Frage von blumenkoehl, 62

Das Gericht als Kehrseite der Reich-Gottes- Verkündigung, kann das jemand kurz erklären ?

Ich muss als Ersatz einer Klausur eine Hausarbeit im Fach katholische Religionslehre schreiben.

Mein Thema ist : Das Gericht als Kehrseite der Reich-Gottes-Verkündigung

ich habe schon einiges gelesen aber irgendwie verstehe ich nicht so ganz was das bedeutet bzw was genau gemeint ist.

Kann mir da jemand weiterhelfen und kurz erläutern ?!

Danke schonmal :)

Antwort
von aicas771, 26

Ein Grundschema in der Bibel ist folgendes:

Ich Gott möchte, dass du Mensch dich entscheidest, mit mir in Kontakt zu treten, eine Gebets- und Glaubensbeziehung mit mir zu unterhalten.

Dafür biete ich Gott dir Mensch viele Zusagen (als Lockmittel?), aber ich sage dir auch wer ich bin, wie ich bin, und was ich in der jenseitigen Welt tun werde (als Drohung?). Dort werde ich dich verantwortlich machen für das, was du in der diesseitigen Welt getan bzw. nicht getan hast, nach den Maßstäben, die ich dir in der Bibel veröffentlicht habe.

Man könnte also durchaus sagen, dass Gott den Menschen zu sich ziehen (mit den Verheißungen als Lockmittel) und zu sich schieben (mit dem Gericht als Drohung) will.

Kommentar von Falbe ,

Ich habe ja nichts dagegen , wenn du für Gott die " Ich-Form" wählst , aber  da passt das in Klammern gesetzte nicht herein , denn damit unterstellst du Gott eine geheime eher hinterlistige  Motivation , oder ? . 

Antwort
von Praeterismus, 13

Königreich der Himmel = Königreich Gottes

Im weiteren Verlauf werde ich die Ausdrücke 'Königreich der Himmel' und 'Königreich Gottes' synonym verwenden, da Jesus und seine Apostel dies bereits getan haben. Beim aufmerksamen Lesen, wirst du dies selbst entdecken.

Johannes der Täufer

Bereits Johannes der Täufer verkündete, dass das Königreich Gottes nahe gekommen war:

In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße! Denn das Königreich der Himmel ist nahe gekommen. (Matthäus 3:1,2)

Einige Verse später lesen wir, dass er zur selben Zeit vom bald kommenden Gericht spricht:

Als er aber viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? Bringt nun der Buße würdige Frucht; und meint nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag. Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen; seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. (Matthäus 3:7-12; Vgl. Lukas 3:7-9,17)


Er spricht vom kommenden Zorn. Beachte bitte seine bildhafte Sprache danach. Die Axt ist bereits an die Wurzel der Bäume gelegt. Wenn die Axt bereits an die Wurzel gelegt ist, dann lässt das Abhauen nicht mehr lange auf sich warten. Weiter sagt er, dass die Worfschaufel bereits in seiner Hand sei. In wessen Hand ist die Worfschaufel? In der Hand dessen, der mit Heiligem Geist und Feuer taufen wird. Dies kann nur Jesus Christus sein. Jesus hält also bereits die Worfschaufel in der Hand. Johannes bringt dies mit der Erntezeit in Verbindung. Die Erntezeit aber steht für das Gericht, wie wir noch lesen werden.

Das Königreich und das Gericht sind zwei Seiten derselben Medaille.

Jesus Christus

Jesus Christus greift das Motiv der Erntezeit in einem Gleichnis auf:

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg. Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Es kamen aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune! (Matthäus 13:24-30)

Später deutet Jesus das Gleichnis für seine Jünger:

Dann entließ er die Volksmengen und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers! Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, der Acker aber ist die Welt; der gute Same aber sind die Söhne des Königreiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen; der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel. Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun, und sie werden sie in den Feuerofen werfen; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. (Matthäus 13:36-42)

Auch Jesus verband also die Gerichtszeit mit dem Königreich Gottes. Das Königreich des Sohnes ist übrigens identisch mit dem Königreich Gottes, wie wir aus Matthäus und Markus erkennen können: 

Denn der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun.
Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, die werden den Tod keinesfalls schmecken, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Königreich.
(Matthäus 16:27,28)

Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Königreich Gottes in Kraft haben kommen sehen. (Markus 9:1; Vgl. Lukas 9:26,27)

Die Apostel

An die Gemeinde in Thessalonicher schreibt Paulus zur Ermunterung folgende Worte:

Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher in Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus: Gnade euch und Friede von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Wir müssen Gott allezeit für euch danken, Brüder, wie es angemessen ist, weil euer Glaube reichlich wächst und die Liebe zueinander bei jedem Einzelnen von euch allen zunimmt, so dass wir selbst uns euer rühmen in den Gemeinden Gottes wegen eures Ausharrens und Glaubens in allen euren Verfolgungen und Bedrängnissen, die ihr erduldet; sie sind ein Anzeichen des gerechten Gerichts Gottes, dass ihr des Königreiches Gottes gewürdigt werdet, um dessentwillen ihr auch leidet, so gewiss es bei Gott gerecht ist, denen, die euch bedrängen, mit Bedrängnis zu vergelten, und euch, den Bedrängten, mit Ruhe, zusammen mit uns bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer. Dabei übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus nicht gehorchen; sie werden Strafe leiden, ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er kommt, um an jenem Tag in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen bewundert zu werden, die geglaubt haben; denn unser Zeugnis an euch ist geglaubt worden. (2. Thessalonicher 1:1-10)

Die Thessalonicher erleiden Verfolgungen wegen dem Königreich Gottes. Die Verfolgungen waren ein Anzeichen für ihre bevorstehende Erlösung von dieser Bedrängung. Jesus würde Gottes gerechtes Gericht an den Verfolgern vollstrecken. Paulus sagt hier ganz deutlich, dass Gott die Verfolger bestrafen muss, um die Verfolgten zu belohnen! Das Gericht Gottes ist für die Gruppe der Verfolgten eine Belohnung, für die Gruppe der Verfolger ist es jedoch eine Strafe. Der Lohn für die Gerechten ist die Aufnahme in das Königreich Gottes.

Auf den Zeitpunkt des Gerichts werde ich jetzt hier nicht näher mit Begründungen eingehen, da es nicht zur gestellten Frage gehört.  


Antwort
von Gerhardraet, 35

Jesus und seine Anhänger glaubten, daß Gott selbst wenige Jahre nach dem Kreuzestod die Herrschaft auf Erden übernehmen werde. Und dann würde den "Ungerechten" der Prozeß gemacht und sie abgeurteilt werden.

Heute kann man das nur noch als einfältigen Wahn ansehen.

Kommentar von stine2412 ,

Du solltest die Bibel lesen, dann könntest du eine bessere Antwort geben. Jesus wird die Herrschaft über die Erde übernehmen für 10000 Jahre. Er wurde von seinen Jüngern gefragt, woran sie es erkennen können,  dass die Zeit gekommen ist. Aber nicht nur die Jünger damals interessierte das. Heute kann man diese Zeichen sehen, alle Zeichen in einem kurzen Zeitraum . 

Antwort
von mwesterhoff, 11

Kurze Anmerkung: in den Bereich gehört evtl auch das Prinzip von Saat und Ernte. Z.B.hier:

www2.livenet.ch/index.php/D/predigtFile/?download=96 Oder wenn man "was du säst wirst du ernten bibel" in die Suchmaschine eingibt. Beispiel: man "sät " Kohlekraftwerke und erntet Waldschäden. Oder man sät betontes Ego und erntet Einsamkeit. Umgekehrt: man sät Freude und bekommt sie mehrfach zurück. Die Frage ist auch, wann fängt das Gericht an? Schon hier,oder erst beim "Jüngsten Gericht"? (Ich halte dieses Thema eigentlich als zu umfangreich für eine Hausarbeit; vielleicht kann es eingegrenzt werden.)
Antwort
von Falbe, 14

Mit dem Gericht Gottes ist das so ähnlich wie , wenn man die Gebote im Führerschein nicht beachtet - vielleicht , weil man frei sein will alles zu tun , was man will - und daraufhin Unfälle baut mit allen Folgen . Dann kann keiner  sagen , das sei eine Strafe des Verkehrsamtes , sondern eine Folge des eigenen Willens und Handelns . Da muß derjenige , der die Regeln missachtet hat die Konsequenzen tragen . 

Genau so ist es im Reich Gottes : da sind uns Richtlinien angezeigt , mit denen wir uns lieber  beschäftigen sollten , damit bei uns keine Unfälle und Katastrophen geschehen . Das sind nur die Konsequenzen der Nichtbeachtung . 

Beim Verkehrgesetz gibt es bei Übertretung keine Gnade wenn es einem leid tut . Bei Gott gibt es Gnade , wenn man  zu Gott zurückkehrt und mit Ihm neu anfängt durch die Erlösung durch Jesus Christus . Zum Verständnis lies das Neue Testament in der Bibel . 

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