Frage von Fred4u2, 356

Darf man als Muslim einer Frau nicht die Hand geben?

Aus gegebenen Anlass möchte ich doch einmal fragen: Darf man als gläubiger Muslim einer ungläubigen Frau nicht die Hand geben? Mann hat doch zwei Hände, sollte man sich verunreinigen, bleibt doch bis zur nächsten Waschung die andere rein.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fabian222, 300

Salamun aleykum.

Der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede sei auf ihm und seine Nachkommen) sagte sinnesgemaess: Es ist besser wenn einer von euch mit einem Eisenstachel in den Kopf gestochen wird, als wenn er eine Frau beruehrt die er nicht beruehren darf. 

Man darf nur Personen die Mahram (eine Verwandte des Mannes, mit der die Heirat nicht erlaubt ist) sind oder die Frau mit der man verheiratet ist beruehren. Im Allgemeinen darf man keine andere Frau beruehren unabhaengig davon, ob die Frau eine Muslima ist oder nicht. 

Kommentar von Ontario ,

Man könnte das auch so interpretieren, dass die Frau "schmutzig" ist, weil man ihr die Hand nicht geben darf. Allgemein darf man keine andere Frau berühren, unabhängig davon ob sie eine Muslima ist oder nicht. Dieses Argument muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen. Ist eine Frau denn etwas anderes als ein Mensch ? Mir fällt da etwas aus der katholischen Kirche ein. Frauen dürfen keine Priesterinnen werden, weil sie unrein sind. Das hat mal ein Papst vor einigen hundert Jahren so festgelegt und das hat bis heute Gültigkeit. Es gibt ja auch keine Muslima die als Iman tätig werden darf. Hat das die gleichen Gründe ?

Das ist für mich eine Missachtung des anderen Geschlechtes. Das betrifft auch das Verbot einer Frau die Hand zu geben, wie es Fabian222 beschreibt.

Kommentar von Fabian222 ,

Man faesst die Frau eines anderen Mannes nicht an. 

Kommentar von Fragensammler ,

Jetzt ist die Frage, wie das Wort "berühren" damals und heute verstanden wird. Im Sinne von Anfassen oder Begrabschen oder Geschlechtsverkehr..

Antwort
von uyduran, 247

Darf Mann als Muslim einer Frau nicht die Hand geben?

Ich sage Dir vorweg schon mal eines: Du wirst keine einheitliche Antwort auf diese Frage bekommen, weil "der Islam" nicht einheitlich ist. Je nach Strömung und Auslegung werden Dir Gläubige und Gelehrte die Frage mit Ja oder mit Nein beantworten und jeweils mehr oder weniger vehement auf ihren Standpunkt bestehen.

Dir wird aber auffallen, dass diejenigen, die auf derartige Regelungen pochen, ein sehr reaktionäres bis radikales Religionsverständnis haben und sich strikt weigern, die Inhalte aus Koran und Sunnah in ihren geschichtlichen Kontext einzusortieren. Diese Menschen sind also nicht fähig, religiöse Gebote in ihren jeweiligen zeitlichen und gesellschaftlichen Rahmen zu transferieren, sondern beharren stur wie ein Esel darauf, das nachzusimulieren, was sich vor gut 1400 Jahren einmal im arabischen Raum abspielte. Sie sind nicht fähig, zwischen Religion und Traditionen zu unterscheiden oder Religion in irgendeiner Form interkulturell oder zeitlos zu begreifen. Diese Menschen lehnen zumeist auch kritisches Denken und unleugbares Wissen vehement ab, wenn es im Widerspruch zu ihren persönlichen Ansichten steht. Zu guter Letzt definieren diese Menschen Religion über blinde Hingabe, Druck und den chauvinistischen wie imperialistischen Wunsch nach einer Theokratie.

Zum Glück gibt es aber auch Muslime, auf die das nicht zutrifft und die einem, ich nenne es mal "progressiven Islamverständnis" folgen. Die Mehrheit der hier lebenden Muslime wird definitiv kein Problem darin sehen, (nichtmuslimischen) Frauen die Hand zu schütteln.

LG

Antwort
von furkansel, 241

Man darf generell einer nichtfamiliären frau (mit der man auch nicht verheiratet ist)nicht die hand geben. Allerdings gilt hier zu beachten: dies soll vor jeglichen zina schützen und heutzutage gibt man sich aus Höflichkeit zur Begrüßung die hand. D.h. dass man da dann keine schlechte Absicht hat. Ich sage nicht dass es somit erlaubt wäre oder nicht haram ist aber die Absicht spielt immer eine rolle. Ob du jetzt einer frau zur Begrüßung die hand gibst, musst du selbst entscheiden.

Antwort
von Radesch, 2

Kommt auf den Glauben der Person drauf an. Bei mir Zuhause war das nie ein Problem.

Antwort
von Margaxbrain, 286

Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung etwas erzählen, ich hatte einen ausländischen Mann bei mir, als ich noch im Handel gearbeitet habe. Er trug ein Gewand/Kleid einen Turban und einen langen Bart. Die Dame die die Kunden immer in mein Büro leitete streckte die Hand aus um ihn zu Begrüßen, der Kunde wurde wütend und agressiv gegenüber ihr.
Ich wurde gewarnt: "Margax du bekommst einen schwierigen Kunden, gib ihm nicht die Hand er mag das nicht."
Der Kunde kam mit einem lächeln zu mir und strecke seine Hand nach mir aus, ich hatte keine Probleme mit ihm. Nachher hörte ich, es sei unverschämt gewesen dass sie ihm die Hand gibt. WARUM kann ich dir nicht sagen, aber dieser Mann wollte es überhaupt nicht und ihm war das ganze sichtlich unangenehm.

Antwort
von Mignon2, 209

Du verunreinigst dich nicht, wenn du einem Menschen die Hand gibst. Allah hat alle Menschen gleich lieb. Immerhin sind beide Geschlechter seine Schöpfung. Warum also sollte er einen großen Teil der Menschheit nicht lieben? Das ergibt gar keinen Sinn. Diesen "Verunreinigungsunfug" wenden nur verblendete und fanatisierte Extremisten an. Du erwartest Respekt von anderen und andere erwarten Respekt von dir. Außerdem ist es völlig gleichgültig, an welchen Gott jemand glaubt. Im Islam heißt er Allah, im Christentum Gott, in anderen Religionen hat er andere Namen. Er ist und bleibt jedoch immer derselbe. Übrigens haben Christentum, Islam und Judentum den gleichen Ursprung. Deshalb sind sie sich auch so ähnlich.

Antwort
von himako333, 195

mache begrüßen sich mit einem reine Verbeugen, manche mit ein oder zwei Küßchen, in die jüngeren deutschen Vergangenheit, da wurde das Händeschütteln durch einen erhobenen ausgestreckten Arm ersetzt :(

Aber auch manche orthodoxe Juden verweigern es andere Frauen zu berühren, also die ,vor allem Rabbiner,  geben Frauen , genau wie bestimmte Moslems es praktizieren:  Frauen  nicht die Hand zur Begrüßung.

Ich pers. meine das Händeschütteln ist ein ziemlich unhygienischer Brauch und egal ob Mann oder Frau es muß niemand den  anderen mit Handschlag begrüßen.

Kommentar von Modem1 ,

Aber auch durch angewinkelten Unterarm mit Faust! (Rot Front Kämpferbund ). Nicht nur bei den Nazis!

Antwort
von hummel3, 187

Egal, wie oft du auch fragen wirst - ein fundamentalistisch gläubiger Muslim wird einer Frau außerhalb seines eigenen engen Familienkreises nicht die Hand reichen.

Altmodisch würde man bei uns sagen - "Es geziemt sich nicht", weil SIE, "das immer schuldige Weib" IHN in sexuelle Versuchung führen könnte.   

Verrückt zwar, aber so sind sie halt.

Antwort
von LuziFoehr, 238

Soweit mir bekannt ist, soll "Mann" alles vermeiden, was zur Unzucht führen kann.

Meiner Ansicht nach, wird durch solche Dinge genau das gefördert, was eigentlich vermieden werden soll.

Es wird ein ganzes System von (sinnlosen) konditionierten Reizen inszeniert.

Den Männern in dieser Religion wird permanent eingeredet, dass und was, alles erregend für sie sein könnte.

Am Ende ist das derart verinnerlicht, dass sie beim bloßen Anblick von weiblichen Haaren schon nervös werden, geschweige denn, was passieren würde, wenn man die Hand gibt.

http://www.islamfatwa.de/soziale-angelegenheiten/91-gesellschaft-aktuelles/regel...

Kommentar von NoName1124 ,

Es steht in dem Link was von "berühren" also eher am Körper o.Ä.. Hände sind hier nicht eingeschlossen wenn sie nur zur Begrüßung dienen

Kommentar von LuziFoehr ,

etwas weiter unten in dem link, geht es ums Hand geben :-)

Kommentar von NoName1124 ,

Ok hast recht aber uyduran hat recht. Es kommt immer auf die Auslegung und Auslebung des Islams an

Kommentar von LuziFoehr ,

Es kommt immer auf die Auslegung und Auslebung des Islams an

Darin mag das Grundproblem des Islams liegen, dass es immer auf die jeweilige Auslegung ankommt... ( dabei will ich andere Religionen jetzt nicht ausschliessen, aber die stellen für mich in der BRD kein Problem dar)

Allmählich tendiere ich dazu, in der BRD allgemeine, öffentliche Umgangsregeln zu definieren, wo das zeigen einer Religion oder Politikzugehörigkeit verboten ist, vor allem an Schulen, Krankenhäusern, Verwaltung, etc.

An solchen Orten ist "Neutralität" angesagt, weil man ja nie weiß, wen man vor sich hat, und wer sich dadurch gestört fühlt.

Kommentar von uyduran ,

Darin mag das Grundproblem des Islams liegen, dass es immer auf die jeweilige Auslegung ankommt... ( dabei will ich andere Religionen jetzt nicht ausschliessen, aber die stellen für mich in der BRD kein Problem dar)

So könnte man es sagen, ja. Das Hauptproblem liegt darin, dass Verfechter der klassischen Koranexegese (die sich in der eindeutigen Mehrheit befinden) eine historisch-kritische Lesart der islamischen Schriften ablehnen. An den religiösen Instituten der islamischen Welt, die sich nur mit der "islamischen Wissenschaft" (Studium des Korans, der Hadithen, des Rechts) beschäftigten, wurde keine Theologie gelehrt. Theologie war viel mehr Privatsache und stand sogar oft unter dem Verdacht der Ketzerei, da sie von griechischem Gedankengut beeinflusst war, das als "fremde Wissenschaft" abgetan wurde. Leider hat sich das bis heute nicht wirklich geändert. Warum? Weil konservative Gelehrte glauben, dass bestimmte Tendenzen einer historisch-kritischen Exegese (etwa die Entmythologisierung) den Status der Religion untergraben würden. Man könnte also sagen, sie lehnen aus Angst vor einer Säkularisierung ganzheitliche Analysen des Koran ab. Vor allem ist der komplette Apparat in Ländern wie Saudi-Arabien oder dem Iran viel zu stark mit Politik verflochten. Die Geistlichen haben zu viel politische Macht und um diese erhalten zu können, wollen sie an den Strukturen festhalten, die es ihnen ermöglichen, das Volk weiter klein zu halten.

Darin liegt tatsächlich das Hauptproblem, denn diese archaischen Strukturen verhindern eine grundlegende Modernisierung, ein Umdenken in der Auslegung des Islam.

Kommentar von uyduran ,

@LuziFoehr: Das hängt aber einzig und allein von der Auslegung ab. Ich behaupte, dass der eindeutige Großteil der hier lebenden Muslime Frauen ganz normal die Hand reicht. Fatwas sind Rechtsurteile, die von jedem x-beliebigen "Gelehrten" ausgesprochen werden können. Folglich schließen sich diverse Fatwas gegenseitig aus.

Kommentar von LuziFoehr ,

Fatwas sind Rechtsurteile, die von jedem x-beliebigen "Gelehrten" ausgesprochen werden können. Folglich schließen sich diverse Fatwas gegenseitig aus.

Das deckt sich mit meinem Eindruck :-)

Kommentar von youarewelcome ,

620 n. Christus lässt grüßen, das macht diese Ideologie weltweit so "beliebt"! Absolut sinnfrei!

Kommentar von Helipa ,

Generalverdacht, dass alle Männer geile Böcke sind

Antwort
von Helipa, 7

Daran kann man erkennen, was der Islam von Frauen hält.

Antwort
von DerBuddha, 46

solche fragen sind schon wieder der beweis dafür, wie dumm und menschenverachtend religion sein kann...........was passiert eigentlich, wenn einer von euch einen menschen berührt, und NICHT weiss, dass er ungläubig ist?...................*g*, fällt euch dann die hand ab?.........im bezug zur frage bezüglich der frau finde ich diese fragestellung schon wieder echt rassistisch und beleidigend denn frauen sind nun mal genauso menschen wie ihr und stell dir mal vor, bei der geburt fässt euch dann eine frau an, die überhaupt nicht an euren gott glaubt, die sogar vorher schweinefleisch angefasst und gegessen hat.........kriecht ihr dann gleich wieder in den mutterleib zurück und ekelt euch oder werdet ihr dann als behinderte geboren?...............*g*.echt, solche fragen zeigen immer wieder, wie man solche religionen auffassen muss.......!!!

Antwort
von thenightisyoung, 52

Höflichkeit sollte nichts mit Religion zutun haben.

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