Frage von samakl, 43

Darf mein Chef meinen Personalverzehrbon einfach kopieren?

Folgendes:

Ich arbeite in einer Raststätte und habe die Möglichkeit, Personalessen vergünstigt zu bekommen. Bisher war es immer Pflicht, solange man das gekauft noch im Besitz hat, bzw. man die Raststätte nicht verlassen hat, den BON(Kassenzettel) als Zahlungsnachweis zu behalten. Nun möchte mein Chef neuerdings, dass alles was ich esse oder trinke, als Kopie in die Tagesabrechnung mit reinkommt. Es soll unterschrieben werden, damit er sehen kann, wer was ist und wieviel.

Ich sehe das als Eingriff in mein Persönlichkeitsrecht. Den Bon behalten als Nachweiss, dass ich es bezahlt habe, verstehe ich. Absolut legitim. Aber Statistik führen über das was jeder einzelne gegessen oder getrunken hat, geht meiner Meinung nach zu weit.

Gibt es dazu ein Gesetzestext oder etwas wo drin das geregelt ist? Ich weiss z.B. dass Mitarbeiterüberwachung verboten ist. Dieses ist aber hier der Fall, oder nicht?

Wer kann mir helfen ?

Grüße und Danke für hilfreiche Antworten

Nachtrag: Er könnte ja einfach in den Computer schauen, wieviel Personalessen gekauft wurden und dann kontrollieren. Das würde ich auch noch aktzeptieren, aber Kopie vom BON mit Unterschrift geht zu weit, meine ich.

Antwort
von Anna1230, 12

Ich glaube du hast das mit der Steuer doch nicht so ganz verstanden. Dein Arbeitgeber muss den geldwerten Vorteil, also den Sachbezug, genau nach Mitarbeiter abrechnen und versteuern. Das bedeutet es muss auf DEINER Verdienstabrechnung stehen, da du ja diesen Vorteil hast günstiger zu essen als die Kunden.  Er muss es auch nachweisen können welcher Mitarbeiter wie viel verzehrt hat.
Es hat also rein gar nichts mit einer Statistik zu tun.
Es hat einfach steuerliche Gründe, da es dort auch Begrenzungen bzw. feste Sätze gibt was steuerfrei und was steuerpflichtig ist.

Kommentar von samakl ,

Aha jetzt doch verstanden. Da es für jeden Mitarbeiter einzelnd gemacht wird, ist eine Zuordnung unerlässlich.

Wenn ich das nicht will, darf ich halt nix da kaufen oder verzehren.

Habe ich denn steuerliche Vor.- oder Nachteile wenn das auf meiner Abrechnung bzw. Steuererklärung steht?

Das Thema ist mit zu komplex um mich da ebend mal schnell reinzulesen.

Eine Antwort wie" Es ist ein Vorteil weil.... (Ein Satz)....oder Nachteil weil, (ein Satz)...währe Hilfreich. Ich brauche da keinen ganzen Salmon^^

Aber Danke schonmal für deinen sehr hilfreichen Tipp!

Kommentar von Anna1230 ,

Nun hast du es verstanden. Wie es mit dem Steuerausgleich aussieht kann ich nicht genau sagen. Einen Vorteil hast du ja durch die vergünstigten Einkäufe schon und der Steuersatz ist auch niedriger als bei dem Entgelt, also wird geringer versteuert als dein Lohn. So gesehen ja, ist sicher ein Vorteil

Antwort
von sternstefan, 26

Es geht darum, dass dein Arbeitgeber diesen "geldwerten Vorteil" versteuern muss: http://www.lohnsteuer.de/das-essen-fuer-die-eigenen-arbeitnehmer

Und dazu muss er eben wissen, was an Kunden verkauft wurde und was ans Personal.


Antwort
von Apfel2016, 14

Nein das geht nicht zu weit, das wird in jedem Supermarkt mit den MA gemacht. Genau das ist auch richtig, den ab einer bestimmten Summe musst sogar du das in deiner Steuererklärung angeben. Aber dazu hat dir ja sternstefan einen guten link gegeben.

Antwort
von Messkreisfehler, 24

Das ist weder ein Eingriff in deine Persönlichkeitsrechte und ist auch keine Mitarbeiterüberwachung. Was Du isst weiß derjenige der an der Kasse sitzt sowieso. Es spricht auch absolut nichts dagegen, dass darüber Statistik geführt werden soll.

Kommentar von samakl ,

Das mit der Steuer ist klar und wurde verstanden. Dafür gibt es ja die Möglichkeit im Computersystem nachzuschauen und sich die Daten zu holen.

Zitat aus dem Gesetzestext:

'tatsächlichen Einsatz die Anzahl der Essen ermitteln'

Anzahl ist aus dem Kassensystem entnehmbar.

Mir ging es dabei eher darum, dass der Name auf der Kopie meines Bon's steht und dass darüber Statistik geführt werden kann. Was ich verzehre und wieviel. Für ihn als Angabe muss die Sache im Computer bzw. im Kassensystem doch reichen, als Steurangabe auch. Aber ich werde ja in sofern überwacht dass er genau weiss 'WER' und 'WIEVIEL'.

Mit nur 'WIEVIEL' kann ich ja leben, aber was geht ihn mein Kassenzettel an?

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