Frage von Jonasgf15, 77

Darf man sich ein bewaffnet Kriegsschiff bauen?

Etwas was ich mich schon lange Frage und mit einem Beispiel erläutere:

Ich (MrXY) bin Multimilliardär und habe 20 Milliarden auf dem Konto

Neben meinen 3 Riesenyachten will ich nun diese noch schützen bevor ich nach Südafrika fahre. Deshalb warte ich ein paar Jahre bis ich mir mein eigens Kriegsschiff gebaut habe. (Irgendwas mit echt schweren Waffen ---> Bismarck)

Und damit fahre ich dann rum und Bamberger die Piraten weg. ( hypothetisch)

Währe das echt erlaubt oder ehr nicht?

Würde mich mal interessieren da unbewaffnete exkriegschiff ja verkauft wurden und werden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von frederick, 9

Kriegsgerät, das an Privatleute verkauft wird, wird entmilitarisiert. D.h. die Bewaffnung wird entfernt. Das ist nicht nur in Dtschld so.

Die Beschaffung von Waffen ist nirgends auf der Welt ungeregelt; für Kriegswaffen gelten besonders scharfe Vorschriften. Wie könnte es auch anders sein? Sonst hätten sich längst irgendwelche multimilliardäre Oligarchen in der Welt bewaffnet (Potentate gibt es überall hinreichend – auch wenn die Bewaffnung nicht in der von Dir angesprochenen Dimension – Bismarck – ausfiele), hätten im Eigeninteresse gewisse Schifffahrtsrouten sicherer gemacht oder zumindest die eigenen Schiffe resp. die eigene Fracht begleiten lassen – und etwaig auch den einen oder anderen Staat unter Druck gesetzt. Das mag nun absurd klingen, aber da Du ja so ein Kaliber wie die Bismarck ansprichst, solltest Du bedenken, dass genau so ein Dickschiff zur Jagd auf Piraten überhaupt nicht geeignet ist; andererseits aber ist die Bewaffnung eines solchen Schiffes auch eine Artilleriebewaffnung, mit der man Staaten bedrohen kann, die über relevante Hafenstädte und/oder über relevante Großstädte in Küstennähe verfügen.

Ein sog. Schlachtschiff ist keine taktische Seebewaffnung, sondern eine strategische Waffe. Ein sog. Schlachtschiff war nie konzipiert, um alleinig Seeschlachten zu führen, sondern um Landkrieg zu unterstützen. Die Untauglichkeit von Seeschlachten bewies sich sowohl für Dtschld als auch für die Briten 1916 in der Schlacht am Skagerrak. Es gab keinen Sieger; beide hielten sich fortan im Seekampf zurück. Die Kämpfe zur See des 2. WK waren sämtlich nicht kriegsentscheidend – außer man betrachtet explizit die Bedeutung der dt. U-Boot-Waffe, die in einer gewissen Phase GB bedeutend unter Druck gesetzt hatte. Das einzelne U-Boot ist eine taktische Waffe; die Gesamtzahl der eingesetzten Boote war durchaus von strategischer Bedeutung (wg. der Versorgung Großbritanniens und wg. des Nachschubs an Kriegsmaterial durch die Amerikaner). Aber Achtung: Mit der dt. U-Boot-Waffe ist keine Seeschlacht geführt worden! Und besiegt hat man wiederum die Vielzahl der U-Boote nicht mit Dickschiffen.

Das von Dir erwähnte Dickschiff wurde von den Briten durchaus mit Akribie verfolgt – mit dem dringenden Interesse, es auszuschalten. Das gelang ja auch und hat die Untauglichkeit solcher Dickschiffe im Seegefecht deutlich vor Augen geführt. Unterlegen war das Dickschiff letztlich wg. der Vielzahl kleinerer Einheiten, mit denen man der Bismarck ans Leben gegangen ist. Man hätte die Bismarck nur schützen können durch den Einsatz eines angemessenen Verbandes. Mehrere Ausbruchsversuche, um den Verfolgern zu entkommen, blieben für den vereinzelten Riesen letztlich erfolglos.

Wie auch immer: Eine auch kleiner dimensionierte private See-Bewaffnung müsste für JEDEN Staat eine Gefahr darstellen – nicht zuletzt, weil das sog. „Primat der staatlichen Gewalt“ in Frage gestellt würde. Sie würde folglich wohl nirgends geduldet. Falls man eine solche private Bewaffnung aufspüren würde, so muss man damit rechnen, dass ein solches Schiff gezielt, aber verdeckt verfolgt würde, damit es dann aus ungeklärter Ursache nie mehr einen Hafen ansteuern würde. Statistisch könnte man damit rechnen, dass amerik. Kräfte dahinter stünden – aber das MUSS nicht so sein! Es gibt x andere Staaten mit berechtigten Interessen und hinreichend Potenzial.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 26

Sicher darf man das - aber nicht in Deutschland. In D verbietet das KWKG den Besitz solcher Geräte. 

Es gibt sogar ein Beispiel dazu. Die Yacht "Eclipse" des russischen Oligarchen Abramowitsch wurde in Deutschland gebaut, die Kriegsaustattung wurde aber wegen der hier herrschenden Gesetze in Frankreich vorgenommen. 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Eclipse_(Yacht)

Antwort
von Eselspur, 7

Jedes Schiff fährt unter einer grwissen Flagge. Die Gesetze dieses Staates gelten dann auf diesem Schiff.

In den meisten Staaten sind für Private nur bestimmte Waffen erlaubt. Ein Millionär wird das bei einem diktatorischen Regime aber sicher leicht klären.

Antwort
von Ms42Ya, 29

In internationalen Gewässern sehe ich da eigentlich kein Problem.

Sobald du aber in irgendein staatliches Territorium einfährst, haben wir vermutlich ein völkerrechtliches Chaos. 

Und sollte dir auf hoher See ein anderes Kriegsschiff über den Weg laufen, kann das auch böse enden.

Kürzen wir das ganze mal ab: Schlechte Idee.

Kommentar von Jonasgf15 ,

Ich meine auch od man überhaupt eine werf finden würde die sowas machen würde (?)

Antwort
von Wuestenamazone, 5

Natürlich nicht

Antwort
von ZuumZuum, 3

Nein, nicht erlaubt, .Das Kriegswaffenkontrollgesetz verbietet dir den Besitz und Erwerb solcher Gerätschaften. Andere haben auch schon überlegt einen Leo II in den Garten zu stellen.

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