Frage von petras71, 60

Darf Vermieter die Aufnahme eines flüchtling Jugendlichen verbieten ?

Wir wollen einen unbegleiteten Flüchtlings Jugendlichen bei uns aufnehmen , das ganze haben wir sehr gut überlegt! Nur meine Schwiegereltern die leider auch unsere Vermieter sind haben gesagt das sie dies nicht wollen und auch alles tun werden um dies zuverhindern. Notfalls wollen sie uns kündigen. Können Sie das ? Muss sagen das sie sich ständig in unsere Leben einmischen und mein Mann immer klein bei gegeben hat !

Antwort
von anitari, 26

Notfalls wollen sie uns kündigen. Können Sie das ?

Wenn Ihr mit dem Vermieter im selben Haus, welches nur 2 Wohnungen hat, sogar sehr einfach. Dazu brauchen sie nicht mal einen Grund anzugeben.

BGB § 573a
Erleichterte Kündigung des Vermieters

(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Antwort
von Herb3472, 36

Ich würde Euch auf alle Fälle raten, Euren Familienfrieden dem Flüchtling vorzuziehen. Einen pubertierenden Flüchtling aus einem anderen Kulturkreis in Euren Familienverband aufzunehmen, ist kein Spaziergang und würde Euer Zusammenleben von Grund auf prägen und verändern.

Es gibt genügend karitative und gemeinnützige Einrichtungen, Ihr wärt da nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und dafür einen Bruch mit der eigenen Familie auf sich zu nehmen - mit einem fremden Menschen und einer ungewissen Zukunft, nicht wissend, worauf Ihr Euch da einlasst - nur damit Ihr Euch als Gutmenschen fühlen und Euch stolz auf die Brust klopfen könnt, ist es wirklich nicht wert. Ihr rettet damit keinen einzigen Flüchtling.

Kommentar von petras71 ,

Ich arbeite schon seid längerem mit Flüchtlingen und genau dieser Junge ist uns sehr ans Herz gewachsen . Die Mentalität  ist uns sehr wohl bekannt und es ist auch keine Gutmensch Überlegungen 

Kommentar von bwhoch2 ,

Dann werdet ihr dennoch vor der Entscheidung stehen: Familienfrieden oder eine neue Wohnung mit dem Jungen.

Antwort
von katunk123, 55

wurde das überhaupt von den behörden genehmigt? ansosten spricht nix dagegen, ist halt ihre bude, daher können sie entscheiden wer einzieht. ihr könntet sie natürlich anzeigen, bzw. bei den behörden melden, da das ja ein anderer umstand derzeit ist, aber das würde ich einfach lassen. versuch ihnen zu erklären, dass es auch nur menschen sind.

Kommentar von petras71 ,

Es ist ja dann unsere Pflegekind  6nd wird natürlich durch das Jugendamt genehmigt 

Kommentar von katunk123 ,

na dann, ich wüsste keinen richter, der hier dem vermieter noch recht geben sollte, wenn es schon den offiziellen status als pflegekind besitzt.

Kommentar von bwhoch2 ,

Der Richter wird hier gar nichts zu entscheiden haben. Vermutlich handelt es sich um ein Zweifamilienhaus. Eine vom Vermieter bewohnt und die andere von der Fragestellerin. Eine Kündigung gemäß §573a bedarf keiner Begründung. Nur den Hinweis auf diesen Paragraphen und dann gibt es kein Gerichtsverfahren, sondern nur den Auszug.

Selbst wenn es zu einer Räumungsklage kommen würde, wäre die Frage, ob das aufgrund des zugezogenen Flüchtlingsjungen ist, gar kein Thema dabei.

Antwort
von bwhoch2, 24

Der Junge ist Euch ans Herz gewachsen. Von den Schwiegereltern werdet ihr bedroht und sie mischen sich ständig in Euer Leben ein.

Also ganz klare Ansicht: Wenn ihr den Jungen unter den gegebenen Umständen zu Euch nehmt, tut ihr ihm auch keinen Gefallen. Wenn ihr aber die Gelegenheit nutzt, Euch endlich aus der Fuchtel der Schwiegereltern zu befreien, dann könnt ihr sogar, ohne abzuwarten bis die Schwiegereltern handeln, das Heft selbst in die Hand nehmen.

Teilt den Schwiegereltern doch einfach mit, dass ihr Euch nicht mit einer solchen Drohung abfinden könnt und deswegen ausziehen werdet. Ihr habt Euch entschieden, den Jungen, der Euch ans Herz gewachsen ist, aufzunehmen und wenn das in der jetzigen Wohnung nicht geht, dann eben in einer anderen. Erkläre Deinem Mann, dass er sich endlich befreien muss. Auch wenn es künftig mehr Geld kostet, die weitaus verbesserte Lebensqualität sollte es Euch wert sein. Es geht schließlich um Euer Leben und nicht um das Eurer Schwiegereltern.

Ganz nebenbei wirst Du dann auch erkennen, was für Deinen Mann wichtiger ist: Du oder seine Eltern.

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