Hallo Qualia,
das ist mal eine interessante Frage.
.
Dafür spricht, dass die großen Weltreligionen patriachalisch organisiert sind. Wenn wir mal die relativ legeren Protesten außen vor lassen, wird dies gerade bei der katholischen Kirche sehr deutlich. Dort gibt es zwar immer wieder die Forderung nach der Frauenordination, aber bis heute sind diesbezüglich zumindest in der Amtskirche noch keine Erfolge zu verzeichnen. Anders sieht es vielleicht jenseits dessen aus. In Teilen der Kirche werden Frauen, wenn auch geheim, durchaus mal zu Priesterinnen geweiht und agieren dann verborgen.
.
Auch im Islam haben wir diese Entwicklungen eher nicht. Geistliche Frauen wird man dort vermutlich nur sehr selten finden, insbesondere weil die Frau generell dem Mann untergeordnet ist. Vielleicht als Vorbeter, aber nicht in den höheren Positionen. Ironischerweise verhält sich das im Privatleben diametral dazu. Zuhause, abseits der Öffentlichkeit, hat zuweilen eher die Frau in der traditionellen muslimischen Familie das Sagen.
.
Im Judentum spielt die Frau traditionell ebenfalls eine eher untergeordnete Rolle. Während Männer schon sehr früh religiös erzogen werden, wird Frauen diese Erziehung und Teilnahme am reliösen Wirken kaum zuteil. Das änderte sich zwar zu Anfang des 19. Jh in Teilen, aber nach wie vor ist auch diese Relgion eine Männerdomäne, wenngleich es Reformationsbewegungen und sogar einige weibliche Rabbiner gibt.
.
Nun funktioniert Forpflanzung als wesentlicher Bestandteil der Evolution aber auf verschiedene Art und Weise. So gibt es z.B. die asexuelle und die zwittige Forpflanzung, bei der das Geschlecht irrelevant ist. Darüber hinaus gibt es die sexuelle Fortpflanzung, der eine ganz besondere Rolle zuteil wird: Mehr Genetische Kombinationen ergeben mehr Vielfalt. Das wiederum führt zu einer höheren Anpassungsfähigkeit, höherer Fortpflanzungsfähigkeit und allgemein zu besseren Überlebenschancen. Aber auch zu mehr Probleme, weil ein kompatibler Partner gefunden werden muss.
.
Hier sehe ich die Rolle des Weibchens allerdings als wesentlich bedeutsamer an. Natürlich gibt es, wie Riara schon anmerkte durchaus Ausnahmen. Ganz klar. Aber widmen wir uns mal dem Brutpflegeaufwand, also den elterlichen Investitionen zur Erhöhung der Überlebenschancen ihres Nachwuchses. Schon die Produktion größerer Eier kostet mehr Energie, als die Produktion von Spermien. Hinzu kommen Schwangerschaft, Brut und die Versorgung des Nachwuchses. Während dieser Zeit stagnieren die Chancen auf Reproduktion seitens des Weibchens, die den Männchen jedoch nicht. Das erklärt auch, warum die Weibchen so extrem wählerisch sind, wenn es um die Auswahl eines Parners geht. Es gibt noch mehr Beispiele, aber das soll als Verdeutlichung reichen.
.
Ausgehend von diesen Erkenntnissen könnte man also durchaus schlußfolgern, dass sich die Machthaber der religiösen Patriachate von der Evolution bedroht fühlen könnten, weil es eine Herabstufung ihrer eigenen Dominanz gleichkäme. ;-)
Korrektur: Protesten -> Protestanten. ;-))