Frage von bine0905, 362

Darf sich eine Reitbeteiligung so aufführen?

Zum Fall: Nachdem sie zuerst das Pferd an der Trense angebunden hat, welche darauf hin an beiden Backenstücke rausgerissen wurde, was natürlich nicht innerhalb der letzten 10 Wochen ersetzt wurde, eine Touchiergerte zusammengebrochen hat, das Pferd trotz Lahmheit und Reitverbot springen lassen hat und danach auf eine frisch mit Kunstdünger gedüngte Wiese gestellt hat, habe ich sie rausgeworfen. 

Dafür hat sie dann etliches an Zubehör von uns mitgenommen, wollte den Restmonat von dem Geld zurück und fordert uns nun auch noch auf auf der Website die Bilder von den Pferden zu löschen, auf denen Sie teilweise erkennbar mit zu sehen ist. Habe Ihr mitgeteilt, dass die Behandlungskosten von dem Tier auf sie zukommen werden, da sie grob fahrlässig gehandelt hat.

Ihre Antwort war, es wäre ihr nun da sie nicht mehr kommen durfte eh egal ob das Tier verreckt oder nicht. Mittlerweile hat sich Ihre Mutter (RB selbst ist gerade 18 geworden) mit eingeschaltet und droht mit Anwalt. Natürlich streiten beide den Sachverhalt ab. 

Wie würdet Ihr weiter verfahren?

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Antwort
von Apolon, 214

Sorry - aber bei deiner Schilderung verstehe ich einiges nicht.

Einer Reitbeteiligung übergibt man doch nicht einfach wochenlang ein Pferd, ohne zu prüfen, ob sie überhaupt reiten kann, ob sie mit einem Pferd umgehen kann und wie sie ihn nach dem Ausritt wieder in die Box stellt.

Und dies prüft man nicht nur einmal sondern in kurzen Abständen.

So habe ich dies zumindest gemacht, als wir noch Pferde hatten.

Zu deinen Vorwürfen:  wie wurde dies festgestellt ? Sind Zeugen vorhanden ?

Und weshalb hat es so lange gedauert, bevor Du sie rausgeschmissen hast ?

Wegen dem mitgenommenen Zubehör - Anzeige wegen Diebstahls.

Wenn man diese Vorwürfe beweisen kann und Zeugen hat, würde ich diese Vorgehensweise allen Pferdevereinen im Umkreis melden und auch den Tierschutz informieren.

Und außerdem einen Rechtsanwalt damit beauftragen, vielleicht findet man ja einen der selbst reitet.

Gruß N.U.

Antwort
von dap123, 115

Die Lage zwischen euch ist doch mindestens so verzwickt wie die Antworten hier auf deine Frage. Wie ich weiter verfahren würde? Es nicht auf nen Rechtsstreit ankommen lassen, die Sache als Erfahrung abhaken und beim nächsten Mal ne bessere Reitbeteiligung suchen und besser kontrollieren, was sie tut.

Wenn man jemanden "rausschmeißt", dann ist aber ja eine einvernehmliche Lösung schon gar nicht mehr möglich. Das war ungeschickt - an der Stelle hättest du vielleicht erstmal das Gespräch suchen sollen und einvernehmlich gucken können, wie ihr die Schäden regulieren lasst. Es gibt da ja auch - bei allem Ärger und Frust - Versicherungen, die für so etwas aufkommen könnten.

Ich stimme allen zu, die hier sagen, dass ich als Pferdebesitzer doch darauf Acht geben muss, dass meine Reitbeteiligung vernünftig mit dem Pferd umgeht. Ja, da gehört Vertrauen zu - aber eben auch eine Kontrolle am Anfang.

Die Beurteilung von grober Fahrlässigkeit würde ich einem Anwalt überlassen... und auf die Mitteilung, dass sie Behandlungskosten übernehmen solle hätte ich als Elternteil dann auch sehr empfindlich reagiert. Dafür gibt es mit Sicherheit keine Rechtsgrundlage. Im übrigen sehe ich das Anbinden des Pferdes mit Trense auch nicht als grob fahrlässig sondern als etwas, was man für gewöhnlich nicht machen sollte. Ich hätte aber genug Argumente, weshalb das nicht grob fahrlässig ist sondern weshalb das Mädel es vielleicht nie anders gesehen / gemacht hat und davon ausgegangen ist, dass dein Pferd da kein Problem mit hat. Dann bleibt vielleicht noch ne fahrlässige Handlung aber nichts, was rechtfertigt, dass sie Behandlungskosten für dein Pferd übernehmen sollte.

Das gilt übrigens auch für den Ersatz von den Backenstücken / der Trense. Steht so etwas im Reitbeteiligungsvertrag? Dann muss sie bezahlen - ansonsten nicht. Auch hier steht die moralische Verantwortung auf der anderen Seite: In einem gut funktionierenden Besitzer-Reitbeteiligungsverhältnis würde man sich da schon einig werden - auch ohne Vertrag... aber da du den Rechtsweg mit deinen Ansprüchen zu den Behandlungskosten schon angetreten bist, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr euch auf gütlichem Wege nicht mehr einigt.

Aus meiner Sicht hilft - wenn du Schadenersatz / Behandlungskosten einfordern möchtest - da wirklich nur der Weg zum Anwalt. Ich würde aber bezweifeln, dass du da Erfolg mit haben wirst.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 232

Da stellt sich für mich nie eine Frage: hast du eine Rechtschutzversicherung? Wenn ja, sofort melden.

Wenn nicht, würde ich mit das Risiko weiterer Scherereien nicht antun.

Echt traurig , so was. Aber was will man machen? Vertrauen ist Glückssche, schrecklich, so enttäuscht zu werden 😢

Antwort
von beglo1705, 163

Was ich nicht ganz verstehe, hat diese RB denn niemand mal kontrolliert was sie da so treibt mit deinem Pferd? Oder mal das Equipment überprüft? 

Die Aufsicht liegt bei dir und solchen Gören ist heutzutage grad in dem Alter fast alles zuzutrauen. 

Einen Anwalt, hm bei passender Rechtschutzversicherung und Zeugen, ja. 

Um weitere Streitigkeiten zu vermeiden und die Sache abzuschließen nein, ggf. nochmal ein klärendes Gespräch suchen sofern möglich. 

Antwort
von flowerpower2001, 182

Ich finde du hast dich total richtig verhalten. Ich meine, wer bindet ein Pferd an der Trense an. Klar ich habe mal den Strick in das Gebiss eingehakt, bin 2 Meter zur Seite gegangen und habe meine Helm geholt. Das wars. Eine Sache von 2 Sekunden. Wäre die Trense dabei kaputt gegangen, was sie nicht ist, hätte ich die Trense selbstverständlich ersetzt.

Wenn ein Pferd Reitverbot hat mit ihm Springen...... Okeeee. Hat deine (ehemalige)Reitbeteiligung überhaupt Ahnung von Pferden? Sorry wenn es so hart klingt aber es ist halt so. Wenn ein Pferd lahmt, soll man es schonen. Vielleicht eine Runde über den Hof, aber keinesfalls Springen!!

Bei der Touchiergerte: Ok ne Gerte kann mal kaputt gehen, aber meistens ist das unabsichtlich. Wenn sie aber mutwillig zerstört worden ist, ist das Sachbeschädigung und da muss sie dir die Gerte ersetzten. Und so ne Gerte kostet jetzt auch nicht die Welt.

Mir wäre es ja sogar ein bisschen peinlich, wenn meine Eltern sich da einmischen würden.
Ich finde du hast komplett richtig gehandelt. Ehrlich gesagt hätte ich sie schon früher rausgeschmissen. Lass dich nicht unterkriegen! Kämpfe um dein Recht! Viel Glück.

Antwort
von kruemel84, 133

Hi bine0905,

puh.... das klingt ziemlich nach Stress, aber es war definitiv die richtige Entscheidung dieser Dame zu kündigen!!!

Zu deiner Frage: Ich hätte dieser RB sowas von der Ar..... verwackelt, ein Pferd mit Trense anbinden, das geht gar nicht! .....boah....


.....fordert uns nun auch noch auf auf der Website die Bilder von den Pferden zu löschen, auf denen Sie teilweise erkennbar mit zu sehen ist.....

Das wirst du wohl oder übel tun müssen.....



....Behandlungskosten von dem Tier auf sie zukommen werden....

Welche Schäden hat denn dein Pferd davon getragen? Gibt es dafür glaubwürdige Zeugen/Beweise?


Dafür hat sie dann etliches an Zubehör von uns mitgenommen...

Welches Zubehör hat sie denn mitgehen lassen, wenn ich mal fragen darf? Zur Not Anzeige wegen Diebstahl machen.....


Wie würdet Ihr weiter verfahren?

Ich würde mir zeitnah Rat von einem Anwalt holen, auf irgendwelche Diskussionen mit der Dame oder ihrer Mutter überhaupt nicht reagieren, das heizt die ganze Sache bloß noch mehr an.

Schreib die ganzen Vorfälle auf, überlege dir welche Beweise/ Zeugen du dafür hast und dann entscheide, ob du diesen, ich nenns mal "Krieg" wirklich ausfechten möchtest. So wie die Ex-RB sich aufführt, kann das ziemlich ausarten.

Warum hast du eigentlich solange gebraucht, um sie rauszuschmeißen?

Ich drück dir die Daumen und Gute Besserung an dein Pferdchen;-)

Lg kruemel;-)

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 154

So viel ich weiß versucht man eine Reitbeteiligung doch erst mal kennen zu lernen.

Dabei bemerkt man doch, dass jemand mit einem Tier überhaupt nicht richtig umgeht. Oder man muss es demjenigen erst mal beibringen.

Hast du nicht auch Schuld daran, mit ihr eine Beteiligung einzugehen, obwohl das Pferd im Moment gar nicht geritten werden darf?

Kommentar von ponyfliege ,

in der frage steht alles notwendige.

die reitbeteiligung wurde "eingestellt", bevor das pferd wegen krankheit nicht geritten werden durfte.

schon das anbinden am zaumzeug ist in höchstem grade fahrlässig gewesen. wenn der backenriemen nicht gerissen wäre, hätte das pferd sich schwerste halsverletzungen oder sogar einen genickbruch oder einen kieferbruch zuziehen können.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 114

Rauswurf, Anwalt. Wenn du kannst: Hausverbot.

Antwort
von TheFreakz, 155

Habt ihr Zeugen? zB als Sie das Pferd springen lassen hat? Wenn ja, droht ihr damit zB und sagt Sie hätte keine Chance, da ihr Beweise habt..
Und nein, so sollte sich niemand benehmen! Vor allem nicht, wenn man mit Lebewesen zu tun hat..

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 105

anzeige bei der polizei wegen diebstahls (hoffe, du hast paar leute im stall, die dein zeugs wiedererkennen).

der rest  ist "lehrgeld".

wie sah der vertrag im einzelnen aus?

Antwort
von RowenaRawenclaw, 119

Du hast absolut richtig gehandelt!

Antwort
von Michel2015, 59

Und was macht der Anwalt? Sorry, sei froh dass sie weg ist. Was willst du denn erreichen?

Leben genießen und weitermachen.

Antwort
von Violetta1, 153

Mal unter uins gesagt: die hat schon nen schuiss an derv Waffel, ja? Und dann deckt die Mutter das auch noch?

Na,wer weiss, wie Töchterlein das dargestellt hat.

Verantwortung hat die Mami dem Mädel wohl nicht beigefracht.

Hast Du Zeugen, ggf. was vom Tierarzt?

Kommentar von bine0905 ,

Habe den Stallbetreiber. Wir haben die Pferde normalerweise bei uns stehen. Das Mädel ist auch nicht neu, sie hatte auf dem 2. Pferd seit 4 Jahren eine Reitbeteiligung und ist dann altersbedingt auf das jüngere gewechselt. Hatte am Ostermontag einen sehr schweren Autounfall und war zuerst im Krankenhaus und danach auf Reha. Zur Entlastung aller hat mein Mann die beiden Pferde in einen Reitstall für die Zeit bis ich wieder daheim war eingestellt. Die Reitbeteiligung hat es sichtlich genossen lt. Stallbetreiber jetzt eine Halle und einen Platz zur Verfügung zu haben. Tierarztrechnung ist auch da, zudem ist der Aushang vorhanden, wo auch jedem in kleinformat schriftlich ausgehändigt worden ist. Auch ihr, welche Wiesen gestreut sind und dass es verboten ist, Pferde dort im Moment unterzubringen, bzw. fressen zu lassen. Bis zum Ostermontag hat die Reitbeteiligung im großen und ganzen immer gut funktioniert, war allerdings meistens mit auf dem Hof, wenn sie da war. Bzw. was mit den Pferden gemacht hat. Kann immernoch nur mit Krücken laufen. Sobald es wieder geht und es dem zweiten Tier wieder besser geht, steht mit Pusteln übersäht noch in der Klinik, da es sich die komplette Speiseröhre verätzt hat, kommen sie wieder zurück.

Der Reitstall ist Videoüberwacht. Einige Ihrer Aktionen sind darauf zu sehen. Aber leider nicht alle. Das Springen mit dem Pferd ist aber deutlich zu sehen, dass das Pferd vor dem Sprung schon geschont hat und nach dem Sprung dies noch schlimmer war. Es war ihr auch bekannt, wie wir unsere Tiere behandeln und dass es in solchen Fall ein absolutes Reitverbot gibt.

Kommentar von kruemel84 ,

Oh je......

Aber du hast ja wenigstens ein paar gute Beweise und auch einen Zeugen, ich würde an deiner Stelle unbedingt zum Anwalt gehen.

Ich wünsche Dir und deinen beiden Pferden Gute Besserung;-)

Lass dich nicht unterkriegen;-)

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