Frage von Kerrycolada, 106

Darf sich unser Staat einen Sozialstaat nennen?

Diese Frage ist weniger gestellt da ich eine Antwort benötige, doch weil ich Interesse daran habe was andere Menschen über diese Frage denken.

Ich bin gespannt die Antworten zu erfahren, und die Begründungen dafür.

Bitte denkt daran auf Sachlage zu argumentieren und nicht ausfallen zu werden oder andere zu beleidigen.

Desweiteren bitte ich darum dass ihr diese Frage ernst nehmt und eure Antwort begründet.

Danke im voraus

Antwort
von TUrabbIT, 66

Meiner Ansicht nach: Ja.

Wir leben auf einem hohen Niveau von der Krankenversorgung: Krankenversicherung ist Pflicht und es gibt viele Anbieter in dem Markt

der Zugang zu Bildung ist sehr günstig und für nahezu jeden finanziell möglich, durch BAföG und rechtlichen Anspruch auf Unterstützung von den Eltern gibt es großzügige Hilfen vom Staat damit jobben neben dem Studium für die meisten nicht notwendig ist.

Arbeitslosigkeit bedeutet nicht zwangsweise Existenz Verlust,
die arbeitslosen Gelder sind für eine Überbrückung gut geeignet und bieten auch langfristig eine Chance

Eltern werden auf vielfältige Weise unterstützt (vieles davon ist nur wenig bekannt),
Kindergeld und zusätzlich Gelder und Geschenke bei Neugeburten,

Arbeitnehmer haben einen großen Rechtsschutz gegen den Arbeitgeber, Mieter sind gegen Vermieter relativ gut rechtlich geschützt (zum leiden der Vermieter),

uvm.

Ja natürlich ist es nicht perfekt und manche Sozialsysteme mussten bzw wurden reduziert in den letzten Jahren und in Bereich Sozialen Wohnungsbau wurde lange nicht genug investiert. Behörden arbeiten oft langsam oder sind überreguliert.
Doch eigentlich Jammern wir auf hohen Niveau.
Auch in Bereich ehrenamtlicher Hilfe gibt es in Deutschland viele Angebote die vom Staat gefördert werden.

Mein Eindruck ist, dass der Staat sich sehr um Soziale Maßnahmen bemüht und sich mit Recht Sozialstaat nennen kann.

Kommentar von Kerrycolada ,

"Verschwinden der Mittelschicht" heißt es häufig hinsichtlich der finanziellen Lage des Landes. Was denkst du, wodurch wird es bedingt? Ist es wahr?

Kommentar von TUrabbIT ,

Das kann ich leider nicht sagen, ich habe dazu kein Überblick und zu wenig Verständnis von Wirtschaftlichen Prozessen.

Kommentar von Kerrycolada ,

"Die Einkommensverteilung und Chancengerechtigkeit in Deutschland entwickeln sich negativ. Das zeigen neue Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), [...] auf dem sozioökonomischen Panel jährlich 20.000 Erwachsene befragt werden. Demnach sank der Anteil derjenigen mit einem mittleren Einkommen seit 1997 um 5,5 Millionen Menschen, also von 65 auf 58 Prozent. Und jeder Vierte davon, so die Studie, hat die latente Sorge, seinen Status zu verlieren. Denn "selbst eine gute Ausbildung ist heute kein Garant mehr für ein Leben in gesichertem Wohlstand "."

Zum einen seien "bildungsferne Menschen" eingewandert und die Zahl der Single- und Alleinlebenden sei gestiegen. Desweiteren soll der Staat mit Schuld tragen:

"Arbeitsmarktreformen und der Rückgang normaler Arbeitsverhältnisse seien eine weitere Ursache. "Die entstandenen atypischen Beschäftigungsverhältnisse sind in der Regel durch eine unterdurchschnittliche Entlohnung gezeichnet", heißt es in der Studie, die auch der Steuerpolitik eine Mitschuld gibt. Von den seit Mitte der 1990er Jahren durchgeführten Steuerreformen, etwa von der Senkung des Spitzensteuersatzes, hätten nämlich vor allem Reiche profitiert. "Die Mittelschicht wurde dagegen deutlich weniger von den geänderten Steuertarifen entlastet."
(Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/mittelschicht-schrumpft-aufstieg-wohlstand)

Laut diesem Artikel soll einer der Hauptgründe dafür sein dass von der Steuerpolitik also "nur eine Elite der Gesellschaft" profitiert haben soll. Im Duden heißt es, das Wort sozial beschreibe u.A. das Wohl der Gemeinschaft. Ist es deiner Meinung nach dann legitim zu sagen dass die BRD sozial ist, wenn von ihrer Politik nur eine Bandbreite, aber keine Masse an Menschen profitiert?

Antwort
von RicVirchow, 106

Im Vergleich zu anderen Ländern ganz klar. Hier darf jeder Bürger mindestens eine staatliche Schule besuchen und das kostenlos, studieren, man kriegt eine kostenlose Versicherung und kann sich so bis zu einem bestimmten Alter kostenlos Medikamente beschaffen und bestimmte ärztliche Behandlungen kostenlos beanspruchen ... Man erhält Kindergeld, Rente und Hartz 4 oder Arbeitslosengeld, ärmere Familien können vom Jobcenter Klassenausflüge oder Schulmaterialien 100% bezahlen lassen , wenn man es beantragt, jeder Bürger hat die Möglichkeit sozial und beruflich aufzusteigen und seine Meinung zu äußern. Klar ist unser Staat ein Sozialstaat. Also wirklich verglichen mit Ländern, wie Amerika.

Kommentar von Kerrycolada ,

Dem Gegenüber möchte ich folgenden Sachverhalt stellen (lediglich im Bezug auf die Jobcenter).
Vor nicht zu langer Zeit ist ein Buch erschienen mit dem Titel "Die Hartz IV Diktatur - Eine Arbeitsvermittlerin klagt an". In diesem Buch werden intern Misstände dargestellt, wie beispielsweise dass Maßnahmen einkauft werden und über-/unterqualifizierte Betroffene ihre Zeit dort verschwenden müssen da ihnen sonst Sanktionen drohen. Es sagt aus dass das Jobcenter mit vielerlei sozialen Aspekten wirbt und nicht tatsächlich seine Aufgabe vertritt- Jobs zu vermitteln.
Die Quoten sollen offenbar verfälscht sein, existieren doch weit mehr Arbeitslose in Deutschland als es Arbeit gibt. Werden die "noch" Arbeitslosen in diesen Quoten preisgegeben, werden solche, die derzeit an Maßnahmen teilnehmen, herausgerechnet. Viele Bezieher des Arbeitslosengelds werden stattdessen in Zeitarbeiten und Eurojobs vermittelt, in denen ihnen keine feste Zukunft geboten wird. Die Betroffenen beschreiben diesen Zustand als "Teufelskreis".
Zudem existiert die wohl weiträumige Behauptung dass Hartz IV Bezieher "faul" seien und "auf Kosten des Staates" leben, wogegen die Autorin meint dass ein Mensch grundsätzlich Arbeit in seinem Leben sucht und diese Behauptungen eventuell absichtlich projeziert wurden.
Was denkst du darüber?

Kommentar von Kuestenflieger ,

Dummes Zeuch !  Akademische Studien von  gut betuchten Kindern - die nur vom Vermögen ihrer Altvorderen leben - braucht niemand . Kein Sozialstaat = keine GKV , keine RV ,kein ALG 1 , keine Überlebenshilfe , Krankenhaus nur gegen Vorkasse , keine allg.bildenden Schulen und Universitäten o.B..

Kommentar von Kerrycolada ,

Tatsächlich sind dies keine "akademischen Studien von gut betuchten Kindern", sondern offenbar Tatsachenberichte einer ehemaligen Mitarbeiterin des Jobcenters Hamburg in der U25 Abteilung, deren Argumente auf Erfahrung und Statisken fest gemacht sind. Andere, lieber anonym Bleibende Mitarbeiter (da sie um ihre Arbeit fürchten sollen), sollen ihr dabei zugestimmt haben . (Falls näheres Interesse besteht: http://altonabloggt.com/author/altonabloggt/)

" Kein Sozialstaat = keine GKV , keine RV ,kein ALG 1 , keine Überlebenshilfe , Krankenhaus nur gegen Vorkasse , keine allg.bildenden Schulen und Universitäten o.B.."- angenommen jene Systeme funktionieren unter wirtschaftlichem und nicht dem menschlichen Aspekt (d.h. ein großer Teil der Menschen leidet darunter), wie sähe es dann aus?

Kommentar von voayager ,

Der Schulbesuch ist hierzulande nicht wirklich kostenlos, Eltern müssen wenigstens Schulhefte, Stifte, Zirkel usw. aus der eigenen Tasche bezahlen, da geht schon so einiges an Geld drauf, allemal wenn das Kind eine höhere Schule besucht.

Du mußt dem hiesigen Kapitalismus nicht unbedingt einen Persilschein ausstellen, es sei denn, der Staat bezahlt dir das extra.

Antwort
von wfwbinder, 44

Ja, er darf sich so nennen, weil er einer ist.

1. Es gibt einen Mindestlohn

2. Wir haben eine soziale Absicherung (ALG II, Grundsicherung, Wohngeld, Kindergeldzuschuss)

3. Wir haben ein progressives Einkommensteuersystem. Grundbedarf ist völlig frei, dann beginnt es mit 14 % und endet bei 45 % + Soli.

4. 50 % aller Einwohner zahlen keine Einkommensteuer, die nächsten ca. 40 % zahlen 50 % der Einkommensteuer udn die oberen 10 % der Einkommensbezieher zahlen die übrigen 50 % der Einkommensteuer.

5. Jeder hat nicht nur das Recht auf Bildung, sondern wir haben ein Schulpflicht.

6. Jeder kann auf die Universität, wenn er die Zugangsvoraussetzungen hat (siehe 5.).

7. (Fast) Jeder hat eine Krankenversicherung. der größte Teil der Beiträge dafür wird nach dem Einkommen ermittelt, ohne Rücksicht, wieviel Leistungen in Anspruch genommen werden. Die Familie ist mitversichert, auch wenn nur einer in der Familie eine Arbeit hat.

8. Arbeitslosenversicherung, Lohnfortzahlung, Krankengeld usw.

Natürlich kann man vieles verbessern. Es wird nie eine Regelung geben, die jeder als perfekt empfindet. Bei jeder sozialen Maßnahme die man gewähren will, muss man sehen, dass die auch einer bezahlen muss.

Mehr Bafög? Gern, aber dann müssen auch Leute dafür zahlen. Mehr Grundsicherung/ALG II? Gute Idee, aber das Geld muss beschafft werden.

Kommentar von TomRichter ,

> 50 % aller Einwohner zahlen keine Einkommensteuer

Aber ob die Tatsache, dass Kleinkinder, Arbeitslose und Hausfrauen keine Einkommensteuer zahlen, etwas mit Sozialstaat zu tun hat?

Kommentar von Kerrycolada ,

Häufig wird von vielen Seiten darauf hingewiesen dass Statistiken zu Gunsten derjenigen die sie aufstellen ausgelegt werden.

So heißt es zum Beispiel, dass in der Errechnung der Vermittelten Arbeitslosen auch jene ausgerechnet werden welche sich derzeit in Maßnahmen oder Teilzeit-/Eineuro-/Minijobs ohne berufliche Zukunft befinden, was bedeutet dass sie nach einem gewissen Zeitraum wieder als arbeitslos gelten und demnach nicht erfolgreich "vermittelt" wurden, wie es die Aufgabe der Vermittler war. Kann man den Zahlen also Vertrauen schenken, wenn man sie nicht eigenes errechnet hat?

Kommentar von wfwbinder ,

Natürlich haben Statistiken auch ihre Tücken. Ich durfte mich 2 Semester damit befassen in der Theorie udn habe in der Praxis seit über 40 Jahren damit zu tun.

Was neben den klaren Definitionen notwendig ist (und immer dabei stehen sollte), ist aber auch die Vergleichbarkeit, insbesondere in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum. So ist es eben auch wichtig das alle die gleiche Datenbasis verwenden. Wenn also alle die Leute, die in einer Maßnahme sind nicht mitzählen, wäre es quatsch, wenn wir es als einzige nicht machen würden.

Ausserdem wird es in einer Zeit, wo viele von einem Dienstvertrag zum nächsten wechseln udn oft keine festen Anstellungen mehr haben, festzustellen, wer als arbeitslos gelten muss und wer nicht.

Ist einer, der Eine Anstellung für 1.500,- Brutto hat (ca. 1.200,- netto), aber weil Familie mit 3 Kindern ergänzendes ALG II bezieht, arbeitslos?  Er wird in der Statistik mit der ganzen Familie von 5 Personen bei den ALG II Empfängern mitgezählt, obwohl er einen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob hat.

Kommentar von wfwbinder ,

Bei der Statistik werden Minderjährige nur mitgerechnet, wenn Sie über Einkünfte verfügen, aber es ist richtig, Kinder bei denen Abgeltungssteuer abgezogen wird, zählen mit. Ändert aber so, oder so nicht viel daran, dass das System einen progressiven Tarif zu haben, funktioniert und die höher Verdinenden den größten Teil der Last tragen.

Kommentar von TomRichter ,

Ich bezweifle auch gar nicht, dass wir in einem Sozialstaat leben. Meine Kritik bezog sich ausschließlich auf das Argument mit den 50%, die keine Einkommensteuer zahlen.

Kommentar von wfwbinder ,

So habe ich es auch aufgefasst. Und zweifellos ist auch hier das Problem, wen man als Basis nimmt. Damit kann man die Statistik sehr beeinflussen.

Kommentar von Kerrycolada ,

Danke für eure gemeinsame Meinung dazu

Antwort
von Nasdaq14, 83

Ja das kann er noch aufgrund der sozialen Sicherungssysteme.

Allerdings unterläuft er zunehmend diese Aufgabe und wird insbesondere in den Rahmenbedingungen immer " teinahmsloser ".

Wenn ich die 90er Jahre vergleiche mit dem was heute los ist, dnekt man es zählt wirklich nur noch die " schwarze Null " .

Im Arbeitsleben setzt das ganze Leiharbeitsgeschäft und die Zulässigkeit von " Zeitarbeitsverträgen " die Menschne ad infinitum unter Druck.

Zwei Jahre nach einer Lehre sind normal, um ehrlich zu sein ein Zustand, den man damals nicht annähernd für möglich gehalten hätte.

Verkauft wird das ganze dann mit Rekordbeschäftigungszahlen, ohne jedoch zu nennen , was das für Jobs im Vergleich zu früher sind.

Die Liste dergestalter Maßnahme ließe sich beliebig fortführen etwa im Gesundheitswesen und ähnlichem.

Ich will es mal so formulieren:

Toll, wir haben jetzt Kitas mit U 3 und bis zu 45 Stunden am in der Woche - die sind aber auch nötig, da ein Auskommen nur nochmit zwei Gheältern zu stemmen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

Kommentar von Kerrycolada ,

Wenn ich das richtig verstanden habe, sprichst du damit aus dass es legitim ist dies als "Sozialstaat" zu bezeichnen, doch diese Wertung mit den Jahren nachgelassen hat. Aufgezeichnet ist, dass eine große Bevölkerungsbreite in unserem Land unter depressiven Zuständen leidet, im Zusammenhang mit der (wie es oft heißt) weiter außeinander reißenden Kluft zwischen Ober- und Unterschicht. Dass es bald keine Mittelschicht mehr geben wird, heißt es.
Der Duden beschreibt das Wort Sozial u.A. als "dem Gemeinwohl, der Allgemeinheit dienend; die menschlichen Beziehungen in der Gemeinschaft regelnd und fördernd und den [wirtschaftlich] Schwächeren schützend"
Was sagst du dazu? Ist es unter diesen Umständen dennoch in Ordnung diese Bezeichnung zu verwenden?

Kommentar von Nasdaq14 ,

Eigentlich spreche ich damit aus, das statt der in Geld gemessenen Sozialstaatsleistung, die Rahmenbedingungen sehr viel schlechter geworden sind.

Es reicht eben nicht aus, das man rein die Zahlen, absolut oder in Prozent vergleicht.

Die sozialstaatliche Funktion hat nachgelassen, wenn mna etwa folgendes bedenkt:

Wenn die Fördermittel für den Wohnungsbau auch auf Rekordniveau sind, gleichzeitig aber durch neue Bauvorschriften ALLEINE der Hausbau in 8 Jahren um 25 % verteuert nützt das soziale Engagement des Staates rein gar nichts.

Theoretisch könnte man sich dann ein optimales Eigenheim kaufen, mit einem Rekordsatz an Förderung, praktisch ist aber die Einstiegsschwelle so hoch geworden, das es breiten Schichten unmöglich geworden ist.

Ich würde etwa die USA nicht unbedingt als Sozialstatt bezeichnen wollen, dennoch liegt die Eigenheimquote dort deutlich höher, auch im wesentlichen wegen geringerer Bau - Bürokratie und geringeren Grundstückskosten.

Das was sich früher die Mittelschicht leisten konnte, driftet in die obere Mittelschicht ab.

Das hat im Endeffekt nichts mit den oft genannten Unterstützungen sozial Schwacher zu tun, sondern bedeutet, der Staat tut nicht weniger für die Armen, aber ordnet die Karten der Mittelschicht zugunsten der Oberschicht neu.

Das das Gaze System hat, zeigt sich auch etwa daran, das in der sozialen EU Unternehmen wie Amazon nicht da zahlen , wo sie wirtschaften, sondern in Leichtlaufländern wie Luxemburg, mit staatlicher Billigung und einen Verteter jenes Landes noch zum Präsidenten macht, um dann festzustellen wqie diese Woche im Hnadelsblatt nachzulesen, im Endeffekt auch dort der Steuer auszuweichen.

https://profil.vhb.de/sso/login?service=http%3A%2F%2Fwww.handelsblatt.com%2Fmy%2...

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq





Kommentar von Kerrycolada ,

Vielen Dank für deine Meinung

Antwort
von voayager, 90

Mmh, wer will schon einen abgehobenen Staatsapparat hindern, so was dreist einfach zu behaupten. Es gilt noch immer der Spruch: "wer die Macht hat, der hat das Recht". Daraus dann ableitend: die herrschende Meinung, ist stets die Meinung der Herrschenden." (Marx) ergänzend käme dann noch hinzu und deren Vasallen, die ins gleiche Horn tuten.

Ach -ja, die Gedeckelten, also jene, die von Transferleistungen abhängig sind, werden bekanntlich nicht interviewt, daher gibt es auch nur offizielle bürgerliche Verlautbarungen, also Aussagen von jenen, die in gesettltenden Verhältnissen leben.

Und ja, es war schon immer das Aroma der Herrschenden und ihrer Helfer und Helfershelfer, die bestehenden Verhältnisse abzusegnen. Das ist nun wirklich nicht neu und niocht gerade originell!

"Im Westen nicht Neues", um es mal mit Remarque zu sagen.


Kommentar von Kerrycolada ,

In dem Fall beschwerst du dich über eine Problematik in der allgemeinen Vermittlung  der Wirksamkeit des Systems, da du sagst dass die "Gedeckelten" nicht interviewt werden. Kannst du dem Lösungsvorschläge entgegen bringen? Und kannst du es irgendwie fest machen/beweisen (entschuldige falls ungenau formuliert)?

Kommentar von voayager ,

Wer interviewt denn schon Obdachlose, wer befragt Bettler, wer erkundet ernsthaft das Befinden von H-4-Empfängern, wer will schon wissen, was es mit Armutsrentnern so auf sich hat. Warum auch, die würden glasklar schildern, dass es ihnen beschissen geht, sofern sie nicht eingeschüchtert sind.

Kommentar von Kerrycolada ,

Allgemein hat die Politik, nicht nur die Parteien, eine Kommunikationsfunktion. Das heißt dass sie über die politisch-wirtschaftlichen Lagen in Deutschland informieren soll, ohne Vorbehalt von Fakten. Du sagt damit also aus, dass die Politik des Landes in dem wir leben diese Aufgabe nicht ausreichend erfüllt?

Aber öffentliche Fernsehsender und derer Sendungen sind schließlich ebenfalls für eine korrekte Nachrichtenvermittlung zuständig. So scheint es, dass die Medien uns in diesem Fall hinsichtlich jener Fakten belügen, wenn sie nur Ausgewählte interviewn. Was sagst du, ist das das Prinzip auf dem Nachrichtenvermittlung stattfinden darf?

Kommentar von voayager ,

Es ist auch so ein Irrglaube der Kritiker, dass die Politiker und deren Medien ausschließlich lügen würden. So plump geht es eben nicht zu. Man läßt z.B. Maßgebliches aus, fokussiert andere Aspekte, gibt z.T. Unbewisenes als Bewiesenes aus, unterstellt, lenkt ab, heuchelt oftmals und lügt auch zuweilen. Es ist die ganze Palette, die aufgefahren wird, so dass die Absichten der Redner und der Schreiber oftmals nicht so ohne Weiteres durchschaut werden können. Man muß schon ein bestimmtes Bewußtsein, gewisse Erfahrungen sowie Fachkenntnisse hjaben, um all die Manipulationen zu durchschauen.

Kommentar von Kerrycolada ,

Dieser Glaube, die Meiden und Politik würden uns (banal gesprochen) belügen, wird getragen von einer hohen Frustration unter der Gesellschaft. Kommt es zu Wahlen wird oft gewählt was die Masse wählt, also auf der Welle mitgeritten. Wieder Andere machen das Kreuz einfach irgendwo, damit gewählt wurde. Wenige erkundigen sich noch über Parteien und deren Intentionen, und was noch Schlimmer ist, immer Weniger möchten grundsätzlich Teil der Politik sein indem sie Wählen (unter dem Argument, es würde sich "ja doch nichts ändern"). Woher, denkst du, kommt diese Frustration und das Desinteresse?

Antwort
von Hegemon, 46

1. Allein in Berlin leben 5.000 Obdachlose.

2. Viele Menschen sind auf die Almosen der Tafeln angewiesen.

3. Viele Menschen - insbesondere geringverdienende Selbständige - können sich die Krankenkassenbeiträge nicht leisten - haben also keine ärztliche Versorgung.

4. Die Anzahl der psychischen Erkrankungen (Depressionen, Burnout) steigt dramatisch.

Solche Erscheinungen kenne ich aus meinem ersten Leben in dem anderen deutschen Staat nicht. Und aus diesem Vergleich heraus fällt es mir schwer, diesen Staat als "sozial" zu bezeichnen.

Letztendlich zählt hier das Geld und nicht der Mensch.

Kommentar von voayager ,

vollkommen richtig, allein über 900 Tafeln gibt es, ca. 1Mill. suchen sie auf, wo es nur Essensreste gibt, die weil abgelaufen ansonsten in die Müllverbrennungsanlage wandern.

Es ist regelrecht zynisch, ausgerechnet diesen unsozialen Staat dennoch als Sozialstaat zu bezeichnen. Ich nenne das gemäß Andersons Märchen "des Kaisers neue Kleider.".

Kommentar von Lennister ,

Vielleicht ab und zu mal denken, bevor man schreibt, und sich informieren, was ein "Sozialstaat" ist: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/sozialstaat.html

In Deutschland gegeben, u.a. durch Progressive Einkommenssteuer und Sozialversicherungen. Aber dass du das nicht weißt, nehme ich dir nicht übel- ich bin ja geduldig mit Leuten, die reden, ohne Ahnung zu haben. Mit irgendwas musst du dich ja auch beschäftigen.

Solche Erscheinungen kenne ich aus meinem ersten Leben in dem anderen deutschen Staat nicht.

Na, müssen wir mal wieder die DDR verherrlichen und allen Opfern dieses Regimes ins Gesicht spucken? Wenn es dir nicht passt, in einem demokratischen Land mit Meinungsfreiheit und Rechtsstaat zu leben, dann steht es dir frei, auszuwandern. Wie wäre es denn mit Kuba? 

Kommentar von Hegemon ,

Wow! Das ist rekordverdächtig. So viele persönliche Angriffe in so kurzer Zeit - das erinnert mich an den User, dessen Account ich neulich dauerhaft löschen ließ, weil er sich partout nicht an die GF-Regeln halten wollte. Bittest Du mich etwa darum, sein Schicksal teilen zu dürfen?

Ich habe zu diesem "Sozial"-Staat 4 (in Worten: "vier") glasklare Beispiele genannt. Nüchterne Fakten. Du kannst gerne versuchen, sie mit abstrakten Definitionen oder persönlichen Angriffen zu widerlegen. Es liegt allerdings in der Natur der Sache, daß das nicht gelingen kann.

"...steht es dir frei, auszuwandern. Wie wäre es denn mit Kuba?"

Ja, das haben die Altnazis in der Bundesrepublik auch immer gesagt: "Geh doch nach drüben!" Super Argumentationsmuster. Hast Du Dir das von denen abgeguckt?

Vielleicht informiertst Du Dich mal über den Unterschied zwischen Argumenten und Fakten einerseits und persönlich/aggressiven Angriffen und abstrakten Theorien andererseits. Das wäre Deiner persönlichen Entwicklung und Diskussions-"Kultur" sicher sehr förderlich. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg.

Viele liebe Grüße....

Kommentar von Kerrycolada ,

Dazu fällt mir ein dass es allgemein natürlich möglich ist im Falle des Unmutes durch eine vermeindliche Unfairness des Staates gegenüber einem oder mehreren das Land zu verlassen. Bezieht man nun allerdings Arbeitslosengeld ist es einem lediglich mit deren (die Bundesagentur für Arbeit) Zustimmung erlaubt den eigenen Wohnort zu verlassen, was das Ganze sogar auf nur einen kleinen Teil einschränkt. Diesen Menschen steht es nicht frei auszuwandern- die Mittel der Jobcenter führen weiträumig dazu, dass Menschen in einen Kreislauf fallen aus dem sie nicht herausfinden. Weder finanziell noch sozial. Fraglich ist daher wie diese Arbeit gehandhabt wird, ist es doch deren Aufgabe und Verpflichtung die Menschen zu unterstützen und ihnen zu helfen eine Arbeit zu finden.
Wenn es solchen gesellschaftlich tragenden Agenturen nicht gelingt eine Lösung zu formulieren, sollte man sich nicht Sorgen machen um die Menschen die unter deren Forderungen leiden? Einzelfälle beschreiben sogar einen unerwünschten doch unabdingbaren Bezug über den Zeitraum von bis zu 20 Jahren. Kann man dahingehend sagen dass das System der Arbeitsvermittlung nicht funktioniert? Gibt es doch weit mehr Arbeitslose als es Arbeit gibt, macht die erzwungene Maßnahmenzuweisung und Zeitjobeinteilung in Androhung von Sanktionen dann Sinn?

Antwort
von tryanswer, 74

Über 50% der Bundesmittel fließen in die soziale Absicherung der Bevölkerung - das dürfte als Argument wohl ausreichen.

Kommentar von Kerrycolada ,

Wie definiert sich "Soziale Absicherung der Bevölkerung"?

Kommentar von tryanswer ,

Transferleistungen, Zuschüsse zu Kranken- und Rentenkassen, ...

Kommentar von Kerrycolada ,

Denkst du dass diese Quoten landesweit von der Bevölkerung nachvollziehbar sind?

Kommentar von tryanswer ,

In wie fern nachvollziehbar? Sollte das allein als Begründung nicht ausreichen, brauchen wir uns nur das geltende Recht zu betrachten: Kündigungsschutz für Mieter und Arbeitnehmer, Lohnfortzahlungen, Mutterschutzregelungen, gesetzlicher Mindestlohn, Steuerprogression, usw.

Kommentar von Kerrycolada ,

Nachvollziehbar von Menschen die aussagen ihnen sei hinsichtlich ihrer Rechte unrecht getan worden, wie es laut weitläufigen Internetbeschweren (Man umgehe ihre direkten Beschwerden) häufig so ist?

Kommentar von tryanswer ,

Ich bezweifle, daß derartige Personen überhaupt einer objektiven Argumentation zugänglich sind. Sie werden statt dessen immer darauf verweisen, daß es ihnen anders ergangen sei (wobei sie natürlich auch nie ein Eigenverschulden trifft). Vielmehr werden sie immer bemüht sein einen Schuldigen für ihre Situation zu finden, da bietet sich dann der Staat an - gleich ob die Schuldzuweisung haltbar ist.

Kommentar von Kerrycolada ,

Danke für deine Meinung hierzu

Antwort
von Bestie10, 87

Verhungert einer in unserem Land

jeder hat ein Dach über dem Kopf (wenn er es will!)

ärztliche Versorgung, wird einer vom Arzt Krankenhaus abgewiesen ?

Schule muß man dafür Geld bezahlen ?

über ein "bedingungsloses Grundeinkommen" wird diskutiert

heißt, jeder hat Anspruch auf Geld - ohne eine Gegenleistung zu erbringen

Was muß eine Gesellschaft noch tun um als Sozial zu gelten

Kommentar von voayager ,

rührend, wie du dich tapfer für die hiesige Auisbeutung plus Sozialabbau stark machst - Donnerwetter!

Kommentar von Bestie10 ,

werd nicht kindisch

gibt's in Afrika Kindergeld

kümmert man sich um dich wenn du in den Philippinen oder Afghanistan ins Krankenhaus musst

das kriegste ein Rezept und wenn du das Geld für die Spritze nicht hast, das Krankenhaus hat es nicht ....

also bitte ein wenig sachlich bleiben

wo geht es den Menschen besser als bei uns ???

bitte ... und nicht dümmlich polemisieren ... Argumente

Kommentar von Kerrycolada ,

"Wir jammern auf hohem Niveau" höre ich seitens einer Bekannten, die (laut ihren Worten) unter dem System leidet und ihr Bestes daraus macht.
Findest du es in Ordnung die Politik der Länder zu vergleichen und eine Aussage zu treffen wie "Anderen geht es immerhin schlechter"? Oder bist du der Ansicht dass man alles Mögliche tun muss im Sinne der Gesellschaft zu handeln?

Kommentar von Bestie10 ,

...anderen geht es immer schlechter

sicherlich

nur darf man auch die Frage stellen :

wem geht es besser ... ?

 sprich

aber  99 % der Menschen geht es schlechter ... erheblich schlechter

von daher sollte man etwas relativieren

Kommentar von Kerrycolada ,

Vielen Dank für deine Meinung

Kommentar von voayager ,

Absurd isses von dir Armutsländer zum Vergleich anzuführen, da liegt bereits der Hund begraben. Du weisst ganz genau, dass Deutschland das wirtschaftlich viertstärkste Land der QWelt ist, wergo kann man da ganz was anderes erwarten, als ausgerechnet von einem Habenichtsland, einem Trikontstaat, dessen wenigen Gelder zudem fast ausschließlich in die Taschen einiger weniger Reicher fließt.

Kommentar von Kerrycolada ,

Wie hier vermehrt aufgetreten und es auch häufig der Fall ist scheinen die Menschen unseres mit anderen Ländern in den Vergleich zu ziehen. Würdest du sagen dass das in Hinblick auf die Frage ob sich "der Sozialstaat sozial nennen darf" als Argument gelten darf, dass es uns besser geht als es anderen Ländern geht?

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Wenig reflektiert!

Antwort
von celine1210, 34

Wären wir kein Sozialstaat, dann gäbe es kein Grundgesetz, denn das ist eines der vier Leitsäulen

Kommentar von Kerrycolada ,

Demnach findest du dass es ausreicht wenn sich Deutschland lediglich durch seine Gesetzgebung als sozial identifiziert?

Kommentar von celine1210 ,

Verglichen mit anderen Staaten sind wir ein Sozialstaat. Mir macht auch das Thema Politik viel Spaß und es interessiert mich sehr, dennoch halte ich von unserer Politik nicht viel. Wir können die Fakten nur so hinnehmen und da unser Land sogar Hartz IV besitzt, Arbeitsämter, Krankenversicherungen und Fördergelder auch an Schulen verteilt kann man das als Sozialstaat bezeichnen

Kommentar von Kerrycolada ,

Du findest es (wie ich es verstehe) vertretbar die Politik eines Landes mit der eines Anderen zu vergleichen, wie banal ausgedrückt "Anderen geht es schlechter" oder "Wir jammern auf hohem Niveau". Bis zu welchem Punkt kann deiner Meinung nach ein Vergleich die (wie jedes Land sie hat) Missstände legitimieren?

Unser Land besitzt viel soziale Unterstützung-trotzdem scheint es eine drastische Veränderung im Bereich der Zahlen zwischen Arm und Reich gegeben zu haben. Würde ein soziales Land nicht versuchen Vermögen relativ gerecht zu verteilen, sodass einer hohen Armutszahl vorgebeugt werden kann?

Kommentar von celine1210 ,

Das denke ich nicht, ich glaube eher, dass WEIL es das Hartz IV gibt, es viele Leute gibt, die in die Armut hinein rutschen, natürlich ist das nicht die Regel und ich finde es auch unfair, dass beispielsweise mein Onkel tagsüber und Nachts arbeiten geht und genauso viel verdient wie einer der Hartz IV empfängt. Wo ist da noch die Gerechtigkeit,dass er gerade einmal 5 Stunden schlafen kann und sich abschuftet und andere mit dem Hintern zu Hause vor dem Fernseher sitzen und sobald irgendwas wichtiges ( Waschmachine, Kühlschrank etc. ) kaputt geht bekommen sie es neu.

Ich glaube, dass die Politik in unserem Land überhaupt nicht gerecht ist, aber leider die Beste, die wir derzeit auf der Welt haben. Wir sollten vor und nachteile gleichermaßen abwiegen, denn es wird nie ein fehlerfreies oder gerechtes System anzufinden sein.

Antwort
von barfussjim, 85

Ja, die Sozialquote ist überdurchschnittlich, d. h. jeder dritte hierzulande erwirtschaftete Euro wird für Sozialausgaben verwendet. Es gibt ein funktionierendes, viele Milliarden schweres Renten-, Gesundheits- und Sozialsystem, das auf dem Prinzip der Umverteilung basiert.

Kommentar von Kerrycolada ,

(Darf ich fragen was die "Sozialquote" ist und wie sie sich definiert?)
Dem gegenüber stelle ich die Tatsache dass errechnet wurde dass eine extreme Kluft zwischen den Armen und Reichen in Deutschland besteht.
"Das Versprechen der EU, mehr Wohlstand für alle zu schaffen, hat sich nicht erfüllt: In den meisten Staaten verschwindet die Mittelschicht. Viele Bürger arbeiten rund um die Uhr - und können von ihrem Einkommen nicht leben. Wir erleben das Ende einer großen Illusion. ", ist in einem Artikel auf der Seite deutsche-wirtschafts-nachrichten.de zu lesen.
Wie, glaubst du, könnte das passiert sein? Ist es wahr?

Kommentar von voayager ,

Wirklich jedes seriöse Wirtschaftsinstitut weist darauf hin, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschl. immer mehr auseinanderklappt. Man muß entweder noch blutjung, verdeppert oder zutiefst blauäugig sein, die nicht zu wissen oder aber zu bestreiten.

Kommentar von Lennister ,

Dem gegenüber stelle ich die Tatsache dass errechnet wurde dass eine extreme Kluft zwischen den Armen und Reichen in Deutschland besteht. 

Deutschland liegt in puncto Einkommensverteilung(Gini-Koeffizient) auf Platz 14. Es gibt also insgesamt 13 Länder, in denen das Einkommen gleicher verteilt ist. Da von einer "extremen Kluft" zu sprechen, ist unverhältnismäßig. 

Kommentar von Kerrycolada ,

Ausgehend davon dass die Zahlen weiter auseinander driften, obgleich der Prozensatz momentan noch im Rahmen liegen kann, können wir nicht in Zukunft eine "extreme Kluft" erwarten?

Kommentar von barfussjim ,

"Deutsche Wirtschaftsnachrichten" - sehr seriös.

Kommentar von Kerrycolada ,

("Es gibt ein funktionierendes, viele Milliarden schweres Renten-, Gesundheits- und Sozialsystem, das auf dem Prinzip der Umverteilung basiert."

Dem Gegenüber stehen vermehrt getroffene Aussagen über eine breiter werdende Kluft zwischen Arm und Reich. Woran könnte dies liegen? Was hältst du davon?) - Entschuldigung, ich dachte einen Moment ich habe darauf noch nicht geantwortet. Und ich kann es nicht löschen.

Antwort
von Ms42Ya, 55

Ja, festgelegt ist das ganz banal durch Artikel 20 GG : die Bundesrepublik Deutschland sei "ein demokratischer und sozialer Bundesstaat".

Kommentar von Kerrycolada ,

"Das Grundgesetz (GG) ist die Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland. Es wurde vom Parlamentarischen Rat, dessen Mitglieder von den Landesparlamenten gewählt worden waren, am 8. Mai 1949 beschlossen und von den Alliierten genehmigt. Es setzt sich aus einer Präambel, den Grundrechten und einem organisatorischen Teil zusammen. Im Grundgesetz sind die wesentlichen staatlichen System- und Werteentscheidungen festgelegt. Es steht im Rang über allen anderen deutschen Rechtsnormen." heißt es auf www.bundestag.de

Angenommen die Bundesrepublik Deutschland kommt ihrer Aufgabe als "Sozial" nicht nach, ist es dann noch vertretbar dass diese Aussage im Grundgesetzbuch steht?
Bzw., würdest du es als gesetzeswidrig erachten, wenn die Bundesrepublik Deutschland ihrer Aufgabe sozial zu sein nicht nachkommt, ausgehend davon dass das Grundgesetzbuch von "Gesetzen" spricht?

Kommentar von Ms42Ya ,

"Angenommen die Bundesrepublik Deutschland kommt ihrer Aufgabe als "Sozial" nicht nach, ist es dann noch vertretbar dass diese Aussage im Grundgesetzbuch steht?"

Das verdreht meiner Meinung nach etwas Ursache und Wirkung. Sollte der Staat BRD seiner selbstauferlegten Verfassung nicht nach kommen, also beispielsweise dem Sozialstaatsprinzip das ja wie bereits erwähnt, Verfassungsrang besitzt, dann sollte nicht der Text jener Verfassung angezweifelt werden, sondern der Staat an sich. Daher: Angenommen die Bundesrepublik Deutschland kommt ihrer Aufgabe als "Sozial" nicht nach, dann verstößt die Republik bzw. eher die Regierung gegen die Verfassung und kann dafür vom Verfassungsgericht ermahnt werden. Die Regierung muss daraufhin, den Staat auf die Verfassung zurechtschneiden. Das gilt jedenfalls solange, wie wir über einen der ersten 20 Artikel des Grundgesetztes reden. 

"Bzw., würdest du es als gesetzeswidrig erachten, wenn die Bundesrepublik Deutschland ihrer Aufgabe sozial zu sein nicht nachkommt, ausgehend davon dass das Grundgesetzbuch von "Gesetzen" spricht?"

Eindeutig ja, allerdings nicht gesetzeswidrig, sondern verfassungswidrig. 

Kommentar von Kerrycolada ,

Danke für deine Meinung hierzu

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