Frage von LeonausMannheim, 159

Darf mein Arbeitgeber mir die Lohnauszahlung verweigern weil ich der neuen Dokumentationspflicht nicht vollständig nachgekommen bin?

Hallo zusammen,

es geht um folgende Situation:

Seit der neuen Dokumentationspflicht muss ich als Pizzafahrer auf Minijob Basis meine Stunden im Betrieb dokumentieren und dafür unterschreiben. Leider läuft das bei meinem Arbeitgeber sehr chaotisch und daher vergisst man mal eine Woche zu unterschreiben, denn man ist ja z.B. nur 2 Tage im Geschäft, und ist da gerade der Zettel nicht zum ausfüllen verfügbar. Dann sehe ich es auch nicht ein an einem freien Tag ins Geschäft zu fahren. Schließlich geht das ja auf meine Kosten.

Nun hat mein Arbeitgeber aber schon 2x mein Lohn einbehalten weil eine Woche der Dokumentation nicht unterschrieben war. Nun wollte ich fragen was ihr davon haltet? Ist das rechtlich korrekt was er macht? Habe ich Möglichkeiten dagegen vorzugehen?

Vielen Dank für eure Hilfe.

Grüße Leon

Antwort
von Allexandra0809, 155

Du solltest mal mit Deinem Arbeitgeber reden. Dieser Zettel muss so angebracht sein oder irgendwo liegen, damit Du nach jeder Schicht Deine Zeit reinschreiben kannst. Dein Arbeitgeber muss hierzu eine Stelle aussuchen, wo Du jederzeit hinkannst und Dich eintragen kannst. Du selbst musst immer dran denken, dass Du es machst. Hier sind beide Seiten gefordert.

Bei uns war es auch so, dass sich jeder täglich eintragen musste. Diese Zettel lagen aber für jeden griffbereit in einem Fach, so dass sich jeder täglich eintragen konnte.

Einbehalte darf Dein Chef den Lohn sicher, zumindest zum Teil, da Du ja nicht nachweisen kannst, wann und wielange Du gearbeitet hast.

Kommentar von LeonausMannheim ,

Danke erstmal, also wg dem Einbehalten bin ich mir eben nicht sicher. Denn meine Stunden sind auch per EDV minutengenau dokumentiert, ich habe dafür nur nicht unterschrieben. Und das kann ich ja eigentlich auch nicht wenn die Dokumente nicht da sind. 

Antwort
von Gerneso, 128

Wenn Du auf Stundenbasis bezahlt wirst, musst Du auch die Stunden nachweisen können. Offenbar verlangt der AG dafür die Dokumentation mit Unterschrift.

Selbstverständlich kann er nicht zahlen, wenn Du Deine Stunden nicht eingereicht hast. Natürlich wird dann der Lohn erst mal zurückgehalten, bis der Mitarbeiter seiner Pflicht nachkommt. Wo ist das Problem die Dokumentation zu machen? Du möchtest ja schließlich bezahlt werden. Es wird sich hierbei wohl kaum um eine sehr zeitaufwändige Doktorarbeit handeln, die gefordert wird.

In anderen Betrieben muss man z. B. auch seine Reisekostenabrechung erstellen, um hier Geld zurück zu bekommen. Auch das ist Arbeit und muss bis zu einem vorgegebenen Termin gemacht sein.

Kommentar von LeonausMannheim ,

Das Problem liegt daran das die Dokumentation auf Dokumenten des AG erfolgt, diese sind aber oft noch nicht "verfügbar" wenn ich vor Ort bin zum arbeiten. Dh. ich kann meine Stunden nicht abzeichnen wenn ich da bin - die Arbeitszeit wird auch zusätzlich Minutengenau per EDV erfasst, also mein Chef weiß wieviel ich genau gearbeitet habe.

Und das ich an meinen "freien" Tagen nicht zu meinem Nebenjob fahren möchte zum unterzeichnen der Stunden ist nachvollziehbar, oder? Bekomme ich ja auch nicht bezahlt

Antwort
von hirschis, 155

Mhm schwierige Situation. Ich bin auch kein Arbeitsrechtler. Allerdings hat ja dein Chef auch eine Sorgfaltspflicht, der er nachkommen muss. Soll heißen, er muss zusehen, dass er die Dinger unterschreibt.

Kann mir schon vorstellen, dass du eher im Recht bist als er.

Antwort
von mg6358, 107

Warum muss der Zettel beim Arbeitgeber liegen?

Frag deinen Chef, ob du an jedem Monatsbeginn einen leeren Leistungsnachweis bekommen kannst, den du am Ende des Monats ausgefüllt im Geschäft abgibst.

So liegt es an dir, ob du Geld bekommst oder nicht. Ohne Leistungsnachweis gibt es eben keine Zahlung!

Kommentar von LeonausMannheim ,

Bei uns werden diese Zettel vom AG geführt, und dienen nur der Erfüllung der Dokumentationspflicht via Gesetz. 
Meine Arbeitszeiten sind auch im System auf die Minute hinterlegt, also er weiß wieviel ich gerarbeitet habe. Nur die Unterschrift auf dem Zettel für das "Gesetz" fehlt .. und das ja auch nicht wegen mir. Wenn ein Zettel an dem Tag an dem ich arbeite da wäre würde ich ja unterschreiben. Aber teilweise sind auch die nächste Woche in der ich komme die Zettel von der vorherigen Woche noch nicht fertig. Und das kann ja eigentlich als AN nicht mein Problem sein ... dachte ich

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