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Darwin als Verächter der Menschheit?

Frage von BucketHead BucketHead

Hallo,

also, ich muss in meiner GFS das Thema "Darwin, Menschenbild im Wandel der Zeit" bearbeiten. Nur gehört dazu auch die (von meinem Lehrer gestellte) Frage ob Darwin ein Verächter der Menschheit war.. Blöderweise weiß ich nich was damit gemeint is.. Ich hab mir jetz einige Dokus angeschaut aber was genau er da von mir erwartet is mir schleierhaft o0.. Könnte mir vorstellen das irgendwas im Bezug auf das Euthanasieprogramm der Nazis und die Rassenhygiene kommen soll bzw. Sozialdarwinismus und Folgen.. hat aber nich viel mit Darwin und der Frage ob er persönlich ein Verächter der Menscheit war zutun.. Auch nahdran kommen könnte was vonwegen die 3 Kränkungen der Menscheit von Freud.. sagt mir einfach was ihr dazu denkt ;).

Für alle Schlaumeier: Nein, ich möchte keine GFS von euch sondern auschließlich eine kurze Antwort auf die Frage / was mein Lehrer damit meint / erwartet. PS: Die GFS ist Morgen, d.h. ich kann ihn nich mehr fragen.. Danke =)

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Antworten (4)

  • 8
    Antwort von erweh erweh

    Also das Darwin ein Verächter der Menschheit war, leiten bibeltreue Schwachköpfe, besonders in den USA, daher ab, das ja nach seiner Evolutionstheorie der Mensch vom Affen abstammt, jetzt mal sehr vereinfacht dargestellt.

    Die Kreationisten, die ja nach wie vor behaupten, das die Welt vor ca 6.000 Jahren geschaffen wurde, also auch Adam und Eva, fühlen sich natürlich überhaupt nicht wohl mit dieser Theorie von Darwin. Deshalb betrachten sie ihn als Menschenverächter, weil ja ihrer Meinung nach der Mensch, nicht nur die Krone der "Schöpfung" ist, sondern auch niemnals von anderen "niederen Kreaturen" abstammen könnte.

    Dir darüber ein Urteil zu bilden überlaß ich jetzt Dir selber.

  • 4
    Antwort von Dummie42 Dummie42

    Darwin war ganz sicher kein Verächter der Menschheit und ich denke, du bist da schon auf dem richtigen Weg.

    Eine der drei großen Kränkungen des Menschen ist ja nun die darwinsche Erkenntnis, dass der Mensch eben kein gesondertes, höchstes, von Gott erschaffenes Wesen auf Erden ist, sondern einfach ein durch Evolution entstandenes Säugetier, dass sich von seinen nächsten Vettern, den Primaten, was die DNA betrifft, nur geringfügig unterscheidet. Die zweite Kränkung ist die Erkenntnis, dass unserer Erde nur ein kleiner Planet in einer unbedeutenden Galaxie ist und die dritte verdanken wir Freud, der erkannte, dass der menschliche Geist nicht frei sondern seinen Trieben unterworfen ist.

    Dazu kam noch seine Erkenntnis des "survival of the fittest", womit er meinte, es überlebt immer die am besten an die Umwelt angepasste Version einer Spezies. Das muss aber keinesfalls das stärkste Exemplar sein. Ist z.B. das Nahrungsangebot knapp, haben diejenigen einen Vorteil, die weniger Nahrung brauchen, weil sie klein und schmächtig sind.

    Stattdessen haben dann Rassenfanatiker das "natürliche Überleben des Stärkeren" daraus gestrickt und Dinge wie die Euthanasie oder eben auch Rassenhygiene damit begründet.

    Darwin hat das bestimmt nicht gewollt.

    Kommentar von BucketHead BucketHeadBucketHead

    Super, danke, so eine Antwort hatte ich mir erhofft (auch ein herzliches Dankeschön an erweh ;)).

    Noch eine kleine Frage: Der Sozialdarwinismus ist praktisch der Darwinismus aus dem Ökomischen/Wirtschaftlichen Sektor gesehen oder? Auch ein Grund neben der Rassenidiologie der Nazis da geistig und kpröerlich Behinderte ja keine "anständige" Arbeit vollrichten konnten.

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    RatgeberHelden Antwort von Merzherian Merzherian

    Swn Begriff Sozialdarwinismus finde ich sehr gut in dieser Kopie aus Wiki unter Einbindung der Evolutionstheorie beleuchted.

    KOPIE

    Sozialdarwinismus aus Sicht moderner Evolutionstheorie [Bearbeiten]

    In der Biologie hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass evolutionäre Vorgänge nicht von einer Höherentwicklung begleitet werden, ja dass eine objektive Einteilung der Lebensformen in höhere und niedrigere Gruppen grundsätzlich unmöglich ist.[126] Genetische Untersuchungen haben die Existenz eines biologisch begründbaren menschlichen Rassenbegriffs, auf dem Rassentheorien und die Ideologie vom „Herrenmenschen“ beruhen, in Frage gestellt.[127]

    Anhänger des Sozialdarwinismus geben dem Begriff des Survival of the Fittest in der Regel eine Umdeutung, die durch den biologischen Zusammenhang, in den Darwin ihn stellte, nicht gedeckt ist. Laut Darwin war nicht das Überleben an sich, sondern die Zeugung möglichst vieler überlebens- und fortpflanzungsfähiger Nachkommen Grundlage biologischen Erfolges.[128] Die Formel "survival of the fittest" wird im Deutschen oft fehlerhaft übersetzt: Dabei meint sie nicht grösste "Fitness", sondern beschreibt die Anpassungsfähigkeit einer Art an die jeweils herrschenden Umweltbedingungen. Dazu zeigt sich, dass sowohl die von Sozialdarwinisten abgelehnte genetische Vielfalt als auch die Existenz altruistischer Verhaltensweisen in der Natur weit verbreitet sind und sich meist positiv auf die evolutionäre Fitness einer Art auswirken. Ein früher Kritiker herkömmlicher sozialdarwinistischer Theorien auf der Grundlage einer Theorie der Kooperation war der Anarchist und Geograph Pjotr Alexejewitsch Kropotkin mit seinem 1902 erstmals erschienen Buch Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt.[129][130] Eine aktuelle Theorie der symbiotischen Evolution vertritt Lynn Margulis.[131][132]

    Der Versuch, mittels einer an der Tier- und Pflanzenwelt orientierten Theorie menschliche Beziehungen erklären zu wollen, ist ein Analogieschluss, der nicht ohne Zusatzannahmen gerechtfertigt ist. Insbesondere ein biologistischer Determinismus wird weithin abgelehnt, da die gesellschaftliche Entwicklung von einer Wechselwirkung von genetischen und kulturellen Faktoren gekennzeichnet ist.[133] Der Mensch kann sich mit anderen Worten durch Veränderung seiner Gene, seiner Kultur oder einer Kombination aus beidem anpassen.[134]

    Zum anderen lässt sich die von Sozialdarwinisten in der Regel unterstellte Unterscheidung zwischen normalen Bedingungen der „natürlichen“ Selektion und einer künstlich bedingten Unterdrückung des Selektionsmechanismus in der Industriegesellschaft aus wissenschaftlich-deskriptiver Sicht nicht aufrechterhalten; der Mensch sei demnach auch in der Industriegesellschaft den „generellen biologischen Gesetzen“ unterworfen.[135]

    Gegen die These der sogenannten genetischen Degenerierung durch den Zivilisationsprozess bringen Dobzhansky und Allen als weiteres Argument, dass genetische Defekte oder Selektionsnachteile oft keine absoluten Größen sind, sondern umweltabhängig entweder Vor- oder Nachteile darstellen können. Was sich vor dem Hintergrund einer normativen Vorstellung von „natürlicher Umwelt“ einen Nachteil ist, kann in der tatsächlichen, kulturell geprägten Umwelt dauerhaft ausgeglichen werden oder sogar Vorteile mit sich bringen. Deshalb führt das Nachlassen des Selektionsdrucks notwendig dazu, dass „schlechte“ Gene weniger problematisch sind als zuvor.[136] Im Darwinismus kann „Anpassung“ (fitness) nicht anders als über relativen Erfolg bei der Reproduktion definiert werden. Dazu stehen Theorien der wohlfahrtsstaatlichen Degeneration durch vermehrte Reproduktion sozial Schwacher im krassen Widerspruch, die die Anpassungsfähigkeit auf absolute Weise und damit unabhängig von der aktuellen Umwelt bestimmen wollen.[137]

    Aus philosophischer Sicht wird die Gleichsetzung eines biologischen Ist-Zustandes mit einem moralischen Soll-Zustand grundsätzlich abgelehnt (Humes Gesetz, Naturalistischer Fehlschluss).[138] Insbesondere der im Rahmen des Biologismus anzutreffende Versuch, aus der Natur Wertvorstellungen für die menschliche Gesellschaft abzuleiten, stellt als „Appell an die Natur“ logisch gesehen ein irrelevantes Argument (Ignoratio elenchi) dar.

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    Antwort von coeleste coeleste

    die selektionstheorie könnte man als verächtlich verstehen

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