Frage von trololo1234lala, 67

darf meine lehrerin mein handy und meine fahrkarte einkassieren (über Tage)?

Ich wurde erwischt wie ich am handy war, und es wurde mir abgenommen. Kann ich soweit ja noch verstehen aber als sie mich aufforderte ihr mein handy zu geben, wollte ich noch meine Busfahrkarte aus der Hülle nehmen, da ich diese dort verstaut hatte. Sie unterbrach mich und wollte das ich auch die Buskarte abgebe. Auch nachdem ich ihr erklärt habe das ich die brauche um nachhause zu kommen (muss 30 km Zug fahren ) und kein geld dabei habe + da mein handy ja abgenommen wird, keinen erreichen kann. Sie meinte das wäre mein Problem und meine Mutter könne es die Tage abholen .Diese ist voll berufstätig und hat selbst eine Praxis und hat während der schulzeiten nicht mal Zeit, was ich auch erklärte damit ich wenigstens meine Buskarte haben darf.Sie nahm sie trotzdem an sich. Also kann sie die erst nach frei nehmen in 2-3 Tagen abholen. Habe alleine heute 20 euro, geliehenes geld ausgeben müssen um meine Fahrten zu finanzieren. Ist das nicht illegal über längeren zeitraum fahrticket und handy einzukassieren? Wohne in hessen. Mir wären schnelle Antworten lieb, danke! :-/

Antwort
von Jurasuppe, 11

Hallo trololala,

ich habe mir das in der Halbzeit mal kurz angeschaut. Meine Auffassung dazu ist wie folgt:

Jede Maßnahme, welche ein Lehrer ergreift, muss auf eine Ermächtigungsgrundlage gestützt werden. Bei "schwachen" Maßnahmen wie der kurzen Wegnahme eines Handys, gibt es im Schulrecht des Landes i.d.R. eine generalklauselartige Ermächtigungsgrundlage, welche den Schulalltag verieinfachen soll.

Eure in Hessen ist m.E. § 82 I HSchG.

§ 82 HSchG – Pädagogische Maßnahmen und Ordnungsmaßnahmen

(1) Die Erfüllung des Bildungsauftrages der Schule ist vor allem durch
pädagogische Maßnahmen zu gewährleisten, die der Entwicklung des Lern- und Leistungswillens der Schülerin oder des Schülers und der Bereitschaft zu verantwortlichem sozialen Handeln nach den Grundsätzen  der Toleranz, der Gerechtigkeit und der Solidarität dienen und möglichem Fehlverhalten vorbeugen sollen.

Diese Norm sollte zusammen mit § 64 VOGSV gelesen werden. Insbesondere mit dessen Absatz 1 - 3.

§ 64 VOGSV – Verfahren bei Pädagogischen Maßnahmen

(1) Bei allen pädagogischen Maßnahmen ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten.

(2) Zu den pädagogischen Maßnahmen gehören neben den Maßnahmen nach § 82 Abs. 2 Satz 2 des Hessischen Schulgesetzes insbesondere das Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler mit dem Ziel, eine Veränderung des Verhaltens zu erreichen, die Ermahnung, Gruppengespräche mit Schülerinnen und  Schülern und Eltern, die formlose mündliche oder schriftliche Missbilligung des Fehlverhaltens, die Beauftragung mit Aufgaben, die geeignet sind, die Schülerin oder den Schüler das Fehlverhalten erkennen zu lassen, Nachholen schuldhaft versäumten Unterrichts nach vorheriger Benachrichtigung der Eltern und die zeitweise Wegnahme von Gegenständen, die den Unterricht oder die Ordnung der Schule stören oder stören können.

(3) Weggenommene Gegenstände sind in der Regel am Ende des Unterrichtstags zurückzugeben. Die Rückgabe kann bei Minderjährigen auch über die Eltern erfolgen. Gegenstände, die eine besondere Gefährdung bedeuten, dürfen nur über die Eltern zurückgegeben werden.

§ 64 I VOGSV ist zwar relativ unnötig, da sich das schon aus grundrechtlicher Gewährleistung ergibt, betont aber nochmal die Verhältnismäßigkeit.

I. Wegnahme des Handys

Die Wegnahme des Handys ist eine solche pädagogische Maßnahme. Sofern mit dem Handy gestört wird dürfte der vorübergehende Entzug mindestens bis zum Ende der Stunde, allerdings prinzipiell auch bis zum Ende des Tages verhältnismäßig sein. Eine längere Wegnahme ist nur möglich, wenn ein atypischer Fall vorliegt. Hierfür sollte mindestens eine besonders schwere Störung gegeben sein. Das ergibt sich nicht nur aus § 64 III 1 VOGSV sondern gleichsam aus dem Grundsatz der verhältnismäßigkeit.

II. Wegnahme der Busfahrkarte

Eine Wegnahme der Busfahrkarte ist von o.g. Normen nicht gedeckt. Es fehlt auch jeder Bezug zu einer Störung des Unterrichts.

III. Schadensersatz

Da müsste man jetzt mal schauen, inwieweit eine Pflichtvereltzung aus öffentlich rechtlichem Schuldverhältnis besteht und welche Staatshaftungsansprüche sonst noch in Betracht kämen. Ich überzieh jetzt aber schon deutlich in die 2. Halbzeit von portugal, wenn da gehobener Bedarf daran besteht schaue ich mir die Sache ggf. nochmal später an.

Ich hoffe ich konnte schonmal etwas helfen. Diese Antwort erhebt keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Auch kenne ich mich im Hessischen Recht nicht weitergehend aus, ich denke trotzdem, dass die EGL richtig ist.

Viele Grüße, JS

Kommentar von trololo1234lala ,

vielen vielen dank ! :)

ich weiß nur nich ob ich es wirklich wagen will mich mit meiner lehrerin anzulegen, habe sie in 4 fächern und wenn man es sich bei ihr verschi**** hast dann wirktsich auch auf die noten aus... Aber ich denke sie darauf hinzuweisen ist mein recht oder ? LG!

Kommentar von Jurasuppe ,

Was sie gemacht hat ist schlichtweg eine Unverschämtheit und gewissermaßen Missbrauch ihrer (nicht bestehenden) Befugnisse. Manche Leute meinen, sie könnten das mit Jugendlichen machen, diese wüssten ohnehin nicht über ihre Rechte Bescheid. Vor drastischeren Maßnahmen fürchten sich diese Personen i.d.R. nicht. Meist werden sie auch nicht gegen Sie ergriffen.

Ich würde an deiner Stelle mit deinen Eltern das weitere Vorgehen besprechen, aber ich würde eine formlose beschwerde beim Schulleiter einreichen, vgl. § 64 V 1 VOGSV. Außerdem würde ich sämtliche entstandene Kosten in Rechnung stellen. Anspruchsgrundlage müsste man ggf. noch prüfen wenn die sich querstellen. Aber sehr fragwürdig, ob sie das auch tun.

Du kannst es alternativ natürlich auch auf dir sitzen lassen, das ist keineswegs eine schlechte Entscheidung. Ich kenne deine Lehrerin nicht ... sollte sie dann damit anfangen Willkürnoten zu vergeben, sind die natürlich angreifbar und sie begibt sich allmählich auf Glatteis. Dennoch ist das mit Ärger verbunden, mein Bruder hatte auch mal so eine Lehrerin.

Sprich mit deinen Eltern und einigt euch auf etwas. Was die Lehrerin macht ist m.E. jedenfalls rechtlich nicht haltbar.

Viele Grüße, JS

Antwort
von cupcake31, 28

Generell dürfen glaube ich weder Handy noch Busfahrkarte eingesammelt werden. Verständlicherweise machen die Schulen das natürlich trotzdem. Über Tage dürfen sie das aber auf keinem Fall. Ich glaube nur bis du fertig mit dem unterricht bist. Die Busfahrkarte darf sie so oder so nicht behalten, die brauchst du ja. Du kannst schwarz fahren, da du ja eine Karte hast. Wenn sie dich erwischen wird dir nur eine Bearbeitungsgebühr von ca. 7 Euro berechnet normalerweise. Die Rechnung würde ich dann der Lehrerin vorlegen und im Notfall dem Rektor. Lass deine Mutter doch mal auf dem Sekretariat anrufen, die besprechen das sicher mit der Lehrerin. :)

Antwort
von Liiisa95, 21

Nein das darf sie definitiv nicht. Das mit dem Handy ist ja irgendwo noch verständlich, wenn du damit rum spielst. Aber die müsste es dir nach dem Unterricht bzw spätestens nach dem Schultag wieder geben. Die Fahrkarte darf sie schon gar nicht einkassieren. Da hat sie ja auch keinen Grund zu. Erkläre das mal deiner Mutter so & behalte die Tickets. Die würde ich dann mal dem Schuldirektor vorlegen & das Geld zurück verlangen.

Antwort
von ToHackTheLife, 16

Man darf generell Handys nur maximal für eine Unterrichtsstunde einkassieren, mehr nicht. Und die Busskarte darf man überhaupt nicht wegnehmen, denn du musst ja irgendwie nach Hause! Sprich bitte mit deinem Schulrektor. Ich denke, sowas kann auch bestraft werden.

Antwort
von Franke94, 8

Also es ist so. Grundsätzlich hat niemand auch kein Lehrer das Recht irgendetwas von deinem Eigentum an sich zu nehmen.

Natürlich wird es gerne als Disziplinarmaßnahme genommen. Das geht insoweit in Ordnung wie es zur Beseitigung einer Unterrichtsstörung dient. Sollte also dein Handy bimmeln oder du dich während des Unterrichts damit ablenken darf der Lehrer dein Eigentum einziehen ABER max. bus zur Ende der Stunde bei schweren Fällen bis zum Ende des Schultages!

Ein Lehrer darf nichts wegnehmen, was nichts mit einer Unterrichtsstörung zu tun hat wie z.B. deine Fahrkarte! Diese stört weder den Unterricht und du benötigst sie um straffrei nach hause zu kommen. Das darf er auf keinen Fall! Das Handy wie gesagt auch max. Bis zum Ende des Tages.

So nebenbei ist es Lehrern auch untersagt geundbedürfnisse des Menschen zu verwehren wie z.B. Trinken, aufs Klo gehen, etc. Essen kann eine Störung des Unterrichts beeinflussen, weshalb hierbei auf die Pausenzeiten zu verweisen ist!

Antwort
von Michia12, 24

Natürlich darf sie das nicht. Rede mal mit dem Rektor.

Antwort
von Beton10, 21

Eigentlich darf man das handy nur bis Schulschluss weggenommen werden aber nein die schulen denken das ihrr hausregeln über das Gesetz steht

Kommentar von WOBoogyBoy ,

Das Problem ist, dass sich Juristen diesbezüglich uneins sind und manche sogar wochenlanges Einbehalten des Handys als durchaus legitim ansehen.

Antwort
von Max2712, 20

Nein darf sie nicht es muss dir am ende des tages wieder gegeben werden

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