Frage von Kiing97, 116

Darf mein Chef das? Was tun?

Guten Tag

Mein Chef gibt uns Lehrlinge immer Arbeiten, die absolut nichts mit der Lehre zu tun haben. Ich bin jetzt in dem 3. Jahr kurz vor der Lehrabschlussprüfung. Darf der Chef mir nur solche Arbeiten geben, bei denen ich nichts lerne oder die nichts mit meiner Lehre zu tun haben? Ich habe schon im 1. Lehrjahr nur solche Arbeiten gemacht, die nichts mit der Lehre zu tun haben. Ich finde das sehr ungerecht, da man absolut nichts lernt und ich habe ihm dies schon paar mal gesagt, aber es bringt nichts. Was könnte ich tun?

Antwort
von DerHans, 58

Das kommt natürlich darauf an, WAS du da machst.

Dass ein Lehrling mal die Kaffeemaschine bedient, wird nicht gleich zur Auflösung des Ausbildungsvertrages führen.

Kommentar von Kiing97 ,

Arbeiten, die Tagelang dauern und nix mit der Arbeit zu tun haben + Arbeitsstunden bis zu 13h am Tag...

Kommentar von DerHans ,

13 Stunden am Tag schon mal gar nicht.

Aber du solltest erst einmal beschreiben, was du überhaupt machst

Antwort
von Daguett, 55

Berufsuntypische Arbeiten während der Ausbildung meldest du der Handwerkskammer.

Dazu gehört aber nicht das Reinigen und Saubermachen der Maschinen, oder das Ausfegen der Werkstatt. Denn solche Arbeiten gehören einfach dazu, und dienen der Sicherheit bzw. auch der Unfallverhütung und Funktionalität.

Antwort
von celaenasardotin, 37

Es kommt darauf an , was du machen musst. Aber meistens steht im Vertagung , dass du eine Ausführungspflicht hast d.h. du musst tun , was man dir sagt , wenn du dadurch nicht seelisch oder körperlich beeinträchtigt wirst. Du musst also auch Sachen machen , die du als langweilig erachtest. Kann auch sein , dass im Vertagung steht , dass du Überstunden machen musst , aber die sollten sich nicht häufen und du solltest keine 70 Stunden Woche haben. Wenn es da wirklich länger Probleme gibt solltest du dich an den Chef oder gegebenenfalls an die Kammer wenden

Antwort
von Hallo1991du, 60

Nein das darf er nicht. Er darf dir nur solche Aufgaben geben die deiner Ausbildung dienlich sind. Sinn und Zweck der Ausbildung ist ja schließlich das du was lernst. Du solltest mal einen Blick ins Berufsbildungsgesetz werfen und ein Gespräch mit deinem Chef führen.

Sollte das kein Erfolg haben kannst du mit deiner zuständigen IHK ein Gespräch führen.

Kommentar von Kiing97 ,

Danke dir!

Kommentar von Nightstick ,

Aber er hat sich das jetzt schon drei Jahre (!) lang gefallen lassen (Kopfschüttel).

Und jetzt, kurz vor der Prüfung, wird er wach - dem ist doch nicht mehr zu helfen... :((

Antwort
von newcomer, 56

dies hättest du schon lange bei der Handwekskammer bzw Industrie und Handelskammer melden sollen. Von denen wird der Chef zuerst angemahnt und wenn sich nichts ändert die Lizenz um Ausbilden zu dürfen entzogen. Wenn du deine tatsächlichen Tätigkeiten in die Ausbildungsnachweise schreibst wäre dein Chef schon bei erster Zwischenprüfung aufgeflogen


Kommentar von Kiing97 ,

es ist aber nicht zu spät

Kommentar von newcomer ,

dann schreibe diese Nebentätigkeiten mit Zeitlichen Aufwand in dein Berichtsheft und lass das deinem Chef unterschreiben. Wenn er dies unterschreibt bekommt er mächtig Ärger

Kommentar von newcomer ,

http://www.zfamedien.de/forum/showthread.php?1234-Das-Berichtsheft-%96-Sinn-und-...

Das Berichtsheft – Sinn und Zweck

Das Berichtsheft gehört beim Beginn der Ausbildung sicherlich zu den Dingen, die jemanden nicht wirklich begeistern. Täglich oder wöchentlich über die Ausbildung berichten – Was soll das? Was bringt das?

Zunächst sollte jedem Auszubildenden am ersten Tag neben dem
Ausbildungsrahmenplan auch ein Berichtsheft zur Verfügung gestellt
werden.

Das Berichtheft hat eine Doppelbedeutung. Eine dokumentarische und
rechtliche Funktion (§ 39 Abs. 1 Nr. 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG)). Das
Führen eines Berichtsheftes dazu, dass die Durchführung der
Ausbildungsinhalte sowie deren zeitliche Ablauf nachweisbar gemacht
wird.

Da auch der Inhalt der Berufsschule dort festgehalten wird bietet es
auch dem Ausbilder, die Möglichkeit dies verfolgen und die betriebliche
Ausbildung darauf abzustimmen. Formal gesehen dient es zudem als
Nachweis der Unterrichtsstunden in der Berufsschule zur Anrechnung auf
die Ausbildungszeit.

Für den Auszubildenden ist das Berichtsheft einerseits eine Art
Selbstkontrolle seiner Ausbildung und ermöglicht einen Vergleich mit dem
vorgegebenen Ausbildungsrahmenplan. Als positives Abfallprodukt des
Ganzen erlangt man Übung darin Sachverhalte schriftlich festzuhalten und
zu formulieren, sozusagen bereits eine Vorübung für die Kommunikation
mit Mitarbeitern, Kunden bis hin zur schriftlichen Konzeption bei der
Abschlussprüfung

Besondere Bedeutung bekommt ein Berichtsheft, wenn es zum Streit um die
Ausbildungsqualität kommt. Das Berichtsheft ist, da es vom Ausbilder
auch wöchentlichen unterzeichnet werden soll, ein wichtiger Nachweis
über die reale Ausbildungsinhalte und deren Qualität. Denn das
Berichtsheft spiegelt den Verlauf der Ausbildung wieder!

Die rechtliche Seite

Zur Berufsausbildung im Dualen System gehört auch das ordnungsgemäße
Führen eines Berichtsheftes. Das BBiG (Berufsbildungsgesetz) verweist in
§ 6; Absatz 1 Punkt 4 darauf. Der § 39 des BBiG regelt, dass das
ordnungsgemäße Führen des Berichtsheftes Vorraussetzung für die
Zulassung zur Abschlussprüfung ist.
Kommentar von newcomer ,

Zum Führen eines Berichtsheft

Das Berichtsheft stellt der Ausbildungsbetrieb, die Form (Einzelbätter,
Software basierte Berichtshefte, Vorlagen der IHK oder eigene Vorlagen)
ist freigestellt.

Das Führen des Berichtsheftes hat während der regulären Arbeits-/Ausbildungszeit zu geschehen.

Es sollte kurze Notizen zu den durchgeführten Tätigkeiten und den
Unterweisungen der mit der Ausbildung beauftragten Personen beinhalten
und die Dauer der Tätigkeit.

Das Berichtsheft wird wöchentlich vom Auszubildenden und Ausbilder unterschrieben und damit die Richtigkeit der Angaben belegt.

Das Berichtsheft muss zur Abschlussprüfung dem Prüfungsausschuss verbindlich vorgelegt werden, es wird jedoch nicht benotet

Das Berichtsheft muss realistisch geführt werden, da es im Fall einer
Schadensersatzklage die Funktion eines Beweises hat (Beispiel: aufgrund
unzureichender Ausbildung in der Praxis besteht eine Auszubildende die
Prüfung nicht und klagt beim Verwaltungsgericht gegen den Ausbilder).
Also wenn jemand vier Wochen nur Kaffee kocht, sollte das auch so
festgeschrieben werden und nicht stattdessen, weil es sich besser anhört
oder gar der Ausbilder es verlangt vier Wochen Photoshop-Einführung
stehen. Auch sollte es zeitnah geführt werden und nicht erst kurz vor
der Abschlussprüfung damit begonnen werden

Zusammengefasst kann man sagen, dass das korrekte Führen eines
Berichtsheftes weder sinnlos noch Schikane ist, sondern dem
Auszubildenden u.a. eine Sicherheit für die Qualität der Ausbildung
bieten kann.

Interessant ist zu dem Thema auch die Ausführungen der IHK Nordschwarzwald:

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 10

Im folgenden Link findest du entsprechende Hinweise zu deiner Frage:

http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/pflichten-des-ausbilders.html

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community