Frage von gertabaerbel, 36

Darf mir meine Firma vorschreiben in welchem Zeitraum und wie lange ich Urlaub mache?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 16

Jein!

Der AG kann bis zu 3/5 des Urlaubs verplanen wenn es sich z.B. um Betriebsferien oder Schließung an "Brückentagen" handelt. Er muss diese Termine aber rechtzeitig im Voraus bekannt geben damit der AN sich darauf einstellen kann. Mit "rechtzeitig" sind allerdings nicht ein paar Wochen sondern einige Monate im Voraus gemeint.

Grundsätzlich gilt beim Urlaubszeitpunkt und der Länge des Urlaubs der § 7 Bundesurlaubsgesetz. Hier ist im Abs. 1 geregelt dass bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Urlaubswünsche des AN zu berücksichtigen sind, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer AN, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.

Das bedeutet, der AG kann Deinen Urlaubsantrag nur ablehnen wenn er nachweisen kann dass es dringend notwendig ist, dass Du in der Firma bist oder eben andere Kollegen die zum selben Termin Urlaub wollen Vorrang haben.

Bei der Länge des Urlaubs sagt § 7 Abs. 2 BUrlG:" Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des AN liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der AN Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muss einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen."

Dein AG muss Dir auf alle Fälle mindestens einmal im Jahr zwei zusammenhängende Urlaubswochen geben. Willst und bekommst Du einen längeren Urlaubsabschnitt, um so besser.

Was die einseitige Festlegung des Urlaubszeitpunkts durch den AG betrifft, schreibt Prof. Dr. Peter Wedde im Arbeitsrechtkommentar:

"Erteilt der AG Urlaub, ohne vorher nach den Urlaubswünschen des AN zu fragen, kann der AN die Annahme der Arbeitsbefreiung verweigern, ohne in Annahmeverzug zu geraten. Er kann einwenden, dass ihm Urlaub zur Unzeit gewährt werden soll. Dabei braucht dem AN kein wichtiger Grund zur Seite zu stehen. Es ist ausreichend, wenn er auf eine von den Vorstellungen des AG abweichende Urlaubsplanung verweist."

Zusammengefasst: Der AG kann Dir mit guten Gründen den Urlaub zum gewünschten Zeitpunkt verweigern. Das kann er aber nicht bei jedem Urlaubsantrag.

Bei der Länge des Urlaubs kann der AG mit Begründung auch mitreden, zwei Wochen am Stück müssen aber im Jahr sein.

Der AG kann Urlaub nur zu einem bestimmten Termin und lange im Voraus anordnen wenn es gute Gründe wie oben genannt gibt, er kann das aber nicht beim kompletten Urlaub tun.

Kommentar von Familiengerd ,

So ist es!

Leider ist den meisten Arbeitnehmern nicht klar, dass beim Urlaubsanspruch

> der Arbeitgeber der Schuldner des Arbeitnehmers ist

> der Arbeitgeber hier kein Weisungsrecht besitzt und

> grundsätzlich der Arbeitnehmer bestimmt, wann und wie lange er Urlaub nimmt - wobei dann lediglich die bekannten Versagungsgründe dem Arbeitgeber Abweichungen von diesem Grundsatz erlauben!

Antwort
von derhandkuss, 18

Das Unternehmen hat betriebliche und soziale Belange zu berücksichtigen. So kann beispielsweise (nach Absprache mit einem eventuell vorhandenen Betriebsrat) Betriebsferien gemacht werden, wo dann (zumindest die meisten) Mitarbeiter Urlaub nehmen müssen. Genauso werden Väter mit schulpflichtigen Kindern in den Schulferien bevorzugt.

Antwort
von Nightlover70, 20

Genau nachlesen kann man das im Bundesurlaubsgesetz.

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