Frage von Mix9719, 96

Darf mein Chef das machen :/?

Hey Leute,

habe vor Kurzen einen Aushilfsjob in einem Einkaufsmarkt in meiner Umgebung angenommen. Die Arbeit gefällt mir super gut und mein Chef ist auch eigentlich ziemlich entspannt und dennoch eine Autoritätsperson. Mein Problem jedoch ist, das letzte Woche ein ziemlich großes Fest in der Stadt war. Es überstreckte sich über ca.6 tage von denen ich an 4 arbeiten musste. Insgesamt habe ich 14 Stunden in dieser Woche gearbeitet obwohl eigentlich 10 im Arbeitsvertrag geregelt sind. Mündlich hat er mir jedoch gesagt, dass das von Zeit zu Zeit abweichen kann - mal mehr mal weniger. Nun ist es so, dass ich gestern ebenfalls 3 stunden arbeiten musste, heute wieder 4 und am Samstag auch 4. Ich habe jedoch angerufen und gefragt, ob ich Samstag frei bekommen könnte, da ich schon so viel während Stoppelmarkt gearbeitet habe. Daraufhin wurde mir gesagt ich solle versuchen mit meinem Kollegen zu tauschen. Dieser hat jedoch auch keine Zeit.

Kann ich einfach sagen, dass ich an dem tag nicht arbeiten werde und fertig?

Zu mir: bin Schüler in der 13. Klasse und 18 Jahre alt.

Danke im Voraus!

Antwort
von Messkreisfehler, 50

Kommt drauf an was genau im Vertrag ist.

Zumindest kannst Du nicht einfach sagen "ich komme nicht" wenn dir der freie Tag nicht genehmigt wird.

Das wäre in dem Fall ein fristloser Kündigungsgrund und dein Arbeitgeber könnte sogar Schadenersatz fordern.

Wenn in deinem Arbeitsvertrag keine Überstunden festgelegt sind und auch mündliche Nebenabreden ausgeschlossen sind, dann müsstest Du am Samstag zumindest die 3 Stunden arbeiten um auf deine vertraglichen 10 Stunden zu kommen.

Kommentar von Mix9719 ,

Die Kündigung wäre nicht so schlimm, aber Schadensersatz kann ich mir leider nicht erlauben

Kommentar von Familiengerd ,

Das wäre in dem Fall ein fristloser Kündigungsgrund und dein Arbeitgeber könnte sogar Schadenersatz fordern.

Auf den schlüssigen Nachweis eines Schadens bei einer Aushilfskraft in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Problem in dieser Frage wäre ich aber sehr gespannt!

Und die von Dir in einem Kommentar weiter unten genannten Gründe sind so ziemlich "an den Haaren herbei gezogen".

Kommentar von Messkreisfehler ,

Das ist deine Einschätzung... Meine sieht anders auch.

Hast Du auch etwas zur Frage zu sagen oder gehts wieder einmal nur ums Kommentieren anderer Antworten?

Kommentar von Messkreisfehler ,


Aber gerne noch für dich zur Erläuterung...
Schadenersatz kann der Arbeitgeber in dem Fall für Ersatz
des entgangenen Gewinns, wenn Aufträge nicht oder verspätet ausgeführt wurden verlangenm oder bei Vorratsfertigung auf Ersatz des
Produktionsausfalles. Nach § 252 S.2 BGB gilt als entgangen der Gewinn,
welcher nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge oder nach den besonderen
Umständen, insbesondere nach den getroffenen
Vorkehrungen, mit Wahrscheinlichkeit erwartet werden konnten. Der
Gewinnausfall ist vom Arbeitgeber darzulegen und ggf. nach § 287 I ZPO
zu schätzen.


Findet der Arbeitgeber keine Ersatzkraft und arbeitet selbst besteht der Schaden in der Einkommensminderung, die er infolge des Vertragsbruches ohne seine schadensabwendende Tätigkeit erlitten hätte. Und auch hier kann er Sachdenersatz fordern.

Findet der Arbeitgeber eine Ersatzkraft die einen höheren Stundenlohn hat oder die Überstunden dafür leisten muss sind auch Schadensersatzforderungen vorstellbar.

Differenz zwischen Entgelt einer höher dotierten Ersatzkraft wegen Vertragsbruches des Arbeitnehmers und dessen
Gehalt....

Weitere Schadenersatzgründe wären:
- Kosten wegen Stillstandes von Maschinen.
- Konventionalstrafen des Arbeitgebers wegen nicht rechtzeitiger Leistung.
- Kosten für die Anwerbung einer Ersatzkraft, insbesondere für Anzeigenwerbung.


Ich denke das sollten genügend Gründe sein...

Kommentar von Familiengerd ,

Dass es grundsätzlich Gründe für die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen gibt - wie auch immer der Arbeitgeber sie im konkreten Fall berechtigterweise ursächlich nachweisen und belegen können will - ist mir selbstverständlich klar und musst Du mir nicht erst darlegen!

Wir reden hier aber von einem Fall, in dem Deine "schweren Geschütze" geradezu absurd sind.

Im Übrigen brauche ich mich, was meine Antworten auf Frage betrifft, nicht zu "verstecken".

Und es ist und bleibt immer noch meine Entscheidung, ob ich auf eine Frage antworte oder nur (oder: außerdem auch) bestimmte "auffällige" Aspekte von Antworten anderer kommentiere - auch wenn Du mich mit einer Aussage wie "oder gehts wieder einmal nur ums Kommentieren anderer Antworten" diffamieren zu wollen scheinst.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Die "schweren Geschütze" sind nicht absurd sondern auch in diesem Fall hier, genau wie bei Vollzeitangestellten grundsätzlich durchsetzbar. Die Beweislast liegt hier auf gleichem Niveau wie bei einem in Vollzeit angestellten Mitarbeiter. Entweder man ist angestellt und hat damit eben auch Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis, oder eben nicht. Ein bisschen angestellt gibts nunmal nicht.

Wo hier eine Diffamierung vorliegen soll erschließt sich mir nicht, ich habe lediglich eine neutrale und zutreffende Aussage getätigt, wenn ich jemanden diffamieren wollte, sähe das anders aus

Selbstverständlich ist es deine Entscheidung ob Du eine Frage beantwortest oder andere Antworten nur kommentierst, genau so ist es meine Entscheidung dies dann wiederum zu kommentieren...

Antwort
von Mix9719, 19

Oh man, werde dann wohl einfach zu Monatsende kündigen, sowas finde ich nämlich nicht okay. Ich meine wäre ich jetzt azubi oder festangestellter wäre das ja kein Problem und verständlich.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Bei der Kündigung musst Du die Kündigungsfrist beachten. Dazu ist entweder was im Arbeitsvertrag geschrieben, falls nichg gilt hier §622 BGB

§ 622 Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen

(1) Das

Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten

(Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten

oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

Wenn nichts anderes im Vertrag vereinbart ist kannst Du also frühstens zum 30.09. kündigen. In der Regel kannst Du da aber mit deinem Chef reden, in den seltensten Fällen will ein Chef einen Mitarbeiter der "eh keine Lust mehr hat".

Grundsätzlich bleilbt aber zu sagen, dass die Regelungen und Rechte und Pflichte in deinem Fall die gleichen sind wie bei einem Azubi oder Vollzeitbeschäftigten. So ist nunmal das Arbeitsleben. Manchmal schön, manchmal nervig.

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