Frage von labernet89, 102

Darf Vermieter einen geeigneten Nachmieter in einer 3er WG ablehnen?

Hallo zusammen, ich lebe momentan in einer dreier WG. Jeder Mieter hat einen eigenen Vertag mit dem Vermieter über das bewohnte Zimmer. Ich habe gekündigt, mit Einhaltung der Dreimonatsfrist. Nun habe ich schon durch diverse Anzeigen im Internet 6 geeignete Nachmieter gefunden. Darf der Vermieter diese Nachmieter ablehnen und mich zwingen weitere zwei Monate die Miete zu zahlen (Also bis zum Ablauf der drei Monate)?

Im Vertrag steht diesbezüglich nichts drin.

Vielen Dank für Eure Unterstützung in meiner Sache.

Antwort
von anitari, 38

Darf der Vermieter diese Nachmieter ablehnen und mich zwingen weitere
zwei Monate die Miete zu zahlen (Also bis zum Ablauf der drei Monate)?

Darf er. Und er darf alle von Dir an geschleppten "Nachmieter" ablehnen.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietvertrag, 26


Okay und wie sieht es mit meiner Kündigungsfrist aus? Ich schreibe meine Masterarbeit 50 km entfernt. Fällt das unter Härtefall?  

Nein, kein Härtefall.

Dies ist mein Kündigungsgrund.

Du brauchst keinen Kündigungsgrund angeben; nur fristgerecht kündigen und bis zum Ende der Kündigungsfrist die Miete zahlen.

Darf Vermieter einen geeigneten Nachmieter in einer 3er WG ablehnen?

Er darf alle ablehne, selbst wenn Du Hunderte hast, kann er alle ablehnen.



Antwort
von Nemesis900, 72

Ja darf er. Viele Vermieter erlassen einem die Kündigungsfrist wenn man einen Nachmieter stellt aber das ist reine Kulanz. Du kannst ihn nicht zwingen das er das machen muss.

Kommentar von labernet89 ,

Okay und wie sieht es mit meiner Kündigungsfrist aus? Ich schreibe meine Masterarbeit 50 km entfernt.  Dies ist mein Kündigungsgrund. Fällt das unter Härtefall?  

Kommentar von DarthMario72 ,

Dies ist mein Kündigungsgrund.

Du als Mieter braucht keinen Kündigungsgrund anzugeben.

Fällt das unter Härtefall?  

Nein. Wie kommst du auf diese Idee?

Antwort
von DarthMario72, 73

und mich zwingen weitere zwei Monate die Miete zu zahlen

Er darf darauf bestehen, dass du deine vertraglichen Pflichten einhältst.

Das mit den drei geeigneten Nachmietern ist ein Märchen. Nur wenn das zufällig im Mietvertrag so vereinbart wurde (was sehr unüblich ist), kannst du dich darauf berufen.

Antwort
von capi89, 49

Wenn Du den Vertrag fristgerecht gekündigt hast und alle Verpflichtungen erfüllt hast, musst Du Dich um nichts mehr kümmern, das ist dann das Problem Deines Vermieters, Du bist raus.

Antwort
von Interesierter, 58

Ganz so einfach ist das nicht zu beantworten. 

Grundsätzlich hat der Vermieter einen Vertrag mit dem Mieter, den dieser einzuhalten hat. Soweit die primäre Rechtstheorie. 

Wenn aber der Mieter vertragsbrüchig wird, ist der Vermieter zur Schadensminderung angehalten. Das heisst, wenn er einen geeigneten Nachmieter ablehnt, der das Mietverhältnis zu den gleichen Bedingungen weiterführen würde, verliert er evtl. seinen Schadensersatzanspruch aus der Nichterfüllung des Vertrages. 

Wie das dann letztlich ausgeht, müsste vor Gericht geklärt werden. Ich sehe den Vermieter aber hier in keiner unangreifbaren Position. 

Kommentar von DarthMario72 ,

Wenn aber der Mieter vertragsbrüchig wird...

Darum geht es hier doch gar nicht.

Kommentar von Interesierter ,

Wenn der Mieter die Miete nicht mehr zahlt, wird er vertragsbrüchig. 

Dann hätte der Vermieter eine Schadensminderungspflicht. Wie gesagt, das müsste über eine Einzelfallentscheidung geregelt werden. 

Kommentar von DarthMario72 ,

Wenn der Mieter die Miete nicht mehr zahlt, wird er vertragsbrüchig. 

Sicher, aber der/die Fragesteller/in hat so etwas mit keinem Wort erwähnt. Kündigung hat nichts mit Vertragsbruch zu tun. Bring ihn/sie also nicht auf dumme Gedanken...

Antwort
von labernet89, 22

"Beim Mieteraustausch innerhalb einer
Wohngemeinschaft gilt grundsätzlich: auch wenn eine Wohngemeinschaft
Vertragspartner des Vermieters ist, stellt der Austausch von einem oder
mehreren Mietern gegen einen anderen Mieter eine Vertragsänderung dar,
die der Zustimmung des Vermieters bedarf.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn der
Mieteraustausch im Mietvertrag vorgesehen ist, was in jedem Fall zu
dringend zu empfehlen ist.

Sofern es sich um eine studentische
Wohngemeinschaft handelt, und der Vermieter dies wusste (in Uni-Städten
wird er kaum behaupten können, er habe dies nicht gewusst) ist die
Rechtsprechung zwar nicht von dem Grundsatz abgewichen, dass der
Mieterwechsel der Zustimmung des Vermieters bedarf. Jedoch hält die
Rechtspraxis in der Regel den Vermieter für verpflichtet, die Zustimmung
zum Mieterwechsel problemlos zu erteilen"

Aus: https://www.wunderagent.de/vermieter-tipps/5-fragen-die-sich-jeder-beim-mieterwe...

Gilt das dann nicht für mich auch?

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