Frage von Aljadis, 107

Darf man im Lebenslauf die Elternzeit rein rechtlich auch anders benennen?

Also ich mein z.B. als "Freiwillige Soziale Jahre im Bereich Pädagogik der Kindheit"? Das passt meiner Meinung nach viel besser und klingt besser. Ich finde Elternzeit ganz einfach ziemlich unpassend, da sich eines der beiden Elternteile meist wenig direkt um die Erziehung der Kinder kümmert. Mir geht es in erster Linie ums Rechtliche. Nicht was eure persönliche Meinung ist.

Antwort
von Appelmus, 62

Im Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres § 2 ist genau geregelt, wer als Freiwilliger zählt und wie genau der Freiwilligendienst definiert wird.

(1) Freiwillige im Sinne dieses Gesetzes sind Personen, die
2. sich aufgrund einer Vereinbarung mit einem nach § 5 anerkannten Träger zur Leistung dieses Dienstes für eine ununterbrochene Zeit von mindestens sechs Monaten und höchstens 18 Monaten verpflichtet haben,

Weiterhin heißt es:
(2) Der freiwillige Dienst im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres wird ganztägig als überwiegend praktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen, insbesondere in Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Einrichtungen für außerschulische Jugendbildung und Einrichtungen für Jugendarbeit oder in Einrichtungen der Gesundheitspflege und kulturellen Einrichtungen (Einsatzstellen) geleistet.

Auch das ist bei dir nicht der Fall. Was zu guter letzt ebenfalls nicht vorhanden ist, ist die pädagogische Begleitung. Kurzum: Verkaufst du deine Elternzeit als FSJ, entspricht das nicht der Wahrheit, da hier Gesetzesgrundlagen nicht umgesetzt werden können. Da du auf deinem Lebenslauf ebenfalls mit Datum und Unterschrift für die Richtigkeit der Angaben bürgst, könnte man dir rechtlich gesehen sogar einen Strick draus drehen.

Kommentar von atzef ,

Heiße Luft um das Wesentliche herum: Rechtlich bleibt die verpeilte Formulierung folgenlos.

Kommentar von Aljadis ,

Also eine pädagogische Begleitung wäre zumindest vorhanden. Rein rechtlich sogar. Aber gut, die anderen Punkte laut Gesetz sind nicht vorhanden. Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Antwort
von ChristianLE, 60

Ein freiwilliges soziales Jahr kann nur von einem zugelassenen Träger durchgeführt werden. Dein Zuhause ist kein öffentlicher und zugelassener Träger, ergo führst Du daheim auch kein FSJ durch.

Letztendlich wird sich die tatsächliche Bedeutung dann sowieso im Bewerbungsgespräch klären. Ob das Unternehmen dies dann wirklich so toll findet, wage ich zu bezweifeln

Kommentar von Aljadis ,

Aber die Betreuung der eigenen Kinder ist freiwillig und es ist sozial und es dauert 1 Jahr bzw. mehrere Jahre. Also ist es aus der Sicht der Wortbedeutung her richtig.

Kommentar von ChristianLE ,

Also ist es aus der Sicht der Wortbedeutung her richtig.

Aber nicht aus Sicht der gesetzlichen Definition.

Antwort
von ceevee, 50

Und was machst du, wenn der Arbeitgeber dann ein Arbeitszeugnis von deinem FSJ sehen will? Reinschreiben darfst du es sicherlich, es kommt halt nur sicherlich nicht so gut an, wenn du lügst (denn eine Elternzeit ist nunmal kein Freiwilliges Soziales Jahr nach JFDG bzw. du wirst auch keine andere Rechtsgrundlage dazu finden) bzw. im Lebenslauf versuchst, witzig zu sein oder irgendwelche unverständlichen Wortneuschöpfungen einsetzt.

Antwort
von atzef, 46

Rechtlich wäre das möglich.

Sinnvoll ist das aber nicht, sondern löst unmittelbar das Problem aus, eine falsche Erwartungshaltung beim Personalentscheider auszulösen. Der würde von einem institutionellen Arbeitgeber ausgehen und sich fragen, wo das Arbeitszeugnis ist.

Spannt der wiederum, dass du damit die Elternzeit meinst, könnte er dich für jemanden halten, dem es vor allem um geltungssüchtige Selbstinszenierung geht.

In einer professionellen, sachlichen und zielorientierten Bewerbung haben Stilblüten eigentlich nichts zu suchen.

Antwort
von Kandahar, 35

Wenn du das in deinen Lebenslauf schreibst, dann wird der AG an eine Berufstätigkeit denken, die es ja in dem Sinne nicht war.

Du kannst deine Elternzeit für dich nennen wie du willst. Aber beim Arbeitgeber kommen solche Spielchen gar nicht gut an. Wer stellt schon jemanden ein, der schon bei der Bewerbung falsche Tatsachen vorspiegelt?

Antwort
von Novos, 44

Wenn Du das mit einem Zeugnis belegen kannst (z. B. Auf Anfrage)

Antwort
von Bitterkraut, 19

Pädagogik der Kindheit? Was soll das sein? Dein Satz klingt völlig daneben.

Antwort
von sternstefan, 18

Viele schreiben "Zeiten der Kinderbetreuung" oder ähnliches.

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