ist eine Sammlung von Liebesliedern, die zeigt, dass Gott Sex und den Spaß daran positiv bewertet (anders als die Christen im Mittelalter).

Diese Zusammenstellung stammt von Salomo (HL 1,1), vermutlich auch der Text einiger (aller?) Lieder. Grob besagt, geht es von Liedern über Liebessehnsucht zu Liedern über eine Paarbeziehung, Hochzeitsliedern und Lieder, die die Erfüllung in der Hochzeitsnacht beschreiben, und dann (typisch hebräisches Stilmittel) Thematisch wieder zurück zur Paarbeziehung, Liebessehnsucht und am Schluss ein paar "Scherzworte" (so die Überschrift in der Übersetzung von Menge).

Manche Ausleger machen daraus eine zusammenhängende Geschichte, von Schulamith, ihrem geliebten Freund und Salomo (ob das zwei Männer sind oder einer, wird wohl auch unterschiedlich gesehen). Damit ergeben sich für die Lieder auch neue Bedeutungen.

Traditionell wird es auch als Allegorie auf die Liebe Gottes zu Seinem Volk (Israel bzw. die Gemeinde) gesehen.

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HOHESLIED

Ein poetisches Buch der Hebräischen Schriften, das von der unerschütterlichen Liebe der Sulamith (eines Mädchens vom Lande aus Sunem oder Sulem) zu einem Hirten handelt und von dem erfolglosen Versuch König Salomos, ihre Liebe zu gewinnen. Die einleitenden Worte des hebräischen Textes bezeichnen dieses Gedicht als „das Lied der Lieder“, d. h. „das erhabenste Lied“, also als das schönste und vorzüglichste Lied. (Siehe NW, Fn. zum Titel.) Es ist keine Sammlung von Liedern, sondern nur ein einziges Lied.

Gleich zu Anfang wird Salomo als der Schreiber gekennzeichnet (Hoh 1:1). Das geht auch aus dem Inhalt des Liedes selbst hervor, denn es offenbart, daß der Schreiber mit der Schöpfung Gottes gut vertraut gewesen sein mußte, was auf Salomo zutraf (1Kö 4:29-33). In anschaulicher Bildersprache werden in diesem Buch wiederholt Pflanzen, Tiere sowie kostbare Steine und Metalle erwähnt (Hoh 1:12-14, 17; 2:1, 3, 7, 9, 12-15; 4:8, 13, 14; 5:11-15; 7:2, 3, 7, 8, 11-13). Der Schreiber — so würde man es von König Salomo erwarten — war mit dem Land der Israeliten sehr gut vertraut: den Küstenebenen, den Tiefebenen (2:1), den Bergketten des Libanon, des Hermon, des Antilibanon und des Karmels (4:8; 7:5), den Weingärten von En-Gedi (1:14) und ‘den Teichen in Heschbon am Tor von Bath-Rabbim’ (7:4).

Das Gedicht wurde geschrieben, als Salomo 60 Königinnen und 80 Nebenfrauen hatte (Hoh 6:8). Das läßt auf den Anfang seiner 40jährigen Regierungszeit (1037—998 v. u. Z.) schließen, denn am Ende seiner Herrschaft hatte er 700 Frauen und 300 Nebenfrauen (1Kö 11:3).

Die im Hohenlied verwandten Worte der Zärtlichkeit mögen einem Leser der westlichen Welt sehr ungewöhnlich erscheinen. Man darf aber nicht vergessen, daß es ein orientalisches Lied ist, dessen Handlung sich vor etwa 3 000 Jahren abspielte.

Die Personen. Die Hauptperson im Hohenlied ist die Sulamith. Andere Personen sind ihr geliebter Hirte (Hoh 1:7), ihre Mutter und ihre Brüder (1:6; 8:2), König Salomo (3:11), die „Töchter Jerusalems“ (die Hofdamen Salomos) und die „Töchter Zions“ (Einwohnerinnen Jerusalems) (3:5, 11). Die einzelnen Personen können durch das, was sie über sich selbst sagen oder was zu ihnen gesagt wird, voneinander unterschieden werden. Im hebräischen Text ist das Geschlecht (männlich oder weiblich) sowie die Zahl (Einzahl oder Mehrzahl) oft an bestimmten grammatischen Formen zu erkennen, was die Identifizierung der einzelnen Rollen erleichtert. Um im Deutschen den Unterschied deutlich zu machen, ist es oft notwendig, klärende Worte hinzuzufügen, um den Sinn des Originals richtig wiederzugeben. Im Hebräischen heißt es z. B. in Hohelied 1:5 wörtlich: „Schwarz ich und anmutig.“ Die hebräischen Wörter für „schwarz“ und „anmutig“ sind aber weiblichen Geschlechts. Deshalb ist in der Neuen-Welt-Übersetzung an dieser Stelle zu lesen: „Ein schwarzes Mädchen bin ich, aber anmutig.“

Das Drama. Die Sulamith traf den Hirten an seinem Geburtsort (Hoh 8:5b). Die Brüder der Sulamith waren auf die Keuschheit ihrer Schwester bedacht und bemühten sich, sie vor Versuchungen zu bewahren. Als sie daher die Einladung ihres Liebsten, ihn zu begleiten und die Schönheiten des erwachenden Frühlings anzusehen, annehmen wollte (2:8-14), wurden sie zornig auf sie. Da es in jener Jahreszeit erforderlich war, die Weingärten vor den kleinen Füchsen zu schützen, die Verheerungen anrichteten, nutzten die Brüder der Sulamith die Situation aus und setzten sie als Wächterin über die Weingärten ein (1:6; 2:15). Den Sonnenstrahlen ausgesetzt, wurde die Haut der Sulamith dunkel (1:5, 6).

Später, auf dem Weg zum Nußbaumgarten, stieß sie zufällig auf das Lager König Salomos (Hoh 6:11, 12). Entweder wurde sie dort von dem König selbst gesehen, oder jemand anders bemerkte sie und empfahl sie dem König. So kam es, daß die Sulamith in das Lager Salomos gebracht wurde. Der König drückte ihr gegenüber seine Bewunderung aus. Sie fühlte sich aber nicht zu ihm hingezogen und ließ ihn wissen, daß sie nach ihrem geliebten Hirten Verlangen hatte (1:2-4, 7). Die „Töchter Jerusalems“ empfahlen ihr deshalb, das Lager zu verlassen und ihren Liebsten zu suchen (1:8). Salomo wollte sie jedoch nicht gehen lassen. Er pries ihre Schönheit und versprach, Ringe von Gold mit silbernen Kügelchen für sie anfertigen zu lassen (1:9-11). Die Sulamith ließ dann den König wissen, daß ihre Liebe jemand anders gehörte (1:12-14).

Fortsetzung ...

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Kommentar von Sturmwolke
11.11.2015, 17:04

Fortsetzung ...

Danach kam der geliebte Hirte der Sulamith in das Lager Salomos und brachte seine Zuneigung zu ihr zum Ausdruck. Auch sie versicherte ihm, daß sie ihn liebe (Hoh 1:15 bis 2:2). Als sie dann zu den „Töchtern Jerusalems“ sprach, verglich sie ihren Liebsten mit einem Obstbaum unter den Bäumen des Waldes und ermahnte sie ernstlich bei dem, was von anmutiger Schönheit ist, in ihr nicht ungewollte Liebe zu erregen (2:3-7). Sie sehnte sich immer, auch in den Stunden der Nacht, nach ihrem geliebten Hirten, und sie erinnerte die „Töchter Jerusalems“ daran, daß sie unter Eid standen, nicht zu versuchen, die Liebe in ihr zu wecken, bis sie sich dazu geneigt fühle (2:16 bis 3:5).

Als Salomo nach Jerusalem zurückkehrte, nahm er die Sulamith mit. Einige „Töchter Zions“ machten, als sie die Prozession sahen, Bemerkungen darüber (Hoh 3:6-11). Der Hirte war dem Umzug gefolgt. In Jerusalem setzte er sich mit der Sulamith in Verbindung und pries ihre Schönheit, wodurch er ihr versicherte, daß er sie liebe (4:1-5). Die Sulamith äußerte den Wunsch, die Stadt zu verlassen (4:6), und er brachte weiterhin seine Bewunderung für sie zum Ausdruck (4:7-16a). „Möge mein Liebster in seinen Garten kommen und dessen erlesenste Früchte essen“, sagte sie (4:16b). Er antwortete auf diese Einladung: „Ich bin in meinen Garten gekommen, o meine Schwester, meine Braut“ (5:1a). Dann wurden sie von einigen Frauen aus Jerusalem aufgefordert: „Eßt, o Gefährten! Trinkt, und werdet trunken von Liebkosungen!“ (5:1b).

Die Sulamith hatte einen schlimmen Traum, und als sie ihn den „Töchtern Jerusalems“ erzählte und ihnen sagte, sie sei vor Liebe krank (Hoh 5:2-8), wollten sie wissen, was an ihrem Liebsten so außergewöhnlich sei. Daraufhin beschrieb die Sulamith ihren Liebsten voller Begeisterung (5:10-16). Auf die Frage, wo er sei, teilte sie ihnen mit, daß er in den Gärten die Schafe hüte (6:1-3). Wiederum begegnete Salomo der Sulamith und pries sie (6:4-10). Als sie zum Ausdruck brachte, daß sie die Gemeinschaft mit ihm nicht gesucht habe (6:11, 12), bat Salomo sie inständig zurückzukommen (6:13a). Das veranlaßte sie zu fragen: „Was seht ihr an der Sulamith?“ (6:13b). Diese Frage nutzte Salomo aus, um sie mit weiteren Ausdrücken der Bewunderung zu überschütten (7:1-9). Doch die Sulamith blieb unerschütterlich in ihrer Liebe und forderte die „Töchter Jerusalems“ auf, nicht die Liebe in ihr zu wecken, bis die Liebe sich geneigt fühle, in ihr spontan zu erwachen (7:10⁠—⁠8:4).

Allem Anschein nach erlaubte Salomo dann der Sulamith, nach Hause zurückzukehren. Als ihre Brüder sie kommen sahen, fragten sie: „Wer ist diese, die aus der Wildnis heraufkommt, an ihren Liebsten gelehnt?“ (Hoh 8:5a). Die Brüder der Sulamith hatten nicht bemerkt, wie unerschütterlich ihre Schwester in ihrer Liebe war. Einige Jahre zuvor hatte einer ihrer Brüder von ihr gesagt: „Wir haben eine kleine Schwester, die keine Brüste hat. Was werden wir für unsere Schwester tun an dem Tag, an dem man um sie werben wird?“ (8:8). Darauf hatte ein anderer Bruder erwidert: „Wenn sie eine Mauer sein sollte, so werden wir eine silberne Zinne auf ihr bauen, sollte sie aber eine Tür sein, werden wir sie mit einer Zedernplanke versperren“ (8:9). Da die Sulamith aber allen Versuchungen erfolgreich widerstanden hatte, indem sie mit ihrem eigenen Weingarten zufrieden war und loyal ihre Zuneigung zu ihrem Liebsten bewiesen hatte (8:6, 7, 11, 12), konnte sie zu Recht sagen: „Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme. In diesem Fall bin ich in seinen Augen wie die geworden, die Frieden findet“ (8:10).

Das Lied endet damit, daß ihr geliebter Hirte den Wunsch äußert, ihre Stimme zu hören (Hoh 8:13), und sie wünscht sich, daß er hüpfend über die Berge käme, die sie voneinander trennten (8:14).

Wieso nützlich. Das Hohelied veranschaulicht die Schönheit dauerhafter und gleichbleibender Liebe. Zwischen Christus Jesus und seiner Braut besteht ebenfalls diese unerschütterliche Liebe (Eph 5:25-32). Das Hohelied kann also diejenigen, die vorgeben, zur Braut Christi zu gehören, ermuntern, ihrem himmlischen Bräutigam treu zu bleiben. (Vgl. 2Ko 11:2.)



Quelle:
Einsichten über die Heilige Schrift, Stichwort "Hoheslied" auf jw.org

3

Das Hohelied (hebr. Schir Ha-Schirim = »Das Lied der Lieder«) 

ist das dritte Werk Salomos unter den heiligen Schriften.

 Es wird von vielen Auslegern verstanden als ein dichterisches Liebeslied, das vordergründig die Liebe des jungen Königs zu seiner ersten Frau beschreibt, bevor er der Vielweiberei verfiel. 

Doch dieses Lied, darin sind sich jüdische wie christliche Ausleger einig, beschreibt nicht in erster Linie die Liebesbeziehung des Königs Salomo mit Sulamit, seiner jungvermählten Braut.

http://www.way2god.org/de/bibel/hoheslied/

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Kommentar von SanFabHid
11.11.2015, 15:42

weist du was man mit Dichterisches Liebeslied meint?

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Kommentar von helmutwk
12.11.2015, 11:52

darin sind sich jüdische wie christliche Ausleger einig

Manche christliche wie manche jüdischen Ausleger, um genau zu sein.

Es hat mehrere Ebenen: einmal ist es eine Sammlung von Liebes- und Hochzeitsliedern. Von Liedern über erste zarte Liebe bis zu den Gesängen, die das Brautpaar auf die bevorstehende Hochzeitsnacht vorbereiten sollen und deshalb voller erotischer Anspielungen sind.

Somit ist es ein klares Zeugnis dafür, dass Sex nicht nur zum Kinderkriegen da ist, sondern als Ausdruck der Liebe zwischen Mann und Frau auch Spaß und Lust beinhaltet.

Die zweite Ebene ergibt sich aus der Anordnung der Lieder, die als Geschichte eines Liebespaar gedeutet werden kann. Da in Hochzeitsliedern Braut und Bräutigam als König und Königin dargestellt werden, ergibt sich daraus die Deutung auf Salomo und seine Frau Schulamith (der Name steht im Hohelied) - beißt sich ein wenig mit den Stellen, wo der Bräutigajn sagt, dass er mit seiner Liebsten besser dran ist als Salomo mit seine vielen Frauen ;) (HL 6,5; vgl. 8,11-12).

Die dritte Ebene ist die Liebe Gottes zu Israel, seiner Braut, und die vierte die Liebe Christi zur Gemeinde, seiner Braut. Wobei die letzten beiden Ebene zusammengehören (könnten also auch als eine einzige Ebene gezählt werden), weil Gott nur eineBraut hat und Israel und die Gemeinde eine Einheit darstellen.

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Liebe/r SanFabHid!

Ich sehe, dass du innerhalb kurzer Zeit viele Fragen über das Hohelied der Liebe gestellt hast. Es scheint ein Thema zu sein, das dich interessiert.

Doch in der Bibel finden sich zwei Hohelieder der Liebe.

1) Das Hohelied der Liebe von Salomo

2) Ein paar Verse im 1. Korintherbrief.

Wenn du mir in die Kommentare schreibst, warum du so viel über das Hohelied der Liebe wissen möchtest (Schulaufgabe, ehrliches Interesse, Verständnisfragen... ) und welches Hohelied du meinst, werde ich dir die Frage gerne beantworten.

LG, Cassie

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