Frage von dzenanamu, 33

Darf man Überzeugungen haben, ohne dass man gute Gründe für sie hat?

Was ist für euch ein guter Grund ?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 19

Es ist gesetzlich nicht verboten, persönliche Überzeugungen zu haben, ohne dafür Rechtfertigungsgründe vorweisen zu können.

Allerdings halte ich mangelnde Rechtfertigung in den meisten Fällen sowohl charakterlich als auch intellektuell für ziemlich schwach.

Keine Argumente vorweisen zu können, wird eine glaubhafte Vermittlung eigener Vorstellungen ziemlich erschweren.

"Ich bin davon überzeugt, das Randgruppe XY bösartig ist"

Da stellen sich Fragen: Weshalb? Wie kommt man zu diesem Weltbild? Gibt es Erfahrungen, die zu dieser Ansicht führten?

Das ist eine bloße Behauptung ohne jede Grundlage. Wer nicht argumentieren kann, sondern sagt "iss halt so", wird von anderen Menschen leicht für geistig  minderbemittelt angesehen.

Andererseits bin ich auch der Ansicht, dass es gerade im Bereich von Kunst und Philosophie auch Bereiche gibt, die sich einer Argumentation entziehen können - etwa weil sie emotional bedingt sind.

"Diese Müllkippe ist wunderschön"

Es stellen sich Fragen: Wieso? Es stinkt, es ist unordentlich, womöglich umweltgefährdend - es gibt viele rationale Argumente eine Müllkippe alles andere als schön zu finden.

Wenn eine Person aber aus irgendeinem Grund - der ihr selbst nicht einmal bewusst ist - einen emotional positiven Bezug zu dieser Müllkippe hat, wird sie ihre Begeisterung nicht angemessen rechtfertigen können.

"einfach alles...die Farben...die Atmosphäre...alles halt"

Manchmal gibt es tatsächlich Momente, in denen Schweigen die beste Antwort ist, weil die Möglichkeit, das Empfinden zu artikulieren als unzureichend empfunden wird.

Antwort
von Iamiam, 33

Die meisten "guten Gründe" sind nur Ausdruck einer Überzeugung, nur ist das oft sehr versteckt.

NUR Überzeugung ist allerdings zu wenig, etwas Rechtfertigung gehört schon dazu.

Krassestes Beispiel: Im Abendland ist man heute davon überzeugt, dass der Mensch eine unsterbliche Seele hat. Es sind nicht alle überzeugt, aber die ganze Moral und Rechtsprechung begründet sich unausgesprochen darauf. Hauptbeispiel das Abtreibungsrecht (da ist nur strittig, wann das anfängt). Aber auch die Betrachtungen zum Leben im ganz allgemeinen (keine Abwägung von Leben gegeneinander in Gefahrensituationen offiziell erlaubt)

Es gab Indianerstämme, da zogen sich Alte oder nicht mehr Wanderfähige Schwerkranke zurück, um zu sterben: Das Überleben des Clans stand über dem Schicksal des Einzelnen. Ebenso wurde bei Zwillingen einer sofort gegtötet: Die Milch der Mutter reicht in Mangelgesellschaften einfach nicht für zwei. Kannibalismus ist bei uns verpönt, die satten Bürger nehmen sich das Recht heraus, über Gruppen von Absturz-Überlebenden zu urteilen. Selbstmörder gelten als Geisteskranke, werden sie vorzeitig entdeckt, kommen sie in die Psychiatrie -.von wegen Selbstbestimmungstrecht des Einzelnen!

Ist aber immer alles im Fluss und tritt nur manchmal krass zutage, vor allem, wenn Einschränkungen drohen: dann siegt doch überwiegend der Egoismus (siehe Rechtspopulisten in der Flüchtlingsfrage), der greift dann auch meist sehr schnell über.


Kommentar von dzenanamu ,

Das sind gute Beispiele. Aber wenn wir auf gut oder schlecht eingehen , wäre ein guter Grund ein erstrebenswerter Grund, ethisch-moralischer Werte. Wenn also jemand sagt "Ich glaube an das Christentum, weil es mir Kraft und Hoffnung gibt" , können wir ja nicht sagen, dass wäre ein schlechter Grund , obwohl ländlich darüber streiten kann , wer entscheiden darf was gut und was schlecht ist. Im alltäglichen Sinne , wäre aber "weil es mir Kraft und Hoffnung gibt" kein schlechter Grund oder ?

Kommentar von dzenanamu ,

*obwohl man sich

Kommentar von dzenanamu ,

Und was ist , wenn wir damit argumentieren , dass "weil es mir Kraft und Hoffnung gibt" die Konklusion "Man soll an das Christentum glauben" stützt ?

Kommentar von dzenanamu ,

Warum würdest du sagen, dass man nicht einfach eine Überzeugung haben kann , z.B. "Ich bin überzeugt davon, dass alle Fische das Meer verlassen sollten?" ?

Kommentar von Iamiam ,

Nichts dagegen, wenn Du es Dir nicht nur einredest (warum auch immer), sondern das  aus Deinem Innersten kommt.

Rine den Anderen nicht schädigende LEBENSHILFE steht m.E. über Allem

Nur kommen im Lyaufe der Zeit die eigenen Zweifel, und da sollte man dann schon einen ArgumentenWALL dagegen aufbauen können (gf auch nur eines, das stark ist).

Antwort
von Nemesis900, 22

Dürfen, ja. Es kann dir ja niemand verbieten. Trotzdem ist es dämlich. Was ein guter Grund ist kommt darauf an um was es eigentlich geht.

Antwort
von josef050153, 4

Also die Politiker sind das beste Beispiel dafür, dass so etwas erlaubt ist. Sie glauben ja alle, das Beste für das Volk zu wollen, obwohl es keinen einzigen Hinweis dafür gibt.

Antwort
von DerBuddha, 5

es kommt nur darauf an, dass du selbst von dem überzeugt bist, was du tust, denkst oder anderen beibringen möchtest........allerdings wird eine idee ohne begründung schwer für andere nachvollziehbar sein.............:)

Antwort
von Silberrose197, 16

also kommt erstens auf deine Überzeugungen an und meiner meinung ist ein grund gut wenn er für diese Überzeugung spricht ich meine des is doch klar :D

Antwort
von jemand3, 17

z.B. Grundwerte auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist

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