Unzweifelhafte Wahrheiten darf man auch klar vertreten und Wahrheiten, die sich aus dem eigenen Gewissen ergeben, die man aber für sich auch geprüft und für richtig befunden hat.
Manche "Wahrheit" deckt nur einen Blickwinkel ab, dabei ist Wahrheit komplexer oder auch einfacher, als wir das erkennen können. Für einen kann die Wahrheit "Brathähnchen ist superlecker" für ihn wahr sein, für das Brathähnchen ist das eine traurige Wahrheit.
Ganze Bereiche der Philosophie beschäftigen sich damit, was wirklich wahr ist. Wenn man in diesem Bewusstsein Wahrheiten vertritt, dann werden Wahrheiten nur dann als wahr gesehen werden, wenn sie unzweifelhaft und allgemeingültig sind. Sonst kann das Vertreten scheinbarer Wahrheiten sehr traurig sein. So, wie in Deinem Beispiel.
Und, wie du auch so gut schreibst: Auch der Zweck, warum diese Wahrheit so "benutzt" wird, der muss auch gerechtfertigt sein. Ob es aus einem guten Grund und zu einem guten Zweck, hilfreich für andere ist, oder nur ein Vorwand, eigene Meinungen als allgemeingültig darzustellen. Die Wahrheit, der Sinn der Wahrheit, also missbraucht wird.
Wahrheit ist etwas Absolutes, das zu erkennen wirklich sehr schön wäre. Aber sogar, wenn man angemessen und ehrfürchtig nach der Wahrheit sucht, ist es kein leichter Weg.
Und wie man mit Wahrheit umgehen muss, das hast du ja in deiner - sehr guten - Frage schon erfragt:
http://www.gutefrage.net/frage/lohnt-sich-ehrlichkeit