Frage von jotha84m, 69

Darf mein ExChef Schadensansprüche erwirken nachdem ich gekündigt habe und mein letztes Gehalt zum Teil einbehalten?

Hatte vor ca. 3 Monaten ausversehen eine Scheibe kaputt gemacht. Damals sagte der Chef dass ich nicht für den Schaden aufkommen müsse. Nun hat sich unser Verhältnis zu einander verändert, wodurch ich kündigte. Jetzt möchte er nun doch diesen Schaden ersetzt bekommen. Es wurde kein Schadensbericht gemacht, noch gibt es Zeugen, dass mir das passiert ist. Ohne Ankündigung und einen Grund zu nennen hat er nun einen Teil meines letzten Gehalts einbehalten. Das darf der doch nicht, oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 19

Dein Gehalt hat der Arbeitgber dir in voller Höhe ohne jeden Abzug auszuzahlen, denn das Gehalt steht dir in voller Höhe für die geleistete Arbeit zu, und deshalb kann er nicht nach Gutsherrenart eine Kürzung vornehmen.

Wenn er der Meinung ist, dass du die Scheibe vorsätzlich oder grob fahrlässig beschädigt hast, dann muss er Schadenersatz von dir einfordern.

Fordere ihn zu umgehendem Ausgleich deines  Gehaltsanspruchs innerhalb von (ca.) 10 Tagen auf und deute an, dass du dir für den Fall der Nichtzahlung rechtliche Schritte vorbehälst.

Kommentar von lenzing42 ,

Es freut mich, wenn ich dir helfen konnte - und danke für den Stern.

Antwort
von DerHans, 46

Für Schäden während der Arbeit haftet der Arbeitnehmer nur, wenn er grob fahrlässig oder absichtlich gehandelt hat.

Wenn er dir deinen Lohn nicht voll auszahlt, setzt du ihm eine (kurze) Frist. Danach kannst du direkt zum Arbeitsgericht und den ausstehenden Lohn einklagen. Das ist kostenlos und du brauchst auch KEINEN Anwalt. 

Achtung, wenn du doch einen Anwalt einschaltest, musst du den sslbst bezahlen

Kommentar von jotha84m ,

Danke. Ich habe bereits gestern ein Einschreiben mit einer Frist bis nächsten Freitag eingesandt, welches dann wohl Montag ankommt. 

Ich habe nur Angst, dass er mir ein "Ding" drehen will oder gar noch etwas erfindet. Dieser Mensch ist unberechenbar und das wahr auch der eigentliche Grund meiner Kündigung.

Kommentar von skychecker ,

Die Mitarbeiterhaftung greift nur nicht bei leichter Fahrlässigkeit.

In jedem anderen Fall der Fahrlässigkeit oder des Vorsatzes haftet der Mitarbeiter. 

Bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz natürlich in voller Höhe.

Bei mittlerer Fahrlässigkeit kommt es zu einer Quotelung.

Antwort
von CaptainSuncake, 45

Grundlos nicht. Er kann dich ganz normal auf Schadensersatz verklagen (wo dann eben die Schuldfrage geklärt würde)...aber was er betreibt ist ja Selbstjustiz.

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