Frage von Liebschy, 38

Das erste mal Kontakt mit dem Vater?

Überraschenderweise hat mich mein Leiblicher Vater vor 2 Tagen bei Facebook gefunden. Soweit ich mich noch dunkel erinnern kann, ist mein Vater als ich 4 war, abgehauen. 1998 ist meine Mutter gestorben (da war ich 11) -> da kam er zur Beerdigung und mich auch kurz zuhause besuchen. Schon damals war es einfach nur ein Fremder (und ich hatte ja noch mit dem Tod meiner Mutter zu kämpfen). jetzt bin ich 29 (männlich) und habe eigentlich nie was mit ihm zu tun gehabt.

Er schreibt dass er das mit dem Kontakt vor sich her geschoben hat und auch angst davor hatte. Er ist glücklich dass er mich gefunden hat.

Soweit kann ich es schon irgendwie nachvollziehen/verstehen. Aber jetzt weiß ich nicht wie ich von meiner Seite reagieren soll? Irgendwie ist es ja "cool" seinen leiblichen Vater zu finden aber ehrlich gesagt weiß ich nicht was ich jetzt mit ihm machen soll (klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöd) - was soll diese Verbindung jetzt noch bringen? Will er nur sein schlechtes gewissen beruhigen? Jetzt wo er alt ist? (ja, das kann er mir nur selbst sagen). Wenn sich meine tote Mutter gemeldet hätte, dann wäre ich vor freude in die Luft gegangen - aber so, ist einfach nur ein Fremder der mich gezeugt hat. Habe meinen Vater nie vermisst (was man nicht kennt, kann man nicht vermissen) - deswegen stehe ich hier grad achselzuckend da und schau wie ein Schwein ins Uhrwerk.

Habt ihr vielleicht ähnliches erlebt? Was habt ihr gemacht? Wie gut war letztendlich der Kontakt NACH dem "Erstkontakt"? Kotzt euch ruhig aus -> ich brauch viel hilfe :-)

Antwort
von Charlieee001, 13

So etwas hab ich öfters.. Zwar nicht mit meinem Vater sondern mit der Familie meines Vaters.. Ich bin jetzt 16 Jahre alt.. hab kaum Kontakt zu meinem Vater seit jetzt fast 4 Jahren weil ich es einfach nicht möchte .. Aber ab und zu lerne ich dann mal die ein oder andere Cousine kennen und die eine oder andere Tante und oder Onkel. Und jedes mal hab ich diesen Personen gesagt ( sie sind alle weit über 30) " ich brauche dich jetzt nicht mehr kennen lernen! Du hattest die ganze Zeit die Chance mich kennen zu lernen aber du wolltest mich nicht also wieso soll ich dich denn jetzt bitte wollen" und dann habe ich Ihnen noch einen schönen Tag gewünscht.. Was böse gemeint und auch so gesagt wurde und dann bin ich gegangen! Vielleicht versuchst du einfach mal deinen Vater jetzt kennen zu lernen und zu gucken ob du warm mit ihm wirst.. Er wird dir sicherlich noch so einiges sagen warum das alles später passiert ist!
Viel Glück :)

Antwort
von wilees, 16

Viel interessanter einscheint mir noch die Frage, warum er den Kontakt nicht zumindest nach dem Tod Deiner Mutter gesucht hat.

Antwort
von peterobm, 17

du hast Fragen über Fragen; die Antworten bekommst nur noch bei deinem "Vater". Bisher kennst du nur die Gespräche mit deiner Mutter - das Leben hat aber immer 2 Seiten

warum hat er euch verlassen; warum hat er sich nie gemeldet - diese Antworten bekommst. 

du kannst doch jederzeit den Kontakt wieder abbrechen.

würde zum Anfang erst mal nur den schriftlichen Kontakt wählen, dann kann auch ein späteres Treffen nicht ausgeschlossen werden. 

Eile mit Weile - du kannst nur gewinnen

Kommentar von Liebschy ,

Dass ist ja das. Ich habe keine Fragen. Ich bin ihm auch nicht böse. Aber anscheinend ist meine reaktion auch nicht normal? Ich habe keine Fragen und bin ihm nicht böse. Schräg :-D 

Kommentar von peterobm ,

was du machst ist EINZIG deine Entscheidung

bedenke, die Mutter hast verloren, nun kannst du wieder einen Vater haben

Antwort
von NameInUse, 15

Sag ihm das doch genauso; wo war er, als Deine Mama gestorben ist? Bei wem warst Du da, er hat dich ja nur kläglich im Stich gelassen.

Die Geschichten von anderen helfen Dir nicht, sowas ist sehr vielschichtig, mit allem drum und dran, charakterliche Eigenschaften usw.

Frage Dich, ob Du Dich um die Chance bringen willst ihn kennen zu lernen, was hast Du zu gewinnen, was zu verlieren. Du kannst ja auch hart mit ihm ins Gericht gehen.


Kommentar von Liebschy ,

Ehrlich gesagt interessiert es mich jetzt nicht so doll wieso und warum er gegangen ist - das ist jetzt schon so lange her. Mir geht es jetzt eher um das hier und heute. Vielleicht stimmt ja auch was mit mir nicht - ich empfinde keine freude oder hass und dergleichen. Ich fühle mich neutral (also dass sich mein Vater gemeldet hat). Mir kommt es so vor als ob ich gerade ein Angebot bekomme: "Hey, nur heute gibts für dich gratis einen Vater -> nimm es doch an, du hattest doch nie einen". ;-) Ich weiß nicht wie ich es sagen soll... klar er hat mich gezeugt, aber sonst ist es wirklich nur ein x-beliebiger Mann. Was macht man mit einem Vater? Was ist meine Aufgabe? Sollte ich etwa sauer auf ihn sein dass er nie da war? Das bin ich nicht. Er war halt nicht da. Aber jetzt wo ich meinen Text so lese, scheint mir mein Vater egal zu sein. Vielleicht ist es ja genau die eine Eigenschaft die ich von ihm geerbt habe ;-) Aber danke dass mir ein bisschen auf die sprünge geholfen hast

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