Frage von anka2203, 50

darf mein chef nach kündigung einfach sagen bleib zuhause?

Hallo, Habe gerade ein großes Fragezeichen in meinem Kopf, habe am 114.7 ordentlich zum 14.08. gekündigt , persönlich abgegeben und es gab auch keine Probleme , nun aber hat mein chef mich angerufen und meint ich solle die restlichen 4 wochen zuhause bleiben ich hätte diesen Monat schon meine std voll (habe einen teilzeit vertrag von 80std) allerdings habe ich diesen Monat nur 22 std gearbeitet und würde auch ganz gerne den rest des Monats noch arbeiten gehen damit ich meine 80 std auch voll bekomme , allerdings meint er dass er mich diesen Monat schon für 80 std eingeplant hat vom 1.07. bis halt Heute und es mein Problem wäre , wenn ich diese std getauscht habe mit anderen Kollegen (was alles von ihm abgesegnet war) , nun hätte ich laut seiner Aussage mehr also keine chance mehr auf meine std zu kommen und möchte mir nur diese 22 std auszahlen , wie soll ich damit Bitte meine Rechnungen zahlen? ich darf laut ihm einfach nicht mehr kommen.. und ab dem 1.08. würde ich dann Urlaub haben meine 12 Tage , das finde ich auch in Ordnung aber er kann doch nicht einfacg sagen bleib den rest diesen Monats zuhause.. ausserdem gab es da noch einen krankenschein den ich durch die Tür geschoben habe da kein briefkasten vorhanden ist und diese wäre auch angeblich nie angekommen habe aber dann am 3. tag nach meinem krankenschein den beleg für die krankenkasse abfotografiert unf einem schichtführer per whatsapp gesendet und auch dabei geschrieben dass ich auch gerne nochmal zum arzt hingehe und mir einen 2.ausstellen lasse und nun heisst es jetzt ich könnte ihn nicht mehr nachreichen der wird nicht gezahlt.. ich verstehe nicht wieso man jetzt so zu mir ist es war immer alles super hatte dort nie probleme und würde auch gerne noch die 4 wochen bis zu meiner Ausbildung dort arbeiten und nicht beurlaubt werden was mir nicht gezahlt wird. Also meine Frage ,darf er mich obwohl nur 22std gearbeitet einfach zuhause lassen nur weil er mich halt für 80 std eingeplant hat ? hätte ich nicht gekündigt , würde ich diese woche ja meine getauschten std arbeiten aber nur wegen der Kündigung soll ich das jetzt nicht mehr dürfen zumal 20std krankheitstage waren.

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 14

Es sind hier 2 Probleme, bei denen das Recht aber ganz auf Deiner Seite steht!

1. Die Freistellung von der Arbeitsleistung:

Der Arbeitgeber darf Dich - entweder weil es vertraglich vereinbart wurde oder weil er ein berechtigtes Interesse nachweisen kann - von der Erbringung der Arbeitsleistung freistellen; er muss Dir dann aber trotzdem das Entgelt für die vereinbarte Stundenzahl bezahlen.

Wenn Du also bis zum Urlaubsantritt am 01.08. freigestellt wurdest - was Du Dir unbedingt schriftlich geben lassen solltest, sonst solltest Du einfach trotzdem auf der Arbeitsstelle erscheinen, damit er Dir nicht unentschuldigtes Fehlen unterstellen kann - und für den Monat Juli noch nicht Deine vereinbarte Stundenzahl erreicht hast, hast Du trotzdem Anspruch auf Bezahlung für die noch "offenen" Stunden.

Der Arbeitgeber gerät dann nämlich in den sogenannten "Annahmeverzug" nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko": Er muss Dich so bezahlen, als hättest Du gearbeitet, und musst die tatsächlich aber nicht gearbeiteten Stunden auch nicht nacharbeiten (Hexle2 hat das in ihrer Antwort ja auch schon erklärt).

2. Die Lohnfortzahlung bei Erkrankung:

Auch hier bist Du im Recht!

Zwar darf der Arbeitgeber den Lohn für Krankentage, die nicht durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Arztes entschuldigt sind, einbehalten, er muss den Lohn aber nachzahlen, sobald eine Bescheinigung vorgelegt wird; er darf den Lohn also nur so lange einbehalten, wie das nicht erfolgt ist.

Das bestimmt so das Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 7 "Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers" Abs. 1 Nr. 1 (auch das hat Hexle2 in ihrer Antwort schon erklärt).

Wenn Du Deinem Arbeitgeber also eine Kopie der Krankschreibung nachreichst, muss er Dich für die Krankentage bezahlen und darf wegen der (angeblich oder tatsächlich) zu spät eingereichten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung keinen Lohn für die entsprechenden Krankentage einbehalten.

Du solltest also

1. die Freistellung von der Arbeit schriftlich einfordern (ansonsten eben zur Arbeit erscheinen),

2. eine (möglichst Papier-)Kopie der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachreichen und

3. den Arbeitgeber mit Verweis auf die gesetzlichen Bestimmungen (zu Deinen Gunsten) schriftlich zur Zahlung der vereinbarten Arbeitsstunden im Juli und zur Lohnfortzahlung für Deine Kranktage auffordern und für den Fall der Weigerung mit rechtlichen Schritten drohen.

Für eine eventuelle Klage beim Arbeitsgericht brauchst Du übrigens keinen Anwalt - den Du ohnehin in jedem Fall selbst bezahlen müsstest, wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast oder nicht Gewerkschaftsmitglied bist. Die Klage wird bei der Rechtsantragstelle des Gerichts eingereicht; diese nimmt sie auch zur Niederschrift auf und hilft dabei kostenlos bei der Formulierung.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 16

Selbstverständlich kann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgereicht werden. Prof. Dr. Peter Wedde schreibt zum § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz im Arbeitsrechtkommentar:

"Legt ein AN innerhalb der für ihn maßgeblichen Frist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht vor, fällt dem AG ein Leistungsverweigerungsrecht zu. Dieses Recht ist zeitlich begrenzt.

Wird die AUB später nachgereicht, so ist der AG zur Nachzahlung nicht gezahlter Beträge verpflichtet."

Dein Chef soll Dir mal zeigen, womit er sein Recht auf Leistungsverweigerung begründet.

Wenn Dein AG Dich nicht mehr beschäftigen will, soll er Dich (schriftlich) freistellen. Er muss auf alle Fälle die vertraglich vereinbarten Stunden bezahlen, da er sich nach § 615 BGB in Annahmeverzug befindet wenn Du arbeiten willst, er Dich aber nicht lässt. Die Bezahlung muss dann so sein als hättest Du gearbeitet.

Antwort
von Realisti, 28

Ich kenne es sehr wohl, das Mitarbeiter nach einer Kündigung die Betriebsräume nicht mehr als Mitarbeiter betreten dürfen. Doch das passiert meistens um Geheimnisse zu schützen, bei Diebstahl oder wenn der Mitarbeiter mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Könnte es sein, dass er schon eine Ersatzkraft gefunden hat?

Hast du im Vertrag eine Garantie für die 80 Stunden?


Müßte er dich im Krankheitsfall weiter bezahlen?

Wie lange wars du da? Hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Kommentar von anka2203 ,

Also in meinem Arbeitsvertrag steht :,, die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 80 Stunden im Monat ohne Pausen."

und arbeiten tu ich dort seid 6 Monaten und der Krankenschein wurde bisher immer gezahlt nur hieß es jetzt nachdem ich die Kündigung eingereicht habe der Krankenschein wäre nie dort angekommen und nachreichen ginge nach 5 Tagen auch nicht mehr.

Kommentar von Familiengerd ,

und nachreichen ginge nach 5 Tagen auch nicht mehr

Das ist völliger Unsinn, den der Arbeitgeber da behauptet!

Eine solche Fristsetzung gibt es im Gesetz nicht!

Der Arbeitgeber muss den einbehaltenen Lohn für nicht nachgewiesene Krankentage nachzahlen, sobald eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachträglich vorgelegt wird (Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 7 "Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers" Abs. 1 Nr. 1).

Kommentar von Realisti ,

Wenn du jetzt zur Arbeit kämest, dann würden sie es dir bestimmt nicht nett machen. Wenn er so frech ist, dann würde ich jetzt ganz schlimme Kopfschmerzen bekommen und mich für den Rest des Monats krankschreiben lassen. Würde dir das was nützen?

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