Darf man in Deutschland ungestört seine Meinung sagen?

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32 Antworten

Niemand kann in Deutschland ungestört seine Meinung sagen. Jeder muss damit rechnen, auf Widerspruch zu stoßen. Wer sich politisch äußert muss eben so stark sein, dies auszuhalten.

Keiner unserer Politiker dürfte in den letzten Jahren etwas gesagt haben, dem nicht eine Gegenmeinung entgegengesetzt wurde.

Der Kern unserer Meinungsfreiheit besteht ja gerade darin, dass andere Menschen kritisiert werden dürfen, wenn sie ihre Meinung sagen.

Natürlich sind Beleidigungen und schlimme Diffamierungen strafbar und in Foren gilt das Hausrecht des Eigentümers, nicht die Meinungsfreiheit.

  • Natürlich darf man in Deutschland seine Meinung offen sagen, auch dann, wenn man Homosexualität für von Gott nicht gewollt halten sollte. Auch Begriffe wie "normal" sind nicht zu beanstanden.
  • Ein Fall wie in deiner Frage sollte in Deutschland nicht vorkommen.

Ich sehe das mit der Meinungsfreiheit wie mit der Freiheit im Allgemeinen. Wo viele Menschen miteinander Leben und jeder seine eigenen Bedürfnisse hat, gibt es faktisch KEINE Freiheit, denn: Was für den einen Freiheit ist, schränkt den anderen in seiner Freiheit ein. Beispiel: Wo für den einen Freiheit bedeutet, einen Laden aufmachen zu können, Obst verkaufen und davon leben zu können, so bedeutet Freiheit für den anderen, sich das Obst einfach zu nehmen, ohne zu bezahlen. Das geht natürlich nicht, diese Freiheit kann man ihm nicht gewähren.

Es muss also immer ein Rahmen geschaffen werden, in dem möglichst viele Menschen frei leben können und in dem ein Konsens im Diskurs darüber geschaffen werden kann, was im Sinne der Freiheit als wünschenswert gilt, und was abzulehnen ist. 

Nun zu deinem Beispiel: Hier treffen zwei Freiheiten aufeinander. 

Auf der einen Seite Homosexuelle. Die werden so geboren wie sie sind und wollen einfach nur ihr Leben leben. Sie wollen also die Freiheit, wie jeder andere normal Leben zu können. Sie beanspruchen also den Dreh- und Angelpunkt unserer Gesellschaft für sich, nämlich Menschenwürde. Und frei den Menschen lieben zu können, den man liebt, das verstehe ich unter Menschenwürde.

 Auf der anderen Seite jemand Religiöses, der sich seine Religion ausgesucht hat und meint im Namen dieser Religion andere Menschen herabzusetzen. Anders kann ich "sich gegen sexuelle Praktiken aussprechen" nicht interpretieren. Wenn du sagst, da ermittelt die Staatsanwaltschaft, dann wird das schon in einem entsprechenden Tonfall und Intensität geschehen sein.Für ihn bedeutet Freiheit also, sich dafür auszusprechen, anderen die Freiheit zu begrenzen. Er spricht sich also dafür aus, anderen die Menschenwürde zu begrenzen, so sehe ich das. 

Nun haben wir also wieder zwei Freiheiten, die einander ausschließen. Es muss also die Gesellschaft im Diskurs abwägen, wessen Freiheit mehr Wert ist. Die Freiheit von Schwulen und Lesben, sich nicht herabsetzen zu lassen, oder die "Meinungs-"Freiheit von Religiösen, gegen Homosexuelle zu hetzen. Ich sehe das wie mit dem Dieb im Obstladen. Wer anderen etwas wegnehmen will, was ihm nicht gehört, dessen Freiheit ist diejenige, die begrenzt werden sollte.

Meinungsfreiheit verhält sich wie jede andere Freiheit. Sie ist ein hohes Gut, aber sie steht nicht über der Menschenwürde und findet dort ihre Grenzen wo anderen Menschen diese Würde abgesprochen wird. Zurecht. Hetze, nicht nur gegen Homosexuelle sondern gegen jeden Menschen ist zu verurteilen. Punkt. 

Und dass jemand der anderen die Menschenwürde abspricht selbst sanktioniert wird, ich sage mal das ist einfach ein Zeichen eines gesunden Rechtstaates - je nachdem in welchem Rahmen, in welcher Form und mit welchen Worten genau gehetzt wurde. Morddrohungen und Hetze sind natürlich immer eine verurteilenswerte und falsch Antwort auf Hetze, aber in gewissen Fällen sind Staatsanwaltschaft und das Löschen gewisser Beiträge absolut angemessen.

Ja, man muss eben aufpassen, wie man sich ausdrückt. Man darf, auch wenn man anderer Ansicht ist, nicht den Rest der Menschheit beleidigen.

Meinungsfreiheit generell:

Auch wenn ich gegenteiliger Meinung bin (und wer meine Antworten sucht, kann nachlesen, was die ist), muß ich auch Anderen erlauben, ihre frei öffentlich zu äußern, sofern sie im gesetzlichen Rahmen bleibt.
Auch wenn sie mir nicht passt, oder politisch unkorrekt ist.

Das ist auf dem Papier so - in der Praxis sieht es z.T. anders aus, da die Grenze zwischen Meinung und Beleidigung manchmal schwer zu finden ist. Im Zweifel kommt es da auf subtile Details an.

Anstiftung zu Gewalt ist natürlich nicht erlaubt.

Außerdem gilt das nur im öffentlichen Raum. Hausrecht kann anders sein (im Betrieb will man das nicht).


Um auf die konkret von Dir dargestellte Szene einzugehen:

Es kommt hier auf die Details an die wir nicht kennen.
Ob die Maßnahmen in dem Fall gerechtfertigt waren, oder nicht, kann vermutlich keiner hier beurteilen.

Allerdings vermute ich dahinter mehr als du hier so harmlos darstellst: ich will nichts unterstellen, kann mir aber vorstellen, daß es hier um (viel) mehr geht als die eine Meinungsäußerung der Form: "ich mag keine Homosexualität" - oder?

Kommentar von Waldfrosch4
28.11.2015, 23:26

ja das ist wieder mal die folgende Platte :

.. und wie hat wohl die Frau den Mann provoziert... von dem sie dann später vergewaltigt worden ist .

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Das nur wegen der Aussage das man Homosexualität für unnormal hält die Staatswanwaltschaft gegen einen ermittelt halt ich für unsinnig, wegen was sollte sie da den ermitteln. Das man von anderen Menschen argumentativ bekämpft wird kann gut sein denn auch diese haben ein recht auf ihre eigene Meinung. Morddrohungen sind eine Straftat gegen die diese Person auch rechtlich vorgehen kann.

Nein, darf man nicht, zumindest, wenn man "ungestört" als "ungestört von Kritik" auffasst. In Deutschland herrscht nämlich Meinungsfreiheit, wozu eben auch gehört, dass jeder für seine Aussagen kritisiert werden darf.

Und zivilgesellschaftliche Ächtung bestimmter Meinungen ist durchaus kein Widerspruch zur Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit ist nämlich ein Abwehrrecht gegen den Staat: Sie besagt bloß, dass niemand wegen einer Meinungsäußerung staatlichen Repressionen ausgesetzt sein darf.

Und auch dieses Recht hat seine Schranken, und zwar die Rechte anderer, die Ehre und die guten Sitten. Wer diese Schranken verletzt, darf auch strafverfolgt werden. 

Diskriminierung wird nicht durch Meinungsfreiheit geschützt. Homophobie ist keine Meinung, sondern eine soziale Fehlfunktion. Diese bleibt solange ohne Belang, wie der Betroffene dies für sich behält. Sobald es aber öffentlich geäußert wird, werden damit Menschen diskriminiert, herabgesetzt und beleidigt.

Für so ein asoziales Verhalten die Meinungsfreiheit zu missbrauchen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Kommentar von sarahj
29.11.2015, 03:02

im Prinzip gebe ich Dir Recht.

Ich halte es aber für brandgefährlich, so generelle Verbote zu fordern.

"soziale Fehlfunktion" ist ein allzu unscharfer Begriff, der dem Zeitgeist folgt.

Im 3.Reich galt "einkaufen bei Juden" als soziales Fehlverhalten. In ein paar Jahren könnte Religionskritik als solche gelten. Oder das zeigen von Filmen mit Kußszenen, weil sich einzelne Gruppen daran stören (Hintergrund: in vielen Islamischen Ländern werden diese aus 007 Filmen entfernt, weil "soziale Fehlfunktion").

Dann könnte letzendlich jede Gruppe bestimmen, was "soziales Fehlverhalten" ist, indem sie sich nur genügend aufregt, und entsprechen Bohei macht. Und damit öffentliche Kritik und Medienpräsenz unterbinden.


Die Meinungsäußerung muß natürlich allgemein und unpersönlich bleiben. Normalerweise dürfen einzelne Personen als solche nicht geoutet, angeklagt, angegriffen oder auch nur genannt werden. Das Veröffentlichen von Namenslisten im Internet auch nicht.

Sobald es personenbezogen ist, wird es, wie Du richtig sagst, für den Betroffenen unerträgliche Diskriminierung. Eine Ausnahme können Personen sein, die selbst im öffentlichen Rampenlicht stehen.

Das ist vom Gesetzgeber m.E. auch richtig erkannt worden: er muß abwägen zwischen Meinungsfreiheit und persönlichen Rechten.

Beispiel:
darf gegen Leute wie Pierre Vogel demonstriert werden?

Hier ist es ein Sonderfall, da PV selbst öffentlich auftritt und somit als öffentliche Person sich selbst bereits "geoutet" hat. Daher darf man.
Aber mal abgesehen davon, daß sich eh' keiner mehr traut, gegen radikale Muslime zu demonstrieren, könnte so eine Demonstration mit Deiner Argumentation leicht verhindert werden!

Er stellt sich ja gerne in Talkshows als harmloser Mitbürger dar, und Demonstrationen gegen den Islam gelten ja inzwischen dank mangelnder Information auch als "sozal Fehlgeleitet".  Wer prüft denn, ob er nich zu den "guten Muslimen" oder schon zu den "Anstiftern" gehört?
Seine Agitation kann wegen der Religionsfreiheit auch schwer unterbunden werden. Am Ende kann niemand etwas gegen ihn sagen, mit der Folge, daß in seinem Umfeld Aktivisten entstehen, und das nicht einmal öffentlich angeklagt wird.

Es wäre zum aktuellen Zeitpunkt tatsächlich besser, die Religionsausübung stärker zu kontrollieren oder gar zu reglementieren (z.B. nur in D ausgebildete Imame, keine "Importierter Aufwiegler",  Predigen nur in Deutsch usw.).
Man stelle sich das Geschrei vor, wenn das öffentlich gefordert wird (ich erwarte böse Kommentare).

Auch hier: wer das öffentlich fordert, gilt jetzt schon als rassistisch (was es nicht ist) und soziale fehlgesteuert.

Das sind schon erste Auswirkungen Deiner an sich gut gemeinten Idee, die ja als "political correctness" und "shitstorm" bereits de facto praktiziert wird.


Eine Diktatur macht sich ein Volk immer selbst. Und sie kommt durch's Hintertürchen, indem Freiheiten Stück für Stück eingeschränkt werden. Zuerst sind es immer die der Anderen, am Ende, wenn es jeden trifft, kann man nichts mehr dagegen tun (*).

LG

Meine Erfahrung ist übrigens:
die meisten Schwulen können auch über Schwulenwitze lachen, wenn sie intelligent sind. Und sie ignorieren die lächerlichen Wachturmverteiler, die "Sünde!" schreien. Und sie haben eine Höllenangst vor radikalen Muslimen, denn von denen werden sie jetzt schon massivst - auch körperlich - angegriffen.

(*) wenn man einen Frosch kochen will...

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Kommentar von Abahatchi
29.11.2015, 09:48

Diese bleibt solange ohne Belang, wie der Betroffene dies für sich behält. Sobald es aber öffentlich geäußert wird, werden damit Menschen diskriminiert, herabgesetzt und beleidigt.

Dies stimmt aber so auch nicht. Wenn zum Beispiel jemand, sei es vor Gericht oder anderweitig explizit nach seiner Meinung zu Diesem oder Jenem befragt wird und dabei noch ausdrücklich auf seine wahre persönliche Sicht gepocht wird, dann ist nichts eine Diskriminierung, egal was er sagt. 

Es macht durchaus einen Unterschied, ob ich mich einfach vor jemanden hinstelle und sage: alle "..." müssen in die Gaskammer weil sie minderwertige Wesen sind, oder ob man wissen will, wie jemand denkt und ihn bewuszt auffordert, uns über seine Sicht der Dinge und seine Meinungen zu unterreichten.

Es wäre also die Frage, wie sich jemand gegen homosexuelle Handlungen ausgesprochen hat. 

Grusz Abahatchi

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Kommentar von Fred4u2
30.11.2015, 08:12

"Homophobie ist keine Meinung, sondern eine soziale Fehlfunktion." Interessant Jahrhunderte ja sogar Jahrtausende galt Homosexualität als Krankheit, nun willst Du sagen das "Homophobie" eine Krankheit ist, Herr Dr.realsausi2?  http://m-maenner.de/2015/09/homophobie-ist-eine-erkrankung

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Meinungsfreiheit ist nur Schein.  Hier ein Zitat von Voltair 'Ich verdamme was du sagst, aber ich werde dafür Kämpfen, dass du es sagen kannst' 

Es kommt drauf an, wie diese Meinung geäußert wird. Wenn es mit Beledigung oder Drohung verbunden ist, dann ist das Ermittlungsverfahren korrekt und Foren löschen auch deswegen, weil sie sich sonst selber strafbar machen.

Hallo, Lyznoe.

Nur gegen Homosexualität bzw. deren Ausleben kann der Mensch sich nicht ausgesprochen haben.

Da steckt mehr dahinter: massive Beleidigung, Verunglimpfung übelster Art.

Morddrohung / Hetze ist natürlich Shit - muß er sich eben gegen wehren.

An seinen religiösen Werten kann man als Christ auch, ohne bösartig zu werden, festhalten.

Oh ja, Ausnahmen gibt es aber immer wieder: da wird ein Ungläubiger schamlos bestohlen, weil er ja kein Katholik ist...

Man geht zur Beichte und gut ist's, ne..., lG.

Rechtlich haben wir die Meinungsfreiheit, praktisch nicht, denn aus irgendeinem für mich nicht nachvollziehbaren Grund fühlen sich Leute "auf den Schlips getreten" nur weil jemand was sagt was ihnen nicht passt.

Gegen das argumentative Bekämpfen ist nichts einzuwenden, aber sobald sich deswegen die Staatsanwaltschaft einschaltet oder wer gefeuert wird weil er Homosexualität ablehnt. By the way: es gibt übrigens nicht wenige Psychologieexperten die das ebenfalls als krankhaft ansehen.

nein darf man nicht, denn zum 3. mal schreibe ich wieder meine antwort hier rein und 2 mal wurde sie gelöscht !!!!

und dabei habe ich nur darauf aufmerksam gemacht, das in unserem land nur kapital und wirtschaftsinteressen vorrang haben, dass z.b. geheime schiedsgerichte existieren, die seitens der wirtschaft und des kapitals sogar unseren staat verklagen können und dann durch diese gerichte zu lasten der steuerzahler im sinne des kapitals entschieden wird...........und solange man solche praktiken nicht durch seine meinungsfreiheit öffentlich macht, so lange darf man banale dinge als meinungsfreiheit sagen.............kommt man aber mit vielen dingen, die zeigen, dass bei uns gar keine demokratie, sondern nur lobbyismus herrscht, der nur die interessen der wirtschaft und des kapials im auge hat, aber nicht das deutsche volk, dann werden solche "meinungsfreiheiten" gelöscht............

auch zur frage hatte ich etliches geschrieben, z.b. dass die aussage von "homosexuellen" praktiken falsch sei, denn meistens wird analverkehr als homosexuelle praktik angesehen...........stimmt so nicht, denn viele in dieser szene betreiben diese praktik gar nicht und viele hetero´s aber schon bei ihren frauen..............:)

homosexualität bedeutet nur, dass man einen menschen liebt, mehr nicht und wenn man mit solchen aussagen, wie in der frage beschrieben, probleme bekommt, dann liegt das sicher daran, dass man mit sicherheit seine meinung zu radikal und vielleicht mit falschem ton, durch beleidigungen oder ähnliches vertritt, und dann natürlich kommt ein strafrechtlicher tatbestand in betracht und man kann sehr wohl mit post von der staatsanwaltschaft rechnen..............ich denke aber, dass manches hier in der frage verschwiegen wurde, denn nur anhand dieser meinung kommt es mit sicherheit nicht zu den beschriebenen dingen..........:)

Kommentar von dataways
30.11.2015, 18:08

dass z.b. geheime schiedsgerichte existieren, die seitens der wirtschaft und des kapitals sogar unseren staat verklagen können

Eine Halbwahrheit. Schiedsgerichte verklagen niemanden und werden ausschließlich dann eingesetzt, wenn beide Seiten das anstreben.

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Die Darstellung dessen, wie Du es in Deiner Frage zusammenfasst erscheint mir heftig übertrieben.

Kein Mensch bekommt eine Anzeige, wenn er an seinen religiösen Werten festhält und sich gegen homosexuelle Praktiken äußert.

Wenn allerdings diese Äußerungen in einer beleidigenden Art und Weise gegen eine bestimmte Person gemacht werden, hat das nichts mehr mit dem
Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun!
Da handelt es schlicht und ergreifend um den Tatbestand der Beleidigung, möglicherweise auch der üblen Nachrede oder Verleumdung.

Und nicht mal das hat Morddrohungen zur Folge oder gar den Verlust des Arbeitsplatzes.

Wenn allerdings die Missfallensäußerungen  in Mobbing eines bestimmten Kollegen  ausarten, hat der Chef durchaus das Recht die mobbende Person abzumahnen. Wird dieses Mobbing trotz Abmahnung weiter fortgesetzt, kann der Chef auch den Job kündigen, da damit das Betriebsklima und der Betriebsfrieden erheblich gestört werden.

Was die Morddrohungen anbelangt, halte ich Deine Darstellungen für erheblich
überzogen!

Dass Fragen, die gegen die guten Sitten (gesellschaftlicher Natur) verstoßen
von Foren gelöscht werden ist völlig normal!

 Darauf achtet bereits der jeweilige Support. Und das ist nicht nur bei bestimmten Foren so, das gilt für alle Foren, da das neue Mediengesetz es möglich macht, dass Hetzbeiträge geahndet und strafrechtlich verfolgt werden können. 

Meinungsfreiheit ist ein Schutzrecht des Bürgers gegenüber dem Staat. Artikel 5 Absatz 2 GG schränkt dieses Recht in gewissem Umfang ein (" Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."). Anscheinend hat die Person ihre Meinung in einer Art geäußert, die jemand als beleidigend aufgefasst hat.

Servus,

In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit - diese findet sich verankert in unserem Grundgesetz:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 5 

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Du hast allerdings bei Meinungsfreiheit einen wichtigen Punkt übersehen, nämlich Abs. 2:

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Diese Meinungsfreiheit ist also durch Gesetze beschränkt - dazu gehört bspw. auch StGB §130 (Volksverhetzung), unter das das gesagte fallen könnte, sowie StGB §185 (Beleidigung), falls die persönliche Ehre angegriffen werden sollte.

Es gibt da genügend Beispiele und auch schon Verurteilungen deswegen. EIn aktuelleres Beispiel: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-06/homo-ehe-inzest-vergleich-strafanzeige-kramp-karrenbauer

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass Meinungsfreiheit nur bedeutet, dass du deine Meinung äußern darfst - weder das Grundgesetz noch die EU-Charta schützen dich davor, dass deine Meinung aus Internetforen gelöscht wird, dass Leute diese Meinung nicht teilen, dass du deswegen angefeindet wirst... es schützt dich nur davor, politisch und rechtlich dafür verfolgt zu werden.

Ich hänge dir dazu mal ein schönes Bild an, wo du das nochmal sehen kannst :3

Morddrohungen und Aufhetzungen gegen ihn sind nicht okay, aber argumentative Bekämpfung u.a. ist völlig gesetzeskonform - und damit muss er mit so einer Meinung auch rechnen.

Lg

Kommentar von jimithechainsaw
29.11.2015, 08:50

YouTube ist kein Nachrichtensender!!
Jeder Depp darf jede Lüge auf YouTube Posten, glaub nicht alles.

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Kommentar von MSsleepwalking
29.11.2015, 19:42

Nein man kann Kommentare oder Videos melden. Danach werden sie meistens gelöscht.

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Ja natürlich herrscht hier Meinungsfreiheit -  jedenfalls, solange man nicht Kolumnistin beim Westfalenblatt ist und nicht ins Visier eines künstlich aufgehetzten Mobs gerät. Dann kann man allerdings schon mal seinen Job verlieren und sollte sich eine neue Identität zulegen.

Sich gegen ein Grundrecht zu äußern und sich bei Kritik auf ein anderes Grundrecht zu beziehen ist schon sehr ironisch.

Kurzum : Morddrohungen gegen die Person sind natürlich genauso zu verachten wie die Äußerung der o.g. Person welche gegen Homosexualität hetzt. Für Äußerung gegen Homosexualität ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft klingt aber schon etwas überzogen, da werden Äußerungen wie 'Ich find homosexuelle doof' bestimmt nicht alleine zu geführt haben, sondern es müssen konkrete Drohungen ausgesprochen worden sein. Toleranz bedeutet nicht umbedingt etwas gutheißen, sondern etwas zu akzeptieren.

Nein, darf man nicht. Aber man darf denken, was man will. Die Gedanken sind frei. Wenn Gedanken aber veröffentlicht werden, ist zu bedenken, ob z.b. jemand dadurch beleidigt wird.

Und dann gibt es noch gesellschaftliche Tabu- bzw. Konsens-Themen. Auch wenn du Homosexuelle mit deiner Meinung nicht beleidigst, gehört es zum Konsens, dass wir nur positiv von ihnen sprechen. Negatives Reden über sie führt zum Shitstorm und die Medien zerren dich in die breite Öffentlichkeit oder der Kommentar in facebook wird gelöscht, denn du sagst etwas, das du rechtlich zwar sagen darfst, was die Masse (oder deren Wortführer) aber nicht hören will. Ob du mit deiner Meinung eventuell Recht hast, wird nicht gefragt, denn du hast den Konsens verletzt.

Wenn es dich tröstet, spar dir deine Meinung einige Jahre auf. Gesellschaftliche Konsense ändern sich immer wieder: mal durfte man nichts gegen die Kirche sagen, jetzt finden es alle toll, wenn jemand auf die Kirche schimpft. Zu einer Zeit durfte man offen gegen Ausländer hetzen, heute sind uns alle willkommen. Vor einiger Zeit gab es Negerküsse, heute gibt es sie nicht mehr. Warten wir ab, was wir in 20 Jahren sagen dürfen und was nicht mehr.

Kommentar von MSsleepwalking
29.11.2015, 19:35

Vielleicht solltest du mal psychologische Hilfe in Erwägung ziehen, da du ein solches Bedürfnis hast andere zu beleidigen!

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Um es ganz einfach auszudrücken: Die Rechte eines Menschen enden da, wo die Rechte eines anderen beginnen.

Du kannst alles Sagen, solange du z.B. niemandes Ehre verletzt oder falsch verdächtigst.

Kommentar von Waldfrosch4
28.11.2015, 20:26

Interessant ! Und wenn ich nun sage : 

Die ausgelebte Homosexualität liegt nicht in Gottes Ordnung . 

Ist das dann eine Beleidigung ? 

Ich spreche ja niemanden persönlich an ...?

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Kommentar von RKuchenbuch
28.11.2015, 22:34

Diese reine Aussage an sich ist keine Beleidigung. Kommt aber bei der Bewertung immer auch auf das Umfeld an.
Diese Aussage zB im Betrieb kann andere Konsequenzen haben als zuhause.

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Kommentar von sarahj
29.11.2015, 03:11

die Idee einer "Ehrverletzung" solltest Du besser gleich wieder vergessen.

Es gibt Beleidigung und Verleumdung,
und beides ist definiert.

Ich habe da zugegebenermaßen ein Vorurteil:

Typen die mit "Ehre" daherkommen sind mir ehrlich gesagt von vorne herein suspekt. Egal ob von rechts kommend, oder aus einem anderen Kulturkreis.

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