Frage von dasistsparta5, 46

Darf man in Deutschland zwangsernährt werden?

Wenn jemand z.B. Selbstmord begehen will, indem er nicht mehr isst und im Krankenhaus liegt und über 18 ist, darf er dann zwangsernährt werden?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo dasistsparta5,

Schau mal bitte hier:
Recht Gesetz

Antwort
von qugart, 33

Das ist eigentlich eine geniale Frage.

Ganz kann ich das wohl auch nicht klären, aber ein paar Ansätze dazu:

Das Bundesverfassungsgericht hat sich mal klar dazu geäußert, dass eine Zwangsbehandlung nicht dadurch erlaubt wird, wenn sie zum Zweck der Heilung vorgenommen wird. Es hat tatsächlich jeder ein Recht auf Krankheit.

Das wurde in Ahnlenung auf Art. 15 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von behinderten Menschen so "beschlossen".

Das heißt eben auch, die Zwangsernährung klappt nur, wenn da der ausdrückliche Wille des Patienten da ist. Und: der Patient muss darüber auch aufgeklärt werden! Ist das nicht möglich, dann geht das an den Betreuer (Vorsorgevollmacht). Gibt es so einen auch nicht, dann muss das Betreuungsgericht eingeschaltet werden. Letzteres kann umgangen und die Maßnahme sofort angewendet werden, wenn der Aufschub durch die Entscheidung des Gerichts mit Gefahr verbunden ist.

Also...es gilt als erstes der Wille des Patienten und erst dann der eines Betreuers.

Jetzt kann man argumentieren, dass eine Selbsttötung natürlich den Willen des Patienten genügend ausdrückt. Siehe § 1901a BGB, der mutmaßliche Wille des Patienten.

Andererseits kann auch argumentiert werden, dass der Patient psychisch beeinträchtigt ist und somit seine Entscheidung gar nicht abschätzen kann. Die Frage ist da, ob da § 1901a (3) BGB gilt. Der sagt aus, dass eben Absatz 1 und 2 (der mutmaßliche Wille des Patienten) auch dann gelten, wenn eine Erkrankung vorliegt.

Das muss dann wohl im Einzelfall zu prüfen und zu entscheiden sein. Ich gehe aber davon aus, dass das Selbstbestimmungsrecht des Patienten durch die Selbsttötungsabsicht genügend erklärt wurde.

Gibt es einen Betreuer oder eine sonstige Verfügung, sind die Überlegungen natürlich (in der Regel) hinfällig, sofern der Patient eben nciht mehr ansprechbar ist. Ansonsten gilt der Wille des Patienten.


Kommentar von Ohnedem ,

Besser hätte ich es nicht sagen können!

Kommentar von qugart ,

Das Kompliment nehme ich doch gerne an.

Es ist tatsächlich so, dass sich da in den letzten Jahren schon viel getan hat und der Wille des Patienten sehr im Mittelpunkt steht.

Antwort
von Artus01, 28

Solange der Patient noch bei einigermaßen klarem Verstand ist, wird er lediglich auf die Folgen einer Nahrungsverweigerung hingewiesen. Erst wenn der Patient nicht mehr ansprechbar ist erfolgt eine künstliche Ernährung. Zu diesem Zeitpunkt können bereits irreparable Schäden eingetreten sein.

Ist der Patient wieder eingermaßen hergestellt erfolgt sehr wahrscheinlich die Unterbringung in der Psychiaterie. Das verhindert aber nicht daß die ganzer Sache wieder von vorne losgeht.

Antwort
von Kalibo30, 27

Das Krankenhaus kann - wenn Du entsprechend psychisch nicht in der Lage bist, für Dich selbst verantwortlich zu entscheiden - Dich gerichtlich unter Betreuung stellen lassen. Und der Betreuer kann im Rahmen der Gesundheitsfürsorge entscheiden, daß Du zwangsernährt wirst.

Kommentar von jens664 ,

Nicht kann, muss! Wenn der Betreuer von der Selbstötungsabsicht erfährt und dann nichts unternimmt dann macht er sich strafbar und ist seinen Job los.

Antwort
von Thather, 25

Ja. Spätestens wenn Du bewusstlos wirst, werden die Ärzte dich an den Tropf hängen und auch so versorgen, das Du weiter lebst. 

Antwort
von Canteya, 22

Ja, irgendwann kippst du auch um, da kommen die dann erst recht.

Antwort
von Barolo88, 22

das ist schwer zu beantworten, es gibt unzählige Urteile darüber, ob ein Arzt verpflichtet ist, Leben zu erhalten. nach einem Suizidversuch landet man in einer speziellen Abteilung im Krankenhaus, die eigentlich lebensrettende Maßnahmen ergreifen muss

Antwort
von tryanswer, 21

Ja, das ist gängige Praxis.

Kommentar von BenniXYZ ,

Quark, das stimmt nicht!

Antwort
von walthari, 23

Natürlich...Magensonden werden auch gegen den Willen vom Patienten gelegt wenn es um Selbstgefährdung geht.

Antwort
von Lu200, 22

Also die Menschen die in den Krankenhäuser arbeiten müssen alles tun um den Patienten zu retten  auch wenn er Selbstmord mit Hungertot herbeiführen will

Antwort
von BenniXYZ, 18

Gegenfrage. Wenn Jemandem wegen Magenkrebs der Magen entfernt wurde, er nur durch künstliche Ernährung weiter leben kann, irgendwann Schmerzen bekommt, weil der Krebs sich ausbreitet in den Organen und um den Tod bittet, muß diese Person zwangsernährt werden?

Es ist die selbe Situation, beide wollen sterben, nur aus verschiedenen Gründen.

Hier hatte kein Arzt etwas dagegen.


Antwort
von jens664, 23

Ja, dann wird man Zwangsernährt dazu sind die gesetzlich verpflichtet, wegen Selbstötungsabsicht, erst im Krankenhaus, danach in der Klappse.

Kommentar von BenniXYZ ,

Manohman, so ein Schwachsinn!

Kommentar von tryanswer ,

Deine Antwort erscheint auch nicht unbedingt qualifiziert. Zumal sie mit einer Gegenfrage beginnt, die einen gänzlich anderen Fall beschreibt und mit einer unbewiesenen Behauptung endet.

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