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Darf/muss Serverprovider Dateien stichpunktartig überprüfen ?

Frage von Martimor Martimor

Hallo,

mich würde interessieren ob ein Serverprovider/Hoster dazu verpflichtet ist, oder das Recht dazu hat, die Dateien seiner Kunden zu überprüfen, um so eventuelle illegale Inhalte zu löschen oder anzuzeigen. Wenn dem so sei, gibt es Unterschiede zwischen Rootservern, Managed Servern und Webservern ? Meines Erachtens wäre das ein sehr harter Eingriff in die Privatsphäre der Kunden, die ja Ihrerseits auch für die Datensicherheit Ihrer Kunden ( falls Reseller ) verantwortlich sind.

Wenn es möglich ist, bitte direkt die zugrundeliegenden Gesetzen angeben.

Vielen Dank im voraus.

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Antworten (4)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von Trilobit Trilobit

    Wenn jemand sich das Recht herausnimmt, Dateien von sich aus auf illegalen Inhalt zu überprüfen, nimmt er dabei eventuell auch Dateien mit Geschäftsgeheimnissen oder vertraulichen Personendaten unter die Lupe. Im ersten Fall könnte man ihm z.B. versuchte Industriespionage unterstellen, im zweiten Fall einen Verstoß gegen den Datenschutz (ob Personendaten so verschlüsselt gespeichert werden müssen, dass nicht einmal jemand mit Hardwarezugriff sie ohne Schlüssel lesen kann, weiß ich nicht).

    Wenn er Kenntnis von illegalen Inhalten erlangt, ist er soweit mir bekannt allerdings dazu verpflichtet, seinen Kunden zu informieren oder den Zugriff auf die Inhalte zu unterbinden.

    Kommentar von Martimor MartimorMartimor

    Hallo,

    danke für die Antwort. So dachte ich mir das eigentlich auch, finde aber keine rechtliche Grundlage für diese Tatsache...

    Kommentar von Trilobit TrilobitTrilobit

    Das eigentliche Problem dürfte werden, dem Hoster die Zugriffe auf die Dateien nachzuweisen.

    Kommentar von Martimor MartimorMartimor

    Naja wenn er illegale Daten anzeigt oder löscht, sollte ja der Zugriff klar sein :).

    Kommentar von Trilobit TrilobitTrilobit

    Wenn er Daten löscht, die für ihn illegal aussehen, ist das zuerst mal Datensabotage. Und das sogar unabhängig davon, ob er dich von der Löschung in Kenntnis setzt oder nicht, und auch unabhängig davon, ob die Daten tatsächlich illegal waren oder nicht.

    Kommentar von Trilobit TrilobitTrilobit

    Hm, ob das tatsächlich strafbar ist, wenn der Hoster nachgewiesen illegale Daten ohne Rücksprache löscht? Ich bin mir gar nicht mehr so sicher...

    Kommentar von Martimor MartimorMartimor

    Nunja mir gehts vor allem darum, dass wenn man als Reseller auftritt und ein Kunde illegale Daten bunkert, ist man ja erstmal selbst dran.

    Mich würde auch interessieren ob mein Hintergedanken stimmt, dass man keine Straftat anzeigen kann, wenn man die Informationen dazu selbst durch eine Straftat erworben hat ... Das ist doch eine der Grundproblematiken beim Bundestrojaner gewesen, oder ?

    Edit:\Gleiches galt ja auch im Steuerskandal im Fall Zumwinkel, wo eine ähnliche Problematik bestand.

    Kommentar von Trilobit TrilobitTrilobit

    Mit einem Trojanischen Pferd können gezielt illegale Daten platziert werden - eventuell "gefundene" Beweise werden dadurch wertlos; einzig so gewonnene Zugangsdaten wie Passwörter könnten für Ermittlungen genutzt werden.

    Selbst danach suchen darfst du wohl nicht, aber wenn du etwas erfährst, musst du handeln. Wie, weiß ich leider nicht.

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    Antwort von GabrielBlack GabrielBlack

    Ich kann dir zum Rechtlichen nichts sagen, aber der Unterschied zwischen Root- und Managed Server ist etwa der: Beim Root bist du selbst verantwortlich für den Server, bei Managed macht das ein Angestellter des Hosters für dich (daher sind die meist auch teurer). Und Webspace ist einfach nur etwas Speicherplatz auf einem Rechner den du dir mit ettlichen anderen Kunden teilst.

    Kommentar von Martimor MartimorMartimor

    Das war zwar nicht direkt die Frage, aber trotzdem vielen Dank für die Erläuterung :).

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    Antwort von fasty2003 fasty2003

    Ein heikles Thema. Ich arbeite in diesem Bereich in einem der größten Konzerne weltweit. Wir haben die Anweisung seitens der Firmenrichtlinien diverse Tools und die Log-Dateien der Server nur zum Troubleshooting zu verwenden. Personenbezogene Daten, wenn wir die "zufällig" sehen, nicht weiter zu geben oder nach außen dringen zu lassen, selbst wenn die Handlungen einiger Mitarbeiter illegal sind. Wir haben dafür zu sorgen, das die es nicht können (Sicherheit), wie Webaholic schon anmerkte. Selbst die Seiten die unsere Mitarbeiter besuchen, dürfen nicht verwendet werden. An jedem Standort sind Proxy-Server, selbst diese Log-Dateien dürfen wir nicht gegen Mitarbeiter einsetzen.

    Ein Fall aus kurzer Vergangenheit: Ein Mitarbeiter hat illegal einen P o r n o geladen und ist dabei erwischt worden. Unsere Firma bekam von der Staatsanwaltschaft die Auflage, das zu unterbinden. Wenn die es mit einem Beschluss verlangt hätten, müssten wir die Daten herausgeben, aber auch nur dann. Ohne einen richterlichen Beschluss geht nichts. Wir wussten welcher Mitarbeiter das war, durften es aber nicht preisgeben auch nicht der Firmenleitung und ist auch richtig so.

    Wir mussten im Januar erneut eine Datenschutzerklärung unterschreiben, weil die Bestimmungen verschärft wurden. Wir stehen auch mit einem Bein im illegalen Bereich. Denn die Tools wie z.B. Wireshark dürfen nicht eingesetzt werden nach dem Gesetz. Diese sind aber fürs Troubleshooting im Netzwerk notwendig.

    Wenn andere Firmen das anders handhaben, wäre das illegal. Bei Providern mag das etwas anders aussehen, wenn die eine illegale Handlung eines Kunden mitbekommen. Ich denke aber auch hier, nur auf Anweisung per Gesetz dieses versuchen zu verhindern, nicht preis zu geben. Verhindern ist eh nicht möglich, ein etwas versierter Anwender könnte das umgehen. Bei uns im Intranet (Firmeneigenes Netz) nicht weil wir andere Möglichkeiten / Maßnahmen ergreifen können. Z.B. beim Routen über die Hardware-Firewalls. An manchen Standorten ist aber ein externer DSL Zugang für die öffentlichen Internet-Terminals. Über diesen konnte der besagte Mitarbeiter illegal etwas downloaden da hier kein Proxy geschaltet war. Nach diesem Fall wurden transparente Proxy´s dort eingesetzt. Dieses Problem haben die Provider auch. Die können ja nicht alles grundsätzlich durch Einträge auf den Proxy´s und Firewalls verbieten und nur was zum arbeiten benötigt wird freizuschalten.

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    Antwort von Webaholic Webaholic

    Also zum Grundthema kann ich wenig sagen, aber zum Thema Managed / Rootserver / Webspace sollte eines klar sein:
    Managedserver sowie Webspace werden vom Provider gemanaged. Der ist erstmal für alles zuständig und muss daher für Sicherheit etc. sorgen.
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    Da es inzwischen viele Hacks gibt, die man nur durch scannen der vorhandenen Dateien entdecken kann, würde es mich nicht wundern, wenn der ein oder andere das auch tut um seinem Auftrag den Serverbetrieb sicher zu stellen nachzukommen. In diesem Fall würde ich ein zufälliges Entdecken im Rahmen von Wartungsarbeiten für erklärbar halten und somit von Straffreiheit ausgehen.
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    Im Fall von Root Servern hast DU die root (Admin) Zugangsdaten und wenn dein Hoster dann noch in der Lage ist auf dem Server Daten auszulesen, dann hast DU was falschgemacht. Punkt.
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    Generell könnte ein Hoster als Mitstörer in Haftung genommen werden, wenn er nichts gegen illegale Aktivitäten unternimmt, insbesondere wenn diese ihm auf die eine oder andere Weise bekannt geworden sind.

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