Frage von tanja370, 103

Darf mein Arbeitgeber von einer Sekunde auf der anderen erwarten,dass man nur noch gelegentlich Arbeitet?

Bin über 2 Jahre auf 450 Euro Basis beschäftigt. Mein Arbeitgeber ist letztes Jahr sauer gewesen,da ich 1 Woche krank geschrieben war und daheim geblieben bin.Ich wäre ihm in den Rücken gefallen und hätte ihm in Stich gelassen.Er glaubt nicht dass ich tatsächlich krank War da er mich immer genötigt hatte krank zu arbeiten. Heute nach der Arbeit sagte er ich solle mir was anderes suchen und er würde mich nur noch benötigen wenn Viel los ist.Das ist doch selbst bei einem 450 Euro Job nicht rechtens. Er sagte heute selber er hätte nur die Feiertage abgewartet und sich schon darauf gefreut mir eins reintuwürgen.Ich hätte es nicht anders verdient.Natürlich weiß er dass ich auf das Geld angewiesen bin in nicht von jetzt auf gleich was anderes finde.Es ist ein Kleinbetrieb und Gastronomie. Was mach ich jetzt.Ich muss mir das doch nicht Gefallen lassen.Wer weiß Rat?

Antwort
von WalterKovacs, 28

Ist ein mündlicher Arbeitsvertrag wirksam?

Gepostet am 2. August 2010 Aktualisiert am 1. April 2014

Ist ein mündlicher Arbeitsvertrag wirksam?

Von Mandanten hört man manchmal: “Wir haben keinen Arbeitsvertrag
geschlossen. Es gab nur eine mündliche Vereinbarung!”. In Analogie zum
Erfordernis der Schriftlichkeit der Kündigung mit der Rechtsfolge der
Unwirksamkeit meinen viele Mandanten auch, dass ein nur mündlich
geschlossener Arbeitsvertrag grundsätzlich unwirksam sein müsse oder
nicht gelte. Dem ist nicht so.

Schriftlichkeit des Arbeitsvertrages

Ein mündlicher Arbeitsvertrag ist ebenso wirksam, wie ein
schriftlicher. Wenn kein schriftliche Arbeitsvertrag vorliegt, heißt
dies auch nicht, dass es überhaupt keinen Arbeitsvertrag gibt. Der
Arbeitsvertrag ist eben nur nicht schriftlich geschlossen worden,
sondern mündlich.

Problem der Beweisbarkeit

Ganz unproblematisch ist die Angelegenheit nun allerdings auch nicht,
denn für den Arbeitnehmer stellt sich dann häufig ein so genanntes
Beweisproblem. Wenn Arbeitnehmer zum Beispiel den Arbeitslohn einklagt, hat er meistens kein Problem damit den Abschluss eines Arbeitsvertrages nachzuweisen, denn er kann im Normalfall über Zeugen (Mitarbeiter) nachweisen, dass er beim Arbeitgeber gearbeitet hat. Die Höhe des vereinbarten Arbeitslohnes nachzuweisen,
ist allerdings viel schwieriger für den Arbeitnehmer. Aber auch hier
gibt es Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel über die Lohnabrechnungen
die abgerechneten Löhne nachweisen und damit Schlüsse auf die Höhe des
Lohnes ziehen. In der Regel wird man daraus auch die regelmäßige
Arbeitszeit entnehmen können.

das Nachweisgesetz

Auf der Basis der EG-Richtlinie 91/533/EWG ist am 20.7.1995 das so genannte Nachweisgesetz verabschiedet
worden. Nach dem Nachweis-Gesetz (§ 2) ist der Arbeitgeber verpflichtet
spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des
Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich
niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer
auszuhändigen.

” Der Arbeitgeber hat spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.

In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:

der Name und die Anschrift der Vertragsparteien,

der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses,

bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses,

der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem

bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, daß der

Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann,

eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit,

die Zusammensetzung und die Höhe es Arbeitsentgelts einschließlich

der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer

Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren Fälligkeit,

die vereinbarte Arbeitszeit,

die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs,

die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses,

ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge,

Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis

anzuwenden sind.”

Nachweisgesetz vom Arbeitgeber nicht beachtet und nun?

Hält sich der Arbeitgeber nicht an die Verpflichtungen aus dem Nachweisgesetz, hat der Arbeitnehmer ein Zurückbehaltungsrecht in
Bezug auf seine Arbeitsleistung. Auch ist ein Schadenersatzanspruch des
Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber denkbar, wenn z.B. eine
Ausschlussfrist versäumt wurde, die der Arbeitnehmer nicht kannte, die
aber in einem Tarifvertrag stand, auf den der Arbeitgeber hätte
hinweisen müssen. Leider enthält das Nachweis Gesetz keine Regelungen,
wie im Fall eines Verstoßes gegen die Nachweispflicht zu verfahren ist. Insbesondere wäre sinnvoll gewesen, wenn der Gesetzgeber geregelt hätte, dass sich die Beweislast beim
Verstoß gegen das Nachweis Gesetz umkehrt und nun der Arbeitgeber
beweisen muss, da es keine entsprechende Vereinbarung (z.B. über einen
Lohn von €12,00 pro Stunde) gegeben hat. Die Rechtsprechung gewährt dem
Arbeitnehmer aber erhebliche Beweiserleichterungen.

Quelle: https://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/2010/08/02/ist-ein-mundlich...

Antwort
von NameInUse, 54

Da Du krank zur Arbeit bist, hast Du ihm quasi bewiesen, dass er Recht hat.

Es gilt was in Eurem Vertrag steht.

Wenn Du das nächste Mal krank bist, dann bleib auch zu Hause!

Such Dir einen anderen Job, am besten einen sog. Midi-Job

Antwort
von Nemesis900, 52

Kommt darauf an was in deinem Arbeitsvertrag steht. Wenn dort keine geregelten Zeiten, Mindestarbeitsstunde oder vordefinierter Lohn drinne steht dann ist er auch nicht dazu verpflichtet dich so viel arbeiten zu lassen wie du willst.

Kommentar von tanja370 ,

Auch wenn ich 2 Jahre immer auf die 450 euro gekommen bin?Kein Arbeitsvertrag 

Kommentar von itsboring ,

Ohne Vertrag keine Rechte 

Kommentar von Nemesis900 ,

Ohne schriftlichen Arbeitsvertrag wirst du wahrscheinlich nichts geltend machen können. Der Rechtsstreit darum würde sich kaum lohnen und wahrscheinlich bleibst du am ende noch auf den Anwaltskosten und so sitzen. Such dir einfach etwas anderes, gibt ja mehr als genug solcher Jobs.

Antwort
von Nargisfan, 36

Das musst du dir bestimmt nicht gefallen lassen. Da du schon zwei Jahre dort arbeitest bist du fest angestellt das heißt es wird ziemlich schwer für deinen Chef dir zu kündigen. Die Frage ist ob du für so jemanden wirklich arbeiten willst. Hier mal was zum nachlesen über deine Rechte: https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/20_arbei...

Antwort
von Narave, 43

such dir eine arbeit wo es dir gefällt? es gibt mehr stellen auf 450 euro basis. so einem chef würd ich in den hintern treten, so seine mitarbeiter zu behandeln und dir krankmachen zu unterstellen. das ist menschenverachtend.. soll er schaun wo er jemand neues herkriegt

Kommentar von tanja370 ,

Soll ich dass einfach so hinnehmen?

Antwort
von Nikita1839, 30

Wenn ihr keinen Vertrag habt, wo alles geregelt ist, kannst du da nichts machen. Dazu sind schriftliche Verträge da

Antwort
von Schlauberger303, 29

Tja, in so Situationen kann man aufgrund der psyischen Belastung schonmal öfters krank sein. Man muss nur wissen und durchsetzen, dass man auch bei einem 450,- € Job Anspruch auf Fortzahlung im Krankheitsfall hat.

Und schnellstmöglich was neues suchen, mit solchen A****löchern hat das keinen SInn ...

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