Darf man ein Unternehmen "gegen die Wand fahren"?

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11 Antworten

Darf man ein Unternehmen "gegen die Wand fahren"?

Es gibt kein Gesetz, das es direkt verbietet. Da es aber eine Reihe von Gesetzen gibt, die dir das "Gegen-die-Wand-Fahren" versauern könnten, solltest du dich nicht allzu bräsig dabei anstellen. 

Eine Begründung "Ich mache den Laden zu, weil mich die Gewerkschaften nerven." ist also weniger gut, als eine Begründung "Leider stimmt die Auftragslage nicht mehr. Wir müssen schließen. Niemand bedauert es mehr als ich, dass sich nun 100, 200, 500 Mitarbeiter beruflich neu orientieren müssen. Ich habe sie wirklich alle geliebt und wünsche ihnen für das weitere Leben von ganzem Herzen alles erdenklich Gute."

Im erstgenannten Fall wirst du schnell Buhmann und könntest auf mittlere Frist größere Steine im Weg liegen haben; im letztgenannten Fall kannst du sogar noch mit (erheblichen) Subventionen rechnen, wenn du den neuen Laden aufmachst und wenigstens einen Teil der Arbeitsplätze "schaffst".

Grundsätzlich ist es also selbstverständlich jederzeit möglich. Allerdings solltest du die möglichen Kosten gegen die möglichen Vorteile abwägen. Oft ist es besser, unter- oder nebengeordnete Gesellschaften auszugliedern und so die Macht der Gewerkschaft auszuhebeln. Zahlreiche Konzerne und größere mittelständische Unternehmen haben es bereits sehr erfolgreich vorgemacht...

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Kommt immer mal wieder vor, das eine unternehmerische Fehlkalkulation dazu führt, das ein Untenehmen gegen die Wand gefahren wird. Auch Investitionsflucht ist ein übliches Geschäftsgebahren, was nicht strafrechtlich verfolgt wird. Anders sieht es mit einem willentlich herbeigeführten Bankrott aus, der ist allerdings strafbar.

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Ist jetzt nicht ganz so einfach.

Der Geschäftsführer hat eine besondere Sorgfaltspflicht in seiner Funktion, wenn er hier vorsätzlich falsche oder grob fahrlässige Entscheidungen für die Firma trifft, kann es hier in die Privathaftung gehen.

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Kommentar von martinzuhause
18.08.2016, 15:27

auch wenn er eine verantwortung hat kann er seine firma auch einfach auflösen. wenn er dabei keine schulden macht ist das ganz allein seine sache

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Das kannst du machen. Aber so einfach kannst du dann keine neue Firma gründen.

Selbstverständlich gibt es als Alternative die "Ltd-Firmen". Diese sind jedoch dafür bekannt, dass gerade solche Leute, wie du sie beschreibst, unter diesem Deckmantel eine neue Firma gründen. Das Ansehen dieser "Ltds" ist sehr schlecht. Seriöse Firmen machen normalerweise keine Geschäfte mit Ltds.

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klüger währe es ein neues zu gründen und das alte zu verkaufen aber ich kenne deine Umstände nicht

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Kommentar von ignotoConsorto
18.08.2016, 15:26

Es ging in der diskussion darum, dass ein Flugunternehmen sich auflösen will und eine neue billigere Fluglinie Gründet, um den Piloten nicht den verlangten Preis bezahlen zu müssen.

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Nein, das "gegen die Wand fahren" könnte evtl. von den Gewerkschaften nachgewiesen werden, wenn es auch ein solches wäre und sie könnten klagen. Die Frage ist, was heißt "gegen die Wand fahren". Das zweifelsfrei und einigermaßen neutral nachzuweisen ist das größere Problem. Bei einem Unternehmen, in dem Kapital steckt und das ökonomisch aktuell und gut dasteht, macht ein "gegen die Wand fahren" wenig Sinn.

Wenn es z.B. eine kleine Druckerei ist, die in der Konkurrenz mit den großen Internetdruckereien keine große Chance mehr hat, kann es sein, dass der Unternehmer kein weiteres Geld mehr reinstecken will und noch an Aufträgen reinholt und abarbeitet, was noch Überschuss abwirft. Er wird die Maschinen "aufbrauchen" und durch Preisunterbietung immer mehr Kunden verlieren, bis eine Fortführung nicht mehr lohnt. Das als "an die Wand fahren" einzuschätzen, wäre sehr parteiisch von Seiten derer, die kein Geld ins Unternehmen stecken. Das wird es in Deutschland öfter geben, wenn es nicht gerade gelingt, an die Chinesen zu verkaufen. Aber die kaufen auch nicht jeden Schrott.

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Das darf man. Um eine Metapher zu benutzen: Man darf sich ja auch ein Bein abschneiden, das ist nicht strafbar. Wenn Du Dir aber ein Bein abschneidest, um die Versicherung zu kassieren, wanderst Du in den Knast.

Jetzt muss man genau wissen, was "ein Unternehmen vor die Wand Fahren" bedeutet. Du kannst natürlich "ein Unternehmen vor die Wand fahren", indem Du einfach aufhörst, Aufträge reinzuholen und Waren zu verkaufen. Dann ist das Unternehmen relativ schnell pleite. Allerdings bist Du dann als Unternehmer auch pleite, denn Du verlierst als Unternehmer ja alles.

Wenn Du jetzt versuchst, quasi Dein Geld vorher in Sicherheit zu bringen, Kapital aus dem Unternehmen zu ziehen und dann künstlich einen Konkurs herbeiführst um deine Verbindlichkeiten loszuwerden, dann spricht man von einem "verbrecherischen Konurs" und der ist strafbar.

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Kommentar von Dirk-D. Hansmann
19.08.2016, 05:45

Sehr gut, nur bei der Selbstverstümmelung bin ich mir nicht sicher. Übrigens könnte auch bei Untätigkeit noch ein Schadenersatz drauf kommen - Eigentum verpflichtet nämlich auch. Aber im Grundsatz sehe ich das wie Du.

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Man könnte das alte Unternehmen an einen ausländischen Investor verkaufen und ein neues gründen.

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Ich bin kein Experte, aber:

rein Moralisch wäre es eine Sauerei den Arbeitnehmern gegenüber.

Zweitens, wenn du es zu Grunde richten willst, dann verlierst du sowiso alles. Von daher verschenke es doch vorher an XY......

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Kommentar von ignotoConsorto
18.08.2016, 15:26

ja. die frage ist aber ob das unternehmen das machen dürfte?

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Wenn man es verdeckt und mit System macht, dann ja.

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