Frage von Pillonk, 118

Darf mich Ladenbesitzer rausschmeißen?

Ich bin Ausländer. Bin in einen Laden für Designerstühle um Esstischstühle zu kaufen . Mir gefällt einer und frage nach dem Preis und sage ich will 6. Der Verkäufer schaut im Katalog und sagt 1700 € das Stück. Ich frage: was pro Stück ?? Oder für 6? Er meint "natürlich pro Stück ". Ich sage: was?sin die au Gold? Er meint ich solle den Laden verlassen.

Hat er mich diskriminiert weil ich Ausländer bin? Kann ich ihn wo melden?

Antwort
von Kleckerfrau, 96

Der Ladenbesitzer hat das Hausrecht und kann rausschmeißen wen er will. Und wenn man so fragt wie du, kann er dich auch rauswerfen. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun.

Interessant wäre jetzt die Version des Ladenbesitzers.

Antwort
von mistergl, 54

Nein, er hat dich diskriminiert, weil du seiner Meinung nach keine Ahnung hast, was Art-Design bedeutet. Leute die für gewöhnlich solche Sachen kaufen, haben, wie soll ich sagen, mehr Respekt vor der Kunst, die dahinter steckt. Preise sind in dem Metier eher nebensächlich. Von daher war deine Bemerkung seiner Meinung nach nicht passend.

Und ja, er kann dich gewaltfrei bitten zu gehen. Es ist sein Terrain auf dem du sich bewegst. Kein öffentliches.

So sind sie halt die Intellektuellen in Deutschland. Hochnäsig und wenn es um Kunst geht, ohne Toleranz.

Antwort
von xElenx, 97

Am besten nicht drauf achten und nen anderen Laden suchen, bei sowas kannst du nicht viel anrichten und außerdem, wenn du dort Vorort randalierst, dann ziehst du Aufmerksamkeit und dann wirst du schief angeguckt. Ist zwar doof, kann aber mal passieren.

Expertenantwort
von Detlef Rochow, Kommunikationsberater für Unternehmen, 22

Hallo Pillonk,

ich bin in Deutschland kein Ausländer, und hatte ein ähnliches Erlebnis: In München gibt es für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel Einrichtungs- und Möbelhäuser. Deine Frage beantworte ich dann ganz am Schluss.

Für eine Recherche habe ich eines der teuren Geschäfte aufgesucht und war - wie später vom Verkäufer erfuhr - als "nicht die Zielgruppe für unser Geschäft" auf den ersten Blick zu erkennen: an kleinen Merkmalen (keine handgefertigten Schuhe, einfach Anzug von Boss, wenigsten Armani sollte es schon sein etc. etc. Und als ich dann auf einen Preis ähnlich wie Du reagiert habe, meinte er, ich habe mich wohl verirrt und es vielleicht besser ich ginge wieder...

Ich habe ihm erklärt warum ich mich "verirrt" hatte und er hat auf Nachfrage erläutert, woran er echte Käufer erkennt. Offensichtliches Erstaunen über den Preis und flapsige Kommentierung hat mich zudem als Nichtkäufer ausgewiesen. Ich konnte sein ursprüngliches Verhalten unter "heute nicht gut drauf" abbuchen und seine feine, professionelle Beobachtungsgabe bewundern, sein unprofessionelles Verhalten verurteilen.

Du hast es da deutlich schwerer. Wenn ich Dich blöd anmache, kannst Du Dir immer die Frage stellen: "Macht der mich blöd an, weil ich Ausländer bin oder würde der jeden, der so auftritt wie, ich blöd anmachen?"

Du stehst grundsätzlich am Scheideweg. Du kannst Dir sagen, der war einfach nur schlecht drauf und Du selbst hast ja auch nicht gerade sympathisch reagiert, also: einfach nur ein Gespräch, das nicht besonders gut gelaufen ist.

Oder Du kannst Dir sagen, der hat mich diskriminiert und nur, weil ich Ausländer bin, schlecht behandelt. - Was davon stimmt ist nur mit Aufwand herauszubekommen. Und vor dieser Entscheidung stehst in fast allen Situationen, in denen Du nicht nett behandelt wirst.

Ich würde Dir empfehlen, Dein Verhalten beharrlich zu hinterfragen, weil Dich das besser und stärker macht überall in der Welt. Bei all den Leuten, die Dir egal sein können, lass es gut sein.

Aber immer, wenn Dich das Verhalten Deines Gegenübers verletzt hat, das auch Deinem Gegenüber zu sagen - freundlich, aber konsterniert.

Und allen, die Dich zweifelsfrei blöd anmachen, weil Du Ausländer bist, und die Dir das auch sagen, denen könntest Du anfangen die Hölle heiß zu machen. Da kannst Du Dich an den Ombudsmann Deiner Stadt wenden oder an den Ausländerbeauftragten oder die Öffentlichkeit suchen, Dich an eine Zeitung wenden, wenn die Geschichte das hergibt oder an einen Verein, der sich um solche Fragen kümmert. Du kannst wenn Du Zeugen hast, einen Anwalt einschalten, Schmerzensgeld fordern.

Das solltest Du mit Freunden besprechen und sorgfältig prüfen, damit nicht am Ende Du Dich aufgerieben hast und nur noch verbittert bist. Das solltest du diesen Typen, die einen anderen Menschen aufgrund der Nationalität diskriminieren nicht gönnen.

Mit herzlichem Gruß

Detlef

Randbemerkung: Grundsätzlich diskriminieren wir ständig, immer, alles und jeden. Diskriminieren bedeutet ja nur Unterscheiden: Ich unterscheide ohne drüber nachzudenken, der ist mir sympthisch, der nicht, die finde ich hübsch, jene klug und den nur clever etc - nicht ohne Grund kommt es auf den ersten Eindruck an - und das heißt, wir alle entscheiden uns im alleresten Moment. Gut, wenn man seine Urteile auch revidieren kann.

Randbemerkung 2: Was, wenn der Verkäufer Dich besonders zuvorkommend behandelt hätte - weil er Dich als Ausländer identifiziert hat? Ist dass dann auch Ausländerdiskriminierung, die Du irgendwo melden möchtest? Ich würde es mir wünschen.

Und jetzt zu Deiner Frage: Du kannst zurück gehen und den Verkäufer fragen, wie er heißt und warum er dich zum Gehen aufgefordert hat - und je nach dem wie er reagiert, agierst Du.

Ihn irgendwo melden wegen Ausländerdiskriminierung bringt nicht. Wenn Du was Gutes tun willst, dann "meldest" Du ihn, da wo es ihm weh tut und wo Du immer im Recht bist: Beim Chef der Firma, für die er verkauft.

Die haben garantiert eine Website - oder Du schaust im Handelsregister Deiner Stadt (gibt inzwischen auch online) - und dann schreibst Du dem höchsten Chef, den Du findest, eine mail: Tenor: Interesse an Stühlen - Erstaunen über den Preis - und der Verkäufer schmeist mich raus mit den Worten: "Verlassen Sie unser Geschäft..." - und nur in einem Nebensatz bringst Du einen unbedeutenden Hinweis aus dem der Chef schließen kann, dass Du ein Ausländer bist. Du kannst sicher sein, der Verkäufer bekommt Probleme...

Ich hoffe, meine Antwort war hilfreich für Dich

Antwort
von Messkreisfehler, 83

Immer der Unsinn mit der Diskriminierung...

Der Verkäufer hat das Hausrecht, er kann ganz alleine entscheiden wer in seinen Laden  darf, wer raus muss und wem er etwas verkauft.

Das ist sein gutes Recht!

Kommentar von xElenx ,

Dann darf er sich nicht wundern, wenn die Kundschaft sich vermindert. 

Kommentar von Messkreisfehler ,

Der Fragant wäre doch eh kein Kunde geworden da ihm der Preis zu hoch war.

Zudem steht kein Wort von "Verwunderung" in der Frage.

Kommentar von CreativeBlog ,

Wir gehen jetzt mal von der Geschichte aus, dann ist das keine Diskriminierung? Er hat nur gefragt und sinnlos einen raus werfen?

Natürlich kann er das, aber warum sollte man das tun? Will man alle Kunden vergraulen.

Kann ihre Antwort nicht ganz nachvollziehen.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Nein, rein rechtlich ist hier nicht mal der Ansatz einer Diskriminierung zu erkennen.

Ob es Sinn gibt oder nicht das er ihn des Hauses verwiesen hat tut dabei auch gar nichts zur Sache. Fakt ist, dass es sein gutes Recht ist und das hat er wahrgenommen.

Durch die Aussage des Fraganten war zu erkennen, dass es hier eh zu  keinem Verkauf kommt, warum also Zeit verplempern.

Kommentar von Kleckerfrau ,

Der Ton macht auch die Musik. Wir wissen nicht , wie er die Frage nach dem Gold gestellt hat.

Antwort
von Novos, 20

Das hat wohl wenig mit Diskriminierung zu tun, sondern eher mit Deinem Unwissen über den Wert der Möbelstücke. 

Antwort
von fwgFIWgw, 59

Der Ladenbesitzer kann auch ohne triftigen Grund ein Hausverbot aussprechen. Ob das jetzt gegen Ausländer gerichtet war, glaube ich nicht. 

Einen reichen Türken, würden die dort bestimmt mit offenen Armen Begrüßen 

Kommentar von RasThavas ,

Das ist falsch. Im Gegensatz zu einer Privatwohnung, wo ein Hausverbnot nicht begründet werden muss, braucht ein Geschäft eine triftigen Grund für ein Hausverbot.

Kommentar von Kleckerfrau ,

Der Fragensteller wurde lediglich des Ladens verwiesen. Von Hausverbot steht da nichts.

Kommentar von fwgFIWgw ,

Klingt für mich nach einem Jugendlichen,der in einem Laden für Luxus Möbel sich Spaß mit den Mitarbeitern erlaubt und diese von ihrer Arbeit abhält. 

Ich glaube nicht das er vor hatte, dort etwas zu kaufen. Damit stört er den Betrieb, da Kunden die nicht beraten werden evtl. den Laden verlassen. 

Das ist zwar kein triftiger Grund, reicht aber aus um den jungen Mann des Laden zu verweisen. Auch ein Hausverbot kann dementsprechend ausgesprochen werden. 

Nicht alles was du auf Wikipedia liest, muss stimmen. 

Antwort
von Eutervogel, 43

Ich kann da keine Ausländerfeindlichkeit feststellen. Ich denk mal der hätte auch jeden Deutschen rausgeschmissen. Das is wahrscheinlich ein ziemlich teurer Laden und er hat aufgrund deiner Fragen festgestellt, dass du nicht in seine Zielgruppe passt und nicht das nötige Kleingeld besitzt um bei ihm einzukaufen. Er hatte halt keinen Bock Zeit mit nem Kunden zu vertrödeln, der sich seine Ware eh nicht leisten kann.

Hätte er vllt etwas freundlicher tun können, aber ich seh hier keinen Grund sich aufzuregen.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Sehe ich absolut genau so.

Antwort
von RasThavas, 42

Die Reaktion war deutlich übertrieben, aber deswegen raus werfen darf er dich nicht! Beschweren bringt aber eigentlich auch nix´. Vergiss den vorfall und den Laden!

Er hat zwar Hausrecht, aber bei öffentlichen Räumen, und ein Geschäft gehört dazu, braucht er einen triftigen Grund, dir Hausverbot zu erteilen (Störung des Betriebsfriedens, da liegt hier nicht vor)

Kommentar von Kleckerfrau ,

Woher willst du das wissen ? Wir kennen  nur die Version des Fragestellers. Was ist wenn er nur die Hälfte der Geschichte erzählt hat ?

Kommentar von RasThavas ,

Ich kann nur das Bewerten, was ich weiß. Und dabei ist keine Störung des Betriebsfriedens erkennbar. Ich kann und will hier keine Dinge unterstellen und muss die Frage so beatnworten, wie sie gestellt wurde, nicht, wie mir meine oder deine Fantasie die vervollständigt.

Kommentar von rawierawie ,

Ein Laden ist kein öffentlicher Raum, sondern Privat!

Kommentar von RasThavas ,

Nein, ein Laden ist NICHT Privat! Privat im Sinne des Gesetzes wäre es, wenn der Ladenbesitzer den Zugang durch Türsteher kontrollieren würde, wie in einem Club, oder für jeden Kunden die Türe auf schließt. Ist der Raum frei zugänglich, wie halt ein Geschäft, ist das öffentlich!

Siehe auch hier:

http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/104551-gaststaette-erteilt-...

Kommentar von rawierawie ,

"Allgemeiner Publikumsverkehr" findet meist nie auf öffentlichem Grund statt, sondern auf Privatgelände und von daher kann der Verkäufer bestimmen, was Sache ist Was du als Beispiel nimmst, gilt für die Gastronomie...!

Kommentar von RasThavas ,

Lies das doch mal RICHTIG durch im Link!

da steht weiter unten  "GESCHÄFTSRÄUME"!!!!! Und wo war der Vorfall? In einem RICHTIG: GESCHÄFTSRAUM

Und WARUM bitte sollte eine Kneipe etwas andres sein, als ein Ladengeschäft? Das ist für jeden zugänglich (im Normalfall). WAs ist daran nicht zu begreifen?

Kommentar von RasThavas ,

Hier das Gleiche in Grün, aber diesmal für Supermärkte

http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwalt/zivilrecht/verbraucherrecht-zivilrecht...

Hinsichtlich des Betretens von Gebäuden ist anerkannt, dass der Eigentümer grundsätzlich frei ist, zu entscheiden, wem er Zutritt zu seinem Eigentum gewährt. Anders verhält es sich jedoch, wenn er z.B. ein Geschäft für den allgemeinen Publikumsverkehr eröffnet und damit zum Ausdruck bringt, dass er an jeden Kunden Leistungen erbringen will. Er erteilt in diesen Fällen generell und unter Verzicht auf eine Prüfung im Einzelfall eine Zutrittsbefugnis, solange und soweit der Besucher, insbesondere durch Störungen des Betriebsablaufes, keinen Anlass gibt, ihn von dieser Befugnis wieder auszuschließen (BGH NJW 1994, 188 f. m.w.N.).

Kommentar von rawierawie ,

Blödsinn!

Antwort
von Marakowsky, 63

Nein, er hat einen patzigen Kunden des Ladens verwiesen, was sein Hausrecht ist.

Kommentar von abnormalertyp ,

patzig?

Kommentar von Nemo75 ,

Ja weil gefragt wurde ob aus Gold!
Wenn Dir die Designer Teile nicht leisten kannst Kauf andere!

Antwort
von Simran4205, 58

Leute die deskriminieren gibt es überall. Geh lieber zu einem anderen Laden.

Antwort
von Barolo88, 25

du gehörst einfach nicht zu seiner Zielgruppe, und bevor er seine Zeit mit dir verplempert schmeißt er dich raus,  hätt' ich auch gemacht

Antwort
von Kandahar, 19

Was soll denn das?

Das hat natürlich nichts mit deiner Abstammung zu tun, sondern damit, dass du die Preise in einem Designerladen nicht zahlen kannst. Warum soll er sich also mit dir als Kunden weiter beschäftigen? Das wäre jedem deutschen Kunden genau so gegangen. Wer solche Äußerungen: "was?sin die au Gold?" in einem Designerladen von sich gibt muss damit rechnen, dass er gebeten wird, den laden zu verlassen.

Er hat das Hausrecht in seinem Laden und er alleine entscheidet, wen er im Laden haben will und wen nicht. Das kannst du nirgends melden.

Bitte nicht immer hinter Allem und Jedem einen ausländerfeindlichen Hintergrund vermuten!


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