Projekte der Entwicklungshilfe: Nach welchen Gesichtspunkten kann man solche Projekte darstellen und analysieren?

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2 Antworten

War das Projekt überhaupt notwendig? Oft projizieren wir unsere Vorstellungen , was gut und richtig ist, z.B. auf die Afrikaner. Könnte das Projekt nicht auch ohne fremde Hilfe realisiert werden?Oder ist es ein Projekt das aus Eigeninitiativen entstanden ist, damit Selbstbewusstsein und das Eigenwertgefühl der Menschen aufgebaut wird ? ( Eigene Initiativen geben den Leuten ihre Würde zurück, denn die meisten Afrikaner wollen etwas leisten und den Unterhalt für sich und ihre Familie selbst verdienen)Gibt es grundsätzliche Zielvereinbarungen für eine -notwendige- Unterstützung - wie selbsttragende Entwicklung , elementarer Menschenrechtsschutz, transparente Rechnungslegung?Werden die Informationen über jedes einzelne Projekt öffentlich zugänglich werden, samt den Informationen zum wirtschaftlichen Zweck, zu den Kosten und Leistungen der Empfänger?Transparenz ist die Grundlage für Selbstbestimmung und Mitgestaltung; gleichzeitig ermöglicht sie breite Partizipation und beugt der Korruption vor. Zugleich sollten alle Leistungen an überprüfbare Bedingungen geknüpft werden. Verständnis für Missstände, Korruption und Menschenrechtsverletzungen hat da keinen Platz.


Generelle Bemerkungen:Entwicklungshelfer sind Fremde, ihre Werte sind nicht die Werte der Bevölkerung. Entwicklungshelfer wissen in der Regel viel zu wenig über die Sozialstrukturen, Kulturen, Normen, Mentalität und Traditionen ihrer Einsatzgebiete. Ist "westlicher Standard" mit afrikanischen Wertesystemen-zumindest auf dem Land- möglicherweise unvereinbar? Wir müssen versuchen die tiefer liegenden Ursachen zu ergründen und verstehen. So werden afrikanische Verhältnisse an westlichen Vorstellungen eines modernen Staates gemessen und dabei die ganz anderen historischen und soziologischen Voraussetzungen in Afrika missachtet. Es herrscht eine doppelte Mentalität - die traditionell verwurzelte und die neue, die Erziehung und Bildung geschaffen haben. Diese Gegensätze sind möglicherweise die Hauptgründe für das Nichtgreifen von Hilfsmaßnahmen. Kritiker der Entwicklungshilfe bemängeln, dass es an Respekt gegenüber afrikanischen Kulturen mangelt und die Bevormundung beendet werden müsse. Gute Absichten hören sich zwar gut an, bewirken aber oft wenig. Es fehlt oft ein realistisches Maß für angebotene "Projekte". Statt einer sechsstelligen Summe, reichen in Afrika oft schon 10.000 Euro. Ich habe auch aberwitzigen Doppel- oder Mehrfachförderungen erlebt.Volker Seitz, Botschafter a.D./Buchautor

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Auswirkungen (positive und negative)

Wirtschaftlichkeit (Verhältnis Kosten/Nutzen)

Nachhaltigkeit (Wie lange bleiben die Effekte nach Beendigung des Projekts)

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