"Das Experiment" zeigt, wie schnell Menschen mit Macht überfordert sind und sich leiten lassen, bedingungslos Unrecht zu tun. Mich erschreckt Folgendes: Mein Enkelkind geht in die 5. Klasse und erzählt, dass ihre Lehrerin zwei Schülern der Klasse eine "gelbe Liste" gegeben hat. In diese sollen die beiden täglich diejenigen eintragen, die schwatzen. Am Ende des Tages wird die Liste von beiden Schülern ausgewertet. Diejenigen, die auf beiden Listen stehen, werden bestraft. Ich halte das für fatal. Die beiden Schüler, die die Liste führen müssen, geraten in einen Konflikt. Wollen sie der Lehrerin gehorchen verlieren sie ihre Freunde oder sie gewinnen "falsche Freunde". Alle Kinder sind in einer Situation der Abhängigkeit. Meine Tochter sagt, die Eltern wissen das seit der letzten Elternversammlung. Niemand erhob Einspruch. Meine Tochter stand allein auf weiter Flur. Ich will das Ganze angehen, ohne zu sagen, wer mein Enkelkind ist, damit sie keinen Repressalien ausgesetzt wird. Was würdet Ihr sagen? Steht mir die Einmischung überhaupt zu? Soll ich an die Öffentlichkeit gehen oder reicht ein Telefonat mit der Direktorin? Oder ist das alles gar nicht so schlimm ...?

Das ist schon der Hammer! Ich würde zunächst ein Telefonngepräch mit der Lehrerin führen und ihr deine Bedenken gegen ihr Experiment mitteilen. Sollte das nicht weiterhelfen, dann wirklich den Schulleiter anrufen/kontaktieren. Das kann ja nicht angehen. Ist eigentlich schon ein Fall für die Öffentlichkeit/Medien. Scheue dich nicht davor das zu erwähnen.
P.s. Das Schulamt wäre dann die nächste Instanz.

So züchtet man die nächste Blockwart-Generation. Mit der Lehrerin würde ich ein sehr ernstes Gespräch führen. War die mal bei der Stasi oder wo sind wir schon wieder?
Selbstverständlich steht dir eine Einmischung zu: es ist dein Kind. Wenn nicht dir - wem dann?
Genau! DH!!
Ihr werdet es nicht glauben: wir sprechen von einer Schule in Bayern!
doch, das glaub' ich sofort...
neomatt am 2. Oktober 2008 10:24 Ist zwar lange her, aber das Schulwesen in diesem Freistaat durfte ich 13 Jahre genießen - da glaub ich alles.
neomatt am 2. Oktober 2008 10:46 Wenn ich von meinen Erfahrungen ausgehe, liegst du mit deiner Befürchtung wegen der Repressalien übrigens verdammt richtig.
waggerla am 2. Oktober 2008 10:53 Am besten wohl beim Elternbeirat vorsprechen. Neomatt, wir haben da was gemeinsam..., bloß, genossen hab ich es nicht ;o)
Arwen45 am 2. Oktober 2008 10:24 na, dass passt doch nach Bayern, die hören ja auch alle auf ihren Pfarrer...
Ich würde mich direkt an die Schulpflegschaft/Klassenpflegschaft wenden.
Schulpflegschaft gibt es nicht. Habe Erkundigungen eingezogen. Es gibt einen Elternbeirat, da bin ich noch dran.
paedagogisch absoluter Unsinn, was hier gemacht wird!
ich wuerde hier sofort aktiv werden, egal wer die Liste fuehrt, das ist absolut nicht vertretbar!
P.S.: je mehr ich drueber nachdenke, desto dicker wird' mein Hals... auf die Barrikaden!! neomatt hat vollkommen recht!!!

Der Weg sollte der sein:
Lehrerin - keine Einsicht -> Schulleitung -> keine Einsicht -> Schulaufsichtsbehörde.
Solch eine Sache kann und darf nicht sein. Ganz fürchterlich so was, ich würde mit meinem Sohn lieber die Schule wechseln als zuzulassen, dass ihm solche Stasimethoden als völlig normal vermittelt werden.
GLG
Wieselchen
Hallo Wieselchen,
wir reden von einer Schule in BAYERN, nix mit Stasi und so ...
Wieselchen1 am 2. Oktober 2008 10:58 Das hatte ich schon gelesen, tigeroli, aber mir kommt es dennoch wie Stasimethoden vor.
LG
Wieselchen
... und ich sitze in Thüringen und dachte, mein Enkelkind ist gut aufgehoben ...
Wieselchen1 am 2. Oktober 2008 11:03 Ich wage mal zu behaupten, dass man bei euch in Thüringen wesentlich kritischer solchen Dingen gegenübersteht als hier in der "heilen Welt" des Westens... zumindest schätze ich das anhand meiner ostdeutschen Bekannten so ein...
LG
Wieselchen

In den USA gibt es ein berühmtes Experiment, das eine Soziologin mit KiGa Kindern (erste Klasse) gemacht hat. Sie hat ihnen erzählt, blaue Augen wären gut, gescheit und besser; braune Augen wären schlecht, faul und dumm. Am Ende des Tages waren die Kinder total geteilt, die Blauaugen fühlten sich super und übten Druck auf die andren aus, die Braunaugen fühlten sich nur mies. Die Soziologin hat es den Kindern dann erklärt und den Gruppenzwang aufgehoben. In einer Dokumentation wurden die Kinder von damals, nun erwachsen, befragt. Man konnte durchaus erkennen, was dieser eine Tag für Schaden angerichtet hat bei den Braunaugen.
Warum ich das hier anführe? Weil tigeroli diesen Versuch als Beispiel anbringen kann, welchen Schaden man mit solch obstrusen Methoden angerichtet.
Vielleicht finde ich noch eine Referenz zu dem Experiment für Dich!
waggerla am 2. Oktober 2008 10:41 Die Dokumentation heißt A Class Divided. Der Link dazu (in englisch) http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/shows/divided/etc/synopsis.html
Es handelte sich um Drittklässler. Datum 1968.
DH!!!
Baiana am 2. Oktober 2008 12:43 Mich hat es an "Blueeyed" erinnert - das ist wohl die Doku zu dem Augenexperiment, welches ich komplett menschenverachtend finde! http://www.newsreel.org/nav/title.asp?tc=cn0015
.
Ich seh gerade, dass wir von demselben Experiment sprechen - einfach krass!

Das kann böse enden. Siehe das Buch "die Welle".
98spike am 2. Oktober 2008 10:16 Ich meine sogar dieses Buch war real, hatte das nicht ein Lehrer in den Staaten diesen Versuch tatsächlich gestartet. Ist schon so lange her das ich es gelesen habe.
Nesquick am 2. Oktober 2008 10:18 Ich glaube es ist eine wahre Begebenheit aus einer englischen Schule.
kaesbrot am 2. Oktober 2008 10:19 Doch! Das fand Ende der 1967 in den Staaten statt.
Nesquick am 2. Oktober 2008 10:21 ok :)
waggerla am 2. Oktober 2008 12:39 Ich hab das Buch in den 80-ern gelesen, also muß die Begebenheit der "Welle" schon in den 70-ern gewesen sein. Es gab damals sogar schon einen TV Film, und jetzt wurde es nochmal verfilmt.
Die Begebenheiten der "Welle" sind real. Es gibt auch einige psychologische Experimente, die diese gut-böse Einteilung und Gruppenmentalität erkunden wollten. Das berühmteste Experiment wurde an der Stanford Universität durch Dr. Zimbardo durchgeführt. Das Experiment verlief katastrophal und musste abgebrochen werden. Siehe Wiki "Stanford Prison Experiment"
Das andere, Schulexperiment habe ich extra aufgelistet.

Ich finde es bei 5.Klässlern auch ziemlich bedenklich. Die Lehrerin muss schon eine super-Pädagogin sein, um das abfangen zu können, was sich da im schlimmsten Fall verselbstständigen kann (!! muss nicht, kann!!).
Mein Vorschlag: die Mutter soll nochmal mit anderen Eltern über die Bedenken reden. Vielleicht haben viele Eltern die Einstellung "das ist die Lehrerin, die wird schon wissen, was sie tut". Und dann mit mehreren Eltern zusammen nochmal das Gespräch mit der Lehrerin suchen. Wenn die anderen Eltern nicht mitziehen, muss die Mutter wohl alleine das Gespräch mit ihr suchen.
Wie geht es denn deiner Enkelin mit diesem Experiment?
Die Mutter ist die Jüngste in der Elternschar und wir nicht ernst genommen. Mein Enkelkind beschwert sich. Sie wurde aufgeschrieben, obwohl die Lehrerin noch gar nicht in der Klasse war, es hatte aber schon geklingelt, also mussten die Kinder sie aufschreiben. Eine von den beiden ist ihre beste Freundin. - Es läuft alles wie im Film ....
Es gibt eine einfache Methode das zu unterbinden. Mit den Schülern reden dass die das nicht mitmachen sollen. Dann scheitert dieses Experiment. Aber nur wenn alle sich dran halten :)
Wir sprechen von 10jährigen! Die Liste führen immer die beiden gleichen Schüler, die sich damit schon als "Elite" sehen.
Haben 10Jährige deiner Ansicht nach keinen Willen und keine Meinung? Komisch. Ich habe 5 Kinder, die schon immer seit Beginn der Schule eine Meinung hatten (bis auf die Kleinste, die ist 14 Monate und weiss auch schon was sie nicht will).
Na klar haben die eine Meinung! Aber sie doch von der Lehrerin abhängig! Das ist ja der Konflikt, in den sie geraten, und zwar alle Kinder, die, die Liste führen ebenso wie die, die aufgeschrieben werden!
Das Experiment wird an vielen Schulen durchgeführt, um Schülern die Wirkung von Manipulation zu erklären. Allerdings sind 5.Klässler noch nicht in der Lage ein solches Experiment zu verstehen. Daher hat die Lehrerin die Schüler überfordert. Ich würde an das Landesschulamt einen Brief schreiben und nachfragen was das soll.
@petra066: auch wenn ich dir voll zustimme, dein Vorschlag waere das beste, wenn es denn funktionieren koennte... Dennoch: sei dir bewusst, dass nicht alle 10-jaehrigen diesen Mut und diese Standfestigkeit aufweisen, die du forderst. Da liegt ja genau das Problem in der Geschichte, leider sind sehr viele Menschen anfaellig fuer so etwas, harmlos faengt es an, oft bleibt es harmlos, manchmal eben nicht... Meiner Meinung nach ist die Situation zu hahnebuechen, da muessen Erwachsene mit Sinn und Verstand eingreifen. LG
Nesquick am 2. Oktober 2008 10:41 @bullet - Wenn denn hier wirklich ein Experiment stattfindet, wäre es angebracht gewesen, die Eltern VORHER zu informieren. Ich bezweifle aber, dass es sich um eine pädagogische Maßnahme handelt, die den Kindern bewußt machen soll, in welcher Gefahr sie sich befinden.
waggerla am 2. Oktober 2008 10:45 Ach, wenn die Welt doch nur so einfach wäre! Wir gehen hin und sagen "macht nicht mit!" und alle machen nicht mit. Lies mal das Buch "Die Welle", vielleicht lernst Du da noch was zum Thema Gruppenzwang. Einzelne Kinder mögen schon den Mund aufmachen, wenn ihnen was nicht passt, in der Gruppe ist die Dynamik aber vollkommen anders, besonders, wenn es von einer Vorgesetzten unterstützt wird.

Völlig indiskutabel, da die Objektivität keinesfalls gewährleistet werden kann. Außerdem sind Schüler mit dieser Aufgabe völlig überfordert, da es in ihr Ermessen gestellt wird, wen sie als "meldenswert" einschätzen und wen nicht. Auseinandersetzungen sind damit vorprogrammiert. Pädagogisch ein völliger Missgriff.
Das haben die bei uns in der 5. auch gemacht.Aber wir haben uns alle geweigert und dann wurde das abgeschafft.
ich finde das auch eine sehr fragwürdige methode! aber ob du dich einmischen solltest? verstehe nicht, warum die eltern nicht alarm schlagen! lg
Nesquick am 2. Oktober 2008 10:17 Zitat: aber ob du dich einmischen solltest? DAS ist genau der Punkt ! Sollen es doch die Anderen machen. ..kommt mir bekannt vor.
Ich glaube, die haben gar nicht begriffen, was das bedeutet. Meine Tochter hat jedenfalls niemand verstanden.
Eselin am 2. Oktober 2008 10:27 Ja, ich denke auch, dass viele Eltern es einfach noch nicht kapiert haben, was das bedeuten kann, was da abgeht.
neomatt am 2. Oktober 2008 10:31 Den Leuten fehlt Wissen, nicht nur geschichtliches.
Wer nichts weiß muss alles glauben.
Heute morgen hab ich im Radio ein paar Sachen gehört, die so allgemein von der Zeit vor 1989 geglaubt werden - da rollen sich einem die Fußnägel auf!
Nesquick am 2. Oktober 2008 10:46 Wissen ist frei erhältlich. Deshalb wissen so wenige. Wissen sollte kostenpflichtig sein, dann wäre es interessant genug. Wie wärs mit einer Wissens-Flat für 29,90 €/monatl.?
waggerla am 2. Oktober 2008 10:50 Ja, und am besten auf YouTube anbieten, dann kriegts auch der Letzte noch mit. Hab heute erst ein YouTube Filmchen bekommen zum Thema Wählen gehen in den USA. Weil sonst hört ja keiner hin.
waggerla am 2. Oktober 2008 10:48 Ignorance is bliss
Das ist ja unter anderen Bedingungen als zB.im Film. Ich denke, dass es ausserdem freiwillig ist, wer daran Zweifel hat, der wird sicher nicht gezwungen werden teilzunehmen. Ich denke, dass es eine interessante Erfahrung sein kann.
Mit Deiner Meinung kann ich nichts anfangen. Ich glaube, Du hast die Frage nicht verstanden.

Ich finde es auch nicht richtig, was die Lehrerin da macht.

Sprich nochmal mit Deiner Tochter ob ihr nicht zusammen nochmal mit dem Vertrauenslehrer vielleicht sprecht.

argh Sag mal BLÖD können Menschen iegentlich werden? Das ist komplett unverantwortlich, wie sollen bitte 10-Jährige kinder verstehen was da passiert? Es ist fürchterlich, kinder als Versuchsobjekt zu missbrauchen. Ich würde sofort mit der Lehrerin sprechen...oder zur Schulleitung gehen.
Hallo, ich würde erst mal mit der Lehrerin reden und dan mit dem Direktor oder Derektorin. Hilft das nicht gibt es das Schulamt die Speziell für das Recht der Kinder da sind. Ich hatte so etwas ähnliches und mein Kind wurde des wegen von Schule verwiesen. Eher gsagt die Lehrein hatte ihn nicht mehr Schulen wollen. Der direktor wollte das dan in eins bis zwei Wochen klären was mir dann zu lang war. darauf habe ich mich an das schulamt gwändet und die haten die Sache noch am selben Tag geklärt mit dem Vermerk auf die Lehrerin ein Auge zu werfen.
Lg Susi