Frage von JanaJana07, 547

Darf Vermieter Prostitution untersagen?

Als Prostituierte bin ich ja keine Gewerbetreibende, darf mein Vermieter mir meine Tätigkeit untersagen mit der Begründung das das Ausführen von Gewerbe in dem Haus nicht erlaubt ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 182

Wenn eine gewerbliche Nutzung einer Wohnung untersagt ist, heißt das nicht

a) dass man in der Wohnung kein Gewerbe angemeldet haben darf

b) dass man die Wohnung nutzen darf, um darin Geld zu erarbeiten/verdienen.

Was meine ich:

Gewerbliche Nutzung meint nicht zwingend, dass ein Gewerbe angemeldet sein muss, sondern dass die Wohnung genutzt wird, um Geld zu verdienen. Es ist weder gewerberechtlich noch steuerrechtlich von Belang, sondern allein die Tatsache, dass in der Wohnung Geld verdient wird, ist gewerbliche Nutzung.

Das bedeutet wiederum auch nicht, dass es verboten ist, eine Wohnung als Firmensitz zu nutzen. Man stelle sich einen Freiberufler vor, der in einem Arbeitszimmer Computerprogramme schreibt, um diese dann ausschließlich außerhalb der Wohnung seinen Auftraggebern zu übergeben. Es findet keinerlei Publikumsverkehr statt und auch sonst gibt es keine störenden Geräusche, Gerüche o. ä., die die Wohnsituation der übrigen Bewohner beeinträchtigt.

Andererseits darf jeder so viele Besuche empfangen, wie er mag. Die Besucher können sich tagaus tagein buchstäblich die Klinke in die Hand geben. Solange es wirklich nur private Gäste sind, mag das zwar für die anderen Bewohner störend sein, aber es ist nicht verboten.

Wenn aber diese Besucherfrequenz dadurch hervor gerufen wird, dass eine sehr unterhaltsame Dame ihren Freundinnen die Fingernägel feilt, poliert und anmalt und sie dafür auch Geld bekommt, ist es gewerbliche Nutzung und damit kann es von vornherein durch entsprechende mietvertragliche Vereinbarung verboten sein.

Nun könnte man zwar sagen, dass das ja niemand mitbekommt, was da so hinter verschlossener Wohnungstür läuft, aber ein "wohlgemeinter" Tipp einer "Freundin" an die Hausverwaltung könnte dazu führen, dass diese auch mal jemand schickt zur "Klauen"-Pflege und diese Kundin protokolliert dann alles, was in dem Nagelstudio vor sich geht und schon ist der Laden aufgeflogen. Ab dem Moment hilft alles Beteuern nichts, dass doch nur die Freundinnen zum Kaffeeplausch kommen.

Genauso ist es für eine Prostituierte. Sobald klar ist, was in der Wohnung läuft, ist es gewerbliche Nutzung und kann damit auch untersagt werden. Eigentlich ganz einfach.


Kommentar von JanaJana07 ,

Damit kann man was anfangen, danke dir

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung. Weiterhin gute Geschäfte, wenn auch vielleicht nicht in der Wohnung.

Expertenantwort
von RFahren, Community-Experte für Prostitution & Sex, 290

Wenn der Vermieter und/oder andere Mieter ein Problem mit Deinem Gewerbe haben, dann hast Du schlechte Karten - siehe:

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/f1/fotomodell.htm

Allein wegen "moralischer Bedenken" ist eine Kündigung zwar in der Regel nicht zulässig - aber mit "ist ja kein Gewerbe" kannst Du Dich vermutlich nicht rausreden... .

Statt sich in einer bestehenden "Modelwohnung" einzumieten wäre evtl. auch ein FKK- oder Saunaclub eine Alternative. Da ist dann (im Gegensatz zur eigenen Wohnung) auch für die Sicherheit gesorgt, vor Deiner Haustüre lungern keine "Fans" herum, Du brauchst keine Werbung schalten, kannst selbst auf Männer zugehen, freche, unverschämte, ungewaschene und besoffene Gäste gleich ablehnen und Kosten hast Du nur an Tagen an denen Du arbeitest... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Antwort
von DerHans, 139

Der Vermieter darf in einem reinen Wohngebäude JEDES Gewerbe untersagen.

Zumal es sich hier ja auch noch um Publikumsverkehr handelt.

Antwort
von musikuss78, 117

Also erstmal ist Prostitution in der Regel ein Gewerbe, da Du ja geschäftsmäßig arbeitest, also das Ziel hast, damit Geld zu verdienen.

Wohnungen sind in der Regel zum Wohnen da und können nicht einfach so zu Geschäftsräumen umgewandelt werden. Wer ohne Absprache mit dem Vermieter ein Gewerbe in der eigenen Wohnung ausübt, muss sogar mit der fristlosen Kündigung rechnen.

Es gibt aber die Ausnahme einer »teilgewerblichen Nutzung«, in in bestimmten Berufsgruppen durchaus möglich sind. Maßgabe sind da vor allem, dass es keinen Kundenverkehr und keine Mitarbeiter gibt, die ein- und ausgehen sowie dass es die anderen Mietparteien nicht stört.

Selbst dann ist eine Genehmigung vom Vermieter erforderlich, die er (sofern die Regeln stimmen) aber auch nicht verwehren kann. Ich als Online-Journalist habe beispielsweise eine solche Genehmigung.

Als Prostituierte hingegen wirst Du damit aber nicht durchkommen, da Du ja »Kundenverkehr« hast und auch andere Mieter durch Lärmbelästigung (Stöhnen usw.) stören kannst. Selbst das Warten von Freiern im Hausflur stellt nach Auffassung so einiger Gerichte ein Mangel dar, so dass Mieter die Miete mindern können. Das nimmt natürlich auch kein Vermieter so hin.

Kommentar von JanaJana07 ,

Danke, aber bei mir gibts nur mit Termin, da stehen keine Freier im Hausflur schlange und sooo laut bin ich auch nicht :-)

Kommentar von musikuss78 ,

War ja nur ein Beispiel. Trotzdem würde das als klassischer »Kundenverkehr« gewertet und daher nicht in die übliche teilgewerbliche Nutzung fallen.

Und zur Lautstärke: Die oben erwähnten Mitarbeiter werden unter anderem deshalb häufig nicht zugelassen, da sie sich regelmäßig durch die Wohnung bewegen würden. Selbst das Herumlaufen kann auf Dauer schon sehr störend wirken ;)

Kommentar von qugart ,

Aufpassen musst du jetzt allerdings, da du im Zweifelsfall nachweisen musst, dass du keine Wohnungsprostitution betreibst. Solltest du deinen Vermieter bereits gefragt haben, steckst du jetzt eventuell in einer Klemme.

Einer Mieterin wurde nämlich tatsächlich mal fristlos gekündigt, da der Vermieter den Verdacht hatte, sie betreibe Wohnungsprostitution.

Das war irgendwann mal Mitte der 90er Jahre.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Es drängt sich ja geradezu auf an das Stöhnen zu denken. Aber das ist auch erst unter ferner liefen ... . Wenn ein Gewerbe in einer Wohngegend betrieben wird, dann kommt es zu mehr Straßenverkehr. Parkplatzsuchverkehr. Türen am Auto knallen. Usw. Es ist eben eine Wohngegend.

Dort sollen dann auch keine zusätzlichen Emissionen wie Lärm entstehen, als die die notwendig sind. Daher ist es auch nur eine Hürde, dass Vermieter mit der Nutzung einverstanden sind.

Es gibt da auch noch andere Ämter, die für Dich zuständig sind und die können sehr wohl eine entsprechende Nutzung einer Wohnung ebenfalls untersagen.

Fange einfach bei der Gewerbeaufsicht mit fragen an. Passt es mit den Ämtern, dann kann man auch mit dem Vermieter reden.

Antwort
von Wuestenamazone, 85

Das darf er wenn er merkt was sich da hinter den Türen abspielt. Und es ist ein Gewerbe denn du mußt das anmelden und Steuern zahlen: Wenn sich dann noch die anderen Mieter beschweren darf er das durchaus untersagen

Antwort
von qugart, 123

Wohnungsprostitution ist in Deutschland nicht erlaubt. Es sei denn, man befindet sich außerhalb des Sperrgebietes. Aber das bezweifle ich, da die Frage überhaupt gestellt wird.

Der Vermieter darf das natürlich verbieten. Gemietet wurde wohl eine reine Wohn- und keine Gewerbefläche.

Ein Gewerbeschein ist mMn nicht zwingend notwendig (kann mich aber auch irren), dennoch ist Gewerbesteuer zu entrichten, ergo handelt es sich um ein Gewerbe.


Antwort
von DarthMario72, 162

Als Prostituierte bin ich ja keine Gewerbetreibende

Was denn sonst? Wie kommst du denn darauf? Die Begründung ist selbstverständlich OK.

Kommentar von JanaJana07 ,

Laut Finanzamt Freiberuflerin und keine Gewerbetreibende

Antwort
von Yenniex3, 148

Normalerweise sind Wohnungen nur zur privaten Nutzung vorgesehen. Da du sie zusätzlich gewerblich nutzen möchtest kann er dir das untersagen.

Antwort
von WhoozzleBoo, 183

Was ist das denn sonst, wenn kein Gewerbe? Natürlich ist es das. Und selbstverständlich darf der Vermieter dir das verbieten. Eine gemietete Wohnung ist zum wohnen da. Zu nichts anderem. 

Kommentar von JanaJana07 ,

Nein, wir brauchen keinen Gewerbeschein

Kommentar von TheMentaIist ,

Natürlich braucht man den!

Kommentar von Hexe121967 ,

auch wenn du keinen gewerbeschein brauchst, benutzt du die wohnung aber gewerblich und dem muss der vermieter zustimmen.

Kommentar von Kandahar ,

Wahrscheinlich braucht ihr auch keine Steuern zahlen!

Wenn das Finanzamt dahinter kommt, was da in der Wohnung passiert, dann wird´s erst richtig lustig!

Kommentar von JanaJana07 ,

Das ist Schwachsinn ich zahle Einkommensteuer und nochmal ausdrücklich keine Gewerbesteuer, können bitte nur die die etwas Ahnung haben hierauf antworten

Kommentar von Apfel2016 ,

nur weil du sie nicht zahlst heißt es nicht, dass du sie nicht zahlen musst - besser informieren wenn man schon so etwas macht und wie bereits mehrfach geschrieben- Wohnungsprostitution ist so oder so in Deutschland verboten ob du nun deine Steuern zahlst oder nicht

Kommentar von WhoozzleBoo ,

Da hier ausnahmslos alle Antworten das selbe sagen, solltest du dir evtl. darüber Gedanken machen, ob nicht du vielleicht hier die Ahnungslose bist.

Kommentar von Kandahar ,

Du betreibst ein Gewerbe, also musst du auch ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer zahlen.

Was bitte ist daran so schwer zu verstehen? Ich denke mal, die Einzige, die hier keine Ahnung hat bist du.

Vielleicht solltest du mal in Erwägung ziehen, dir die vielen Antworten, die alle in die gleiche Richtung gehen, durch den Kopf gehen zu lassen.

Ansonsten könntest du nicht nur die Wohnung verlieren, sondern auch mächtig Ärger mit dem Finanzamt bekommen. Das kann dann sehr teuer werden.

Kommentar von musikuss78 ,

Kein Gewerbeschein heißt nicht automatisch kein Gewerbe ;)

Aus dem Prostitutionsgesetz kann man herauslesen, dass man zwar keinen Gewerbeschein benötigt, es aber eher einem freien Beruf gleichgesetzt wird. Das heißt, man muss sich nur beim Finanzamt melden. Und selbst Gewerbesteuern können fällig werden:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/steuerrecht-prostitui...

Antwort
von ersterFcKathas, 80

es geht hier nicht darum was du machst und was dein vermiter für ein problem damit hat !!  es geht darum  : duu hast ein gewerbe und in dem haus ist ein gewerbe nicht erlaubt !!   da ist völlig unerheblich was für ein gewerbe du hast..  sobald du ein gewerbe auf deine adresse anmeldest hast du in deinen mietvertrag zu schauen,ob in dem wohnhaus ein gewerbe erlaubt ist !!

Antwort
von Gerneso, 193

Als Prostituierte bin ich ja keine Gewerbetreibende

Sondern? Prostitution ist doch das älteste Gewerbe der Welt.

Antwort
von Kandahar, 154

Ja, das kann er. Du nutzt die Wohnung gewerblich. Das musst du vor dem Einzug  mit dem Vermieter besprechen und dir von ihm genehmigen lassen.

Kommentar von WhoozzleBoo ,

Was schwer wird. Welcher normale Vermieter gestattet Prostituition in seiner Wohnung? ;-)

Kommentar von KingTamino ,

Die Kategorie, die selbst ein paar mal pro Monat zu Besuch kommt.... 😬😭

Kommentar von Kandahar ,

Da hast du wohl Recht, das will kaum jemand im Haus haben.

Antwort
von thlu1, 44

Ja, weil streng genommen ist Prostitution ein Gewerbe und das widerspricht dem Sinn einer Wohnimmobilie.

Antwort
von atzef, 73

Es mag sein, dass du eine Prostituierte bist, die kein Gewerbe angemeldet hat und sich damit der Steuerhinterziehung strafbar macht.

Aber Prostitution ist ein gewerbe wie jedes andere auch. Und selbstverständlich darf der Vermieter dir die Zweckentfremdug der Wohnung als Bordell untersagen.

Die Gewerbeanmeldung ist alleine deshalb hier zwingend, weil Prostituierte scharfen Auflagen der Gesundheitsämter unterliegen und regelmäßig einen "Bockschein" erbringen müssen.

Kommentar von JanaJana07 ,

Das ist falsch, ich bin angemeldet und zahle steuern

Kommentar von atzef ,

Wenn du angemeldet bist und Steuern zahlst, ist in dieser Hinsicht alles in Ordnung.

Nur zweckentfremdest du dann immer noch die Wohnung. Unterlässt du das nicht, darf der vermieter dir fristlos kündigen.

Antwort
von Apfel2016, 162

Natürlich ist das ganze ein Gewerbe, du musst ja Auch eine Gewerbesteuer bezahlen etc. Und natürlich darf dein Vermieter dir das ganze verbieten - Wenn es schon deine Nachbarn bzw. der Vermieter mitbekommen läuft das ganze wohl auch nicht ganz diskret ab.

Kommentar von JanaJana07 ,

Nein ich muss keine Gewerbesteuer zahlen, ichm uss nur Einkommensteuer zahlen

Kommentar von Apfel2016 ,

Da bist du falsch informiert, seit 2013 müssen Prostituierte eine Gewerbesteuer bezahlen: http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/steuerrecht-prostitui...

Kommentar von qugart ,

Ohne den Artikel gelesen zu haben....Für die meisten Prostituierten macht das de facto keinen Unterschied, ob Einkommens- oder Gewerbesteuer (so sie denn bisher bereits Steuern dafür bezahlt haben). Gewerbesteuer wird der Einkommenssteuer engerechnet.

Kommentar von Apfel2016 ,

Vom Betrag her vielleicht nicht...trotzdem ist es ein unterschied

Antwort
von Lavica96, 18

Ja das geht gibt auch viele Sperrgebiete

Antwort
von Sunnycat, 121

Prostitution ist ein Gewerbe und das kann der Vermieter in Wohnungen, die nicht als solches vorgesehen sind, sehr wohl untersagen.

Antwort
von Griesuh, 23

Kurz und bündig: ja er darf.

Und wie kommst du auf die Idee Prostitution sei kein Gewerbe?

Da haste falsch gedacht, du musst ein Gewerbe anmelden und deine Abgaben und Steuern zahlen. Meldest du das nicht an, betreibst du schwarzarbeit.

Hinzu kommt noch, wenn das Haus in einem reinen Wohngebiet steht, darf dort so oder so kein Gewerbe bertieben werden, unter das die Prostitution fällt.


Kommentar von JanaJana07 ,

Liest du das hier nicht? Ich habe doch schon zig mal gesagt das ich Steuern zahle. Dennoch gibt es ja auch die MÖglichkeit als Freiberufler tätig zu sein OHNE Gewerbe. Leider melden sich hier nur weniige mit Ahnung und ganz viele tröten irgend was raus ohne es wirklich zu wissen, das hilft dann nicht viel

Kommentar von Griesuh ,

Da liegste wieder falsch. Prostitution ist keine freiberufliche Tätigkeit !!! Schön wenn du Steuern zahlst. Dennoch darfst du in einem Reinen Wohngebiet in deiner Wohnung oder deinem Haus keinem Gewerbe und keiner freiberuflichen Tätigkeit nach gehen.

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