Frage von Max112FW, 98

Darf mein Chef mir Arbeit reindrücken wenn frei vereinbart war (mündl. Vereinbarung)?

Ich habe beim Vorstellungsgespräch am Telefon mit meinem Chef ausgemacht, dass ich in 12-Std. Schichten arbeite und das 7 Tage lang. Danach hab ich 7 Tage frei und dann wieder 7 Tage arbeiten und so weiter. Ab diesen Sonntag habe ich 7 Tage gearbeitet und hätte dann die nächste Woche frei. Nun soll ich aber ab nächste Woche Donnerstag nochmal 4 Tage arbeiten, obwohl das auf meine Frei-Woche fällt. Darf er das? Am Telefon war mein Schichtkonzept ja anders ausgemacht. Ich glaube das zählt auch als mündliche Vereinbarung und die hat ja auch eine gewisse Wertigkeit und er kann jetzt nicht einfach was anderes durchdrücken wollen, oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Grautvornix, 54

Auch das Arbeitszeitgesetz ist beim Thema Mehrarbeit von Bedeutung, denn es schreibt eine maximale werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden
vor. Diese darf zwar mit Überstunden auf bis zu 10 Stunden erhöht
werden, jedoch dürfen innerhalb von 6 Monaten die durchschnittlichen 8
Stunden nicht überschritten werden.



Da liegen wohl mehrere Verstöße vor.

84 Stunden in der Woche.

Wenn er jetzt noch zusätzliche Stunden anordnet, dann kann er das nicht einhalten:

Die Arbeitszeit darf durch Weisung des Arbeitgebers auf bis zu 10
Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von bis zu 6 Monaten ein
(Freizeit-) Ausgleich geschaffen wird, so dass die 8 Stunden im Mittel
nicht überschritten werden, § 3 ArbZG.

Was ist das für ein Gewerbe?

Kommentar von Max112FW ,

Brandsicherheitswache in Objekten mit hoher Brandlast (Notunterkünfte, Baustellen, Veranstaltungen usw.)

Kommentar von Grautvornix ,

Ok, da gibt es sicher Ausnahmen, aber auch besondere Regeln, da du übermüdet so eine verantwortungsvolle Arbeit nicht ordentlich ausüben kannst.

Kommentar von Grautvornix ,

Da herscht Chaos, nicht nur bei dir.

Aber auch hier habe ich keine Ausnahmen, was die 10 Stundenregel und die durschnittliche Arbeitszeit auf 6 bzw 12 Monate betrift.

12 Stunden 7 Tage ich kann mir nicht vorstellen das, dass zulässig ist.

Bereitschaftszeiten hast du auch?

Warte mal was Familiengerd dazu schreibt, der kennt sich gut aus.

Kommentar von Max112FW ,

Nein Bereitschaftszeiten habe ich keine

Kommentar von Grautvornix ,

Werden deine Arbeitszeiten Dokumentiert?

Im falle, das etwas passiert, (Feuer o.ä.), musst du sehen das man nicht dir die Verantwortung zuschiebt.

Da kann es schnell um Menschenleben und sehr hohe Sachschäden gehen.

Am Ende will es niemand gewesen sein, siehe Loveparade in Duisburg.

Kommentar von Max112FW ,

Ja wir unterschreiben alle zum Ende der Schicht eine Liste auf der unser Arbeitsbeginn und Arbeitsende notiert ist. Aber bei der Firma läuft wohl so Einiges nicht ganz rund. Man bekommt keine Zuschläge, auch nicht die gesetzlich vorgeschrieben Nachtzuschläge, im Arbeitsvertrag soll wohl drin stehen (haben Kollegen erzählt), dass man die Fahrtkosten erstattet bekommt. Ich wohne in der Nähe und zahle pro Schicht 6,60€ und komme so im Monat auf Kosten von knapp 100€ und bekomme die nicht erstattet. Andere kommen von weiter weg und übernachten hier, bekommen aber Ihre ICE-/ oder Flugtickets im Wert von 40-70€ pro Fahrt bezahlt. Im Vorstellungsgespräch wurde mir sozusagen das Schlaraffenland geboten und umgesetzt wird nichts davon

Antwort
von Ri229, 56

Kannst du dieses Telefonat und die Abrede denn nachweisen? Was steht im Arbeitsvertrag über deine Arbeitszeiten? Wenn du dich einfach weigerst und dein Chef behauptet, dass es diese Abrede nie gegeben hat, könnte er dich abmahnen und bei Wiederholung kündigen. Deshalb ist es super wichtig, dass du einen Beweis dafür hast bzw. was im Arbeitsvertrag steht.

Kommentar von Max112FW ,

Das mit dem Arbeitsvertrag ist auch so eine Sache. Seit 2 Monaten bin ich nun bei der Firma und habe noch keinen Arbeitsvertrag

Kommentar von Ri229 ,

Schon alleine da hat sich dein Arbeitgeber falsch verhalten. Zwar ist ein mündlich geschlossener Arbeitsvertrag auch gültig, es müssen aber innerhalb von einem Monat alle wichtigen Inhalte niedergeschrieben sein. Darunter zählt auch die Arbeitszeit. Siehe hierzu auch: http://abc-recht.de/ratgeber/arbeit/tipps/muendlich_arbeitsvertrag.php

Ich würde mich an deiner Stelle mit dem Chef zusammensetzen und diese Niederschrift verlangen. Notfalls durch Vorlage der Rechtsvorschrift. Darin sollte auch eure Abrede wegen der Arbeitszeit stehen. Wenn sich dein Chef weigert, würde ich mich an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden.

Antwort
von schmerz7, 64

Ja dann kannst du einfach Nein sagen wenn ihr es so vereinbart habt.

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