Frage von BuureMarc, 71

Darf mein Ehemaliger Arbeitgeber noch Geld von mir verlangen?

Hallo GFler, folgendes Problem. Ich habe im März 2015 meinen Arbeitgeber gewechselt. Der damalige Arbeitgeber hatte mir dann im März das Gehalt, das Weihnachtsgeld Minusstunden ect. Abgezogen waren so knapp 4500 brutto. Kurz gesagt ich habe im für den Gearbeiteten Februar keinen Cent gesehen. Ich musste mir Geld zusammen leihen damit ich meine Fix kosten zahlen konnte. Laut einem Anwalt darf man den Lohn bis zu einer pfändungsfreigränze zurück holen.Jetzt kam eine Rechnung von Ihm das wohl noch 615 Euro offen wären und eine vorpump von 1000 Euro die ich ihm aber zurück zahlen wollte, er aber ablehnte und sagte ich solle das Motivation sehen.

Jetzt ist meine Frage ob der ehemalige Arbeitgeber nicht gegen ein Gesetz verstoßen hat als er mir sämtliches Geld einfach abgezogen hat. Und mich quasi geschädigt hat und ich mir Geld leihen musste.

Was meint ihr was kann ich tun?????

Vielen lieben Dank

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Antwort
von masteryi2, 20

Der Arbeitgeber darf bei Verlassen eines Mitarbeiters alles verrechnen was noch offen steht. Er darf also anteiligen Urlaub plus oder minus rechnen, Weihnachtsgeld und andere offene Gelder(kommt ja immer drauf an-zB wie viel Urlaub hab ich bisn März schon genommen).

Er zieht es direkt vom letzten Geld ab, weil wenn der Mitarbeiter es selbst überweisen müsste, würde es ja nie beim Arbeitgeber ankommen.

Dass du dir im Voraus nichts an die Seite gelegt hast, ist ja sozusagen nicht das Problem vom Unternehmen, die rechnen nur fair ab. Ich glaube bei Pfändungen darf man auch nur bis zu einer Grenze,aber bei dir ist es ja keine Pfändung sondern nur Verrechnung der Beiträge.

Ich wüsste auch nicht warum du dir da Geld bis zu einer Grenze zurück holen solltest, weil dann kriegst du vielleicht die Hälfte,musst es aber dafür im nächsten Monat zahlen. Dann ist es jetzt wenigstens bezahlt....

Aber ich verstehe nicht warum noch immer 615€ offen sind? wie kann das sein,dass so unglaublich viel Geld nachgezahlt werden muss...Vielleicht versteh ich auch was falsch.. Aber 1000€ einfach so als Motivation bekommen?! Hmmm.... Weiß nicht wie es dabei läuft, wenn er es vorher ablehnte,als du es zurück zahlen wolltest

Ich glaube einen Anwalt kannst du da wirklich gut gebrauchen,das wird ne schwierige Geschichte...

Kommentar von Familiengerd ,

Der Arbeitgeber darf bei Verlassen eines Mitarbeiters alles verrechnen was noch offen steht.

Das ist zwar richtig, er darf dabei aber nicht das komplette Entgelt einbehalten, sondern muss denjenigen Teil des Entgelts, der (in Abhängigkeit von der Entgelthöhe nach den Tabellen zur Pfändungsfreigrenze) grundsätzlich nicht pfändbar ist, auszahlen!

Das berührt selbstverständlich nicht die Tatsache, dass ein Anspruch des Arbeitgebers weiterhin besteht.

Antwort
von SiViHa72, 27

Weihanchtsgeld für wann? Ggf. kann er das abfordern. Und Minusstunden sowieso.. Du würdest ja auch Deine Überstunden ihm nicht schenken.-

Kommentar von BuureMarc ,

Das er das Weihnachtsgeld und die Minusstunden zurückhalten darf ok. Aber nicht so das der Arbeiter keinen Cent sieht und seine Miete ect. Nicht zahlen kann. Da muss es ein Gesetz geben

Kommentar von SiViHa72 ,

Wenn Du ihm noch so viel schuldest, darf er das. es gibt kein gesetz,d as sagt "lass dem Kollegen mal noch 3Geld80"


Wenn sich das so gegeneinander verrechnet, muss er nicht auf Deine persönlichen sachen Rücksicht nehmen.

Das ist leider so.


Da Du weiter unten was von Pfändung redest,, das ist aber nochmal was anderes als ne Lohnabrechnung die gegen 0 geht. Und Pfändungsschutz hast Du nur,w enn Du aus dem Konto, um das es dann geht, ein P-Konto machst.

Kommentar von Familiengerd ,

@ SiViHa72:

Dein letzter Absatz ist falsch!

Der Arbeitgeber darf Verrechnungen seiner Ansprüche mit dem Lohn des Arbeitnehmers nur bis zur Pfändungsfreigrenze vornehmen - er darf also nicht das komplette Entgelt einbehalten!

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Ansprüche, die über diese Pfändungsfreigrenze hinaus gehen, nicht mehr bestehen würden.

Dass der Arbeitgeber vor Monaten alles einbehalten hat, ist jetzt aber nicht mehr zu ändern.

Im Übrigen hat der Anspruch des Arbeitnehmers auf Einhaltung der Pfändungsfreigrenze nichts damit zu tun, ob es sich bei seinem Konto um ein "P-Konto" handelt oder nicht!

Antwort
von Tim86berlin, 30

Du solltest dir eine Rechtsberatung holen. Geschenktes Geld kann nur wegen grobem Undank zurück gefordert werden.

Kommentar von glaubeesnicht ,

Weihnachtsgeld ist kein geschenktes Geld, sondern man erhält dies freiwillig und dies auch nur unter bestimmten Bedingungen. Diese beinhalten meistens, dass man zumindest bis 31.03. des Folgejahres im Betrieb arbeiten muß, ansonsten kann das Weihnachtsgeld zurückgefordert werden.

Kommentar von BuureMarc ,

Er meint die 1000 Euro

Kommentar von SiViHa72 ,

Jupp, es gibt Bedingungen,w ann man freiwillige Zahlungen wie Weihnachts- oder auch Urlaubsgeld behalten darf.

Erfüllt man die nicht, kann natürlich zurückgefordert werden.

Kommentar von BuureMarc ,

Ich wusste das er das Weihnachtsgeld zurück holen kann. Auch die Minusstunden ist mir klar. Ich dachte nur das der Arbeitgeber nicht den ganzen Lohn einbehalten darf

Kommentar von Familiengerd ,

@ BuureMarc:

Ich dachte nur das der Arbeitgeber nicht den ganzen Lohn einbehalten darf

Das ist richtig gedacht (wenn auch jetzt zu spät).

Der Arbeitgeber muss jedenfalls den Teil des Lohnes, der entsprechend den Tabellen über Pfändungsfreigrenzen grundsätzlich nicht pfändbar ist (in Abhängigkeit von der Höhe des Lohnes), auszahlen!

Antwort
von masteryi2, 12

So weit ich weiß, darf er das ganze Geld einbehalten. Hab ich zumindest bei Aushilfen auch schon gesehen

Kommentar von Familiengerd ,

So weit ich weiß, darf er das ganze Geld einbehalten.

Nein, darf er nicht!

Der Arbeitgeber muss jedenfalls den Teil des Lohnes, der entsprechend den Tabellen über Pfändungsfreigrenzen grundsätzlich nicht pfändbar ist, auszahlen!

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