Frage von Lyznoe, 356

Darf man in Deutschland ungestört seine Meinung sagen?

Kurzer Einstieg: Jemand möchte an seinen religiösen Werten festhalten und spricht sich gegen homosexuelle Praktiken aus. Er ist der Meinung, dass solche Praktiken nicht normal sind. Plötzlich bekommt diese Person einen Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft. Er wird von sehr vielen Menschen argumentativ bekämpft und muss damit rechnen, dass er seinen Job verliert. Man bekämpft ihn von allen Seiten. Morddrohungen, Hetze, und so weiter und irgendwelche Fragen werden von bestimmten Foren sofort gelöscht.

Ist das Meinungsfreiheit?

Antwort
von Geraldianer, 137

Niemand kann in Deutschland ungestört seine Meinung sagen. Jeder muss damit rechnen, auf Widerspruch zu stoßen. Wer sich politisch äußert muss eben so stark sein, dies auszuhalten.

Keiner unserer Politiker dürfte in den letzten Jahren etwas gesagt haben, dem nicht eine Gegenmeinung entgegengesetzt wurde.

Der Kern unserer Meinungsfreiheit besteht ja gerade darin, dass andere Menschen kritisiert werden dürfen, wenn sie ihre Meinung sagen.

Natürlich sind Beleidigungen und schlimme Diffamierungen strafbar und in Foren gilt das Hausrecht des Eigentümers, nicht die Meinungsfreiheit.

Expertenantwort
von CalicoSkies, Community-Experte für Sexualitaet, 223

Servus,

In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit - diese findet sich verankert in unserem Grundgesetz:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 5 

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Du hast allerdings bei Meinungsfreiheit einen wichtigen Punkt übersehen, nämlich Abs. 2:

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Diese Meinungsfreiheit ist also durch Gesetze beschränkt - dazu gehört bspw. auch StGB §130 (Volksverhetzung), unter das das gesagte fallen könnte, sowie StGB §185 (Beleidigung), falls die persönliche Ehre angegriffen werden sollte.

Es gibt da genügend Beispiele und auch schon Verurteilungen deswegen. EIn aktuelleres Beispiel: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-06/homo-ehe-inzest-vergleich-strafan...

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass Meinungsfreiheit nur bedeutet, dass du deine Meinung äußern darfst - weder das Grundgesetz noch die EU-Charta schützen dich davor, dass deine Meinung aus Internetforen gelöscht wird, dass Leute diese Meinung nicht teilen, dass du deswegen angefeindet wirst... es schützt dich nur davor, politisch und rechtlich dafür verfolgt zu werden.

Ich hänge dir dazu mal ein schönes Bild an, wo du das nochmal sehen kannst :3

Morddrohungen und Aufhetzungen gegen ihn sind nicht okay, aber argumentative Bekämpfung u.a. ist völlig gesetzeskonform - und damit muss er mit so einer Meinung auch rechnen.

Lg

Kommentar von jimithechainsaw ,

YouTube ist kein Nachrichtensender!!
Jeder Depp darf jede Lüge auf YouTube Posten, glaub nicht alles.

Kommentar von baindl ,

Jeder Depp

Nein, nicht ganz richtig. Die Zielgruppe ist häufig diesem Menschenschlag zuzuordnen. ;-)

Kommentar von MSsleepwalking ,

Nein man kann Kommentare oder Videos melden. Danach werden sie meistens gelöscht.

Antwort
von scorpion87, 74

Ich sehe das mit der Meinungsfreiheit wie mit der Freiheit im Allgemeinen. Wo viele Menschen miteinander Leben und jeder seine eigenen Bedürfnisse hat, gibt es faktisch KEINE Freiheit, denn: Was für den einen Freiheit ist, schränkt den anderen in seiner Freiheit ein. Beispiel: Wo für den einen Freiheit bedeutet, einen Laden aufmachen zu können, Obst verkaufen und davon leben zu können, so bedeutet Freiheit für den anderen, sich das Obst einfach zu nehmen, ohne zu bezahlen. Das geht natürlich nicht, diese Freiheit kann man ihm nicht gewähren.

Es muss also immer ein Rahmen geschaffen werden, in dem möglichst viele Menschen frei leben können und in dem ein Konsens im Diskurs darüber geschaffen werden kann, was im Sinne der Freiheit als wünschenswert gilt, und was abzulehnen ist. 

Nun zu deinem Beispiel: Hier treffen zwei Freiheiten aufeinander. 

Auf der einen Seite Homosexuelle. Die werden so geboren wie sie sind und wollen einfach nur ihr Leben leben. Sie wollen also die Freiheit, wie jeder andere normal Leben zu können. Sie beanspruchen also den Dreh- und Angelpunkt unserer Gesellschaft für sich, nämlich Menschenwürde. Und frei den Menschen lieben zu können, den man liebt, das verstehe ich unter Menschenwürde.

 Auf der anderen Seite jemand Religiöses, der sich seine Religion ausgesucht hat und meint im Namen dieser Religion andere Menschen herabzusetzen. Anders kann ich "sich gegen sexuelle Praktiken aussprechen" nicht interpretieren. Wenn du sagst, da ermittelt die Staatsanwaltschaft, dann wird das schon in einem entsprechenden Tonfall und Intensität geschehen sein.Für ihn bedeutet Freiheit also, sich dafür auszusprechen, anderen die Freiheit zu begrenzen. Er spricht sich also dafür aus, anderen die Menschenwürde zu begrenzen, so sehe ich das. 

Nun haben wir also wieder zwei Freiheiten, die einander ausschließen. Es muss also die Gesellschaft im Diskurs abwägen, wessen Freiheit mehr Wert ist. Die Freiheit von Schwulen und Lesben, sich nicht herabsetzen zu lassen, oder die "Meinungs-"Freiheit von Religiösen, gegen Homosexuelle zu hetzen. Ich sehe das wie mit dem Dieb im Obstladen. Wer anderen etwas wegnehmen will, was ihm nicht gehört, dessen Freiheit ist diejenige, die begrenzt werden sollte.

Meinungsfreiheit verhält sich wie jede andere Freiheit. Sie ist ein hohes Gut, aber sie steht nicht über der Menschenwürde und findet dort ihre Grenzen wo anderen Menschen diese Würde abgesprochen wird. Zurecht. Hetze, nicht nur gegen Homosexuelle sondern gegen jeden Menschen ist zu verurteilen. Punkt. 

Und dass jemand der anderen die Menschenwürde abspricht selbst sanktioniert wird, ich sage mal das ist einfach ein Zeichen eines gesunden Rechtstaates - je nachdem in welchem Rahmen, in welcher Form und mit welchen Worten genau gehetzt wurde. Morddrohungen und Hetze sind natürlich immer eine verurteilenswerte und falsch Antwort auf Hetze, aber in gewissen Fällen sind Staatsanwaltschaft und das Löschen gewisser Beiträge absolut angemessen.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Sexualitaet, 116
  • Natürlich darf man in Deutschland seine Meinung offen sagen, auch dann, wenn man Homosexualität für von Gott nicht gewollt halten sollte. Auch Begriffe wie "normal" sind nicht zu beanstanden.
  • Ein Fall wie in deiner Frage sollte in Deutschland nicht vorkommen.
Kommentar von Fred4u2 ,

".... sollte in Deutschland nicht vorkommen." Da trifft der BRD Anspruch auf die BRD Realität  In der Theorie dürften es auch keine Menschen geben, die unschuldig im Gefängnis sind. Doch die Realität sieht anders aus.  http://www.abendblatt.de/vermischtes/article121318938/Freispruch-Vater-sass-sieb...

Kommentar von Kajjo ,

Wo ist der Neuigkeitswert? Natürlich passieren Fehler, wo Menschen handeln. Justizirrtümer sind tragisch und in Deutschland vergleichsweise wirklich selten. 

In der Titelfrage geht es doch um die Rechtslage, nicht darum, ob Irrtümer auftreten können.

Antwort
von PatrickLassan, 280

Meinungsfreiheit ist ein Schutzrecht des Bürgers gegenüber dem Staat. Artikel 5 Absatz 2 GG schränkt dieses Recht in gewissem Umfang ein (" Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."). Anscheinend hat die Person ihre Meinung in einer Art geäußert, die jemand als beleidigend aufgefasst hat.

Antwort
von sarahj, 172

Meinungsfreiheit generell:

Auch wenn ich gegenteiliger Meinung bin (und wer meine Antworten sucht, kann nachlesen, was die ist), muß ich auch Anderen erlauben, ihre frei öffentlich zu äußern, sofern sie im gesetzlichen Rahmen bleibt.
Auch wenn sie mir nicht passt, oder politisch unkorrekt ist.

Das ist auf dem Papier so - in der Praxis sieht es z.T. anders aus, da die Grenze zwischen Meinung und Beleidigung manchmal schwer zu finden ist. Im Zweifel kommt es da auf subtile Details an.

Anstiftung zu Gewalt ist natürlich nicht erlaubt.

Außerdem gilt das nur im öffentlichen Raum. Hausrecht kann anders sein (im Betrieb will man das nicht).


Um auf die konkret von Dir dargestellte Szene einzugehen:

Es kommt hier auf die Details an die wir nicht kennen.
Ob die Maßnahmen in dem Fall gerechtfertigt waren, oder nicht, kann vermutlich keiner hier beurteilen.

Allerdings vermute ich dahinter mehr als du hier so harmlos darstellst: ich will nichts unterstellen, kann mir aber vorstellen, daß es hier um (viel) mehr geht als die eine Meinungsäußerung der Form: "ich mag keine Homosexualität" - oder?

Kommentar von Waldfrosch4 ,

ja das ist wieder mal die folgende Platte :

.. und wie hat wohl die Frau den Mann provoziert... von dem sie dann später vergewaltigt worden ist .

Kommentar von sarahj ,

?
sorry: keine Ahnung, was Du mir damit sagen willst,

Antwort
von voayager, 264

Die Meinungsfreiheit ist ein überaus harmloses Ding, das man getrost jenseits der Firmen und öffentlichen Einrichtungen kundtun darf. Aber selbst dies harmlos Ding darf noch lang nicht in Betrieben und Ämtern kundgetan werden.

Folglich besteht so gar kein Grund diese Meinungsfreiheit schulterklopfend hoch zuhalten.

Ein gewisses "ach Gottchen" bleibt las übler Nachgechamck im Gaumen der Anwesenden.

Antwort
von Schwoaze, 230

Ja, man muss eben aufpassen, wie man sich ausdrückt. Man darf, auch wenn man anderer Ansicht ist, nicht den Rest der Menschheit beleidigen.

Antwort
von Lennister, 105

Nein, darf man nicht, zumindest, wenn man "ungestört" als "ungestört von Kritik" auffasst. In Deutschland herrscht nämlich Meinungsfreiheit, wozu eben auch gehört, dass jeder für seine Aussagen kritisiert werden darf.

Und zivilgesellschaftliche Ächtung bestimmter Meinungen ist durchaus kein Widerspruch zur Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit ist nämlich ein Abwehrrecht gegen den Staat: Sie besagt bloß, dass niemand wegen einer Meinungsäußerung staatlichen Repressionen ausgesetzt sein darf.

Und auch dieses Recht hat seine Schranken, und zwar die Rechte anderer, die Ehre und die guten Sitten. Wer diese Schranken verletzt, darf auch strafverfolgt werden. 

Antwort
von Nemesis900, 246

Das nur wegen der Aussage das man Homosexualität für unnormal hält die Staatswanwaltschaft gegen einen ermittelt halt ich für unsinnig, wegen was sollte sie da den ermitteln. Das man von anderen Menschen argumentativ bekämpft wird kann gut sein denn auch diese haben ein recht auf ihre eigene Meinung. Morddrohungen sind eine Straftat gegen die diese Person auch rechtlich vorgehen kann.

Antwort
von realsausi2, 133

Diskriminierung wird nicht durch Meinungsfreiheit geschützt. Homophobie ist keine Meinung, sondern eine soziale Fehlfunktion. Diese bleibt solange ohne Belang, wie der Betroffene dies für sich behält. Sobald es aber öffentlich geäußert wird, werden damit Menschen diskriminiert, herabgesetzt und beleidigt.

Für so ein asoziales Verhalten die Meinungsfreiheit zu missbrauchen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Kommentar von sarahj ,

im Prinzip gebe ich Dir Recht.

Ich halte es aber für brandgefährlich, so generelle Verbote zu fordern.

"soziale Fehlfunktion" ist ein allzu unscharfer Begriff, der dem Zeitgeist folgt.

Im 3.Reich galt "einkaufen bei Juden" als soziales Fehlverhalten. In ein paar Jahren könnte Religionskritik als solche gelten. Oder das zeigen von Filmen mit Kußszenen, weil sich einzelne Gruppen daran stören (Hintergrund: in vielen Islamischen Ländern werden diese aus 007 Filmen entfernt, weil "soziale Fehlfunktion").

Dann könnte letzendlich jede Gruppe bestimmen, was "soziales Fehlverhalten" ist, indem sie sich nur genügend aufregt, und entsprechen Bohei macht. Und damit öffentliche Kritik und Medienpräsenz unterbinden.


Die Meinungsäußerung muß natürlich allgemein und unpersönlich bleiben. Normalerweise dürfen einzelne Personen als solche nicht geoutet, angeklagt, angegriffen oder auch nur genannt werden. Das Veröffentlichen von Namenslisten im Internet auch nicht.

Sobald es personenbezogen ist, wird es, wie Du richtig sagst, für den Betroffenen unerträgliche Diskriminierung. Eine Ausnahme können Personen sein, die selbst im öffentlichen Rampenlicht stehen.

Das ist vom Gesetzgeber m.E. auch richtig erkannt worden: er muß abwägen zwischen Meinungsfreiheit und persönlichen Rechten.

Beispiel:
darf gegen Leute wie Pierre Vogel demonstriert werden?

Hier ist es ein Sonderfall, da PV selbst öffentlich auftritt und somit als öffentliche Person sich selbst bereits "geoutet" hat. Daher darf man.
Aber mal abgesehen davon, daß sich eh' keiner mehr traut, gegen radikale Muslime zu demonstrieren, könnte so eine Demonstration mit Deiner Argumentation leicht verhindert werden!

Er stellt sich ja gerne in Talkshows als harmloser Mitbürger dar, und Demonstrationen gegen den Islam gelten ja inzwischen dank mangelnder Information auch als "sozal Fehlgeleitet".  Wer prüft denn, ob er nich zu den "guten Muslimen" oder schon zu den "Anstiftern" gehört?
Seine Agitation kann wegen der Religionsfreiheit auch schwer unterbunden werden. Am Ende kann niemand etwas gegen ihn sagen, mit der Folge, daß in seinem Umfeld Aktivisten entstehen, und das nicht einmal öffentlich angeklagt wird.

Es wäre zum aktuellen Zeitpunkt tatsächlich besser, die Religionsausübung stärker zu kontrollieren oder gar zu reglementieren (z.B. nur in D ausgebildete Imame, keine "Importierter Aufwiegler",  Predigen nur in Deutsch usw.).
Man stelle sich das Geschrei vor, wenn das öffentlich gefordert wird (ich erwarte böse Kommentare).

Auch hier: wer das öffentlich fordert, gilt jetzt schon als rassistisch (was es nicht ist) und soziale fehlgesteuert.

Das sind schon erste Auswirkungen Deiner an sich gut gemeinten Idee, die ja als "political correctness" und "shitstorm" bereits de facto praktiziert wird.


Eine Diktatur macht sich ein Volk immer selbst. Und sie kommt durch's Hintertürchen, indem Freiheiten Stück für Stück eingeschränkt werden. Zuerst sind es immer die der Anderen, am Ende, wenn es jeden trifft, kann man nichts mehr dagegen tun (*).

LG

Meine Erfahrung ist übrigens:
die meisten Schwulen können auch über Schwulenwitze lachen, wenn sie intelligent sind. Und sie ignorieren die lächerlichen Wachturmverteiler, die "Sünde!" schreien. Und sie haben eine Höllenangst vor radikalen Muslimen, denn von denen werden sie jetzt schon massivst - auch körperlich - angegriffen.

(*) wenn man einen Frosch kochen will...

Kommentar von realsausi2 ,

Ich halte es aber für brandgefährlich, so generelle Verbote zu fordern.

Ich will das mal präzisieren. Es geht mir nicht um Verbote, sondern um die Einhaltung elementarer Grundrechte. Ein Verstoß dagegen werte ich als asozial.

Daher entsteht die Gefahr, dass...

... letzendlich jede Gruppe bestimmen [könnte], was "soziales Fehlverhalten" ist,

gar nicht. Es ist eigentlich schon mit dem Kant´schen Imperativ ausreichend eingegrenzt.

Voraussetzung ist hierbei natürlich, dass man ein globales ethisches Konzept akzeptiert. Der Kanon der allgemeinen Menschenrechte hat diesen Status meines Erachtens.

Es geht also nicht um gruppenspezifische Fluktuationen von Moral sondern um elementare Ethik.

darf gegen Leute wie Pierre Vogel demonstriert werden?

Auf die Idee käme ich tatsächlich nicht. Ich würde jederzeit gegen die von Vogel vertretenen Positionen demonstieren, aber nicht gegen die Person als solche.

Predigen nur in Deutsch

Würdest Du diese Forderung auch auf katholische Gottesdienste erstrecken? :))

Kommentar von sarahj ,

"Es geht mir nicht um Verbote, sondern um die Einhaltung elementarer Grundrechte. Ein Verstoß dagegen werte ich als asozial."

Die elementaren Grundrechte sind definiert. Schwammig zwar, aber immerhin. Die Grenze wird dadurch definiert. Asoziales Verhalten ist zwar moralisch zu verachten, aber solange es in obigem Rahmen bleibt nicht strafbar.

Der Gesetzgeber ist immer in einem Spannungsfeld, und muß aufpassen, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Dazu erwartet er auch eine gewisse Gelassenheit der Beteiligten. Er drückt aber kein Auge zu, wenn konkrete Rechte und Freiheiten verletzt werden. Beleidigte Gefühle sind da im Grenzbereich, und m.E. nimmt man da schon zu viel Rücksicht.

"Es ist eigentlich schon mit dem Kant´schen Imperativ ausreichend eingegrenzt."

Das setzt ein kompatibles Wertesystem vorraus. Fakt ist aber, daß weder fundamentale Christen, noch fundamentale Muslime zu meinem passen. Deren Wertesystem passt auch nicht in das von Dir postulierte "globale ethisches Konzept"; es gibt auch für diese Gruppen keine "elementare Ethik", die mit meiner Kompatibel wäre.

Zu Pierre Vogel: ok, vielleicht habe ich das im Schreibfluss zu unpräzise ausgedrückt. Selbstverständlich nicht gegen ihn als Person, sondern die Aktionen die er veranstaltet, und die Gesinnung, die er verbreitet. klar.

Zuletzt: natürlich gilt das generell. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal, nach Dez75 bei einer Weihe viel Lateinisch gehört habe. Und das war mehr eine Insiderveranstaltung. Also die Predigen hört man i.A. in Deutsch - ein paar Sprüche vorweg und dazwischen: seis drum.

Kommentar von Abahatchi ,

Diese bleibt solange ohne Belang, wie der Betroffene dies für sich behält. Sobald es aber öffentlich geäußert wird, werden damit Menschen diskriminiert, herabgesetzt und beleidigt.

Dies stimmt aber so auch nicht. Wenn zum Beispiel jemand, sei es vor Gericht oder anderweitig explizit nach seiner Meinung zu Diesem oder Jenem befragt wird und dabei noch ausdrücklich auf seine wahre persönliche Sicht gepocht wird, dann ist nichts eine Diskriminierung, egal was er sagt. 

Es macht durchaus einen Unterschied, ob ich mich einfach vor jemanden hinstelle und sage: alle "..." müssen in die Gaskammer weil sie minderwertige Wesen sind, oder ob man wissen will, wie jemand denkt und ihn bewuszt auffordert, uns über seine Sicht der Dinge und seine Meinungen zu unterreichten.

Es wäre also die Frage, wie sich jemand gegen homosexuelle Handlungen ausgesprochen hat. 

Grusz Abahatchi

Kommentar von Fred4u2 ,

"Homophobie ist keine Meinung, sondern eine soziale Fehlfunktion." Interessant Jahrhunderte ja sogar Jahrtausende galt Homosexualität als Krankheit, nun willst Du sagen das "Homophobie" eine Krankheit ist, Herr Dr.realsausi2?  http://m-maenner.de/2015/09/homophobie-ist-eine-erkrankung

Kommentar von realsausi2 ,
Kommentar von Abahatchi ,

Bei einer Angst vor Homosexuellen, also einer Homophobie, kommt es immer auf das Masz der Dinge an. So es beim Menschen durchaus normal ist, einen gewissen Ekel, der bei Frauen etwas stärker ist, vor kleinem Gekrabbel und Gewürm zu haben. Dies ist bedingt durch die Evolution, in der es sich als Vorteil herausstellte, wenn das Nest für den Nachwuchs von allerlei Getier frei gehalten wurde. Jedoch kommt es bei Angst darauf an, was man genau unter Angst versteht. Wenn ein kleines Kind vor einem Hund steht und soll den streicheln, dann kann es vorkommen, dasz es sagt, ich habe angst. Handelt es sich bei der Angst um eine gewisse Vorsicht oder einen natürlichen Ekel, dann ist an einer Phobie nichts krankhaftes. Eine Phobie kann aber krankhafte Ausmasze annehmen. 

So ist es genau genommen auch normal, dasz heterosexuelle Menschen eben heterosexuell sind, weil sie sich von Natur aus in das andere Geschlecht verlieben würden bzw. mit ihm paaren. Damit es aber eben nicht zu "Verwechselungen" kommt, hat die Natur vorgesorgt und so kommt es auch, dasz mir die Vorstellungen Ekel hervorruft, mit einem anderen Mann geschlechtlichen Verkehr zu haben.  Bei Homosexuellen ist es eben anders, und darum fühlen sich Schwule zum Beispiel sexuell nicht von Frauen angezogen, sondern von Männern. Das sind vornehmlich biochemische Prozesse, die dafür sorgen, wer sich in wen und warum in wen nicht verliebt.

Wer jetzt also schon die normalen biologischen Mechanismen als Phobie und Krankheit hin stellt, würde also völlig am Thema vorbei sein. Des weiteren gibt es aber neben den unterschwelligen, biochemischen Prozessen auch anerzogene Angst vor Homosexuellen. Mir scheint, dasz heute vielmehr besonders diese Form einer Homophobie, das eigentliche Problem darstellt. Ich persönlich kenne Homosexuelle. Wenn man es nicht wüszte, man würde es nicht merken. Also kann es sich bei einer Homophobie diesen Personen gegenüber nur um eine anerzogene handeln. Diese anerzogene Homophobie nimmt dann aber oft sehr krankhafte Züge an. 

Diesen Leuten kann man helfen.

Antwort
von herakles3000, 255

Wen du nur sagts das du was gegen homsexuele hast ist das kein Grund gegen dich vorzugehen anders ist es wen du diese Menschen beleidiegts und zb Die Bevökerung aufhetzt Auch wäre es gut zb keine Namen oder Beschreibunge dazu aufzuschreiben.Aber du  soltest trotzdem mit solchen Äüßerungen Vorsichtieg sein nimm zb die Kirch die Öffentlich was gegen Homosexuelle hatte und was kam raus das sie selber die schlimsten dinge taten.

Kommentar von Waldfrosch4 ,

Kirch die Öffentlich was gegen Homosexuelle hatte und was kam raus das sie selber die schlimsten dinge taten.

Laut lehre der Kirche,hat die  Kirche nichts gegen die Homosexuellen selbst ,sondern sie brandmarkt lediglich die ausgelebte Homosexualität.Nicht die Neigung ist gebrandmarkt sondern deren ausleben .

Und Taten einzelner Katholiken,solltest du bitte  nicht mit der Lehre der Kirche verwechseln .

schlimmste Dinge taten 

Konkret ? 

Kommentar von herakles3000 ,

Selber Schwule Dinge mit den Messdiner Taten aber dagegen wettern selbst so was kam im Vatikan Vor.Diese Täter wurden sogar Langer Geschützt vom Vatikan.aber es scheint oft vorgekommen zu sein.Es tauchen immer wieder noch solche fälle auf.Das bezieht sich nicht auf die gesamte KIirche.

Kommentar von Waldfrosch4 ,

Selber Schwule Dinge mit den Messdiner Taten aber dagegen wettern selbst so was kam im Vatikan Vor.Diese Täter wurden sogar Langer Geschützt vom Vatikan.aber es scheint oft vorgekommen zu sein.Es tauchen immer wieder noch solche fälle auf.Das bezieht sich nicht auf die gesamte KIirche.

  • Warum erwähnst du es dann doch ,wenn nicht um die Kirche in misskredit zu bringen ?
Kommentar von sarahj ,

"[..] um die Kirche in misskredit zu bringen"

keine Sorge, das tut sie schon selbst.

Anscheinend sind wieder mal wieder diejenigen die Bösen,
die Untaten aufdecken und anprangern.

Steht das eigentlich in der Bibel, wenn es so ein universelles Phänomen ist?

Kommentar von Libertinaer ,

Steht das eigentlich in der Bibel, wenn es so ein universelles Phänomen ist?

Jein.

Zwar gilt (männliche) Homosexualität schon im (ja patriarchialischen) AT als Sünde, aber die auf dem AT basierenden Religionen gingen damit sehr unterschiedlich um.

Zum Judentum kann ich nichts sagen, aber der Islam hat zwar gelebte Homosexualität unter Strafe gestellt, aber eher theoretisch. Dort müssen vier(!) erwachsene Männer Augenzeugen(!) des homosexuellen Aktes sein, um für eine Bestrafung zu sorgen. Das ist also eher als ein "seid bitte diskret" zu verstehen, denn als konkrete, praktisch anwendbare Strafnorm.

Der aktuelle, "moderne" Homohass ist hingegen keine originär islamische Sache, sondern eine sehr neuzeitliche, insbesondere entstanden aus der Homophobie der christlichen Kolonialstaaten.

Zur Homosexualität im Christentum stellvertretend die Kulturhistorikerin Dr. Gabriele Sorgo: "Ab dem 4. Jhdt. dann, etwa glaube ich zur Zeit des heiligen Augustinus, hat sich die christliche Sexualmoral durchgesetzt, wurden Homosexuelle verbrannt, öffentlich hingerichtet. Also das war neu. Wie konnte das sein, wo doch vorher die Kultur so tolerant war?"

Also wirklich begonnen hat es mit der Homosexuellenverfolgen erst als christliches Phänomen ab Papst Theodosius I.

Kommentar von realsausi2 ,

Ich habe auch nichts gegen Christen, solange sie ihre Neigung nicht ausleben.

Kommentar von Libertinaer ,

Ich habe auch nichts gegen Christen, solange sie ihre Neigung nicht ausleben.

Brüllant (um mal eine Wortschöpfung aus "zum Brüllen" und "brillant" zu verwenden ;-)).

Den Satz werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen! YMMD! :-))

Kommentar von sarahj ,

"Laut lehre der Kirche,hat die  Kirche nichts gegen die Homosexuellen selbst ,sondern sie brandmarkt lediglich die ausgelebte Homosexualität.Nicht die Neigung ist gebrandmarkt sondern deren ausleben ."

Spitzfindiger geht's wohl kaum - oder?

Sowas als Verteidigung zu bringen ist schon dreist.
und womöglich zu erwarten, daß es ohne Aufschrei akzeptiert wird.

Muss ich also in Zukunft immer nachfragen, wenn Christen sagen, sie hätten nichts gegen Homosexualität, wie es um das "Ausleben" steht?

Kommentar von Lennister ,

Laut lehre der Kirche,hat die  Kirche nichts gegen die Homosexuellen selbst ,sondern sie brandmarkt lediglich die ausgelebte Homosexualität

Abgesehen davon, dass das völlig irrational ist, da "ausgelebte Homosexualität" offensichtlich nicht unethisch ist, ist das ungefähr so sinnvoll wie "ich habe nichts gegen N*ger, finde es aber unmoralisch, schwarz zu sein. Sie sollten sich daher die Haut bleichen lassen."

Zu den "schlimmen Dingen" sei u.a. die Mitschuld der kath. Kirche an der Verfolgung Homosexueller etwa in Afrika oder ihrer anhaltenden Diskriminierung auch in vielen westlichen Staaten zu nennen. 

Antwort
von Kapodaster, 224

Im Laufe der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und ggf. durch ein Gerichtsverfahren wird sich herausstellen, ob die Person gegen ein Gesetz verstoßen hat.

Die Person wird auf jeden  Fall mit Kritik daran leben müssen, dass sie ihr religiöses System anderen Erwachsenen überstülpt.

Gegen Morddrohungen kann die Person genau so vorgehen wie alle anderen auch.

Antwort
von MikeausLahr, 356

Da kann ich Dir Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik nahelegen:

Artikel 5 Grundgesetz 

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. 

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. 

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Diejenigen, die ihn bedrohen oder mobben, sollten sich auch mal die Artikel 1-4 durchlesen....

Kommentar von scrutinize ,

Da mein Beitrag gelöscht wurde (soviel zum Thema Meinungsfreiheit), hier ist er nochmal:

Das Grundgesetz wurde schon vor Jahren durch den EU-Reformvertrag zunichte gemacht. Europa steuert mit Vollgeschwindigkeit auf eine Bürokraten-Volldiktatur zu (EU-Kommission in Brüssel).



Kommentar von baindl ,

Das Grundgesetz wurde schon vor Jahren durch den EU-Reformvertrag zunichte gemacht.

Ach, dann zeig uns mal den Text im Bundesanzeiger.

Oder bist Du vielleicht ein Verschwörungstheoretiker?

http://www.stupidedia.org/stupi/Verschw%C3%B6rungstheorie

Kommentar von ExideB ,

In deinem Link ist die Herkunft des Wortes leider falsch. Erstmals wurde das Wort von medialer Seite geschaffen für Leute, welche die Wahrheit über den JFK-Mord verbreitet haben, da man in Untersuchungen und hochauflösenden Videos klar erkennen konnte, dass Schüsse aus mehreren Richtungen einschlugen an verschiedenen Stellen.

Kommentar von Droitteur ,

stupidedia ist eine ..eher witzige.. Seite ;)

schon allein "Beispiel klein A - Beispiel klein B" xD

Kommentar von earnest ,

Es ist immer wieder interessant, Beiträge von Usern zu lesen, die sich im Besitz der "Wahrheit" wähnen ...

Kommentar von baindl ,

und hochauflösenden Videos klar erkennen konnte,

Nee, ja, ist klar.

1963, HD Kameras waren da natürlich gang und gäbe.

http://www.kameramuseum.de/0-filmkameras/zeiss/moviflex-super.jpg

Kommentar von ExideB ,

1963, HD Kameras waren da natürlich gang und gäbe.

Woher wusste ich, dass so ein Kommentar kommt? So berechenbar.... Man merkt, du hast diese Videos noch nie gesehen sonst wüsstest du, dass die Aufnahmen in Relation gesehen hochauflösend sind, weil sie mit modernen Methoden nachgearbeitet wurden.

PS: hochauflösend muss nicht HD sein 

Kommentar von baindl ,

Woher wusste ich, dass jetzt so ein Kommentar von Dir kommen würde?

Man merkt, du hast diese Videos noch nie gesehen

Richtig, ich lese weder die Bild Zeitung noch schau ich mir gefakte Videos von Verschwörungstheoretikern und/oder Aluhutträgern an.

weil sie mit modernen Methoden nachgearbeitet wurden.

Also auch nicht mehr die Realität zeigen :-))

Man kann keine zusätzlichen Informationen aus analogen Bildmaterial herauskitzeln, das liegt in der Natur der Technik.

Jetzt kannst Du Deinen Aluhut wieder aufsetzen und weiter wirre Geschichten erzählen, aber bitte nicht mir!

Schönen Sontag noch und gute Besserung.

Kommentar von ExideB ,

Für jemanden der von nichts eine Ahnung hat erwarte ich nichts anderes. In dem Sinne, viel Spaß beim Bild-Zeitung lesen und RTL schauen, auf dass es dich weiter verblöde.

Kommentar von Lennister ,

Das Grundgesetz wurde schon vor Jahren durch den EU-Reformvertrag zunichte gemacht

Komisch, dass das Bundesverfassungsgericht da anderer Meinung war. 

Kommentar von Adlerblick ,

@scrutlinize: Mit Deiner Schimpfe auf die EU hast nun Deinem Frust freien Lauf  gelassen und damit die Meinungsfeiheit  genützt, die bis zu einem gewissen Grad gewährleistet ist - solange es nicht Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung darstellt.

Allerdings nützt nun diese empörte Darstellung herzlich wenig bei der Frage, weil es sich nicht um eine neutrale Darstellung des Sachverhaltes geht.

Antwort
von arabellaa, 258

Meinungsfreiheit ist nur Schein.  Hier ein Zitat von Voltair 'Ich verdamme was du sagst, aber ich werde dafür Kämpfen, dass du es sagen kannst' 

Antwort
von Relilehrer, 103

Diskriminierung am Arbeitsplatz wird durch das AGG geregelt. Das Recht auf Meinungsfreiheit enthält kein Recht auf Beleidigung.

Tatsächlich ist die Verbreitung von Homophobie auch in religiösen Milieus unterschiedlich:

Vgl. auch http://www.remid.de/blog/2014/03/homosexualitaet-in-den-religionsgemeinschaften-...

Antwort
von Libertinaer, 24

Ist das Meinungsfreiheit?

Nach deutschem Verständnis: Ja. Weil hier der öffentliche Frieden offenbar massiv gestört wurde.

Nach amerikanischem Verständnis: Nein. Weil dort Meinungsfreiheit wirklich bedeutet, dass man frei seine Meinung sagen darf - egal was (na ja, fast egal was).

Die deutsche Auffassung resultiert aus unserer Geschichte, wo die absolute Meinungsfreiheit nach US-Maßstäben in den 1930er Jahren zu einem tiefen Zerwürfnis der Gesellschaft nebst folgendem Nationalsozialismus führte.

Es gibt also für beide Sichtweisen gute bis sehr gute Gründe.

Aber so oder so: Morddrohungen etc. sind ohnehin strafbar. Allerdings sollte mir als Arbeitgeber zu Ohren kommen, dass ich einen Angestellten habe, der ein solcher Extremist ist (egal welcher Art), den würde ich auch versuchen, bei nächster Gelegenheit loszuwerden.

Hetze ist einem friedvollem Miteinander nun einmal prinzipiell sehr abträglich!

Und meine Toleranz stößt bei Intoleranz sofort an ihre Grenze. genauso wie meine Gewaltfreiheit bei Gewalt sofort an eine Grenze stößt.

Antwort
von Modem1, 223

Ich bin der Meinung das dies in der Praxis nur möglich ist wenn man nicht mehr abhängig ist von Arbeitgeber oder wenn man keinen Parteiposten hat.

Kommentar von sarahj ,

finde ich aber auch logisch: als Arbeitgeber hätte ich es nicht gerne, wenn durch "Meinungsäußerungen" innerhalb der Belegschaft Konflikte entstehen. Das kann dann schnell zu Mobbing ausarten. Mal abgesehen davon, daß es nicht unbedingt produktiv ist (wobei unter einer unproduktiven Firma auch alle leiden, nicht nur der AG).

Natürlich geht es den AG nichts an, was die Mitarbeiter in ihrer Freizeit machen, sofern sich das nicht auf die Firma auswirkt.

Änhlich sieht die Situation bei Parteimitgliedern aus, deren Privatansichten auch leicht auf die gesamte Partei abfärben. Der politische Gegner wartet ja geradezu auf solche Steilvorlagen.
Insofern: auch hier verständlich.

Antwort
von Adlerblick, 50

Die Darstellung dessen, wie Du es in Deiner Frage zusammenfasst erscheint mir heftig übertrieben.

Kein Mensch bekommt eine Anzeige, wenn er an seinen religiösen Werten festhält und sich gegen homosexuelle Praktiken äußert.

Wenn allerdings diese Äußerungen in einer beleidigenden Art und Weise gegen eine bestimmte Person gemacht werden, hat das nichts mehr mit dem
Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun!
Da handelt es schlicht und ergreifend um den Tatbestand der Beleidigung, möglicherweise auch der üblen Nachrede oder Verleumdung.

Und nicht mal das hat Morddrohungen zur Folge oder gar den Verlust des Arbeitsplatzes.

Wenn allerdings die Missfallensäußerungen  in Mobbing eines bestimmten Kollegen  ausarten, hat der Chef durchaus das Recht die mobbende Person abzumahnen. Wird dieses Mobbing trotz Abmahnung weiter fortgesetzt, kann der Chef auch den Job kündigen, da damit das Betriebsklima und der Betriebsfrieden erheblich gestört werden.

Was die Morddrohungen anbelangt, halte ich Deine Darstellungen für erheblich
überzogen!

Dass Fragen, die gegen die guten Sitten (gesellschaftlicher Natur) verstoßen
von Foren gelöscht werden ist völlig normal!

 Darauf achtet bereits der jeweilige Support. Und das ist nicht nur bei bestimmten Foren so, das gilt für alle Foren, da das neue Mediengesetz es möglich macht, dass Hetzbeiträge geahndet und strafrechtlich verfolgt werden können. 

Antwort
von littlepinkhorse, 117

Solange es nicht die würde anderer verletzt ist es in bestimmten werten okay , aber gegen Homosexualität auszusagen , verletzt Menschenwürde von vielen . also ist es sozusagen gesetzwidrig .

Kommentar von earnest ,

Nein, das ist Meinungsfreiheit. Es gibt kein Gesetz, das besagt, man dürfe Homosexualität nicht kritisieren. 

Hier geht es aber möglicherweise um Diffamierung bzw. persönliche Beleidigung. Ich vermute, der Fragesteller hat uns nur unvollständig informiert.

Kommentar von sarahj ,

Nein, auch wenn ich (wie du überall lesen kannst) nicht das geringste an Homosexualität auszusetzen habe, muss ich Dir widersprechen.

Der juristische Begriff "Die Würde des Menschen" hat nichts mit dem umgangssprachlichen zu tun, dessen volkstümlich falsche Bedeutung eher in Richtung "Ehre" oder "Stolz" geht.

Darum geht es bei dem juristischen Begriff nicht, sondern um die Unversehrtheit, diverse Freiheiten, und insbesondere in diesem Fall um die freie Entfaltung der Persönlichkeit.

Eine Kritik oder Äußerung zum generellen Verhalten stellt somit zunächst einmal keine Verletzung der (juristischen) Würde des Menschen dar. Es kann aber Beleidigung oder Verleumdung sein, was eine ganz andere Sache ist, und über die man auch diskutieren kann. Tätlicher Angriff oder Behinderungen fallen natürlich darunter.

Man darf aber die Begriffe nicht durcheinander bringen, denn sonst fangen die Fundis an von ihrer "Würde" zu reden, wenn sie sich beleidigt fühlen (was sie tatsächlich gerade tun, und von vielen die diesen Unterschied nicht kennen sogar unterstützt werden)

Antwort
von Hegemon, 212

Ja natürlich herrscht hier Meinungsfreiheit -  jedenfalls, solange man nicht Kolumnistin beim Westfalenblatt ist und nicht ins Visier eines künstlich aufgehetzten Mobs gerät. Dann kann man allerdings schon mal seinen Job verlieren und sollte sich eine neue Identität zulegen.

Antwort
von Alien0127, 167

Ist das ein fiktiver Fall oder ein echter? Falls letzteres, ein Ermittlungsverfahren wegen welcher Straftat?

Antwort
von omikron, 108

Nein, darf man nicht. Aber man darf denken, was man will. Die Gedanken sind frei. Wenn Gedanken aber veröffentlicht werden, ist zu bedenken, ob z.b. jemand dadurch beleidigt wird.

Und dann gibt es noch gesellschaftliche Tabu- bzw. Konsens-Themen. Auch wenn du Homosexuelle mit deiner Meinung nicht beleidigst, gehört es zum Konsens, dass wir nur positiv von ihnen sprechen. Negatives Reden über sie führt zum Shitstorm und die Medien zerren dich in die breite Öffentlichkeit oder der Kommentar in facebook wird gelöscht, denn du sagst etwas, das du rechtlich zwar sagen darfst, was die Masse (oder deren Wortführer) aber nicht hören will. Ob du mit deiner Meinung eventuell Recht hast, wird nicht gefragt, denn du hast den Konsens verletzt.

Wenn es dich tröstet, spar dir deine Meinung einige Jahre auf. Gesellschaftliche Konsense ändern sich immer wieder: mal durfte man nichts gegen die Kirche sagen, jetzt finden es alle toll, wenn jemand auf die Kirche schimpft. Zu einer Zeit durfte man offen gegen Ausländer hetzen, heute sind uns alle willkommen. Vor einiger Zeit gab es Negerküsse, heute gibt es sie nicht mehr. Warten wir ab, was wir in 20 Jahren sagen dürfen und was nicht mehr.

Kommentar von MSsleepwalking ,

Vielleicht solltest du mal psychologische Hilfe in Erwägung ziehen, da du ein solches Bedürfnis hast andere zu beleidigen!

Antwort
von chris4king1, 166

Sich gegen ein Grundrecht zu äußern und sich bei Kritik auf ein anderes Grundrecht zu beziehen ist schon sehr ironisch.

Kurzum : Morddrohungen gegen die Person sind natürlich genauso zu verachten wie die Äußerung der o.g. Person welche gegen Homosexualität hetzt. Für Äußerung gegen Homosexualität ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft klingt aber schon etwas überzogen, da werden Äußerungen wie 'Ich find homosexuelle doof' bestimmt nicht alleine zu geführt haben, sondern es müssen konkrete Drohungen ausgesprochen worden sein. Toleranz bedeutet nicht umbedingt etwas gutheißen, sondern etwas zu akzeptieren.

Antwort
von ilknau, 15

Hallo, Lyznoe.

Nur gegen Homosexualität bzw. deren Ausleben kann der Mensch sich nicht ausgesprochen haben.

Da steckt mehr dahinter: massive Beleidigung, Verunglimpfung übelster Art.

Morddrohung / Hetze ist natürlich Shit - muß er sich eben gegen wehren.

An seinen religiösen Werten kann man als Christ auch, ohne bösartig zu werden, festhalten.

Oh ja, Ausnahmen gibt es aber immer wieder: da wird ein Ungläubiger schamlos bestohlen, weil er ja kein Katholik ist...

Man geht zur Beichte und gut ist's, ne..., lG.

Antwort
von RubberDuck1972, 182

Um es ganz einfach auszudrücken: Die Rechte eines Menschen enden da, wo die Rechte eines anderen beginnen.

Du kannst alles Sagen, solange du z.B. niemandes Ehre verletzt oder falsch verdächtigst.

Kommentar von Waldfrosch4 ,

Interessant ! Und wenn ich nun sage : 

Die ausgelebte Homosexualität liegt nicht in Gottes Ordnung . 

Ist das dann eine Beleidigung ? 

Ich spreche ja niemanden persönlich an ...?

Kommentar von RubberDuck1972 ,

Nein, nur wenn du jemanden als Ars*hf*cker oder als schw*le Sau oder dergleichen beschimpfst.

Was rechtlich als Beleidigung betrachtet wird, kannst du ergoogeln.

Kommentar von baindl ,

Die ausgelebte Homosexualität liegt nicht in Gottes Ordnung .

Nein, das ist keine Beleidigung sondern eine Lüge, wenn man logisch weiterdenkt.

Wenn es denn wirklich etwas Gottähnliches geben sollte, dann hätte sie, es, er ja gar nicht erst möglich gemacht.

Kommentar von RubberDuck1972 ,

pssst. Das ist doch der Teufel, der die Leute schwul macht. ;)

Kommentar von Waldfrosch4 ,

Wenn es keinen Gott gibt kann es auch keine Lüge sein ,es wäre dann schlicht und einfach völlig irrelevant .

Zu deiner Frage :

Du verkennst die Freiheit des Menschen .

Kommentar von sarahj ,

das darfst Du sicher sagen. Ich lese es doch überall.
Die Meinungsfreiheit erlaubt auch dumme Meinungen.

Kommentar von Lennister ,

Ist das dann eine Beleidigung ? 

Nein. Aber es ist eine Äußerung, die Schwachsinn ist, sodass du mit Kritik rechnen musst. Außerdem kann es zu sozialen Sanktionen kommen oder dazu, dass jemand nichts mehr mit dir zu tun haben will. Beides ist mit der Meinungsfreiheit- Abwehrrecht gegen den Staat- völlig vereinbar. 

Kommentar von RKuchenbuch ,

Diese reine Aussage an sich ist keine Beleidigung. Kommt aber bei der Bewertung immer auch auf das Umfeld an.
Diese Aussage zB im Betrieb kann andere Konsequenzen haben als zuhause.

Kommentar von Waldfrosch4 ,

Ja und genau das zeigt doch, überall der Maulkorb umgehängt wird. Als ob es zuhause ein andre Warheit geben könnt als etwa im Betrieb.

Und wenn es keine Wahrheit gäbe dann würde man wohl kaum darüber diskutieren...

Kommentar von sarahj ,

ich würde Dich sicher nicht anstellen. Und wärst Du es bereits, gäb es eine Abmahnung.

Meine Erfahrung:
Leute, die glauben die Wahrheit mit Löffeln gefressen haben, stellen sich im (Berufs-)Leben zuweilen als unterernährt dar.

Kommentar von RubberDuck1972 ,
Leute, die glauben die Wahrheit mit Löffeln gefressen haben, stellen sich im (Berufs-)Leben zuweilen als unterernährt dar.

Den Satz muss ich mir merken. :)

Kommentar von sarahj ,

danke (dann hätte ich ja ein neues Mem in den Pool gebracht ;-D ).
(kann aber nicht sagen, ob ich ihn nicht selbst irgendwo gehört habe)

Kommentar von Lennister ,

Und wenn es keine Wahrheit gäbe dann würde man wohl kaum darüber diskutieren

Wahrheit gibt es, aber bloß als subjektive, menschliche Idee. 

Kommentar von sarahj ,

die Idee einer "Ehrverletzung" solltest Du besser gleich wieder vergessen.

Es gibt Beleidigung und Verleumdung,
und beides ist definiert.

Ich habe da zugegebenermaßen ein Vorurteil:

Typen die mit "Ehre" daherkommen sind mir ehrlich gesagt von vorne herein suspekt. Egal ob von rechts kommend, oder aus einem anderen Kulturkreis.

Kommentar von RubberDuck1972 ,

Ich hatte schon so ein komisches Gefühl, als ich das mit der Ehre schrieb, meinte das aber unabhängig von irgendwelchen Interpretationen oder extremen Meinungen. Es gibt "ehrverletzende Äußerungen" in der Juristensprache und das sind nach meinem Verständnis nichts anderes als die üblichen Beleidigungen, Verleumdungen... https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrdelikt

Kommentar von sarahj ,

ok, dann habe ich das falsch verstanden. Bist rehabilitiert :-D

Antwort
von nurlinkehaende, 195

Es kommt drauf an, wie diese Meinung geäußert wird. Wenn es mit Beledigung oder Drohung verbunden ist, dann ist das Ermittlungsverfahren korrekt und Foren löschen auch deswegen, weil sie sich sonst selber strafbar machen.

Antwort
von Grammatikus, 98

Sie dürfen jederzeit ihre Meinung frei sagen. Umgekehrt dürfen Sie einzelne oder Gruppen, die Sie damit beleidigen, vor Gericht ziehen. So ein Ehrverletzungsprozess kann Sie Alles in Allem gut 30 000 Euro kosten. Machen Sie also ein entsprechendes Jahresbudget!

Kommentar von Libertinaer ,

Gruppen kann man i.A. nicht "beleidigen". Ausnahmen bestätigen diese Regel. ;-)

Kommentar von Grammatikus ,

Z. B. durch die Rassismus-Strafnorm können nun ethnische Gruppen erfolgreich klagen, und das ist gut so.

Antwort
von Chefelektriker, 196

Ja es herrscht Meinungsfreiheit.

ABER

Wenn Du explizit Namen genannt hast,brauchst Du dich nicht zu wundern,das Dein Umfeld so reagiert.

Beleidigungen und Anschuldigungen ziehen immer strafrechtliche Folgen nach.



Kommentar von Waldfrosch4 ,

aber ...

Eben ...hier kann es wohl kein aber geben ...Beleidigung ist ein  ganz anderer Fall .

Antwort
von DerBuddha, 22

nein darf man nicht, denn zum 3. mal schreibe ich wieder meine antwort hier rein und 2 mal wurde sie gelöscht !!!!

und dabei habe ich nur darauf aufmerksam gemacht, das in unserem land nur kapital und wirtschaftsinteressen vorrang haben, dass z.b. geheime schiedsgerichte existieren, die seitens der wirtschaft und des kapitals sogar unseren staat verklagen können und dann durch diese gerichte zu lasten der steuerzahler im sinne des kapitals entschieden wird...........und solange man solche praktiken nicht durch seine meinungsfreiheit öffentlich macht, so lange darf man banale dinge als meinungsfreiheit sagen.............kommt man aber mit vielen dingen, die zeigen, dass bei uns gar keine demokratie, sondern nur lobbyismus herrscht, der nur die interessen der wirtschaft und des kapials im auge hat, aber nicht das deutsche volk, dann werden solche "meinungsfreiheiten" gelöscht............

auch zur frage hatte ich etliches geschrieben, z.b. dass die aussage von "homosexuellen" praktiken falsch sei, denn meistens wird analverkehr als homosexuelle praktik angesehen...........stimmt so nicht, denn viele in dieser szene betreiben diese praktik gar nicht und viele hetero´s aber schon bei ihren frauen..............:)

homosexualität bedeutet nur, dass man einen menschen liebt, mehr nicht und wenn man mit solchen aussagen, wie in der frage beschrieben, probleme bekommt, dann liegt das sicher daran, dass man mit sicherheit seine meinung zu radikal und vielleicht mit falschem ton, durch beleidigungen oder ähnliches vertritt, und dann natürlich kommt ein strafrechtlicher tatbestand in betracht und man kann sehr wohl mit post von der staatsanwaltschaft rechnen..............ich denke aber, dass manches hier in der frage verschwiegen wurde, denn nur anhand dieser meinung kommt es mit sicherheit nicht zu den beschriebenen dingen..........:)

Kommentar von dataways ,

dass z.b. geheime schiedsgerichte existieren, die seitens der wirtschaft und des kapitals sogar unseren staat verklagen können

Eine Halbwahrheit. Schiedsgerichte verklagen niemanden und werden ausschließlich dann eingesetzt, wenn beide Seiten das anstreben.

Kommentar von DerBuddha ,

ja klar, ich depp.............:)

falsch ausgedrückt, die schiedsgerichte sind dafür da, wenn z.b. wirtschaftsunternehmen den staat verklagen um dann entsprechend "recht" zu sprechen...........

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