Frage von alexrx1, 66

Darf mein Untermieter die Miete mit der Kaution ausgleichen?

Meine Untermieterin zieht in 2 Monaten aus meiner Wohnung, in der ich Hauptmieter bin, aus.

Diesen Monat habe ich keine Miete bekommen mit der Begründung, dass sie die Miete mit der Kaution verrechnen möchte. Also so, dass sie 2 Monate keine Miete zahlt und beim Auszug keine Kaution von mir wiederbekommt.

Die Miete beträgt 300€ und sie muss noch für 2 Monate zahlen. Die Kaution betrug 600€

Darf sie das überhaupt?

Vielen Dank schonnmal!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo alexrx1,

Schau mal bitte hier:
Mietrecht Miete

Antwort
von SiViHa72, 66

Naja, die Kaution ist die Sicherheit dafür, dass sie das Zimmer usw. ordentlich verlässt. Wenn sie das jetzt schon verrechnet, hast Du später keine Sicherheit, wenn nach ihrem Auszug Schäden da sind, für die sie verantwortlich ist.

Ich hab lange in WGs gewohnt, hatte viele Bekannte, mein Freund wohnte noch bis 30 in einer WG.. da kenne ich nur die Regel: Miete zahlen, Rückzahlung Kaution, wenn alles okay nach Auszug.

Antwort
von AlexWien83, 63

Die Kaution muss allgemein auf einem Sparbauch liegen und darf insb. vom Vermieter nicht für Mietrückstände herangezogen werden, sondern nur für Schäden.

Wenn du die Miete auch auf Wunsch des Mieters mit der Kaution gegenrechnest, kann er hinterher die Kaution trotzdem fordern, weil sie nichts mit der Miete zu tun hat. In dem Fall müstest du die 600€ dem Untermieter ausbezahlen und im Gegenzug ihn auf die Mietrückstände klagen. Auch wenn beide Parteien ein Gegenverrechnen schriftlich bestätigen ist es rechtsungültig. Sofern der Mieter später einen Anspruch auf die Kaution erhebt, bist du vorläufig der Zweite.

Kommentar von alexrx1 ,

Danke! Das hilft mir sehr!

Kommentar von anitari ,

und darf insb. vom Vermieter nicht für Mietrückstände herangezogen werden, sondern nur für Schäden.

Falsch.

Die Kaution darf nach Mietende für alle Ansprüche des Vermieters, das Mietverhältnis betreffend, verwendet werden. Auch Mietrückstand, geschuldete Schönheitsreparaturen oder Nachzahlungen aus NK-Abrechnungen.

Kommentar von alexrx1 ,

Ich habe damals im Untermietvertrag die Miete als Warmmiete angegeben, darf ich trotzdem eine Nachzahlung für die Nebenkostenabrechnung fordern? 

Kommentar von TrudiMeier ,

und darf insb. vom Vermieter nicht für Mietrückstände herangezogen werden, sondern nur für Schäden.

Nicht ganz richtig. Richtig ist, dass die Kaution nicht abgewohnt werden kann und die Miete während des laufenden Mietverhältnisses nicht durch die Kaution gedeckt werden kann. Bestehen nach Beendigung des Mietverhältnisses allerdings Mietrückstände, kann die Kaution hierfür sehr wohl herangezogen werden.  Somit ist die Kaution nicht nur für Schäden bestimmt , sondern für alle unstrittigen Forderungen seitens des Vermieters.

Kommentar von alexrx1 ,

Ok, sehr schwierig. 
Unser Mietverhältnis ist gekündigt, läuft allerdings noch bis Ende Dezember.

Kommentar von albatros ,

Du hast die Frage nicht verstanden und deshalb falsch geantwortet. Die Mieterin will aufrechnen, nicht die Vermieterin.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 40

Nein, darf sie nicht. Mach sie darauf aufmerksam, dass Du auf Zahlung der Miete bestehst. Andernfalls, fristlose Kündigung, also sofortiger Rauswurf am 4. Dezember, wenn die zweite Miete dann auch noch aussteht.

Zudem ggf. gerichtliches Mahnverfahren bis hin zum Vollstreckungsbescheid und bis dahin Wahrnehmung des Vermieterpfandrechts auf ihre (wertvollen) Sachen. Das würde dann so aussehen, dass Du sie Anfang Dezember nicht mehr in die Wohnung läßt und ihr nur die nötigsten Sachen gibst. Alles andere muss sie da lassen, bis alles bezahlt ist.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 28

Nein, das ist unzulässig. Die Miete darf nicht mit der Kaution aufgerechnet werden. Während der Mietzeit ist dies grundsätzlich tabu. Deine UM ist verpflichtet, die volle Miete bis zum Ablauf der KF zu zahlen. Geb ihr das schriftlich zur Kenntnis (per Einwurfeinschreiben). Zahlt sie nicht, darfst du auf Zahlung klagen. Und das  kostet sie dann extra, da sie den Rechtsstreit verliert. Kündige zunächst Rechtsschritte nur an und setze Termin für die Nachzahlung Oktober (5 Werktage). Bei Nichtzahlung käme dann der Mahnbescheid und folgend evtl. die Klage.

Antwort
von TrudiMeier, 43

Nein, Kaution ist nicht zum abwohnen da, sondern für die Regulierung für durch den Mieter entstandene Schäden, Mietrückständen, Nachzahlungen aus NK-Abrechnungen. Gesetzt den Fall, die Kaution würde abgewohnt - was machst du, wenn sich bei der Wohnungsübergabe Schäden finden, die die Mitbewohnerin zu verantworten hat? Freiwillig wird sie dafür mit Sicherheit nicht zahlen - dann heißt es nämlich "Nö - das war schon so!"

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 44

Nein, darf sie nicht. Kaution ist für Ansprüche des Vermieters nach Ende des Mietverhältnisses, nicht zu "abwohnen".

Antwort
von PantheMan, 49

Nein. Sie kann ja nicht davon ausgehen, dass sie die Kaution komplett wiederbekommt.

Des Weiteren dürftest du die Kaution sogar noch 3 Monate im Nachhinein einbehalten.

Kommentar von bwhoch2 ,

Wie kommst Du auf 3 Monate? Üblicherweise sind es 6 Monate und dann noch ein Rest für evt. NK-Rückstände bis 12 Monate nach Ende des laufenden Abrechnungsjahres.

Antwort
von yogurt83, 47

Eigentlich nicht die kaution ist als sicherheit da

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