Frage von SaphiraLaura, 95

Darf man in einer Geschichte Automarken erwähnen?

Ich hab viele Bücher gelesen und mir fiel eins auf, das der Autor Automarken erwähnte, da ich auch am schreiben bin, möchte ich gerne wissen ob ich es auch darin schreiben darf ohne einen auf dem Deckel zu bekommen!

Antwort
von Eselspur, 52

Wenn du eine allgemein bekannte Automarke in einer Geschichte erwähnst, ist da rechtlich kein Problem. Du könntest aber Schwierigkeiten bekommen, wenn du schreibst, dass in dieser Autofirma regelmäßig betrogen wird. 

Kommentar von earnest ,

Nöh. In einem fiktionalen Werk gilt die Freiheit der Kunst.

Kommentar von Eselspur ,

die Firma könnte eine Zivilklage wegen Rufschädigung anstrengen.

Kommentar von earnest ,

Keine Chance. Es sei denn der Autor ist so dusselig, solch kritische Bemerkungen NICHT einer Romanfigur in den Mund zu legen.

Ich bin kein Jurist, aber ich vermute, der Autor könnte Schwierigkeiten bekommen, wenn er als auktorialer Erzähler munter vom Leder zieht: "Die weltbekannte Firma in Wolfsburg setzt ihre führenden Mitarbeiter der kontinuierlichen mentalen Folter aus und feuert sie, wenn sie nicht betrügen wollen."

Du siehst, worauf ich hinaus möchte ...

Kommentar von earnest ,

Falls sich aber Junior-Manager Xaver Moosleitner bei seiner Freundin über derartige Praktiken der Firmenleitung beschwert, ist das meiner Ansicht nach nicht zu beanstanden.

Antwort
von Andrastor, 35

Kommt auf den Inhalt an. Wenn nur das Auto in einem neutralen oder positiven Zusammenhang erwähnt wird oder aus den Augen der Figuren heraus beschrieben wird, gibt es keine Probleme.

Wenn allerdings der Erzähler schlecht über die Firma spricht und dies somit als Tatsache hinstellt könntest du Schwierigkeiten wegen Rufmords und Geschäftsschädigung bekommen.

Kommentar von SaphiraLaura ,

Ich erwähne die Automarke, z.B. sie stieg in ihrem goldgelben Suzuki Swift ein mehr nicht :)

Kommentar von Andrastor ,

das ist völlig in Ordnung.

Kommentar von earnest ,

Nein, in einem fiktionalen Werk gilt die Freiheit der Kunst. 

Natürlich würde sich die Frage erheben, ob es (eine) Kunst ist, zum Beispiel VW Betrug vorzuwerfen ...

Kommentar von Andrastor ,

Freiheit der Kunst ja, aber es kommt drauf an, wie diese dargestellt ist.

Wenn es in der Geschichte um einen fiktionalen Betrug bei einer Firma ginge ist das künstlerische Freiheit, aber wenn der Erzähle Automarken schlecht reden würde, wäre das Rufmord.

Ein Beispiel für "legales" Schlechtreden einer Marke:

VW war der größte Autoproduzent in dieser Gegend. Detective Orleo konnte sich kaum vorstellen welchen Medienansturm es geben würde, sollten sich die Anschuldigungen des Menschenhandels seines Kontaktmanns als wahr herausstellen.

Hier ist klar dass es sich um reine Fiktion handelt. Eine Skandal-Geschichte, die nichts mit der Realität zu tun hat. Außerdem trägt die Figur die Schuld an der Anschuldigung, welche nicht als Tatsache hingestellt wird.

Anders sieht es bei diesem Beispiel aus:

Sie stieg in ihren Opel, einer ekelhaften Marke, deren Produkte schon ab dem Verlassen des Fließbandes schrottreif sind und welche es vorzieht Menschen auszubeuten anstatt ihre Mitarbeiter fair zu bezahlen und fuhr mit röhrendem Motor die Straße entlang.

Wird die Automarke auf diese Weise vom Erzähler, also dem Autor selbst schlecht geredet, ist die Anschuldigung nicht mehr Teil der Geschichte, sondern ein Bruch der 4. Wand, mit welchem sich der Autor direkt ans Publikum wendet.

In diesem Fall würde eine Klage gegen Geschäftsschädigung wahrscheinlich durchgehen und das Werk müsste abgeändert werden.

Ähnlich verhält es sich mit anderen "illegalen" Kommentaren in Büchern. Eine Figur darf zwar nationalsozialistisch veranlagt sein und das dritte Reich preisen, wenn es aber der Erzähler macht, sieht die Sache anders aus.

Kommentar von earnest ,

Kein Autor wird so blöd sein, solche Bemerkungen NICHT dem Mund einer Romanfigur entwachsen zu lassen.

FALLS er denn meint, derart platte reale Bezüge würden seine Leser vom Hocker reißen. 

Ich denke, wir haben hier ein Scheinproblem vorliegen, Andrastor.

Kommentar von Andrastor ,

Glaub das ja nicht!

Es gibt so viele "Autoren" und du kannst nicht für alle sprechen, das wäre eine üble Verallgemeinerung und weder klug noch zielführend.

Die Frage bezog sich darauf welche Art der Erwähnung bestimmter Marken in Werken legal ist und welche nicht und in diesem Fall zu sagen "Alles ist erlaubt" ist zum einen schlichtweg falsch und zum anderen kann es Unwissende zu Gesetzesbrüchen verleiten.

Also wäge die Folgen deiner Antworten in Zukunft besser ab!

Antwort
von DanielAC, 55

Auf den Deckel kannst du kriegen, wenn du dich dafür bezahlen lässt, eine bestimmte Automarke zu erwähnen und das den Nutzern nicht angibst ^^. Aber so ist das kein Problem.

Kommentar von SaphiraLaura ,

Ich will ja die Geschichte veröffentlichen!

Kommentar von earnest ,

Schleichwerbung ist doch ein allseits praktiziertes Verfahren ...

Antwort
von DrStrosmajer, 25

Ja, darf man. Allerdings darf man keine Werturteile abgeben, z.B. "....der Täter fuhr mit seinem herrlichen BMW der Polizei mit ihrem lahmen Audi flott davon..."

Kommentar von earnest ,

Aber selbstverständlich darf man in einem fiktionalen Werk auch das.

Antwort
von Charlybrown2802, 47

klar darf man das, wenn in deiner geschichte nen alfa Spider oder Audi Cabrio vorkommt ;-)

Kommentar von SaphiraLaura ,

Ach auch ein Autofreak :D 

Antwort
von SerenaEvans, 29

Markennamen zu erwähnen ist i.d.R. kein Problem.Kritisch wäre es, wenn du die Marke schlecht machst, also dein Protagonist z.B. lang und breit über Mercedes ablästert.

Kommentar von SaphiraLaura ,

Ok, nee das mach ich ja nicht, aber danke :D

Kommentar von earnest ,

Das wäre in einem Roman aber "erlaubt".

Antwort
von earnest, 14

Mercedes, Isabella, Giulietta und ihre Trabanten sündigten in einem Ford, ähm, in einem fort. 

Natürlich darf das Volk so etwas wagen. Nichts ist unmöglich. 

Gruß, earnest

Antwort
von Skinman, 15

Das du dir allein diese Frage stellst ist ein Beleg dafür, wie krank und überzogen das deutsche Urheberrechtssystem ist. Die Contentmafia hat die Paranoia ins Hirn gepflanzt.

Hier, kuck dir mal das hier an:

http://kat.cr/

Nieder mit der GEMA!

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